Sonntag, 12. Juli 2026

WiesbadenPilot für Deutschland-App

[11.06.2026] Hessens Landeshauptstadt ist eine der Pilotkommunen für die Deutschland-App, die demnächst im Praxiseinsatz getestet werden soll. Wiesbaden bringt in die Pilotphase umfangreiche Erfahrungen aus eigenen Digitalisierungsprojekten ein.
Wiesbaden bekommt neue E-Akte und schließt sich dem 115-Verbund an.

Die Stadt Wiesbaden ist eine der Pilotkommunen für die Deutschland-App.

(Bildquelle: reinerconrad/123rf.com)

Wiesbaden wird eine von sechs Pilotkommunen für die neue Deutschland-App des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Neben der hessischen Landeshauptstadt nehmen Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg und Nürnberg an dem Pilotprojekt teil. Ziel des Projekts ist es, digitale Verwaltungsleistungen künftig einfacher, verständlicher und nutzungsfreundlicher zu machen, heißt es in der Pressemeldung der Stadt Wiesbaden. 

Mit der Deutschland-App soll getestet werden, wie Bürgerinnen und Bürger künftig direkt aus einer App heraus Verwaltungsleistungen nutzen und Anträge stellen können. Erstmals soll dabei auch Künstliche Intelligenz unterstützen. Getestet werden mehrere Anwendungsfälle, unter anderem die Kindergeld-Weiterbewilligung und das Wohngeld. Die Erfahrungen aus der Testphase sollen direkt in die Weiterentwicklung des Prototyps einfließen.

Starkes Signal

„Dass Wiesbaden als Pilotkommune für die Deutschland-App ausgewählt wurde, ist ein starkes Signal. Wir konnten in der Vergangenheit zeigen, dass digitale Verwaltung dann funktioniert, wenn sie aus Sicht der Menschen gedacht wird. Es geht nicht darum, bestehende Formulare einfach auf ein Smartphone zu übertragen. Verwaltung soll so gestaltet werden, dass sie verständlich, erreichbar und im Alltag wirklich hilfreich ist. Genau deshalb ist diese Pilotphase für Wiesbaden so wichtig: Wir bringen unsere praktische Erfahrung ein und helfen mit, digitale Services des Staates von Anfang an nutzenorientiert zu entwickeln“, sagt Maral Koohestanian, Dezernentin für Smart City, Europa und Ordnung.

Wiesbaden bringt in die Pilotphase eigenen Angaben zufolge umfangreiche Erfahrungen aus eigenen Digitalisierungsprojekten ein. Die Stadt war bundesweit die erste Behörde, die eine Online-Anmeldung der Eheschließung ermöglicht hat (wir berichteten). Auch die Online-Meldung am Wohnsitz mit Videoident wurde in Wiesbaden früh umgesetzt (wir berichteten) und mit dem Digital-Award 2024 ausgezeichnet. Mit dem Zukunftswerk (wir berichteten) verfüge die Stadt zudem über einen Ort, an dem digitale Angebote gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern getestet, erklärt und weitergedacht werden. Der Passierschein A38 (wir berichteten) zeige, wie digitale Verwaltung niedrigschwellig, alltagstauglich und mit einem Augenzwinkern erlebbar gemacht werden könne.

Praxistest steht kurz bevor

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger erklärt: „Unser Ziel ist eine Verwaltung, die für die Menschen so einfach funktioniert wie ein moderner Online-Dienst: intuitiv, schnell und jederzeit erreichbar. Mit einer KI-gestützten, modularen Plattform und der zugehörigen Deutschland-App schaffen wir dafür die Grundlage – offen, anschlussfähig und integriert in den Deutschland-Stack.“

Der erste Prototyp der Deutschland-App steht laut der Pressemeldung der Stadt Wiesbaden kurz vor der Fertigstellung. In einem nächsten Schritt soll die Anwendung gemeinsam mit den Pilotkommunen in der Praxis getestet werden. Dabei handle es sich ausdrücklich noch nicht um ein fertiges Produkt. Im ersten Schritt werde die App nur einem kleinen Kreis von Personen zur Verfügung gestellt. Die Deutschland-App ist derzeit nicht in den App-Stores verfügbar, teilt die Stadt Wiesbaden des Weiteren mit. Der Zugang zur Testphase sei temporär, auf die Pilotkommunen beschränkt und nur für eine begrenzte Anzahl an Nutzerinnen und Nutzern vorgesehen. Ein konkretes Startdatum werde zu einem späteren Zeitpunkt in Abstimmung zwischen dem BMDS und den Pilotkommunen kommuniziert.

Digitale Verwaltung ist kein Selbstzweck

„Für uns ist digitale Verwaltung kein Selbstzweck. Ein guter Service spart Zeit, nimmt Hürden und schafft Vertrauen. Bürgerinnen und Bürger sollen nicht wissen müssen, welches Amt, welche Ebene oder welche Zuständigkeit hinter einem Anliegen steht. Sie sollen einfach und sicher zu ihrem Ziel kommen. Die besten digitalen Lösungen entstehen nicht am Reißbrett, sondern im echten Leben. Deshalb ist es richtig, Kommunen früh einzubinden. Genau diese Perspektive bringen wir als Wiesbaden ein“, sagt Koohestanian.

Das Dezernat für Smart City, Europa und Ordnung werde den Prozess eng begleiten und die Erfahrungen aus der kommunalen Praxis in die Weiterentwicklung einbringen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bürgerservice
Wolfgang Rossenbach (1.v.l.), Abteilungsleitung Zentrale Steuerung, Service, Digitalisierung, IT und Digitalisierungsbeauftragter (CDO) der Stadt Hennef, erläutert die neue Stadt-App.

Hennef: Stadt-App löst Citykey ab

[10.07.2026] Über eine neue Stadt-App verfügt jetzt die Stadt Hennef. Die Eigenentwicklung des städtischen IT-Teams ersetzt die bislang genutzte Telekom-Anwendung Citykey. mehr...

Dunkelhäutige Frau mit einem Smartphone in Händen vor den Kulissen einer Großstadt
bericht

Umfrage: Bürger bewerten Nutzerklima

[09.07.2026] Wie empfinden die Bürger die Nutzerfreundlichkeit von digitalen Verwaltungsangeboten? Erste Erkenntnisse hierzu liefert der Nutzerklima-Test 2026. Für eine positive Bewertung müssen Services demnach vollständig digital nutzbar und leicht auffindbar sein. mehr...

Eine Hand hält ein Smartphone aus dem rote Rechtsparagraphen fliegen

Querfurt: Vollständig digitale Satzungsverwaltung

[08.07.2026] Kommunale Satzungen und Satzungsänderungen werden in Querfurt künftig vollständig digital erarbeitet und bekannt gemacht. Zum Einsatz kommt dafür eine Lösung von TSA. mehr...

Aus Code-Bausteinen neue Anwendungen zusammensetzen.

IT-Planungsrat: Ein Designsystem für Bund und Länder

[03.07.2026] Der IT-Planungsrat nimmt den offenen Standard KERN UX in sein Portfolio auf. Das von Hamburg und Schleswig-Holstein initiierte Projekt soll digitale Verwaltungsdienste nutzerfreundlicher, konsistenter und – zusammen mit der Digitalen Dachmarke – wiedererkennbarer machen. mehr...

Hände die einen Brief in einen gelben Briefkasten schieben

Gütersloh: Digitaler Briefkasten für Unterlagen

[26.06.2026] Einen neuen Service für bestimmte Sozialleistungen bietet jetzt die Stadt Gütersloh an: Dokumente können über einen digitalen Briefkasten eingereicht werden. mehr...

Erfurt: WhatsApp-Kanal gestartet

[26.06.2026] In Ergänzung zu den bestehenden Informationsmöglichkeiten hat die Stadt Erfurt einen WhatsApp-Kanal gestartet. mehr...

Asiatisch aussehende junge Studentin mit Smartphone in der Hand

München: Neuer Service „Ich komme aus dem Ausland“

[19.06.2026] 
München hat sein digitales Bürgerservice-Angebot um die Lebenslage „Ich komme aus dem Ausland“ erweitert. Menschen, die neu nach Deutschland oder in die Stadt kommen, sollen hier schnell passende Informationen und Leistungen finden. mehr...

Schwerin: Gewerbesteuerbescheid wird digital

[09.06.2026] In Mecklenburg-Vorpommern wird schrittweise der digitale Gewerbesteuerbescheid eingeführt. Damit können Unternehmen ihren Bescheid vollständig medienbruchfrei über das ELSTER-Portal empfangen. Nun hat sich die Landeshauptstadt dem Verfahren angeschlossen. mehr...

Dresden: Zwei Bürgerterminals eröffnet

[05.06.2026] Das Sozialamt Dresden eröffnet an zwei Standorten digitale Bürgerterminals, an denen Bürger Verwaltungsleistungen von Bund, Freistaat und Stadt ohne Wartezeit selbst erledigen können. Die Geräte richten sich besonders an Menschen ohne eigenen Internetzugang und erweitern damit Dresdens laufende Digitaloffensive im Sozialbereich. mehr...

zwei Männer schneiden eine Torte an, im Hintergrund die 115_karlsruhe feiert die 115

Bürgerservice: Karlsruhe feiert die 115

[03.06.2026] Die Stadt Karlsruhe hat den 15. Geburtstag der Behördennummer 115 gefeiert. Rund fünf Millionen Anrufe hat die Servicestelle des Stadt- und Landkreises in dieser Zeit beauskunftet. Nun wurde die Nummer der Rathauszentrale auf die 115 umgestellt. mehr...

Altstadt von Frankfurt a.M.

Frankfurt am Main: Kleine Prozesse, große Wirkung

[02.06.2026] Manchmal sind es kleine Verwaltungsservices, die im Alltag der Bürgerinnen und Bürger und bei den Verwaltungen selbst spürbare Entlastungen bringen. So auch in Frankfurt. Dort ist ab sofort etwa die Verlustmeldung von Ausweisdokumenten oder die Abmeldung ins Ausland vollständig digital. mehr...

Osnabrück: Toni hilft weiter

[27.05.2026] Die Stadt Osnabrück erweitert ihr Online-Angebot: Der KI-basierte Chat- und Voicebot Toni beantwortet Fragen zu städtischen Dienstleistungen und kommuniziert in mehreren Sprachen. mehr...

Bürgeramt_heerstr_BerlinCharlottenburg_Wilmersdorf

Berlin: Schneller zum Termin

[22.05.2026] In der Bundeshauptstadt konnte – nicht zuletzt dank Digitalisierung – das 14-Tage-Ziel bei den Bürgerämtern erreicht werden: Demnach hat rechnerisch jede Person, die binnen zwei Wochen einen Termin buchen wollte, auch einen bekommen. mehr...

Dortmund: Pilotprojekt zum Einsatz künstlicher Intelligenz.

Dortmund: Online mehr Service

[21.05.2026] In den kommenden zwölf Monaten werden in Dortmund zahlreiche neue Online-Dienstleistungen freigeschaltet. Zudem hat der Verwaltungsvorstand weitere Digitalisierungsprojekte beschlossen, die den Service spürbar verbessern sollen. mehr...