Sonntag, 10. Mai 2026

GovTech DeutschlandErgebnisse des RaaS-Projekts

[22.12.2025] GovTech Deutschland hat das Projekt Register-as-a-Service (RaaS) abgeschlossen. Die Ergebnisse – eine vollständige Referenzarchitektur, funktionale technische Implementierungen und ein begleitendes Rechtsgutachten für moderne Cloud-Register – stehen Open Source über die Plattform openCode zur Verfügung.
FITKO-Präsident André Göbel beim Vortrag, im Hintergrund ist eine Präsentation eingeblendet.

FITKO-Präsident André Göbel spricht über die Ergebnisse des Register-as-a-Service-Projekts, das GovTech Deutschland durchgeführt hat.

(Bildquelle: GovTech Deutschland)

Mit dem Abschluss des von der Föderalen IT-Kooperation (FITKO) in Auftrag gegebenen Projekts Register-as-a-Service (RaaS, wir berichteten) hat GovTech Deutschland laut eigenen Angaben nun wesentliche Voraussetzungen für die Modernisierung der Registerlandschaft hierzulande geschaffen. „RaaS vereint Architektur, Technologie und rechtliche Einordnung erstmals in einem konsistenten Gesamtbild“, kommentiert Michael Pfleger, Gesamtleiter NOOTS bei der FITKO die Ergebnisse. „Damit verfügen wir über ein Fundament für den bundesweiten Aufbau moderner, interoperabler Register, welche insbesondere für den kommunalen Roll-out neue Möglichkeiten zur Beschleunigung der Registermodernisierung schaffen.“

Das Gesamtpaket umfasst eine Referenzarchitektur, mehrere validierte Implementierungen sowie ein begleitendes Rechtsgutachten. Das Projekt zeigt laut GovTech Deutschland außerdem praktisch auf, wie föderal anschlussfähige Cloud-Register aufgebaut und betrieben werden können. Alle Ergebnisse und Erfahrungen stehen künftig als Open Source auf der vom Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) bereitgestellten Plattform openCode zur Verfügung.

Besonders tragfähiger Ansatz wird Referenzbasis

Die Referenzarchitektur definiert laut GovTech Deutschland einen sicheren Ansatz für die moderne, cloudbasierte Registerhaltung unter Einhaltung der föderalen Anforderungen. Sie integriere Anforderungen der Informationssicherheit und Datenhoheit sowie künftiger Integrationspunkte wie NOOTS, IDA und das Datenschutzcockpit. Auf dieser Grundlage seien im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs drei Implementierungen entwickelt worden (wir berichteten), die demonstrieren, wie Register in einer cloudbasierten Infrastruktur praktisch betrieben werden können. Die Konsortien haben ihre Lösungen dazu gemeinsam mit registerführenden Stellen an konkrete Fachverfahren angeschlossen und Registertypen wie Melde- und Gewerberegister erprobt. So konnte laut GovTech Deutschland das Zielbild der Architektur unter realen Bedingungen validiert werden. Unterschiedliche technische Herangehensweisen seien vergleichbar geworden.

Als besonders tragfähig hat sich laut GovTech Deutschland die vom Konsortium Polyteia, enclaive, Naviga, dem Amt Scharmützelsee und der DigitalAgentur Brandenburg entwickelte Lösung erwiesen. Sie habe durch ihre robuste Systemarchitektur, die klare Umsetzung der Vorgaben und ihre hohe Anschlussfähigkeit an zukünftige föderale Registerstrukturen überzeugt. Diese Implementierung werde nun als offene Referenzimplementierung weitergeführt, um die Lösung zu einem stabilen und nutzbaren Baustein der Verwaltungsmodernisierung auszubauen. Die beiden anderen Implementierungen werden ebenso veröffentlicht und können eigenständig fortgeführt werden.

Hochsicher, wenig komplex und föderal betreibbar

Das begleitende Rechtsgutachten hat die internationale Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells erstellt. Es ordnet den verfassungs- und datenschutzrechtlichen Möglichkeitsraum moderner Cloud-Register ein. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass dezentrale Cloud-Lösungen rechtlich tragfähig ausgestaltet werden können, sofern hohe technische Sicherheitsanforderungen eingehalten werden. Damit stützt es laut GovTech Deutschland die technische Entwicklung und schafft Klarheit für die weitere föderale Einordnung.

„GovTech Deutschland hat in beachtlich kurzer Zeit handfeste technische und juristische Ergebnisse geliefert, die uns in der Registermodernisierung infrastrukturell einen erheblichen Schritt voranbringen“, kommentiert FITKO-Präsident André Göbel die Erkenntnisse. „Jetzt gilt es, die Ergebnisse in die Umsetzung zu bringen und weiterzuführen. Die Geschwindigkeit, die wir hier gemeinsam erreicht haben, zeigt, was möglich ist, wenn Verwaltung, Technologie und Recht konsequent zusammengedacht werden.“

Ammar Alkassar, Vorstand von GovTech Deutschland, ergänzt: „Register-as-a-Service ist ein echter Gamechanger in der Registermodernisierung. Wir sehen jetzt Technologien wie Confidential Computing im Einsatz, die Lösungen ermöglichen, die lange als kaum realisierbar galten: hochsichere, wenig komplexe und föderal betreibbare Cloud-Register, die verlässlich funktionieren und die Hoheit der Verwaltung wahren. Das kann den angestrebten Zeitplan in der Registermodernisierung signifikant beschleunigen.“





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