Montag, 20. April 2026

OberhausenInnovative Zusammenarbeit für KI

[20.04.2026] Die Stadt Oberhausen hat gemeinsam mit anderen Kommunen und IT-Dienstleistern eine Kooperationsgemeinschaft für KI-Lösungen aufgebaut. Für das Projekt KommI wurde die Stadt jetzt vom Land Nordrhein-Westfalen mit dem Preis für innovative interkommunale Zusammenarbeit gewürdigt.

Kooperationsgemeinschaft KommI hat den Landespreis für innovative Zusammenarbeit in NRW erhalten.

v.l.: Sebastian Tietz, kdvz; Dr. Hanna Sommer, Deutscher Städtetag; Philip Gyamfi-Poku, Hendrik Wächter und Boris van Benthem, Stadt Oberhausen; Kerstin Pliquett, KDN; Thomas Hunsteger-Petermann, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen; Michael Jehn, Stadt Oberhausen; Manfred vom Sondern, gkd-el; Daniel Sieveke, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen

(Bildquelle: Stadt Oberhausen)

Für ihr Projekt „KommI – Kommunale Intelligenz“ ist die Stadt Oberhausen jetzt mit dem Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit in NRW ausgezeichnet worden. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung verlieh den Preis in der Kategorie Kommunale Pflichtaufgaben und Innere Verwaltung.

Mit dem Landespreis würdigt das Land Nordrhein-Westfalen besonders innovative und nachahmenswerte Projekte, die Kommunen gemeinsam entwickeln und umsetzen. Ziel des Wettbewerbs ist es, erfolgreiche Kooperationsmodelle sichtbar zu machen und ihre Übertragbarkeit auf andere Kommunen zu fördern.

„Interkommunale Zusammenarbeit gewinnt angesichts des demografischen Wandels, der Digitalisierung und sich verändernder technischer sowie wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter an Bedeutung. Wir freuen uns sehr, dass das Engagement der Stadt Oberhausen und der beteiligten Kommunen mit der Verleihung des Landespreises gewürdigt wird“, so Michael Jehn, Beigeordneter der Stadt Oberhausen. „Digitalisierung zusammen in der kommunalen Familie anzugehen ist der richtige Weg, um Verwaltungen bürgernäher und moderner zu gestalten“, betont Oberbürgermeister Thorsten Berg.

Kommunale KI-Kompetenz bündeln

Mit KommI hat die Stadt Oberhausen gemeinsam mit anderen Kommunen und IT-Dienstleistern, wie der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale (kdvz) Rhein-Erft-Rur und der Gelsenkirchener Kommunalen Datenzentrale Emscher-Lippe (gkd-el), eine Kooperationsgemeinschaft für KI-Lösungen aufgebaut. Ziel ist es, praxistaugliche Anwendungen für kommunale Verwaltungen zu entwickeln, gemeinsam nutzbar zu machen und die Digitalisierung effizient voranzubringen. Der Vorteil: Die einzelnen Kooperationspartner können sich auf die Entwicklung der für sie relevanten Anwendungsfälle konzentrieren und arbeitsteilig möglichst viele Schnittstellen zu kommunalen Daten und Fachverfahren entwickeln.

Wie die Stadt Oberhausen weiter mitteilt, steht neben dem allgemeinen Erfahrungsaustausch zum kommunalen KI-Einsatz die Entwicklung von KI-Adaptern für kommunale Daten und Fachverfahren im Zentrum der Kooperationsgemeinschaft. KI-Adapter werden benötigt, um kommunale Daten und Fachverfahren datenschutzkonform mit den Sprachmodellen einer KI zu verbinden. Auf diese Weise können Verwaltungsmitarbeitende Informationen aus bestehenden Systemen einfacher für ihre tägliche Arbeit nutzen. Bereits entwickelt wurden unter anderem Anbindungen an das Ratsinformationssystem ALLRIS von Anbieter CC e-gov, an verschiedene Wissensplattformen sowie an die urbane Datenplattform Civitas Core.

KDN koordiniert die Zusammenarbeit

Koordiniert und organisatorisch begleitet wird die Kooperationsgemeinschaft KommI vom KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister. Der KDN strukturiert die Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen und IT-Dienstleister, fördert den Austausch, bündelt Finanzmittel und unterstützt die gemeinsame Weiterentwicklung der erarbeiteten Lösungen. So trägt der KDN dazu bei, dass Erfahrungen zusammengeführt, Entwicklungsprozesse abgestimmt und Ergebnisse für eine breite kommunale Nachnutzung zugänglich gemacht werden.

„KommI zeigt eindrucksvoll, worauf es heute ankommt: Um auf der kommunalen Ebene dauerhaft handlungsfähig zu bleiben, müssen wir die Vielfalt kommunaler Lösungen vereinen und daraus Stärke gewinnen“, so KDN-Geschäftsleiterin Kerstin Pliquett. Beim Einsatz von KI für Verwaltungsprozesse stehe man erst am Anfang ganz neuer Szenarien. Pliquett: „Wenn wir uns auf ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Weg fokussieren, wirkt sich das positiv auf die Leistungsfähigkeit, die Wirtschaftlichkeit und die Schnelligkeit bei der Integration von KI-Lösungen aus. Genau das brauchen unsere Kommunen im Land: mehr Standards, mehr Verlässlichkeit, mehr Sicherheit bei der Nutzung moderner Technologien.“

Zusammen ist besser

„KI-Lösungen passgenau für die kommunalen Daten und Fachverfahren zu entwickeln ist ein höchst innovativer Ansatz. KommI stellt in der IT-Dienstleistungslandschaft des Landes Nordrhein-Westfalen ein Novum dar und ist ein starkes Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit Innovation beschleunigen kann“, so Boris van Benthem, CIO der Stadt Oberhausen.

Die interkommunale Zusammenarbeit an KommI unter dem Motto „Zusammen ist besser!“ stehe bundesweit allen Kommunen offen, teilt die Stadt Oberhausen weiter mit. Die Bereitstellung aller Ergebnisse als Open Source sowie die Nutzung einheitlicher Basistechnologien bei allen Kooperationspartnern sichere die Nachnutzbarkeit der Ergebnisse auch außerhalb der Kooperationsgemeinschaft. Auf diese Weise entstünden digital souveräne Lösungen für Kommunen im KI-Umfeld.





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