Kita-LösungenGanztagsbetreuung verwalten

Ganztagsbetreuung ist für Kommunen eine Herausforderung.
(Bildquelle: contrastwerkstatt/stock.adobe.com)
Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird in Deutschland schrittweise ein Rechtsanspruch für Grundschulkinder auf Ganztagsbetreuung eingeführt. Für Familien bedeutet das zusätzliche Planungssicherheit. Für Kommunen ist diese Neuerung hingegen eine Herausforderung: Sie müssen Angebote ausbauen und administrativ so steuern, dass sie fair, transparent und effizient wahrgenommen werden können. Denn selbst dort, wo Plätze vorhanden sind, scheitert deren Verteilung oft an Abstimmungslücken und manuellen Prozessen.
Das Ganztagsangebot verschiebt Zuständigkeiten und erhöht den Koordinationsbedarf zwischen Verwaltung, Schule und Trägern. Zudem erweitert es das System um Optionen wie etwa Randzeiten, Ferienbetreuung, flexible Module und teils getrennte Anmeldewege. Wer diese Komplexität mit Einzellösungen und Listen verwaltet, riskiert einen strukturellen Engpass – nicht nur beim Ausbau, sondern im laufenden Betrieb. Mit dem Rechtsanspruch wächst zudem der Druck auf die Kommunen, denn Eltern fordern die gesetzlich zugesicherte Betreuung nun ein, was eine präzise und belastbare Strategie der Verwaltung unumgänglich macht. Ohne eine fundierte Datenbasis wird die Frage „Wie viele Plätze brauchen wir überhaupt?“ zum politischen Drahtseilakt. Nur wer Angebot und Nachfrage in Echtzeit abgleichen kann, bleibt handlungsfähig.
Zukunftsfähige Steuerung
In vielen Kommunen haben sich die jeweiligen Zuständigkeiten mit der Zeit herausgebildet. Die Kita-Platzvergabe liegt häufig bei der Kitaverwaltung, schulische Themen hingegen im Schulverwaltungsamt. Diese Aufteilung führt digital oft zu einem Bruch: Informationen liegen in zwei isolierten Systemen, Zuständigkeiten in verschiedenen Ämtern. Eine Nebenwirkung ist oft, dass Eltern ihr Kind mehrfach anmelden; Verwaltungen müssen die Daten dann manuell abgleichen und Dubletten korrigieren. Gerade beim Übergang von der Kita in die Grundschule wird diese mangelnde Vernetzung zum Problem. Die entscheidende Frage lautet: Wie steuern wir Anmeldungen, Belegung und Nachweise so, dass der Betrieb stabil läuft – trotz knapper Ressourcen?
Zukunftsfähig wird die Steuerung dann, wenn Verfahren und Daten über die Übergänge hinweg anschlussfähig sind. Kinderbetreuung ist für Familien eine kontinuierliche Kette von der Krippe bis zum Ende der Grundschulzeit. Im Zentrum steht dabei die digitale Erfassung: Eltern geben Informationen einmal zentral ein und die Verwaltung verarbeitet diese strukturiert weiter – je nach Zuständigkeit in Kita oder Schule.
In der Umsetzung bedeutet das nicht zwingend, dass alle Ämter das gleiche System verwenden müssen. Da Kita- und Schulverwaltung unterschiedliche Fachdaten benötigen, wählen viele Kommunen auch getrennte Verwaltungssysteme, die über ein gemeinsames Online-Anmeldeportal, etwa von Anbieter Little Bird, verbunden sein können. In diesem Portal sehen Eltern auf einen Blick alle Angebote von null bis zehn Jahren. Gleichzeitig können für Kita und Schulkindbetreuung individuelle Abfragen und Vorgabewerte hinterlegt werden, sodass jede Abteilung exakt die benötigten Daten erhält. Die Kommune behält dabei stets den Gesamtüberblick über Kapazitäten und die tatsächliche Nachfrage.
Bedarfsplanung im Ganztag ist anspruchsvoll, da die Nachfrage stärker schwankt als im Elementarbereich. Eine digitale Grundlage schafft hier Sicherheit durch eine individuelle Konfiguration der Angebote. In der Little-Bird-Lösung können Kommunen festlegen, ob Eltern eine einfache Anmeldung tätigen oder sich individuell aus verschiedenen Modulen (wie etwa Früh- und Nachmittagsbetreuung oder Ferienmodule) ihre Betreuung zusammenstellen. So wird aus vagen Schätzungen eine belastbare Datenbasis für politische Gremien und die Haushaltsplanung.
Im laufenden Betrieb zeigt sich der Nutzen digitaler Lösungen besonders im Zeitgewinn für das pädagogische Personal. Über Terminals lässt sich das Kommen und Gehen der Kinder per QR-Code oder RFID-Chip erfassen. Da Terminals spezifischen Räumen zugeordnet werden können, ist der Aufenthaltsstatus jedes Kindes jederzeit einsehbar – ein entscheidender Vorteil für die Aufsichtspflicht.
Auch die Organisation des Mittagessens ist oft herausfordernd. Die digitale Speiseplanung und KIKOM Pay automatisieren diesen Prozess mit einer zusätzlichen App. Eltern können darin Mahlzeiten buchen oder stornieren. Die Abrechnung der Gebühren erfolgt digital in der jeweiligen Schule oder Trägereinrichtung. Durch Schnittstellen zu Caterern werden Bestellprozesse synchronisiert und Ausgaben automatisch dokumentiert.
In bestehende Strukturen einfügen
Ein moderner digitaler Verwaltungsprozess muss sich in bestehende Strukturen einfügen. Little Bird bietet daher maßgeschneiderte Schnittstellenlösungen etwa zu kitaplus, KiTaPro, adebisKITA oder Vivendi. So bleibt der Datenfluss für die Ganztagsbetreuung medienbruchfrei, auch wenn in den Fachämtern und Trägerverwaltungen unterschiedliche Softwarelösungen im Einsatz sind.
Mit dem neuen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung steigt der kommunikative Druck. Familien fordern nachvollziehbare Verfahren, die Politik erwartet belastbare Zahlen. Wer valide Daten hat, kann Entscheidungen erklären und Fortschritt messbar machen. Das erhöht die Akzeptanz und stärkt die Position der Kommune in der öffentlichen Debatte. Insbesondere in der Ganztagsbetreuung wird Steuerungsfähigkeit zum Standortfaktor: Familienfreundlichkeit zeigt sich zunehmend auch digital.
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung beschleunigt eine Entwicklung, die Kommunen ohnehin bewältigen müssen: steigende Komplexität bei knappen Ressourcen. Wer jetzt die digitale Brücke zwischen Kita und Schulkindbetreuung baut, schafft Zuverlässigkeit im Alltag und Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Denn gute Betreuung beginnt in der Organisation, die sie ermöglicht.
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe April 2026 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Kfz-Zulassung: Erprobung zeigt Modernisierungspotenzial
[27.10.2026] Ein Erprobungsprojekt des IT-Planungsrats zeigt, wie sich die Kfz-Zulassung bürgerfreundlicher und effizienter gestalten lässt. Im Fokus stehen ein besserer Zugang zu digitalen Angeboten, die Bündelung von Support-Anfragen und die Digitalisierung bislang nicht online abwickelbarer Sonderfälle. Die Ergebnisse sollen in die weitere Modernisierung der Kfz-Zulassung einfließen. mehr...
Lämmerzahl: Einheitliche Plattform für die Sozialverwaltung
[27.10.2026] Die geplante Sozialstaatsreform stellt Kommunen auch bei der Digitalisierung ihrer Verwaltungsprozesse vor neue Herausforderungen. Der Softwareanbieter Lämmerzahl sieht in integrierten Fachverfahren einen wesentlichen Schlüssel, um gesetzliche Anforderungen effizient umzusetzen und die Sozialverwaltung langfristig zu entlasten. mehr...
G&W Software: BIM-basierte Kostenermittlung
[22.10.2026] Auf der BIM World Munich 2026 zeigt G&W Software, wie sich Mengen- und Kostenermittlungen aus digitalen Bauwerksmodellen weitgehend automatisieren lassen. Neue Funktionen der AVA-Software CaliforniaX sollen zudem den Datenaustausch zwischen Projektbeteiligten erleichtern. mehr...
Osnabrück: Basis für Finanzprozesse
[19.10.2026] Im Rahmen des Projekts RISE 4 OS stellt die Stadt Osnabrück ihre Finanzprozesse auf SAP S/4HANA Cloud Private Edition um. Neben dem Plattformwechsel stehen standardisierte Prozesse, Datenmigration und Changemanagement im Mittelpunkt. mehr...
Bremen: Vorreiter bei der digitalen Baugenehmigung
[14.10.2026] Seit Juli 2026 können Bauanträge in der Stadtgemeinde Bremen ausschließlich digital eingereicht werden. Auch die Bearbeitung und Bescheidung erfolgen vollständig elektronisch. Damit setzt Bremen bereits um, was der Bund bis 2028 als verbindlichen Regelweg etablieren will. mehr...
Stuttgart: BIM stadtweit auf Kurs bringen
[12.10.2026] Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart baut den Einsatz von Building Information Modeling (BIM) weiter aus. Neben neuen Projekten stehen dabei gemeinsame Standards, eine bessere Datenqualität und eine stadtweite IT-Architektur für digitale Bauwerksdaten im Fokus. mehr...
Lübeck: Finanzwesen aus einer Hand
[12.10.2026] Die Hansestadt Lübeck hat sich für ein Finanzsoftware-Paket von Komm.ONE entschieden. Der IT-Dienstleister aus Baden-Württemberg übernimmt auch Betrieb und Support. Das Einführungsprojekt für die SAP-basierten Anwendungen startete am 1. Oktober 2026. mehr...
ekom21 / GovConnect: Kooperation bei Ordnungswidrigkeiten
[06.10.2026] Die kommunalen IT-Dienstleister ekom21 und GovConnect wollen bei der Digitalisierung von Ordnungswidrigkeitenverfahren enger zusammenarbeiten. Ziel ist ein gemeinsames, cloudfähiges und sicheres Produktportfolio. mehr...
Smart Country Convention: S-Public Services verbindet digitale Verwaltungsprozesse
[05.10.2026] S-Public Services zeigt auf der Smart Country Convention Lösungen, die digitale Anträge, interne Bearbeitung und Bezahlung miteinander verbinden. Im Mittelpunkt stehen die Anwendungen PublicForms und PublicFlow sowie verschiedene digitale Bezahlverfahren. mehr...
Detmold: Ohne Papier zur Baugenehmigung
[30.09.2026] Ab Anfang Oktober müssen Bauanträge bei der Stadt Detmold digital eingereicht werden. Das Bauportal.NRW und die Kommunikationsplattform ELAN Classic sollen von der Antragstellung über den Austausch bis zur Bearbeitung einen medienbruchfreien Ablauf ermöglichen. mehr...
Friedhofsverwaltung: Stimmiges Gesamtkonzept
[29.09.2026] Selbst Friedhöfe sind von der Digitalisierung betroffen. Moderne, webbasierte Software hilft Friedhofsverwaltungen, ihre Aufgaben besser zu organisieren. Zudem schafft sie für Angehörige mehr Verlässlichkeit in einem sensiblen Umfeld. mehr...
Wennigsen: Ferienbetreuung digital buchen
[21.09.2026] Die Gemeinde Wennigsen setzt für die Anmeldung zur Ganztagsbetreuung in den Herbstferien die Fachsoftware NOLIS | Schulkind ein. Nach Angaben des Anbieters lagen zwischen Bereitstellung und Produktivbetrieb lediglich zwei Wochen. mehr...
Märkischer Kreis: WiNOWiG im Echtbetrieb
[15.09.2026] Der Märkische Kreis hat die Umstellung auf die Software WiNOWiG abgeschlossen. Die Lösung für die Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten soll schrittweise das bislang eingesetzte Verfahren SC-OWi ablösen. Weitere Kreise und Kommunen sollen folgen. mehr...
Kreis Calw: Führerscheinwesen neu aufgestellt
[08.09.2026] Der Landkreis Calw hat sein Führerscheinwesen mithilfe des kommunalen IT-Dienstleisters Komm.ONE auf ein neues Fachverfahren umgestellt. Die Einführung von KM-Fahrerlaubnis ist ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung der Verwaltungsdienstleistungen im Bereich Verkehrswesen. mehr...
Gewerbewesen: Praxisbewährte Lösungen statt Schlagworte
[08.09.2026] Die Modernisierung und Vereinfachung von Gründungsverfahren ist aktuell ein großes Thema und wird im Rahmen des Bundesprojekts „Schneller Gründen“ derzeit in neun Pilotkommunen erprobt. Dabei sind die Voraussetzungen zur schnellen Unternehmensgründung längst vorhanden und die digitalen Prozesse werden bereits intensiv genutzt. Darauf weist jetzt das Unternehmen EDV Ermtraud hin. mehr...



















