NürnbergSchul-IT als Daueraufgabe

Präsentation des Berichts zur Schul-IT im Nürnberger Stadtrat.
(Bildquelle: Eva Hesse / Stadt Nürnberg)
In der mittelfränkischen Metropole Nürnberg war im Februar 2017 der einstimmige Beschluss gefallen, für alle Nürnberger Schulen eine pädagogisch und strukturell abgestimmte IT-Strategie zu fahren. Neun Jahre später hat das Referat für Schule und Sport nun eine umfassende Bilanz gezogen – und richtet zugleich den Blick auf die zukünftige dauerhafte Finanzierung der Schul-Informationstechnologie.
War die IT-Ausstattung an Nürnberger Schulen vor dem Jahr 2016 dezentral organisiert und auf wenige PC-Räume beschränkt, wurde mit der 2017 beschlossenen Strategie „Lernen und Lehren an städtischen und staatlichen Schulen in Nürnberg im Digitalen Zeitalter“ erstmals ein umfassendes Zielbild für Hardware, Software, Netze und Fortbildung entwickelt. Der Stadtrat stellte hierfür bis 2026 insgesamt 85,5 Millionen Euro bereit.
Umfassende Ausstattung
Heute ist laut dem Bericht des Schulreferats an allen Schulstandorten ein Breitbandanschluss vorhanden, der Inhouse-Netzausbau ist an rund 80 Prozent der Standorte abgeschlossen, weitere zehn Prozent sind in Umsetzung. Nahezu 100 Prozent aller Klassenzimmer sind mit WLAN und digitalen Präsentationssystemen ausgestattet. Rund 6.500 Lehrkräfte verfügen über ein Dienstgerät, etwa 17.000 iPads sowie 8.500 PCs und Laptops stehen für den Unterricht zur Verfügung. Mehr als 400 Softwareprodukte sind im Einsatz, darunter Microsoft 365 mit Teams. Zudem wurde ein KI-Tool-Warenkorb für den Unterricht eingerichtet.
Das 2021 gegründete „Team Digitale Schule“ im Referat für Schule und Sport bündelt mit rund 50 Mitarbeitenden die technische Systembetreuung, Administration, Weiterentwicklung sowie Datenschutz- und Informationssicherheitsaufgaben und trägt so wesentlich zur Entlastung der Schulen bei.
Förderprogramme konsequent ausgeschöpft
Ein weiterer Erfolgsfaktor: Parallel zur städtischen Finanzierung wurden Förderprogramme von Bund und Land konsequent ausgeschöpft. Insgesamt konnten laut der Stadt Nürnberg rund 54,4 Millionen Euro eingeworben werden – das entspreche einer Ausschöpfungsquote von 104 Prozent der ursprünglich vorgesehenen Förderhöchstbeträge. Die rechnerische Gesamtquote von mehr als 100 Prozent ergebe sich dabei aus zusätzlich ausgeschütteten Fördergeldern zur nachträglichen Erhöhung des Förderbetrags.
Mit einer gesetzlichen Neuregelung hat der Freistaat Bayern im vergangenen Jahr zudem die dauerhafte Finanzierung der Schul-IT neu geordnet (wir berichteten). Das sogenannte Vier-Säulen-Modell sieht vor, dass etwa 60 Prozent der notwendigen Mittel künftig als gesetzlicher Zuschuss vom Staat bereitgestellt werden. Die Kommunen tragen den verbleibenden Anteil. „Damit wird Schul-IT ausdrücklich als dauerhafte Pflichtaufgabe definiert – inklusive technischer Systembetreuung, Wartung, Weiterentwicklung und IT-Sicherheit“, freut sich Nürnbergs Schulreferentin Cornelia Trinkl. „Dadurch haben wir die Möglichkeit, die in den vergangenen Jahren aufgebauten Strukturen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.“
Pädagogik wird mitgedacht
Die digitale Infrastruktur ist in Nürnberg dabei kein Selbstzweck, sondern wird mit der Pädagogik vor Ort gedacht. Der Schulentwicklungsprozess „Schule Vision 2040“ an den kommunalen Schulen der Stadt legt die pädagogisch-didaktischen Grundlagen und formt die Basis einer modernen Lernkultur, die sich auf Konzepte zur Einbindung der digitalen Ausstattung vor Ort stützt. Im Mittelpunkt stehen selbstgesteuertes Lernen, Zukunftskompetenzen wie Teamfähigkeit, Kreativität und Problemlösefähigkeit sowie ein reflektierter Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Unterstützt werden die Schulen dabei durch das Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg, das passgenaue Fortbildungen und Entwicklungsbegleitung anbietet.
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