WuppertalOffen und lernbereit

Die Wuppertaler Plattform talbeteiligung.de bündelt analoge und digitale Beteiligungsprojekte auf einer barrierearmen, benutzerfreundlichen Oberfläche.
(Bildquelle: talbeteiligung.de)
Seit 2019 bietet talbeteiligung.de der Stadt Wuppertal eine zentrale digitale Infrastruktur für Bürgerbeteiligung. Ob zur Stadtentwicklung, Klimaanpassung oder Verkehrsplanung, die Plattform ist heute die digitale Heimat aller wichtigen Beteiligungsprojekte. Mit einem konsequent offenen Technologieansatz und systematischer Evaluation geht Wuppertal neue Wege in der E-Partizipation. Ziel ist es, Bürgerdialog, digitale Souveränität und Qualitätsmanagement dauerhaft zu verbinden und so eine lernende Verwaltung zu schaffen, die mit jedem Beteiligungsprozess besser wird.
Im Zentrum der Wuppertaler Beteiligungslandschaft steht die Plattform talbeteiligung.de. Sie bündelt analoge und digitale Beteiligungsprojekte auf einer barrierearmen, benutzerfreundlichen Oberfläche und erreicht damit zehntausende Bürgerinnen und Bürger jährlich. Technische Grundlage ist seit diesem Jahr das Open-Source-CMS TYPO3. Die Entscheidung für ein offenes System war bewusst strategisch: Sie sichert Unabhängigkeit, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit – Eigenschaften, die gerade in der kommunalen IT-Infrastruktur von besonderer Bedeutung sind.
„Open Source gibt uns die Freiheit, digitale Beteiligung nach unseren eigenen Standards weiterzuentwickeln – transparent, effizient und bürgernah“, sagt Mara Brinkmann vom Team Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement. „Wir begreifen Beteiligung als kommunale Kernaufgabe und wollen sie technisch wie organisatorisch absichern und weiterentwickeln.“
Open-Source-Entscheidung zahlt sich aus
Die Entscheidung gegen proprietäre Software hat sich ausgezahlt: Neue Beteiligungsformate und Schnittstellen lassen sich ohne großen Aufwand integrieren. So können Bürgerinnen und Bürger heute sowohl über klassische Informationsseiten als auch über interaktive Umfragen, Ideensammlungen oder Online-Abstimmungen eingebunden werden.
Die technische Betreuung und Weiterentwicklung der Beteiligungsplattform verantwortet weiterhin wer denkt was aus Darmstadt. Das Unternehmen unterstützt seit Jahren zahlreiche Kommunen mit individuell konfigurierten Softwarelösungen zur digitalen Bürgerbeteiligung und hatte die Einführung von talbeteiligung.de 2019 begleitet. „Open Source hat viele Vorteile für die Kommunen. Wir haben die Software unserer Beteiligungsplattform daher im vergangenen Jahr auf TYPO3 umgestellt und die Stadt Wuppertal beim Umstieg auf Open Source und dem Redesign von talbeteiligung.de begleitet“, sagt wer-denkt-was-Geschäftsführerin Theresa Lotichius.
Auch bei Umfragen setzt Wuppertal auf Offenheit. Seit 2022 wird für Befragungsverfahren die Open-Source-Software LimeSurvey eingesetzt – von Mobilitätsfragen bis hin zu Projekten wie InnenBandStadt. Anfang 2025 ist die Stadt einen weiteren Schritt gegangen: Sie bedient sich nun einer eigenen Umfrageplattform auf Basis von LimeSurvey, die technisch ebenfalls von wer denkt was betreut wird.
Eine zukunftsfähige Beteiligungslandschaft
Die Vorteile liegen auf der Hand: autonome und schnelle Umsetzung durch die städtischen Beschäftigten, vollständige Datensouveränität, planbare Kosten und ein hoher Grad an Anpassbarkeit. Durch die offene Architektur können Funktionen lokal erweitert, Designs an das Corporate Design der Stadt angepasst und Schnittstellen zu anderen kommunalen Anwendungen geschaffen werden.
Open-Source-Software ist für Wuppertal mehr als ein technischer Unterbau, sie ist Ausdruck einer digitalen Haltung: kommunal, nachhaltig und unabhängig. Der offene Quellcode ermöglicht eine langfristige Wartung und Weiterentwicklung auch ohne Bindung an einzelne Anbieter. So wird die digitale Beteiligungslandschaft nicht nur stabiler, sondern auch zukunftsfähiger.
Wuppertal verbindet technische Innovation mit organisatorischer Lernbereitschaft. Seit 2023 wird die Gesamtplattform talbeteiligung.de kontinuierlich und seit 2025 nahezu alle Beteiligungsverfahren systematisch evaluiert – ob Onlinebeteiligung, Bürgerwerkstatt oder Workshop. Dazu nutzt das Team standardisierte digitale Fragebögen, die nach jeder Veranstaltung oder Projektphase eingesetzt werden. Das Ziel: Feedback strukturiert erfassen, Prozesse verbessern und die Qualität sowie die Wirkung von Beteiligung messbar machen.
Vielseitige Partizipationsangebote
Die Auswertungen nimmt das Team Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement vor. Perspektivisch soll ein zentrales Auswertungstool die Daten konsolidieren und vergleichbar machen. Brinkmann betont: „Wir wollen verstehen, was funktioniert und was nicht. Nur wenn wir Feedback konsequent auswerten, können wir unsere Beteiligungsformate gezielt verbessern.“ So werden Bürgerdialog und Controlling verknüpft – ein Schritt, der in vielen Kommunen noch fehlt.
Die Themen auf talbeteiligung.de sind vielfältig. Zu den aktuellen Projekten zählen das Bürger*innenbudget 2025, das Wuppertalerinnen und Wuppertalern 210.000 Euro für gemeinwohlorientierte Ideen bereitstellt, oder das Parkraumkonzept Nordstadt & Luisenviertel, bei dem die Bevölkerung ihre Sicht auf die Parkraumsituation und Verkehrsgestaltung einbringen kann. Auch innovative Formate wie der Pop-up Park am Alten Markt oder die Beteiligung an der kommunalen Wärmeplanung zeigen, wie Wuppertal Bürgerwissen gezielt in Planungsprozesse integriert. Parallel dazu begleitet die Stadt kontinuierlich größere Entwicklungsprozesse wie die ISEK-Projekte in den Stadtbezirken Vohwinkel und Barmen oder die Evaluation der Leitlinien Bürgerbeteiligung, die 2024 abgeschlossen wurde.
Grundlage für die lernende Verwaltung
Besonders sichtbar war die Verbindung von Technik und Kulturwandel beim Relaunch von talbeteiligung.de im Frühjahr 2025: Die Plattform wurde vollständig überarbeitet, um noch niedrigschwelliger, barriereärmer und dialogorientierter zu werden.
Die Wuppertaler Strategie beweist, dass erfolgreiche E-Partizipation weit über Technik hinausgeht. Entscheidend ist die Haltung: Offenheit gegenüber digitalen Lösungen, Bereitschaft zur Evaluation und das Ziel, Verwaltung und Bürgerschaft in einen Dialog zu bringen.
Das Zusammenspiel von Open-Source-Software und Evaluation schafft dabei mehr als nur effiziente Prozesse. Es bildet die Grundlage für eine lernende Verwaltung, die Bürgerbeteiligung als dauerhafte Aufgabe versteht und nicht als einmaliges Projekt. Mit talbeteiligung.de und der eigenen Umfrageplattform hat Wuppertal eine Infrastruktur geschaffen, die Partizipation kontinuierlich ermöglicht und verbessert. So entsteht eine Stadtverwaltung, die mit – und nicht nur für – ihre Bürgerinnen und Bürger arbeitet.
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