Dienstag, 18. August 2026

RadolfzellDigitale Baugenehmigung

[18.05.2022] Die Baurechtsbehörde Radolfzell hatte früher keinerlei Software im Einsatz und ist heute eine der ersten in Baden-Württemberg, die volldigitalisiert arbeitet.
Radolfzell: Baugenehmigung ohne Papier.

Radolfzell: Baugenehmigung ohne Papier.

(Bildquelle: Stadtverwaltung Radolfzell)

Im Rahmen einer freihändigen Vergabe mit vorangegangener Marktbetrachtung hatte sich die Baurechts- und Denkmalschutzbehörde der Stadt Radolfzell am Bodensee im Jahr 2020 für das elektronische Baugenehmigungsverfahren OK.BAU von kommIT und OTS entschieden. Damit wurde die klassische Papierakte Schritt für Schritt abgelöst und der Weg zum papierlosen Bauantrag geebnet. Seit Januar 2022 sind Bauanträge nun elektronisch einzureichen und das gesamte Baugenehmigungsverfahren wird vollständig digital abgewickelt. Alexander Wagner, Leiter der Abteilung Baurecht bei der Stadtverwaltung Radolfzell, erläutert: „Wir bieten nicht nur die Möglichkeit einer elektronischen Antragstellung, sondern wollen gemeinsam mit Bauherren und Architekten das Papier vollständig verbannen. Durch viele Gespräche ist uns bewusst geworden, dass insbesondere Pläne weitestgehend ausschließlich für die Behörde ausgedruckt werden. Es wurde eigentlich nur darauf gewartet, dass eine digitale Alternative zur Verfügung steht. Deshalb sind wir überzeugt, dass die Einführung für alle Beteiligten eine Win-win-Situation ist.“ Betroffene Architekten zeigen sich begeistert. „Endlich müssen wir keine Pläne mehr ausdrucken. Da heutzutage über CAD gezeichnet wird, liegen die Pläne sowieso schon digital vor.“

Alleinstellungsmerkmal überzeugt

Die Entscheidung der Stadt Radolfzell für OK.BAU wurde in erster Linie aufgrund des Alleinstellungsmerkmals einer inkludierten E-Akte-Funktion gefällt. Aber auch die weiteren Anforderungen sind in OK.BAU realisiert: Web-Anwendung, Möglichkeit einer elektronischen Antragstellung im Verfahren sowie elektronische Fachstellen- und Angrenzerbenachrichtigung direkt aus der Lösung heraus. Zur Einführung und Umsetzung des Projekts wurde keine zusätzliche Stelle geschaffen. Der gesamte Prozess wurde während des laufenden Betriebs umgesetzt und fachlich sowie organisatorisch von OTS und dem kommIT-Projekt-Management begleitet. Eine Besonderheit des Projekts bestand darin, dass in der Baurechtsbehörde Radolfzell anders als in anderen Baurechtsämtern ohne jegliche Software gearbeitet wurde. Die Digitalisierung startete also quasi bei . Dafür ist die Behörde nun eine der ersten in Baden-Württemberg, die volldigitalisiert bis hin zur qualifizierten elektronischen Signatur arbeitet.
„Die Software entspricht unseren Erwartungen und kann unsere Prozesse vollständig abbilden. Die Zusammenarbeit mit kommIT und OTS war durchweg positiv“, resümiert Alexander Wagner. Frank Perchtold, zuständig für Konzeption und Weiterentwicklung der Digitalisierung bei der Stadt Radolfzell, ergänzt: „Das elektronische Baugenehmigungsverfahren deckt gleich zwei Ziele unserer Digitalisierungsstrategie ab. Es leistet einen Beitrag zur digitalen Bürgerorientierung und ist ein Mittel, um bestehende Verwaltungsabläufe zu optimieren, zu verschlanken sowie komfortabler zu gestalten und damit die Arbeitsqualität in der Verwaltung nachhaltig zu verbessern.“

Roland Christoph ist im Vertrieb der kommIT Gesellschaft für Informationstechnik mbH tätig.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren
Luftaufnahme von Konstanz
bericht

Konstanz: Kleine Lücken schließen

[17.08.2026] Die baden-württembergische Stadt Konstanz entwickelt digitale Anwendungen seit einigen Jahren selbst und setzt dabei auf Low Code. Der Schulterschluss mit anderen Kommunen ist der entscheidende Hebel. mehr...

Hände auf Laptop, darüber einmontiert Icons für Puzzleteile, Zahnrad, Schraubenschlüssel, Dokument
bericht

Low Code: Schlanker und smarter

[14.08.2026] Mit der Low-Code-Plattform OutSystems kann Digitalisierung schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger umgesetzt werden. Diese Vorteile zeigen sich im Praxiseinsatz in zahlreichen Kommunen. mehr...

Spielzeugauto und deutscher Führerschein auf deutscher Flagge

AKDB/Telecomputer: Verkehrs-IT hoch fünf

[12.08.2026] Das auf KfZ-Lösungen spezialisierte Unternehmen Telecomputer nimmt ekom21 und Komm.ONE als Gesellschafter auf und übernimmt zudem die Verkehrswesen-Bereiche von KDO und regio iT. Damit sollen die Fachverfahren und Online-Dienste der fünf beteiligten IT-Dienstleister für Kfz-Zulassung und Fahrerlaubnis gebündelt werden. mehr...

Mehrere Personen als und jung auf Matratzen in einer Flücjhtlingsunterkunft

Wiesbaden: Sozialdezernat digitalisiert mit Augenmaß

[11.08.2026] Bundesweite Entwicklungen wie die Sozialstaatsreform, die Sozialplattform oder die Deutschland-App schaffen neue Rahmenbedingungen für digitale Verwaltungsprozesse im Sozialbereich. Wie eine praxisnahe Entwicklung digitaler Services gelingt, zeigt das Sozialdezernat der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. mehr...

Spielzeugauto und deutscher Führerschein auf deutscher Flagge

Wiesbaden: Test von KI-Assistenz für digitalen Führerscheinantrag

[11.08.2026] Wiesbaden testet eine KI-Assistenz für den digitalen Führerscheinantrag. Bürgerinnen und Bürger können die Anwendung im Zukunftswerk erproben und dabei zeigen, wo sie den Antragsprozess bereits erleichtert und wo noch nachgebessert werden muss. mehr...

Essen: Einführung von Wero

[11.08.2026] Die Stadt Essen bietet Wero als weitere Bezahlmöglichkeit für digitale Verwaltungsleistungen an. Die europäische Lösung ergänzt unter anderem PayPal und Kreditkarte und soll Online-Zahlungen direkt vom Bankkonto erleichtern. mehr...

Minden: Online-Dienst zur An- und Abmeldung von Hunden eingeführt

[11.08.2026] Minden bündelt die digitale An- und Abmeldung von Hunden in einem Online-Dienst. Ein selbst entwickelter Workflow verteilt die Angaben innerhalb der Verwaltung und soll die Bearbeitung beschleunigen. mehr...

Advertorial: Wie Verwaltungen mit KI schneller zu besseren Abläufen kommen

[05.08.2026] Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Prozesse in Verwaltungen zu verbessern. Sie erstellt zum Beispiel Prozessmodelle und zeigt auf, wie Abläufe optimiert werden können. Ein Beispiel ist die PICTURE-Prozessplattform. Sie demonstriert, wie KI in der Praxis funktioniert und welche Grenzen es gibt. mehr...

Gewerbewesen: Neue Empfängerbehörden

[05.08.2026] Mit Inkrafttreten der XGewerbeordnung 1.7 werden die Behörden für Geldwäscheprävention als neue Empfänger für die automatisierte Datenübermittlung von Gewerbemeldungen aufgenommen. mehr...

Spielzeugauto und deutscher Führerschein auf deutscher Flagge

ITEBO / KDO: VOIS|FSW für gemeinsamen Kunden

[03.08.2026] Den Mehrwert einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit konnten die IT-Dienstleister ITEBO und KDO jetzt erfolgreich unter Beweis stellen. Sie haben in einem gemeinsamen Projekt bei der Fahrerlaubnisbehörde eines Kunden die Software VOIS|FSW eingeführt. mehr...

bericht

Umweltverwaltung: Strukturierte Prozesse

[27.07.2026] Mit ProUMWELT stellt das Unternehmen Prosoz eine Fachanwendung vor, die kommunale Umweltbehörden bei der Digitalisierung ihrer Verwaltungsprozesse unterstützt. mehr...

Parkschild Bewohnerparken vor blauem Himmel

Braunschweig: Digital zum Bewohnerparkausweis

[22.07.2026] Die Stadt Braunschweig erweitert ihr Angebot an digitalen Dienstleistungen um den Bewohnerparkausweis. Dieser wird künftig nur noch in digitaler Form ausgegeben. mehr...

Helm auf Baustelle

Bremen: Bauantrag wird digital

[13.07.2026] Seit Anfang Juli können in Bremen Bauvorlagen lediglich online eingereicht werden. Die bisherige Wahlmöglichkeit zwischen elektronischer und Papierform entfällt. Analog eingereichte Anträge werden künftig zurückgeschickt. mehr...

Digitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess.

Niedersachsen: Bauleitplanung landesweit digital

[09.07.2026] Niedersachsen hat für seine Kommunen flächendeckend das digitale Verfahren DiPlanCockpit PRO für die Bauleitplanung eingeführt. Das neue Online-System soll Planungsverfahren schneller und einfacher machen. mehr...

stilisierter Identitätsnachweis mit einem Schloss, Symbol für sichere eID
bericht

Meldewesen: Fit für die digitale Welt

[02.07.2026] Die zunehmende Bedeutung digitaler Identitäten für verwaltungsinterne Vorgänge ist nur eine der Herausforderungen, auf die das Meldewesen Antworten finden muss. Auch den Themen Sicherheit und Resilienz gilt es, künftig verstärkt Aufmerksamkeit zu widmen. mehr...