Dienstag, 30. Juni 2026

Mobilfunk-FrequenzenWer bekommt die nächste Welle?

[08.08.2023] Was hat schnelles mobiles Internet auf dem Land mit der Kleinkunstbühne oder der Scorpions-Coverband auf dem Stadtfest zu tun? Mehr als man denkt. Beide brauchen Funkfrequenzen. Das klingt nach einem Thema für Technik-Nerds, aber es geht um die digitale Zukunft Deutschlands.
Zur Versorgung der ländlichen Regionen mit schnellem Netz brauchen die Mobilfunkanbieter Frequenzen mit hohen Reichweiten.

Zur Versorgung der ländlichen Regionen mit schnellem Netz brauchen die Mobilfunkanbieter Frequenzen mit hohen Reichweiten.

(Bildquelle: valentinrussanov/iStock)

Noch in diesem Jahr wird die World Radio Conference 23 (WRC 23) darüber beraten, ob perspektivisch weitere Frequenzen für den Mobilfunk geöffnet werden sollen. Dabei geht es auch um das UHF-Band von 470 bis 694 Megahertz. Große kommerzielle Eventveranstalter nutzen diese Frequenzen ebenso wie Kleinkunstbühnen oder Clubs für drahtlose Mikrofone. Auch der Rundfunk strahlt in diesem Band terrestrisches Fernsehen über das Antennensignal DVB-T2 aus.
Diese Frequenzen eignen sich aufgrund ihrer großen Reichweite auch besonders gut für den Mobilfunk. Gerade ländliche Räume profitieren davon, wenn ein Sendemast große Gebiete mit stabilen Sprachverbindungen und hohen Datenraten versorgen kann. Das bedeutet auch weniger Eingriffe in die Natur. No Change lautet dagegen die Forderung der Rundfunkvertreter. Das heißt: keine Änderungen bei der Frequenzzuteilung.

Alternative für Eventveranstalter

Natürlich sollen Konzerte, Vorträge oder Theaterstücke auch weiterhin mit moderner Funktechnik übertragen werden. Dies ist zum Beispiel über Duplexlücken, also ungenutzte Frequenzbereiche, gut möglich. Darüber hinaus gibt es oberhalb von einem Gigahertz weitere Frequenzbänder für Funkmikrofone, die aufgrund der geringen erforderlichen Reichweite technisch gleichwertig sind.
Auch die Event- und Kulturbranche profitiert von einer Stärkung des Mobilfunks. Livestreaming von Veranstaltungen und Berichterstattung auf Social-Media-Plattformen gehören heute bei vielen Events einfach dazu – und das geht nicht ohne eine leistungsfähige Mobilfunkinfrastruktur. Die größten Nutzer der niederen Frequenzen sind derzeit allerdings nicht die Kultur- und Eventveranstalter, sondern die Rundfunkanstalten, die ihre Programme terrestrisch über diese Frequenzen ausstrahlen. Aber: Bundesweit empfangen nur noch sechs Prozent der Haushalte lineares Fernsehen über Antenne – Tendenz fallend.

Ressourcen effizient nutzen

Funkfrequenzen sind eine knappe Ressource, das nutzbare Spektrum ist begrenzt und die bestehenden Mobilfunknetze werden aufgrund des exponentiellen Wachstums der Datenmengen perspektivisch an ihre Grenzen stoßen. Bis 2030 wird sich das drahtlos übertragene Datenvolumen verzwanzigfachen, was einer Steigerung von 1.000 Prozent entspricht. Deshalb ist es wichtig, die vorhandenen Kapazitäten so effizient wie möglich zu nutzen, damit möglichst viele Menschen davon profitieren. Im Homeoffice arbeiten, unterwegs streamen oder die Geräte im Haushalt intelligent vernetzen – das soll überall in Deutschland Standard werden. Auch auf dem Land. Die Menschen haben ein Recht auf digitale Teilhabe, egal, wo sie leben.
Telefónica Deutschland plädiert für eine ko-primäre Nutzung der Sub-700-Frequenzen. Wenn Mobilfunk, Rundfunk und Kulturszene zusammenarbeiten, können die niedrigen Frequenzen in Zukunft viel besser genutzt werden als heute. Dies würde der flächendeckenden Digitalisierung einen enormen Schub verleihen.

Klaus Schulze-Löwenberg ist Head of Product & Technology Communication bei Telefónica Deutschland.


Stichwörter: Breitband, Mobilfunk


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Breitband
eine Reihe von Personen vor dem Gothaer Rathaus

Gotha: Pilot für schnelleren Glasfaserausbau

[12.06.2026] In einem gemeinsamen Pilotprojekt setzen die Stadt Gotha und die Telekom auf weniger Bürokratie und mehr Zusammenarbeit beim Glasfaserausbau. Dafür hat die Stadt eigens ein Projektbüro eingerichtet, das Genehmigungen bündelt und den Ausbau koordiniert. 
 mehr...

Telekom: Erweiterung des Glasfaserangebots durch Kooperation

[01.06.2026] Die Telekom öffnet ihre Glasfaserangebote für die Netze von e.discom und WEMACOM in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Rund 220.000 Haushalte sollen dadurch mehr Anbieterauswahl erhalten, während die Branche die Kooperation als Signal gegen kostspieligen Doppelausbau wertet. mehr...

Vier Männer auf einem Steg, im Hintergrund Wasserfläche und frisch renovierte bzw. neu gebaute mehrgeschossige Häuser.

Münster: Digitaler Begegnungsort am Hafen

[29.05.2026] Der Stadthafen am Dortmund-Ems-Kanal in Münster wandelt sich vom gewerblich genutzten Gebiet hin zu einem Ausgeh- und Dienstleistungsviertel. Das dortige kostenfreie WLAN steht nun ab sofort in weiteren Bereichen zur Verfügung. mehr...

Netzverteiler in Außengehäuse
bericht

Glasfaserausbau: Regional erfolgreich

[27.05.2026] Die Glasfaseranbieter lünecom und sewikom versorgen im Norden Deutschlands insbesondere ländliche Regionen mit schnellem Internet. Dabei sind die Präsenz vor Ort, lokales Know-how sowie die Kommunikation mit den Kommunen erfolgsentscheidend. mehr...

Stadtansicht von Berlin mit magentafarbenen Lichtelementen

Berlin: Eine Million Glasfaseranschlüsse

[21.05.2026] Beim Gigabitausbau in Berlin hat die Deutsche Telekom vorzeitig einen wichtigen Meilenstein erreicht: Eine Million Haushalte kann jetzt Glasfaser bis ins Haus oder die Wohnung erhalten. mehr...

Klausurhof Kloster Ilsenburg mit Schafen

Ilsenburg: Land fördert freies WLAN

[19.05.2026] Im Kloster Ilsenburg können Besucher künftig zuverlässig auf multimediale Angebote zugreifen. Mit Förderung des Landes Sachsen-Anhalt wurde ein öffentliches WLAN installiert. 
 mehr...

Verschiedene Personen mit Schaufel bei symbolischem Spatenstich

Lichtenau: Baustart für Giganetz

[15.05.2026] Über ein stabiles Internet mit Gigabit-Geschwindigkeit können sich in Zukunft Bürger und Unternehmen in Lichtenau freuen. Die Gemeinde ist die erste, die vom geförderten Glasfaserausbau im Landkreis Mittelsachsen profitiert. 
 mehr...

bericht

ANGA COM: Lösungen finden

[13.05.2026] Auf der ANGA COM, Europas führender Kongressmesse für Breitband, Medien und Konnektivität, treffen sich auch in diesem Jahr in Köln Netzbetreiber, Ausrüster und Inhalteanbieter zu allen Fragen der Breitband- und Mediendistribution. mehr...

Osnabrück: Noch mehr OSNA Hot Spots

[08.05.2026] Die Stadt Osnabrück weitet ihr WLAN-Angebot aus und stellt 25 weitere OSNA Hot Spots zur Verfügung. mehr...

Bagger verlegt Glasfaser, sewikom versorgt den ländlichen Raum mit Glasfaser

sewikom: Glasfaser für Digitale Dörfer

[15.04.2026] Was im Dorf digital läuft, braucht Glasfaser. Der Anbieter sewikom hat fast 40 Prozent der geförderten Digitalen Dörfer in Nordrhein-Westfalen an sein Netz angeschlossen. mehr...

Eine größere Personengruppe steht in einem Raum für ein Foto versammelt und halten in den Händen Förderurkunden für den Breitbandausbau in Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg: 231 Millionen Euro für Breitbandausbau

[22.01.2026] Baden-Württemberg unterstützt mit insgesamt über 231 Millionen Euro weitere 29 Projekte des kommunalen Breitbandausbaus. Mit den Ende des vergangenen Jahres zugestellten Förderbescheiden konnten die landesseitig für das Haushaltsjahr 2025 zur Verfügung gestellten Mittel vollständig gebunden werden. mehr...

Eine Frau steht zwischen zwei Männern und hält die Förderurkunde für den Landkreis Gießen in den Händen.

Kreis Gießen: Breitbandausbau auf der Zielgeraden

[21.01.2026] Dank der Gigabitförderung 2.0 des Bundes kann der Landkreis Gießen die finale Phase des Breitbandausbaus einleiten. Die Förderung soll Lücken des eigenwirtschaftlichen Glasfasernetzausbaus durch Telekommunikationsunternehmen schließen. Dadurch könnten im Kreis Gießen in den kommenden Jahren 8.200 Anschlüsse hergestellt werden. mehr...

Glasfaserkabel schauen aus der Erde

Saarland: Breitband-Portal in jeder zweiten Kommune

[14.01.2026] Das Saarland war eines der ersten Bundesländer, die das Breitband-Portal eingeführt hatten. Damit soll die Bearbeitung von Anträgen zur Leitungsverlegung erheblich vereinfacht und beschleunigt werden. Kommunen, die das Portal einführen wollen, erhalten Unterstützung vom Land. mehr...

ANGA COM: Erweitertes Programm

[08.12.2025] Die Messe ANGA COM kündigt für 2026 ein erweitertes Programm mit neuen Formaten und prominenter politischer Beteiligung an. Bundesminister Karsten Wildberger hält die Eröffnungskeynote und nimmt am traditionellen Gigabitgipfel teil. mehr...

Blick auf den CampingPark in Kalletal von oben, die Anlage ist direkt am Wasser.

Kalletal: Campen mit fünf Gbit/s

[21.11.2025] Mit glasfaserschnellem Internet hat das Unternehmen sewikom den Campingpark in Kalletal ausgestattet. Die bereits bestehenden 2.000 Mbit/s wurden auf 5.000 Mbit/s erhöht. Zudem können nun mehr als 2.000 Kalletaler Haushalte ebenfalls mit Glasfaser versorgt werden. mehr...