Donnerstag, 26. Februar 2026

Kreis RegensburgIn Bayern vorne

[25.06.2025] Bei der Digitalisierung nimmt der Kreis Regensburg in Bayern eine Vorreiterrolle ein. Neben Chatbot und Voicebot hat die Kommune auch bereits Erfahrungen mit KI und Robotic Process Automation gesammelt. Jüngst ist die Entwicklung eines eigenen LLMs gestartet.
Mehrere Personen stehen in einem Raum und halten ein Banner in den Händen.

Mitarbeitende des Landratsamts Regensburg und Landrätin Tanja Schweiger (2.v.l.).

(Bildquelle: Petula Hermansky)

Der Landkreis Regensburg zählt zu den führenden Kommunen Bayerns im Bereich digitale Verwaltung. Schnelles und verlässliches Internet ist die Grundlage für Homeoffice, Studium, Wirtschaft, Telemedizin und Freizeitvergnügen, aber auch für digitale Verwaltungsleistungen. Die Laber-Naab Infrastruktur GmbH (LNI) vergab Anfang Januar 2025 Aufträge für das größte interkommunale Glasfaserprojekt Bayerns an drei Firmen, die eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur in den Landkreisen Regensburg und Teilen Neumarkts schaffen werden. Im Frühjahr sind die Arbeiten für insgesamt 33.000 förderfähige Hausanschlüsse in drei Clustern gestartet. Bund und Freistaat steuern Fördermittel zur Finanzierung bei, die Kommunen stellen zusätzlich jeweils einen Eigenanteil in Höhe von circa zehn Prozent zur Verfügung. Insgesamt wird somit im Projektgebiet der LNI mit 47 Kommunen für Planung Tiefbau, Verteiler und Glasfaserkabel bis ins Haus eine knappe halbe Milliarde Euro investiert. Dieses kommunale Netz ist laut Telekom ihr größtes Betreibermodell in Deutschland.

Der Landkreis Regensburg ist gut darauf vorbereitet, eine smarte Region zu werden. Während digitale öffentliche Dienstleistungen bereits breit genutzt werden und die Kommune zu einem bayerischen Vorreiter machen, schreitet auch die Automatisierung interner Prozesse voran. Der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz schafft dabei wertvolle Ressourcen, die den Service für Bürgerinnen und Bürger weiter verbessern. Der Kreis wird auch in Zukunft alles daransetzen, diese Vorreiterrolle zu behaupten und auszubauen.

Smarte Unterstützung im Verwaltungsalltag

Das Landratsamt befasst sich seit 2022 mit Robotic Process Automation (RPA). Nach intensiver Vorbereitungsarbeit im Rahmen eines Talentprogramms wurden seit 2024 bereits 38 Prozesse identifiziert, die sich für diese Technologie eignen. 14 dieser Prozesse sind schon im Live-Betrieb und sorgen für eine Zeitersparnis von rund 5.800 Stunden pro Jahr. Die Technologie trägt dazu bei, repetitive Aufgaben zu reduzieren und den Mitarbeitenden mehr Raum für kreative und wertschöpfende Tätigkeiten zu geben. Der Return on Investment (ROI) liegt aktuell bei circa sieben Monaten, und erste Prozesse werden nun zusätzlich durch den Einsatz von KI-Technologie unterstützt. So werden zum Beispiel handschriftliche Formulare mittels neuronaler Bilderkennung – ohne Bruchstellen im Workflow – direkt in digitale Texte umgewandelt. Deutschlandweit gehört der Landkreis Regensburg zu den führenden Kommunen beim Einsatz von RPA-Technologie.

In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Deggendorf und dem Bayerischen KI-Institut wurde 2023 das Projekt „KI in der Verwaltung“ ins Leben gerufen. Die Künstliche Intelligenz unterstützt unter anderem das Kreisjugendamt bei Transkriptionen, Übersetzungen, Formulierungshilfen und der Suche nach Rechtsgutachten. In Kooperation mit dem Unternehmen roosi und der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) ist das Landratsamt aktuell an der Entwicklung des Kommunalassistenten „KAI – Kommunale Artificial Intelligence“ beteiligt. Dieser soll Kommunen künftig etwa bei der Protokollierung von Gesprächen, Echtzeitübersetzungen und der Rechtsrecherche unterstützen. Im April hat das Landratsamt die Entwicklung eines eigenen Large Language Models (LLM) gestartet, das auf dem ChatBot ReLaX (RegensburgerLandleXikon) basiert. Das LLM soll DSGVO-konform sein und intern unter Berücksichtigung aller notwendigen Handlungsfelder eingesetzt werden.

Jederzeit Antwort erhalten

Im Jahr 2023 hielt das Landrats­amt etwas mehr als 200 Onlinedienste für seine Bürgerinnen und Bürger vor. Aktuell (Stand: Ende März 2025) sind es mehr als 311 digitale Dienste, die den Gang aufs Amt oft überflüssig machen. Im Ranking aller 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern liegt das Landratsamt unter den Top fünf. Und es kommen laufend weitere digitale Angebote hinzu.

Nachdem das Landratsamt Regensburg für den ChatBot ReLaX in der digitalen Bürgerkommunikation 2023 beim Digital Award der Fachmesse Kommunale ausgezeichnet wurde, fand im vergangenen Jahr eine technische wie inhaltliche Weiterentwicklung statt: ReLaX beantwortet Bürgeranfragen nun anhand von über 1.500 Datensätzen. An die KI-Technologie ChatGPT 4.0 angebunden, kann ReLaX auch komplexere Fragen beantworten und trägt maßgeblich zur Entlastung der Telefonhotline bei. 2024 nutzten über 28.000 Bürgerinnen und Bürger den ChatBot und stellten ihm mehr als 62.000 Fragen. Davon wurden etwa 9.600 Fragen über WhatsApp an ReLaX adressiert, das sind etwa 15,5 Prozent. Dies zeigt, dass es unerlässlich ist, den Nutzern alle Informationen leicht zugänglich anzubieten.

Seit Oktober 2024 ergänzt ein VoiceBot, auf Basis des ChatBots, die digitale Bürgerkommunikation des Landkreises. Bürgerinnen und Bürger können außerhalb der Öffnungszeiten Anfragen direkt per Anruf stellen. Der VoiceBot wird ständig weiterentwickelt: So wurde im Januar 2025 das Active-Directory, die Telefonliste aller Verwaltungsmitarbeitenden, angebunden. Dadurch können sich Bürgerinnen und Bürger durch den VoiceBot nun auch direkt mit ihrem Ansprechpartner verbinden lassen.

Der Landkreis Regensburg ist selbstverständlich auch auf Social Media vertreten. Profile auf Facebook, Instagram, LinkedIn, TikTok, YouTube und WhatsApp informieren über aktuelle Ereignisse.

Claudine Tauscher ist Leiterin des Sachgebiets Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Landratsamt Regensburg.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Frau in einem hellen Büro starrt mit genervtem Gesichtsausdruck auf einen Computerbildschirm

Bremen: KI-Assistenz für Behördendienste

[25.02.2026] Der Bremer Senat stellt 500.000 Euro für einen KI-Assistenten im Serviceportal bereit. Die Anwendung soll Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen künftig verlässlich durch Verwaltungsleistungen führen und den Zugang zu digitalen Angeboten gezielt erleichtern. mehr...

KI_Werkstatt_LL_Bildschirm und Tastatur auf Tisch

IT-Verbund Landsberg: KI-Werkstatt eröffnet

[25.02.2026] Um konkrete Anwendungsbeispiele für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung zu entwickeln, hat der IT-Verbund Landsberg eine KI-Werkstatt ins Leben gerufen. mehr...

Screenshot von Chatbot Lio, der als Löwe dargestellt wird.

Braunschweig: Chatbot Lio unterstützt Besucher

[23.02.2026] Mit Chatbot Lio will die Stadtverwaltung Braunschweig den Zugang zu ihren Dienstleistungen erleichtern. Der digitale Assistent steht rund um die Uhr auf der kommunalen Website zur Verfügung und kann ohne Registrierung genutzt werden. Der persönliche Kontakt bleibt dennoch ein zentraler Bestandteil des städtischen Serviceangebots. mehr...

Mehrere Personen stehen nebeneinander und präsentieren den Förderbescheid für den Heidekreis.

Heidekreis: Niedersachsen fördert KI-Strategie

[18.02.2026] Der Heidekreis will eine Strategie für den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung entwickeln und diese später mit anderen Kommunen teilen. Er lässt sich dabei vom Kompetenzaufbau bis hin zur Umsetzung wissenschaftlich begleiten und erhält dafür eine Förderung von rund 40.500 Euro aus dem Programm Zukunftsregionen in Niedersachsen. mehr...

Screenshot der Hanauer Startseite mit zentral platziertem Suchfeld des Chatbots HUgo.

Hanau: HUgo weiß die Antwort

[18.02.2026] Mit Chatbot HUgo ergänzt die Stadt Hanau ihr Informationsangebot auf der kommunalen Website. Der digitale Assistent kennt sich mit Behördenöffnungszeiten, Zuständigkeiten und Servicethemen aus. Für die Antworten fasst er Inhalte des Stadtportals zusammen. mehr...

Der Chatbot der Hansestadt Stade hat das Aussehen eines Kapitäns.

Stade: Käpt’n Knut soll noch besser werden

[13.02.2026] Seit Januar unterstützt Chatbot Käpt’n Knut in der Hansestadt Stade den Kundenservice seitens der Verwaltung. Im ersten Monat haben knapp 900 Personen den Chatbot genutzt und fast 2.000 Nachrichten ausgetauscht. Erste Tests zur Entgegennahme von Anrufen durch Käpt’n Knut laufen bereits. mehr...

Kommunale Services mit KI-Komponenten verbessern.

ÖFIT: Nachnutzung generativer KI-Systeme

[13.02.2026] Eine ÖFIT-Untersuchung zeigt: Die Nachnutzung bestehender generativer KI-Systeme in Bund, Ländern und Kommunen ist möglich, die Schaffung einer Plattform für alle Akteure aber schwierig. Stattdessen empfiehlt die Studie eine gemeinsame Referenzarchitektur, basierend auf den Nutzerbedarfen. mehr...

Roboterhand tippt auf einem Computerkeyboard

Dataport/IBM: KI-gestützter Transkriptionsservice

[12.02.2026] Ob in der Justiz, im Amt oder im Bildungsbereich: In der öffentlichen Verwaltung wird viel besprochen, manuell transkribiert und dokumentiert. Das bindet Ressourcen. Dataport stellt eine KI-Lösung vor, die diese Arbeit erleichtert – und die speziell für den öffentlichen Sektor ausgelegt ist. mehr...

Eine Frau sitzt mit Headset über einer PC-Tastatur, im Vordergrund sind die Umrisse eines die künstliche Intelligenz symbolisierenden Gehirns zu sehen.

Kreis Viersen: Sprach-KI nimmt Anrufe entgegen

[09.02.2026] Eine digitale Sprachassistentin beantwortet jetzt beim Abfallbetrieb des Kreises Viersen (ABV) die Anrufe der Bürgerinnen und Bürger. Die Künstliche Intelligenz greift dazu auf einen endlichen Wissensspeicher zurück und lernt ständig dazu. mehr...

Montage: Schreibtisch, Laptops, Hände von Jacketttragenden Männern, Überlagerung mit diversen IT-Icons

Künstliche Intelligenz: KI-Marktplatz MaKI startet

[04.02.2026] Mit dem bundesweiten KI-Marktplatz MaKI startet eine zentrale Plattform für den Austausch von KI-Anwendungen in der Verwaltung. Der MaKI schafft erstmals einen ebenenübergreifenden Überblick über KI-Anwendungen in Bund, Ländern und Kommunen und erleichtert deren gemeinsame Nutzung. mehr...

Porträtaufnahme von Alexander Stricker.

Künstliche Intelligenz: Avatare für Barrierefreiheit

[03.02.2026] Das Unternehmen alangu hat sich auf die Entwicklung von KI-gestützten 3D-Gebärdensprach-Avataren spezialisiert. Wie diese gehörlosen Menschen den Zugang zur digitalen Welt erleichtern, erläutert Geschäftsführer Alexander Stricker im Kommune21-Interview. mehr...

Mehrere Personen stehen zum Gruppenfoto versammelt auf einer Treppe, halten den Fördermittelbescheid und ein Banner mit der Aufschrift Echtzeit-Frühwarnsystem in den Händen.

Interkommunaler Hochwasserschutz: KI-gestütztes Frühwarnsystem

[30.01.2026] Die Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz will entlang des Flusses Paar ein Echtzeit-Frühwarnsystem aufbauen, das auf Sensortechnik, Satellitendaten und Künstlicher Intelligenz basiert. Ziel ist eine frühzeitige Warnung der Bürger und Einsatzkräfte über mehrere Plattformen. mehr...

Eine Roboterhand bedient ein Touchdisplay.

KI: In risikoarmer Umgebung testen

[30.01.2026] Kommunen können geplante KI-Anwendungen nun vorab in einer geschützten Umgebung testen. Die von Ewerk Consulting bereitgestellte Infrastruktur basiert auf in Deutschland betriebenen Servern sowie Open-Source-Komponenten. mehr...

Logo Chatbot Düsseldorf

Düsseldorf: Chatbot als Pilot

[29.01.2026] Die Stadt Düsseldorf erweitert ihr Online-Serviceangebot um einen Chatbot. Der digitale Assistent läuft zunächst als befristetes Pilotprojekt und braucht noch einen Namen. Vorschläge aus der Bürgerschaft sind willkommen. mehr...

Eine Frau arbeitet an einem Computer.
bericht

Leipzig: KI-Fuchs spürt Wissen auf

[28.01.2026] Leipzig setzt mit dem KI-Fuchs neue Maßstäbe im Wissensmanagement. Das auf Open Source basierende System kombiniert ein multimodales Sprachmodell mit internem Verwaltungswissen, schafft damit Effizienzgewinne und deckt Bürokratieabbau-Potenziale auf. mehr...