Kreis RegensburgIn Bayern vorne

Mitarbeitende des Landratsamts Regensburg und Landrätin Tanja Schweiger (2.v.l.).
(Bildquelle: Petula Hermansky)
Der Landkreis Regensburg zählt zu den führenden Kommunen Bayerns im Bereich digitale Verwaltung. Schnelles und verlässliches Internet ist die Grundlage für Homeoffice, Studium, Wirtschaft, Telemedizin und Freizeitvergnügen, aber auch für digitale Verwaltungsleistungen. Die Laber-Naab Infrastruktur GmbH (LNI) vergab Anfang Januar 2025 Aufträge für das größte interkommunale Glasfaserprojekt Bayerns an drei Firmen, die eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur in den Landkreisen Regensburg und Teilen Neumarkts schaffen werden. Im Frühjahr sind die Arbeiten für insgesamt 33.000 förderfähige Hausanschlüsse in drei Clustern gestartet. Bund und Freistaat steuern Fördermittel zur Finanzierung bei, die Kommunen stellen zusätzlich jeweils einen Eigenanteil in Höhe von circa zehn Prozent zur Verfügung. Insgesamt wird somit im Projektgebiet der LNI mit 47 Kommunen für Planung Tiefbau, Verteiler und Glasfaserkabel bis ins Haus eine knappe halbe Milliarde Euro investiert. Dieses kommunale Netz ist laut Telekom ihr größtes Betreibermodell in Deutschland.
Der Landkreis Regensburg ist gut darauf vorbereitet, eine smarte Region zu werden. Während digitale öffentliche Dienstleistungen bereits breit genutzt werden und die Kommune zu einem bayerischen Vorreiter machen, schreitet auch die Automatisierung interner Prozesse voran. Der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz schafft dabei wertvolle Ressourcen, die den Service für Bürgerinnen und Bürger weiter verbessern. Der Kreis wird auch in Zukunft alles daransetzen, diese Vorreiterrolle zu behaupten und auszubauen.
Smarte Unterstützung im Verwaltungsalltag
Das Landratsamt befasst sich seit 2022 mit Robotic Process Automation (RPA). Nach intensiver Vorbereitungsarbeit im Rahmen eines Talentprogramms wurden seit 2024 bereits 38 Prozesse identifiziert, die sich für diese Technologie eignen. 14 dieser Prozesse sind schon im Live-Betrieb und sorgen für eine Zeitersparnis von rund 5.800 Stunden pro Jahr. Die Technologie trägt dazu bei, repetitive Aufgaben zu reduzieren und den Mitarbeitenden mehr Raum für kreative und wertschöpfende Tätigkeiten zu geben. Der Return on Investment (ROI) liegt aktuell bei circa sieben Monaten, und erste Prozesse werden nun zusätzlich durch den Einsatz von KI-Technologie unterstützt. So werden zum Beispiel handschriftliche Formulare mittels neuronaler Bilderkennung – ohne Bruchstellen im Workflow – direkt in digitale Texte umgewandelt. Deutschlandweit gehört der Landkreis Regensburg zu den führenden Kommunen beim Einsatz von RPA-Technologie.
In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Deggendorf und dem Bayerischen KI-Institut wurde 2023 das Projekt „KI in der Verwaltung“ ins Leben gerufen. Die Künstliche Intelligenz unterstützt unter anderem das Kreisjugendamt bei Transkriptionen, Übersetzungen, Formulierungshilfen und der Suche nach Rechtsgutachten. In Kooperation mit dem Unternehmen roosi und der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) ist das Landratsamt aktuell an der Entwicklung des Kommunalassistenten „KAI – Kommunale Artificial Intelligence“ beteiligt. Dieser soll Kommunen künftig etwa bei der Protokollierung von Gesprächen, Echtzeitübersetzungen und der Rechtsrecherche unterstützen. Im April hat das Landratsamt die Entwicklung eines eigenen Large Language Models (LLM) gestartet, das auf dem ChatBot ReLaX (RegensburgerLandleXikon) basiert. Das LLM soll DSGVO-konform sein und intern unter Berücksichtigung aller notwendigen Handlungsfelder eingesetzt werden.
Jederzeit Antwort erhalten
Im Jahr 2023 hielt das Landratsamt etwas mehr als 200 Onlinedienste für seine Bürgerinnen und Bürger vor. Aktuell (Stand: Ende März 2025) sind es mehr als 311 digitale Dienste, die den Gang aufs Amt oft überflüssig machen. Im Ranking aller 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern liegt das Landratsamt unter den Top fünf. Und es kommen laufend weitere digitale Angebote hinzu.
Nachdem das Landratsamt Regensburg für den ChatBot ReLaX in der digitalen Bürgerkommunikation 2023 beim Digital Award der Fachmesse Kommunale ausgezeichnet wurde, fand im vergangenen Jahr eine technische wie inhaltliche Weiterentwicklung statt: ReLaX beantwortet Bürgeranfragen nun anhand von über 1.500 Datensätzen. An die KI-Technologie ChatGPT 4.0 angebunden, kann ReLaX auch komplexere Fragen beantworten und trägt maßgeblich zur Entlastung der Telefonhotline bei. 2024 nutzten über 28.000 Bürgerinnen und Bürger den ChatBot und stellten ihm mehr als 62.000 Fragen. Davon wurden etwa 9.600 Fragen über WhatsApp an ReLaX adressiert, das sind etwa 15,5 Prozent. Dies zeigt, dass es unerlässlich ist, den Nutzern alle Informationen leicht zugänglich anzubieten.
Seit Oktober 2024 ergänzt ein VoiceBot, auf Basis des ChatBots, die digitale Bürgerkommunikation des Landkreises. Bürgerinnen und Bürger können außerhalb der Öffnungszeiten Anfragen direkt per Anruf stellen. Der VoiceBot wird ständig weiterentwickelt: So wurde im Januar 2025 das Active-Directory, die Telefonliste aller Verwaltungsmitarbeitenden, angebunden. Dadurch können sich Bürgerinnen und Bürger durch den VoiceBot nun auch direkt mit ihrem Ansprechpartner verbinden lassen.
Der Landkreis Regensburg ist selbstverständlich auch auf Social Media vertreten. Profile auf Facebook, Instagram, LinkedIn, TikTok, YouTube und WhatsApp informieren über aktuelle Ereignisse.
Stade: Käpt’n Knut nimmt den Dienst auf
[08.01.2026] In der Hansestadt Stade ist jetzt der KI-Chatbot Käpt’n Knut an Bord. Die Verwaltung freut sich über Feedback zu dem Angebot, das perspektivisch auch telefonisch genutzt werden kann. mehr...
Hagen: Städtische Internetseite wird polyglott
[07.01.2026] Die Stadt Hagen stellt große Teile ihrer Webseite jetzt auch in fremdsprachiger Version zur Verfügung. Eine komplexe mehrsprachige Seitenstruktur im Back End und aufwendiges Aktualisieren sind dazu nicht notwendig: Zum Einsatz kommt die leicht integrierbare Lösung Conword. mehr...
Kreis Borken: Chatbot BOR.KI ist im Dienst
[05.01.2026] Auf der Website des Kreises Borken beantwortet jetzt Chatbot BOR.KI die Anfragen der Bürgerinnen und Bürger. Die Künstliche Intelligenz (KI) greift dafür auf die Inhalte der Internetseite zurück und beantwortet Fragen nur zu jenen Dienstleistungen, für die die Kreisverwaltung tatsächlich zuständig ist. mehr...
Rechtsinformationen: Die Informationsflut bändigen
[18.12.2025] Die öffentliche Verwaltung steht vor immer komplexeren Rechtsanforderungen bei gleichzeitig schrumpfenden Personalressourcen. KI-gestützte Lösungen können helfen, Rechtsinformationen automatisch aufzubereiten und in der Fallbearbeitung bereitzustellen. mehr...
SMARD-GOV: Datenschutzkonforme LLMs für Behörden
[18.12.2025] Im Forschungsprojekt SMARD-GOV werden datenschutzkonforme Large Language Models (LLMs) für den Einsatz in Behörden untersucht. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Universität Münster (UM) sowie das Software- und Beratungsunternehmen Prosoz nehmen dafür sowohl technische als auch rechtliche Aspekte in den Blick. Im Fokus stehen Anwendungen bei Bauanträgen. mehr...
Unterschleißheim: Chatbot statt Formularwüste
[18.12.2025] Die Stadt Unterschleißheim bietet den Bürgerinnen und Bürgern mit Civic Forma jetzt den Prototyp einer KI-gestützten Lösung an, die sie Schritt für Schritt durch amtliche Formulare führt. Der KI-Assistent kann Rückfragen beantworten und mehrere Sprachen übersetzen. Die Übersetzungen werden dann ins Deutsche übertragen und in das Formular übernommen. mehr...
S-Public Services: KI als Lotse im Formular-Dschungel
[17.12.2025] KI unterstützt schon heute die Arbeit mit Online-Anträgen in der kommunalen Verwaltung und erleichtert und beschleunigt das Ausfüllen. Zugleich eröffnet KI-gestützte Antragserfassung ein großes Potenzial für Automatisierung. mehr...
Vitako/KGSt: KI-Strategie für Kommunen
[11.12.2025] Vitako und KGSt haben gemeinsam eine praxisbezogene Arbeitshilfe veröffentlicht, die Kommunen dabei unterstützt, den hochdynamischen Wandel durch generative Künstliche Intelligenz aktiv und verantwortungsvoll zu gestalten. mehr...
Digitale Barrierefreiheit: KI-Avatare sprechen Gebärdensprache
[10.12.2025] Das Unternehmen alangu hat sich auf die Entwicklung von KI-gestützten 3D-Gebärdensprach-Avataren spezialisiert, um gehörlosen Menschen den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern. Geschäftsführer Alexander Stricker erklärt im Gespräch mit Kommune21, wie aus einer Forschungsinitiative ein innovatives Produkt entstanden ist, das Kommunen und Organisationen bei der inklusiven Digitalisierung unterstützt. mehr...
Kreis Viersen: KI übersetzt in Leichte Sprache
[10.12.2025] Einen Live-Übersetzer in Leichte Sprache hat der Kreis Viersen für seine Internetseite freigeschaltet. Der Service basiert auf Künstlicher Intelligenz (KI) und soll die Webinhalte für alle besser zugänglich machen. mehr...
URBAN.KI: Rückblick auf die Jahrestagung 2025
[09.12.2025] Die URBAN.KI-Jahrestagung 2025 gab Einblicke in den kommunalen KI-Einsatz und zeigte, wie Künstliche Intelligenz Kommunen zukunftsfähig machen kann. Verschiedene konkrete Anwendungen wurden vorgestellt und es wurde gezeigt, welche Schritte notwendig sind, um KI von der Forschung in die Praxis zu überführen. mehr...
Velen: Von der Baustelle in den Chat
[08.12.2025] In Velen wird auch die Bürgerkommunikation smart. Um ein umfangreiches innerstädtisches Umbauvorhaben zu begleiten, nutzt die Stadt einen KI-Chatbot, der Bürgerinnen und Bürgern alle Fragen unmittelbar beantwortet – ohne Anruf bei der städtischen Servicehotline, ohne Wartezeit. mehr...
Märkischer Kreis: Website mit Avatar
[04.12.2025] Bürgerinnen und Bürger im Märkischen Kreis steht jetzt ein Avatar auf der Website zur Verfügung. Er ist für Erstanfragen, die Orientierung und schnelle Informationssuche geeignet. Umgesetzt wurde er mit SIT und Humanizing Technologies. mehr...
Wiesbaden: Chatbot Lilli geht ans Werk
[03.12.2025] Wiesbaden bietet den Bürgerinnen und Bürgern jetzt den Chatbot Lilli auf der städtischen Website an. Die digitale Assistentin beantwortet Fragen zu kommunalen Dienstleistungen, erklärt Abläufe und erleichtert den Zugang zu Informationen. Entstanden ist sie im Rahmen eines Nachwuchskräfteprojekts. mehr...
d.velop/Otera: KI-gestützte Prozessautomatisierung
[02.12.2025] Der Dokumentenmanagement-Spezialist d.velop erweitert das Leistungsspektrum seiner Plattform um die Lösung Agentic IDP des Herstellers Otera. Dies ermöglicht eine KI-basierte, automatisierte Dokumentenverarbeitung – die ganz ohne Trainingsphase sofort einsatzbereit ist. mehr...

















