KölnZentrales Identitätsmanagement für Schulen
Die Stadt Köln war schon lange vor der Corona-Pandemie intensiv damit beschäftigt, die digitale Infrastruktur ihrer Schulen aufzubauen (wir berichteten). Mit der inzwischen verstärkten Nutzung von Cloud-Diensten durch die Schulen stehen alle Akteure vor der Herausforderung, diese Dienste sicher und datenschutzkonform, aber auch effizient in die Schul-IT zu integrieren. Wie die Stadt berichtet, führte das Amt für Informationsverarbeitung bereits vor fünf Jahren ein zentrales pädagogisches Benutzerkonto für die Kölner Schulen ein. Diese zentrale Lösung sei das Herzstück der Kölner Schul-IT. Fast 150.000 berechtigte Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte können damit auf alle für sie definierten IT-Leistungen zugreifen – wahlweise lokal oder in der Cloud. Jetzt wurde die pädagogische Infrastruktur um den so genannten ID-Broker erweitert.
Der ID-Broker macht es möglich, die steigende Anzahl von externen Diensten anzubinden, ohne dass die Anwender an den Schulen dafür zahlreiche Anwender-Kennungen oder Passwörter benötigen. Das System wirkt als eine Art Vermittlerinstanz, die durch eine einheitliche, einmalige Anmeldung den Zugriff auf zahlreiche unterschiedliche Leistungen und Services ermöglicht. Für die effiziente Verwaltung der Benutzerkonten wird ein automatisierter Datenimport verwendet, Datenbasis sind die Stammdaten der in Nordrhein-Westfalen eingesetzten Landes-Schulverwaltungssoftware SchILD-zentral, die über das Rechenzentrum der Stadt Köln allen Schulen zur Verfügung steht.
DSGVO-konform und Open Source
Durch die Nutzung dieser zentralen, automatisierten Lösung reduziert die Stadt Köln den administrativen Aufwand für Lehrkräfte und Verwaltungspersonal erheblich: Zeitintensive Aufgaben wie das Verwalten von Benutzerkonten durch die Schulen entfallen. Betrieben in einem DSGVO-konformen Rechenzentrum unter Open-Source-Lizenz von Univention agiert der ID Broker als Vermittlungsinstanz zwischen Identitätsmanagement und verschiedenen Cloud Anwendungen. Bisher sind bereits acht Cloud-Anwendungen auf diesem Weg integriert, darunter als erster Dienst in Köln auch der Schulmanager Online. Wie die Stadt berichtet, erfolge die Anbindung der Dienste reibungslos. Dies sei möglich durch die sorgfältige Vorbereitung und die enge Zusammenarbeit mit den Herstellerfirmen, die den Schulen auch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Die Kompatibilität mit der Open-Source-Schnittstelle ID-Broker habe für Köln als Schulträger bei der Auswahl im Mittelpunkt gestanden, heißt es in einer Meldung der Stadt. Die Entscheidung für eine Technologie erfolge in Köln nach dem Grundsatz „Open Source First“. Dabei soll aber die Entscheidungsfreiheit der Schulen bei der Auswahl von zu nutzenden IT-Anwendungen gewahrt bleiben – denn auch der Grundsatz, dass die Pädagogik stets Vorrang vor einer bestimmten Technologie haben solle, findet in Köln Anwendung.
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