Dienstag, 29. September 2026

CybersicherheitHoher Handlungsdruck

[12.11.2025] Die aktuelle Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense zeigt: Veraltete IT, Fachkräftemangel und zu geringe Budgets bremsen die Sicherheitsvorkehrungen aus. Kommunen müssen jetzt handeln und ihr Schutzniveau erhöhen.
Grafische Aufbereitung der Studie Cybersicherheit in Zahlen.

Ein Ergebnis der Befragung zur Cybersicherheit in Zahlen: Die IT-Infrastruktur vieler Kommunen ist veraltet.

(Bildquelle: G DATA)

Kommunale IT-Infrastrukturen stehen zunehmend im Fokus von Cyberkriminellen. Im Rahmen der Studie Cybersicherheit in Zahlen haben das IT-Sicherheitsunternehmen G DATA CyberDefense, Statista und brand eins über 300 Beschäftigte im öffentlichen Dienst zu ihrer Einschätzung befragt.

Trotz steigender Bedrohung stuft rund die Hälfte aller Befragten das Risiko eines Cyberangriffs als gering oder sehr gering ein. Besonders auffällig: Beschäftigte im öffentlichen Dienst zeigen die geringste Sensibilität angesichts der Gefahrenlage – 59 Prozent der kommunalen Mitarbeitenden sehen in Cyberattacken eine niedrige beziehungsweise sehr niedrige Gefahr. Zum Vergleich: Im Bereich Telekommunikation und Information sind es nur zwei von fünf Befragten, die das Angriffsrisiko für ihr Unternehmen als niedrig einschätzen. Das ist problematisch, denn jede Verwaltungseinheit, jede Behörde und jede einzelne Person kann zum Ziel werden.

Cybervorfälle sind keine Ausnahme

Es bedarf also einer Sensibilisierung der Mitarbeitenden, etwa durch Security Awareness Trainings oder Phishing-Simulationen. Ohne ein grundlegendes Verständnis für digitale Risiken lassen sich weder Strategien noch Sicherheitsmaßnahmen wirksam umsetzen. Hinzu kommt, dass Cyberkriminelle verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzen. 

Dass Cybervorfälle zum Alltag gehören und keine Ausnahme sind, unterstreicht folgende Zahl: Fast jede zweite Person berichtet, dass sie selbst oder jemand aus ihrem Kollegenkreis bereits von einem Angriff betroffen gewesen sei. Mit oft dramatischen Folgen: Kommt es zu schwerwiegenden Vorfällen, bei denen Angriffe nicht rechtzeitig erkannt oder eingedämmt werden, stehen Dienste über Wochen oder gar Monate still. Bürgerservices sind dann nur eingeschränkt arbeitsfähig und Wohngeldzahlungen oder Unterhaltsvorschüsse können nicht bearbeitet werden.

Herausforderung IT-Sicherheit

Ein zentrales Problem liegt im Zustand der IT-Infrastruktur vieler Kommunen: Nur 43 Prozent der Befragten halten die eigenen Systeme für modern und gut gepflegt. Jeder Fünfte sieht große Unterschiede je nach Bereich. Und rund 15 Prozent bezeichnen die Technik als veraltet, wenn auch funktional. Fünf Prozent der befragten Verwaltungsangestellten sprechen sogar von überholten und schwer wartbaren IT-Systemen. Gerade ältere Systeme mit bekannten Schwachstellen bieten Angriffsflächen – insbesondere, wenn Updates fehlen. Schließlich suchen Angreifergruppen gezielt nach veralteten und ungepatchten Systemen. Kommunale IT-Abteilungen stehen dabei oft vor einer komplexen Aufgabe: Heterogene Strukturen, knappe Ressourcen und ein hoher Zeitdruck erschweren eine nachhaltige IT-Strategie.

Auf dem Weg zu mehr IT-Sicherheit müssen Verantwortliche gleich mehrere Herausforderungen lösen. 22 Prozent der Befragten sehen im Fachkräftemangel die größte Hürde für mehr IT-Sicherheit. Gleich danach folgt veraltete Technik (17,5 Prozent). Auch finanzielle Mittel fehlen vielerorts: 15 Prozent nennen das begrenzte Budget als Haupthindernis. Dabei erfordert eine sichere IT-Landschaft mehr als moderne Hardware. Zusätzlich müssen Software und Betriebssysteme kontinuierlich aktualisiert werden. Weitere Probleme sind fehlendes Fachwissen sowie Zeitmangel innerhalb der Verwaltung. Ein Mangel an Zeit wirkt sich ähnlich negativ aus wie der Personalmangel oder ein zu knapp kalkulierter Etat.

Externe Partner können helfen

Immer mehr Kommunen setzen auf externe Dienstleister, um ihre Systeme abzusichern. Dieser Schritt bietet viele Vorteile. 47 Prozent der Befragten sehen in der Zusammenarbeit ein höheres Sicherheitsniveau durch professionelle Lösungen. Zwei von fünf Angestellten schätzen das Fachwissen externer Partner, das intern oft fehlt. Zeitersparnis für interne Teams spielt ebenfalls eine große Rolle. Das sehen angesichts knapper Personalressourcen 35 Prozent der Verwaltungsangestellten als Pluspunkt. Ein Viertel der Befragten fühlt sich durch externe Unterstützung zudem besser aufgestellt, um gesetzliche Anforderungen wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen.

Die Studienergebnisse machen deutlich: Kommunen müssen beim Thema IT-Sicherheit nachsteuern. Der Handlungsdruck ist hoch und die Bedrohungslage macht schnelles Handeln erforderlich. Externe Dienstleister können helfen, das Sicherheitsniveau zu erhöhen, ohne dass intern zusätzliche Ressourcen aufgebaut werden müssen. Die Verantwortlichen vor Ort sollten das Thema nicht länger aufschieben.

Stefan Karpenstein ist bei der G DATA CyberDefense AG tätig.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit

Advertorial: Entlastung in der IT-Sicherheit für den öffentlichen Sektor

[22.09.2026] Die Digitalisierung von Prozessen und Angeboten macht Kommunen und Behörden effizienter und zukunftsfähig. Erschwert wird dieses Mammutprojekt durch immense Cyberbedrohungen und die Frage nach technologischen Abhängigkeiten und Datenhoheit. Gefragt sind Security-Lösungen, die nicht nur durch ein hohes Sicherheitsniveau überzeugen, sondern transparent und unabhängig sind und wenig Aufwand erzeugen. mehr...

it-sa 2026: NCP zeigt deutsche Zero-Trust-Lösung

[21.09.2026] Auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa 2026 in Nürnberg stellt das Unternehmen NCP engineering erstmals eine in Deutschland entwickelte Zero-Trust-Lösung vor. Darüber hinaus zeigt das Unternehmen Lösungen für sicheren Remote Access und mobiles Arbeiten in sicherheitskritischen Bereichen. mehr...

Cyber-Kriminalität: Die Gefährdungslage verschärft sich aktuell dramatisch.

Baden-Württemberg: Mehr Cyber-Angriffe auf Kommunen

[14.09.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) verzeichnet für 2025 eine deutlich gestiegene Zahl von Sicherheitsvorfällen. Besonders betroffen waren Kommunen und Hochschulen. Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie kommunalen Unternehmen nahm die Zahl der erfassten Fälle um fast 50 Prozent zu. mehr...

Blick in den leeren Tagungsraum im Kreishaus Lüdenscheid (Märkischer Kreis).

Märkischer Kreis: IT-Sicherheit bleibt Daueraufgabe

[08.09.2026] Der Märkische Kreis plant für dieses und das folgende Jahr weitere Maßnahmen zum Schutz seiner IT. Vorgesehen sind ein Notfallhandbuch, ein neues Konzept für gesicherte Fernzugänge sowie interne und externe Prüfungen der Server. mehr...

Kommunix: Informationssicherheitsvorfall bei TEVIS-Online

[02.09.2026] Kommunix untersucht einen Cyber-Angriff auf die Hosting-Infrastruktur von TEVIS-Online. Zwei Kundeninstanzen waren von Angreiferaktivitäten betroffen, inzwischen wurde ein Abfluss personenbezogener Daten ausgeschlossen. mehr...

Fraunhofer SIT: Leitfaden zur Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie

[26.08.2026] Ein neuer Leitfaden soll Kommunen und Behörden bei der Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie unterstützen. Er zeigt, wie sich bestehende IT-Systeme erfassen, Risiken bewerten und neue Beschaffungen auf quantensichere Verfahren ausrichten lassen. mehr...

bericht

Cyber-Sicherheit: KI ist Segen und Fluch

[06.08.2026] Für Verwaltungen ist KI Segen und Fluch zugleich. Einerseits soll sie den Fachkräftemangel kompensieren und Bürgerservices beschleunigen, andererseits wird sie für Cyber-Angriffe genutzt. Oft fehlt eine IT-Infrastruktur, die KI und Cyber-Abwehr verbindet. mehr...

Person mit neongelbem Regenzeug von hinten, auf dem Rücken steht in schwarzer Schrift: Security

Niedersachsen: IT-Sicherheitszentrum für Kommunen

[28.07.2026] Niedersachsen stärkt den Cyberschutz seiner Verwaltung mit zwei Bausteinen: Das Land investiert in Lizenzen für den KI-gestützten Schutzschirm Aegis und lässt von fünf kommunalen IT-Dienstleistern ein gemeinsames IT-Sicherheitszentrum aufbauen, das Kommunen unterstützen soll. mehr...

Leipzig: Cyber-Angriff auf IT-Dienstleister Lecos

[23.07.2026] Ein Cyber-Angriff auf den Leipziger IT-Dienstleister Lecos wurde frühzeitig erkannt und gestoppt. Die Stadt und Lecos selbst setzen auf transparente Kommunikation und teilten mit, dass lediglich dienstliche Kontakt- und technische Verzeichnisdaten abgeflossen seien. Die IT-forensischen Untersuchungen dauern an. mehr...

Gruppenfoto vor deutscher und estnischer Flagge.

Bonn/Estland: Von den Besten lernen

[21.07.2026] Estland gilt europaweit als Vorreiter für digitale Innovation und Cyber-Sicherheit. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis wollen die Zusammenarbeit mit dem baltischen Staat ausbauen und dabei insbesondere den geplanten Cyber Campus Region Bonn voranbringen. mehr...

Miniatur-Rettungsring auf einer Tastatur

ITEBO: Auch im Ernstfall arbeiten können

[16.07.2026] Um den Verwaltungsbetrieb auch im Krisenfall aufrechthalten zu können, sollten Kommunen einen vorbereiteten Notfallarbeitsplatz vorhalten. Eine solche Lösung bietet unter anderem ITEBO an. mehr...

Illustration zum Thema Cybersicherheit: Im Vordergrund sitzt eine dunkel gekleidete Person mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze vor einem Laptop. Im Hintergrund sind schemenhafte Silhouetten von Menschen zu sehen, die miteinander sprechen oder arbeiten. Überlagerte digitale Elemente und eine angedeutete Stadtlandschaft in Blau- und Grautönen vermitteln den Eindruck einer vernetzten digitalen Welt und symbolisieren die Bedrohung durch Cyberangriffe auf Organisationen und Verwaltungen.
bericht

Komm.ONE: Cyber-Sicherheit wird zur Daueraufgabe

[29.06.2026] Der IT-Dienstleister Komm.ONE warnt beim Cybersicherheitstag 2026 vor zunehmender Professionalisierung der Angreifer. Prävention, Zusammenarbeit und Künstliche Intelligenz gewinnen an Bedeutung. mehr...

Bild in Blautönen: Junger Mann in Office-Umgebung stützt Kopf in Hand, un ihn herum eingeblendet Icons für Dokumente und Daten und Vernetzung

CSBW: Neues Handbuch für IT-Notfälle

[23.06.2026] Für Verwaltungen bestehen jederzeit Risiken für Sicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen – mit möglichen schweren Folgen. Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg unterstützt Land und Kommunen mit neuen Angeboten, ein belastbares Informationssicherheits-Managementsystem aufzubauen. mehr...

Etwas düster wirkende Bühne mit der obligaten Großprojektion, davor Personen in förmlicher Business-Kleidung in Gruppenfopto-Aufstellung

BSI/NExT: Drei Projekte für mehr Sicherheit

[22.06.2026] Den InfoSec Impact Award von BSI und NExT erhielten drei herausragende IT-Sicherheitslösungen aus dem Public Sector, die sich mit Software-Lieferketten, Cyber-Trainings und interkommunaler Zusammenarbeit befassen. Die Projekte werden als Best Practices veröffentlicht und der Fachöffentlichkeit vorgestellt. mehr...

Im Homeoffice für Cyber-Sicherheit sensibilisieren.

Schleswig-Holstein: Maßnahmenpaket für Cyber-Sicherheit

[01.06.2026] Schleswig-Holstein baut die Cyber-Sicherheit für Land und Kommunen aus. Zum Schutzschirm gehören unter anderem ein erweitertes Schwachstellenmanagement, mobile IT für Krisenlagen und Vor-Ort-Supportteams. Digitale souveräne Arbeitsplätze und IT-Infrastruktur sichern Behörden weiter ab. mehr...