Sonntag, 26. Juli 2026

WiesbadenPilot für Deutschland-App

[11.06.2026] Hessens Landeshauptstadt ist eine der Pilotkommunen für die Deutschland-App, die demnächst im Praxiseinsatz getestet werden soll. Wiesbaden bringt in die Pilotphase umfangreiche Erfahrungen aus eigenen Digitalisierungsprojekten ein.
Wiesbaden bekommt neue E-Akte und schließt sich dem 115-Verbund an.

Die Stadt Wiesbaden ist eine der Pilotkommunen für die Deutschland-App.

(Bildquelle: reinerconrad/123rf.com)

Wiesbaden wird eine von sechs Pilotkommunen für die neue Deutschland-App des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Neben der hessischen Landeshauptstadt nehmen Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg und Nürnberg an dem Pilotprojekt teil. Ziel des Projekts ist es, digitale Verwaltungsleistungen künftig einfacher, verständlicher und nutzungsfreundlicher zu machen, heißt es in der Pressemeldung der Stadt Wiesbaden. 

Mit der Deutschland-App soll getestet werden, wie Bürgerinnen und Bürger künftig direkt aus einer App heraus Verwaltungsleistungen nutzen und Anträge stellen können. Erstmals soll dabei auch Künstliche Intelligenz unterstützen. Getestet werden mehrere Anwendungsfälle, unter anderem die Kindergeld-Weiterbewilligung und das Wohngeld. Die Erfahrungen aus der Testphase sollen direkt in die Weiterentwicklung des Prototyps einfließen.

Starkes Signal

„Dass Wiesbaden als Pilotkommune für die Deutschland-App ausgewählt wurde, ist ein starkes Signal. Wir konnten in der Vergangenheit zeigen, dass digitale Verwaltung dann funktioniert, wenn sie aus Sicht der Menschen gedacht wird. Es geht nicht darum, bestehende Formulare einfach auf ein Smartphone zu übertragen. Verwaltung soll so gestaltet werden, dass sie verständlich, erreichbar und im Alltag wirklich hilfreich ist. Genau deshalb ist diese Pilotphase für Wiesbaden so wichtig: Wir bringen unsere praktische Erfahrung ein und helfen mit, digitale Services des Staates von Anfang an nutzenorientiert zu entwickeln“, sagt Maral Koohestanian, Dezernentin für Smart City, Europa und Ordnung.

Wiesbaden bringt in die Pilotphase eigenen Angaben zufolge umfangreiche Erfahrungen aus eigenen Digitalisierungsprojekten ein. Die Stadt war bundesweit die erste Behörde, die eine Online-Anmeldung der Eheschließung ermöglicht hat (wir berichteten). Auch die Online-Meldung am Wohnsitz mit Videoident wurde in Wiesbaden früh umgesetzt (wir berichteten) und mit dem Digital-Award 2024 ausgezeichnet. Mit dem Zukunftswerk (wir berichteten) verfüge die Stadt zudem über einen Ort, an dem digitale Angebote gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern getestet, erklärt und weitergedacht werden. Der Passierschein A38 (wir berichteten) zeige, wie digitale Verwaltung niedrigschwellig, alltagstauglich und mit einem Augenzwinkern erlebbar gemacht werden könne.

Praxistest steht kurz bevor

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger erklärt: „Unser Ziel ist eine Verwaltung, die für die Menschen so einfach funktioniert wie ein moderner Online-Dienst: intuitiv, schnell und jederzeit erreichbar. Mit einer KI-gestützten, modularen Plattform und der zugehörigen Deutschland-App schaffen wir dafür die Grundlage – offen, anschlussfähig und integriert in den Deutschland-Stack.“

Der erste Prototyp der Deutschland-App steht laut der Pressemeldung der Stadt Wiesbaden kurz vor der Fertigstellung. In einem nächsten Schritt soll die Anwendung gemeinsam mit den Pilotkommunen in der Praxis getestet werden. Dabei handle es sich ausdrücklich noch nicht um ein fertiges Produkt. Im ersten Schritt werde die App nur einem kleinen Kreis von Personen zur Verfügung gestellt. Die Deutschland-App ist derzeit nicht in den App-Stores verfügbar, teilt die Stadt Wiesbaden des Weiteren mit. Der Zugang zur Testphase sei temporär, auf die Pilotkommunen beschränkt und nur für eine begrenzte Anzahl an Nutzerinnen und Nutzern vorgesehen. Ein konkretes Startdatum werde zu einem späteren Zeitpunkt in Abstimmung zwischen dem BMDS und den Pilotkommunen kommuniziert.

Digitale Verwaltung ist kein Selbstzweck

„Für uns ist digitale Verwaltung kein Selbstzweck. Ein guter Service spart Zeit, nimmt Hürden und schafft Vertrauen. Bürgerinnen und Bürger sollen nicht wissen müssen, welches Amt, welche Ebene oder welche Zuständigkeit hinter einem Anliegen steht. Sie sollen einfach und sicher zu ihrem Ziel kommen. Die besten digitalen Lösungen entstehen nicht am Reißbrett, sondern im echten Leben. Deshalb ist es richtig, Kommunen früh einzubinden. Genau diese Perspektive bringen wir als Wiesbaden ein“, sagt Koohestanian.

Das Dezernat für Smart City, Europa und Ordnung werde den Prozess eng begleiten und die Erfahrungen aus der kommunalen Praxis in die Weiterentwicklung einbringen.





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