Donnerstag, 8. Oktober 2026

SMARD-GOVDatenschutzkonforme LLMs für Behörden

[18.12.2025] Im Forschungsprojekt SMARD-GOV werden datenschutzkonforme Large Language Models (LLMs) für den Einsatz in Behörden untersucht. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Universität Münster (UM) sowie das Software- und Beratungsunternehmen Prosoz nehmen dafür sowohl technische als auch rechtliche Aspekte in den Blick. Im Fokus stehen Anwendungen bei Bauanträgen.
Mehrere Personen stehen zum Gruppenfoto neben einem Gebäude versammelt.

Die FAU Erlangen, die Universität Münster und das Unternehmen Prosoz Herten erforschen datenschutzkonforme Entscheidungshilfen auf Basis von Large Language Models (LLMs) für Behörden.

v.l.: Katja Meyer, Prosoz; Constantin Lessmann, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Kristina Magnussen, Uni Münster; Paulina Pesch, FAU; Rainer Böhmke, Uni Münster; Denys Dovhaniuk, FAU; Shariga Sivanathan, Uni Münster; Johannes von Ivernois, Uni Münster

(Bildquelle: Prosoz Herten)

SMARD-GOV nennt sich ein neues Forschungsprojekt, das jetzt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), die Universität Münster (UM) sowie das Software- und Beratungsunternehmen Prosoz Herten an den Start bringen. Ziel ist laut Prosoz die Erforschung datenschutzkonformer Entscheidungshilfen auf Basis von Large Language Models (LLMs) für den Einsatz in Behörden. SMARD-GOV führe dazu eine datenschutzrechtliche Untersuchung der Nutzung von LLMs in Behörden mit der Erforschung technischer und sozialwissenschaftlicher Aspekte zusammen. Im Fokus stehen Anwendungen bei Bauanträgen auf Grundlage eines domänenspezifischen LLMs.

Besonderes Augenmerk liegt laut Prosoz auf der Einhaltung der Datenschutzvorgaben. Die Verarbeitung der Daten erfolge gemäß DSGVO, wobei strenge technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz sensibler Informationen umgesetzt werden. Alle Projektbeteiligten bringen laut Prosoz umfangreiche Expertisen aus der IT-Sicherheit sowie dem praktischen Einsatz kommunaler Software mit, um eine sichere Datenübertragung und Verarbeitung auf hochsicheren Systemen zu gewährleisten. Mithilfe von Kommunen, die ihre Expertise und Daten zur Verfügung stellen, können realistische Ergebnisse erzielt und mögliche Datenschutzrisiken reduziert werden.

Vielseitige Expertise

Das Projekt wird von der FAU unter Leitung von Professorin Paulina Jo Pesch koordiniert. Als Expertin rund um Rechtsfragen zu Künstlicher Intelligenz (KI), LLMs und automatisierten Entscheidungen analysiere sie mit ihrem Team den rechtlichen Rahmen für den Einsatz von LLMs im Datenschutz und der KI-Regulierung. Pesch stelle als Datenschutzbeauftragte auch die Rechtskonformität der Forschungsarbeiten des Projekts sicher.

Die Arbeitsgruppe für IT-Sicherheit von Professor Rainer Böhme von der UM führe Trainings und Tests durch, die Datenschutzmaßnahmen von LLMs auf ihre Wirksamkeit überprüfen. Eine weitere Arbeitsgruppe für Digitale Information und den öffentlichen Sektor unter der Leitung von Professor Tobias Brandt untersuche den Einsatz von LLMs in Behörden empirisch. So soll laut Prosoz sichergestellt werden, dass die Forschungsarbeiten von SMARD-GOV auf die spezifischen behördlichen Anforderungen und Bedürfnisse der Verwaltungen zugeschnitten sind.

Prosoz wiederum unterstütze mit dem CDO und KI-Experten Christian Rupp und dessen KI-Team die Wissenschaftler beim Erproben ihrer LLMs. Hier spielt die Praxiserfahrung von Prosoz hinsichtlich der Kommunalsoftware für Bauanträge eine wichtige Rolle. Auch stelle das Unternehmen den Kontakt zu den Pilotkommunen sicher.

Das Projekt wird in den Jahren 2025 bis 2027 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Eher dunkler, blau-violett-beleuchteter Saal mit vielen Menschen, im Hintergrund eine Bühne.

Bitkom: Ja zur Behörden-KI

[08.10.2026] Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt wachsende Zustimmung zu KI bei Behördenanträgen. Meist soll ein Mensch an der Entscheidung beteiligt sein. Gefragt sind auch Behörden, die von sich aus aktiv werden, und mehr Tempo bei der kommunalen Digitalisierung. mehr...

Arnsberg: Bürger können Arni fragen

[07.10.2026] Bürger der Stadt Arnsberg müssen nun nicht mehr auf Öffnungszeiten achten, wenn sie eine Frage an die Stadtverwaltung haben, sondern können sich damit ab sofort an den KI-gestützten Chatbot Arni wenden. mehr...

Frau am Schreibtisch mit Overlay aus Ordnericons und Dokumentenicons

deAI Labs: Marktstart für KI-Plattform daeo

[07.10.2026] Mit daeo bringt das deutsche KI-Start-up deAI Labs eine Plattform für Mittelstand und Verwaltung auf den Markt. Sie soll verstreute Daten für unterschiedliche KI-Anwendungen aufbereiten. Der kommunale Software-Anbieter komuna nutzt sie bereits in seinem Support. mehr...

Stilisierte Darstellung eines Chatbots mit Headset, verschwommen im Hintergrund ist eine Frau zu sehen, die den Bot antippt.

European Public Sector Award: BärGPT auf Platz zwei

[06.10.2026] Der Berliner KI-Assistent BärGPT wurde beim European Public Sector Award für nutzerzentrierte Dienste auf regionaler und lokaler Ebene prämiert. Die Anwendung von Senatskanzlei und CityLAB Berlin hilft bei Recherche, Texterstellung und Dokumentenbearbeitung. mehr...

Besucher am „Tag der offenen Baustelle“ auf dem Gelände des entstehenden IPAI CAMPUS im Heilbronner Norden

Komm.ONE: Beitritt zum KI-Netzwerk IPAI

[06.10.2026] Komm.ONE ist jetzt Mitglied des Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn. Der kommunale IT-Dienstleister will dort seine Expertise in der Verwaltungsdigitalisierung einbringen und Kommunen stärker mit Fachleuten für Künstliche Intelligenz vernetzen. mehr...

Ein Straßenschild mit dem Zusatz "Hochwasser" steht vor einer Wasserfläche im Abendlicht.

Leverkusen: KI und Radar erkennen Hochwasserlagen

[30.09.2026] Die Stadt Leverkusen beteiligt sich über die Kooperation ÜVAW am Aufbau von KIRa-Berg, einem KI- und radargestützten Frühwarnsystem im Bergischen Land, das Überflutungsgefahren früher erkennt. Die Stadt könnte im Ernstfall schneller handeln und die Bevölkerung besser warnen. mehr...

Personengruppe zum Gruppenbild aufgestellt hinter den Buchstaben "bcsd"

bcsd: KI hilft beim Stadtmarketing

[30.09.2026] Auch im Stadtmarketing gehören KI-Anwendungen vielerorts bereits zum Arbeitsalltag. Eine Untersuchung der bcsd und der imakomm Akademie zeigt: Die praktische Nutzung wächst schneller, als die nötigen Strategien, Kompetenzen und Regeln entstehen. mehr...

Rathaus und Rathausvorplatz in Krefeld

Krefeld: Automatisierung mit System

[29.09.2026] Die Stadt Krefeld automatisiert ihre Verwaltungsprozesse mit RPA. Mit internem Know-how können auch kleine Automatisierungen wirtschaftlich umgesetzt werden. Striktes Controlling wertet reale Prozessdurchläufe aus und zeigt den Nutzen der Software-Roboter. mehr...

Martin Dellwing steht mit einem Laptop vor dem Haus der Vereine.

Neukirchen: Bürger-KI für das Dorf

[28.09.2026] Eine Frage an die eigene Gemeinde stellen, ohne zuerst die richtige Website suchen zu müssen: Das macht im nordfriesischen Neukirchen jetzt das Pilotprojekt kommunity360 möglich. Die Plattform bündelt lokale Informationen in einem Ortsportal und macht sie zusätzlich über eine App und einen KI-Assistenten zugänglich. Perspektivisch soll das Modell auf weitere Kommunen übertragen werden. mehr...

Die Teilnehmenden der VITAKO KI-Fachkonferenz 2026 in Hannover.

Vitako: Kommunale KI in die Fläche bringen

[25.09.2026] Künstliche Intelligenz (KI) hat in Kommunalverwaltungen die Pilotphase zunehmend hinter sich. Wie es gelingen kann, praxiserprobte Anwendungen breit nachnutzbar zu machen und dauerhaft in bestehende Verwaltungsprozesse zu integrieren, darüber wurde nun auf einer Vitako-Fachkonferenz in Hannover diskutiert. mehr...

Mann mit Wäscheklammer auf der Nase

Hürth: Mit Hightech dem Gestank auf der Spur

[25.09.2026] In Hürth kommt KI in einem ungewöhnlichen Use Case zum Einsatz: Um die Ursache hartnäckiger Geruchsbelästigungen zu finden, werden mehr als 800 Bürgermeldungen mit Wetterdaten verknüpft und KI-gestützt ausgewertet. Die Analyse soll den Immissionsschutzbehörden neue Anhaltspunkte liefern. mehr...

Gruppenfoto, Innenraum

Heidelberg: Innovationen unter Realbedingungen

[23.09.2026] Mit einem umfassenden Pilotprogramm erprobt die Stadt Heidelberg seit 2025 innovative KI- und Digitalisierungsanwendungen für kommunale Herausforderungen. Ziel ist es, Innovationen schneller in die Praxis zu bringen. Die Unternehmen für die zweite Runde stehen fest. mehr...

Stuttgart: KI-Forschung kommt in die Schulen

[22.09.2026] Stuttgart und die Universität Tübingen wollen den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich gemeinsam voranbringen. In einer auf drei Jahre angelegten Kooperation sollen adaptive Lernsysteme an Stuttgarter Schulen erprobt und wissenschaftlich fundierte KI-Konzepte für den Unterricht entwickelt werden. mehr...

Smart Country Convention: KI für den Verwaltungsalltag

[18.09.2026] Wie sich Verwaltungswissen mithilfe Künstlicher Intelligenz erschließen und für die tägliche Arbeit nutzen lässt, zeigt IntraFind auf der Smart Country Convention. Im Mittelpunkt stehen bereits realisierte KI-Projekte sowie der schrittweise Ausbau von der intelligenten Suche bis hin zu KI-Agenten. mehr...

Hände tippen auf einer Tastatur, darum herum fliegen gezeichnete Briefumschläge als Symbol für E-Mail-POsteingang

Hamburg: KI leitet E-Mails weiter

[17.09.2026] Hamburg setzt Künstliche Intelligenz ein, um eingehende E-Mails automatisch den zuständigen Stellen zuzuordnen. Die Lösung MailFWD ist bereits in sechs Fachbereichen im Einsatz und soll bis Ende 2026 mindestens 18 zentrale Postfächer unterstützen. mehr...