Donnerstag, 19. Februar 2026

Lohr a.MainNeue Perspektiven eröffnet

[19.11.2025] Ilona Nickel aus der IT-Abteilung der Stadt Lohr a.Main zählt zu den ersten Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt. Im Interview erklärt sie, was den Lehrgang besonders macht und wie ihr dieser hilft, die Digitalisierung in Lohr voranzutreiben.
Porträtaufnahme von Ilona Nickel.

Ilona Nickel zählt zu den ersten fünf Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt an der Bayerischen Verwaltungsschule.

(Bildquelle: Privat)

Frau Nickel, Sie waren im August vergangenen Jahres eine der fünf ersten Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt an der Bayerischen Verwaltungsschule (BVS). Was waren Ihre Beweggründe, sich für diesen Lehrgang zu entscheiden?

Mir wurde schon früh bewusst, dass es entscheidend ist, Wissen kontinuierlich zu erweitern – nicht nur, um Schritt zu halten, sondern um die digitale Zukunft aktiv mitgestalten zu können. Ursprünglich wollte ich in den medizinischen Bereich, da mir dieser Weg jedoch nicht lag, habe ich mich bewusst für die IT entschieden – auch hier kann ich einen wertvollen Beitrag leisten, indem ich sichere und zukunftsfähige Strukturen schaffe, die das Leben einfacher, transparenter und verlässlicher machen. Als gelernte Informatikkauffrau, Informationssicherheitsbeauftragte, Wirtschaftsfachwirtin, Digitallotsin und Datenschutzkoordinatorin habe ich mir ein breites Fachwissen aufgebaut. Der Lehrgang Digitalwirt mit Fachrichtung Informationssicherheit vertiefte dieses Wissen, stärkte meine Kompetenzen und ermöglicht es mir nun, unsere Stadtverwaltung noch besser auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Meine Motivation ist sowohl persönlich als auch beruflich: lebenslang zu lernen, mich weiterzuentwickeln und die digitale Transformation so zu gestalten, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Nur so entstehen digitale Lösungen, die akzeptiert und genutzt werden.

Welche Aspekte des Lehrgangs haben Sie beruflich ganz besonders weitergebracht?

Besonders wertvoll waren die praxisnahen Module, die von Arbeitstechniken über Projekt- und Changemanagement bis hin zu E-Government, Digitalstrategien und Informationssicherheit reichten. Aber auch die Erfahrungsberichte der Dozenten sowie der Austausch mit den anderen Teilnehmenden haben mich beruflich und persönlich enorm bereichert. Ich konnte viele Methoden und neue Werkzeuge direkt in meinen Projekten und Aufgaben anwenden, die ich nun dauerhaft in der Verwaltung einsetzen kann. Da der Kurs überwiegend online stattfand, hat die Weiterbildung zudem deutlich gezeigt, dass eine Zusammenarbeit auch virtuell hervorragend funktioniert. Ein weiterer wichtiger Baustein war das Modul Onlinemoderator, das im Selbststudium erlernt wurde. Gerade in Zeiten, in denen Online-Meetings fester Bestandteil der Arbeitswelt sind, habe ich hier wertvolle Kompetenzen erworben.

Wem und warum würden Sie den Lehrgang weiterempfehlen?

Ich würde den Lehrgang jedem empfehlen, der in der Verwaltung oder im IT-Bereich arbeitet und die Digitalisierung aktiv vorantreiben möchte. Man erhält ein umfassendes Rüstzeug, um Projekte professionell umzusetzen, gleichzeitig stärkt man seine Rolle als Multiplikator in der eigenen Organisation. Zudem ist der Austausch untereinander sehr wertvoll, da alle die Leidenschaft für die Digitalisierung teilen.

„Der Austausch untereinander ist sehr wertvoll, da alle die Leidenschaft für die Digitalisierung teilen.“

Wie ist Ihre Stadt Lohr a.Main in puncto Digitalisierung aufgestellt?

Lohr a.Main verfolgt eine klare Digitalstrategie und hat sich in den vergangenen Jahren sehr bewusst auf den Weg gemacht: Ziel ist es, die Verwaltung vollständig zu digitalisieren, Prozesse zu optimieren, sowie für mehr Transparenz und eine moderne Zusammenarbeit zu sorgen. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist das neue cloudbasierte Intranet mit Chatfunktion, das alle Mitarbeitenden – auch in Außenstellen wie Kitas und Bauhof oder Reinigungskräften – zeitgleich mit Informationen versorgt. Zudem werden Themen wie Informationssicherheit, Dokumentenmanagement und E-Government aktiv umgesetzt.

Wie können Sie als Digitalwirtin die Stadt nun besser bei deren weiteren Digitalisierungsvorhaben unterstützen? 

Der Lehrgang hat mir noch einmal viele neue Perspektiven eröffnet. Ich kann jetzt nicht nur Projekte fachlich sowie organisatorisch effizienter steuern und verbessern, sondern auch den Veränderungsprozess in der Verwaltung begleiten – also Ängste nehmen, Mitarbeitende motivieren und den Mehrwert digitaler Lösungen sichtbar machen. Hinzu kommt mein Know-how im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz, das natürlich extrem wichtig ist, wenn wir digitale Angebote nachhaltig und rechtssicher aufstellen wollen. Die Digitalisierung bietet enormes Potenzial: Sie macht Prozesse effizienter,  erleichtert Kommunikation und Zugang zu Wissen.

Welche Projekte haben Sie als frisch gebackene Digitalwirtin als erstes in Angriff genommen?

Mein erstes großes Projekt war die Einführung des cloudbasierten Intranets mit Chatfunktion. Damit haben wir Transparenz geschaffen und die interne Kommunikation deutlich vereinfacht. Parallel arbeite ich an einem Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) und an der Einführung eines neuen Dokumentenmanagementsystems (DMS) mit einem tollen Projektteam. Bei der Auswahl des DMS ging es uns darum, komplette Prozesse digital und intuitiv abzubilden – so, dass alle Mitarbeitenden damit gut zurechtkommen und echten Mehrwert erleben. Darüber hinaus treiben wir die digitale Infrastruktur der Stadtverwaltung voran. Weitere spannende Themen folgen Schritt für Schritt. Bei all diesen Projekten ist mir eines besonders wichtig: Der Mensch muss immer im Mittelpunkt stehen.

Wie lautet also Ihr Fazit?

Abschließend möchte ich folgendes sagen: Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst. Wenn ich mich weiterbilde, entwickle ich nicht nur meine eigenen Kompetenzen, sondern leiste auch einen Beitrag dazu, dass digitale Prozesse, Strukturen und Kulturen entstehen, die wirklich zukunftsfähig und menschlich sind.

Interview: Bettina Weidemann




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Holzklötze mit Icons: Buch, Hirn, Schachfigur

Praxisleitfaden: Wissen bewahren und nutzen

[19.02.2026] Speziell an die Führungsebene in der öffentlichen Verwaltung richtet sich eine Orientierungshilfe der Innovationsstiftung Bayerische Kommune. Der Leitfaden liefert praxisnahe Impulse, wie erfolgreiches Wissensmanagement in kleinen Schritten aufgebaut werden kann. mehr...

Rotweißer Leuchtturm hinter Sünden auf der Insel Amrum

Föhr-Amrum: Digitale Lösungen für die Zukunft der Inseln

[18.02.2026] Im Rahmen der Föhr-Amrumer Zukunftsimpulse hat das Amt Föhr-Amrum den Island Future Award initiiert. Ausgezeichnet werden Projekte, die Inseln und Küstenregionen durch praxistaugliche Digitalisierung konkret stärken. mehr...

Mehrere Personen halten bunte Zahnräder aneinander.

NExT-Netzwerk: Arbeit neu strukturiert

[17.02.2026] Mit einer neuen strategischen Struktur richtet der Verein NExT seine Arbeit zur Verwaltungstransformation neu aus: Künftig sollen Austausch, Analyse und politische Einordnung enger verzahnt werden. Ein Relaunch der Website macht diesen Anspruch auch nach außen sichtbar. mehr...

Detailaufnahme Bauplan mit Bleistift

Schleswig-Holstein: Unterstützung für kommunale Bauleitplanung

[05.02.2026] Schleswig-Holstein will Bauleitpläne künftig mit dem Standard XPlanung und einer zentralen Bereitstellungsplattform landeseinheitlich digital verfügbar machen. Das Land unterstützt Kommunen bei der Umwandlung bestehender Pläne. mehr...

Zeichnung von Händen, die je ein Puzzleteil in der Hand halten, die zusammengefügt werden. Daneben steht ÖFIT-Wegbereiter geschrieben.

ÖFIT-Wegbereiter-Reihe: Kompetenzaufbau in der Verwaltungspraxis

[30.01.2026] Als niedrigschwellige, anwendungsorientierte Lern- und Arbeitsinstrumente sollen die ÖFIT-Wegbereiter die interdisziplinäre Bearbeitung von Digitalisierungsprojekten in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Die Reihe umfasst derzeit vier Ausgaben unter anderem zu den Themen Low Code, generative Künstliche Intelligenz und Digitale Souveränität. mehr...

Junger Mann mit Kopfhörern in einer Büroumgebung, die untere Hälfte seines Gesichts von einem Monitor verdeckt.

Vitako: Die Verwaltung der Zukunft im Podcast

[16.01.2026] Orientierung schaffen, Debatten anstoßen und zeigen, wie öffentliche IT den digitalen Staat mitgestaltet – das will der neue Podcast von Vitako, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister. mehr...

KDO: IT-Wissen praxisnah vermittelt

[14.01.2026] Die KDO-Akademie vermittelt IT-Kompetenz: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 Schulungen durchgeführt. Nun entwickelt sich das Angebot weiter. In verschiedenen Formaten wird neben Know-how zu konkreten IT-Lösungen auch Wissen zu übergreifenden Themen vermittelt. mehr...

Grafik, die den Ablauf des Kölner IT-Planungsprozesses erläutert.

Köln: Erster IT-Planungsprozess

[22.12.2025] Um die IT- und Digitalisierungsvorhaben der Verwaltung schneller bewerten und priorisieren zu können, hat Köln erstmals einen gesamtstädtischen IT-Planungsprozess umgesetzt. Er orientiert sich an Industriestandards für die IT-Planung in Unternehmen und sorgt für einen optimalen Ressourceneinsatz sowie eine nachhaltig gesteuerte digitale Transformation. mehr...

Vier Personen stellen das Aachener Baumkataster vor

Aachen: Straßenbäume exakt dokumentiert

[19.12.2025] In Aachen wurden in den vergangenen Jahren alle Stadtbäume mit Stamm- und Zustandsdaten in ein Kataster eingepflegt. Das soll der Stadtverwaltung künftig alle Prozesse rund um Baumkontrolle und -pflege erleichtern. mehr...

Cuxhaven: Schnell informiert im Notfall

[19.12.2025] Seit 2005 informiert die Stadt Cuxhaven ihre Bürgerinnen und Bürger über regionale Gefahrenlagen oder Schadensereignisse per App. Nun erhielt die mobile Anwendung ein umfassendes Update. mehr...

Junger Mann sitzt mit Laptop, Taschenrechner und einigen Papieren in sorgenvoller Haltung am Schreibtisch.

Fraunhofer FOKUS: Zwischen Medienbrüchen und Bürokratiearbeit

[03.12.2025] Was macht einen Verwaltungsprozess wahrhaft nutzerfreundlich? Dieser Frage geht – anhand des Wohngeldantrags – eine Studie von Fraunhofer FOKUS nach. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, ein handlungsleitendes Gesamtbild der Verwaltungsmodernisierung zu entwickeln. mehr...

Fragestellung er Umfrage mit einem Störer "Deine Meinung zählt"

NeXT: Breite Umfrage zur Nachnutzung

[27.11.2025] Wie steht es um die Nachnutzung digitaler Lösungen in der öffentlichen Verwaltung? Das Netzwerk NeXT hat dazu eine Umfrage aufgesetzt Alle Verwaltungsbeschäftigten – ungeachtet der Ebene oder Rolle – können noch bis Ende November ihre Praxiserfahrungen teilen. mehr...

Gruppenfoto der Teilnehmenden am „Kooperationsraum für Verwaltungsmodernisierung in föderalen Strukturen“

Metropolregion Rhein-Neckar: Kooperationsraum für moderne Verwaltung

[25.11.2025] Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die Metropolregion Rhein-Neckar bauen ihre seit 2010 bestehende Kooperation aus und richten einen föderalen Kooperationsraum ein, der digitale Lösungen länder- und ebenenübergreifend entwickelt und erprobt. mehr...

Frau schreibt auf einem Notizblock, im Hintergrund weihnachtliche Deko
bericht

Studie: Intern besser integrieren

[20.11.2025] Wie erleben Behördenmitarbeitende die Digitalisierungsbemühungen in ihrem Alltag? Dies wollte das Unternehmen d.velop herausfinden. Ein Ergebnis der Umfrage: Eine vollständige Digitalisierung bis 2030 halten 75 Prozent der Befragten für unrealistisch. mehr...