Donnerstag, 5. November 2026

BayernAufenthaltstitel flächendeckend online

[05.11.2026] In Bayern können Aufenthaltstitel jetzt bei allen Ausländerbehörden digital beantragt werden. Damit ist das erste von fünf Vorhaben der Nationalen Digitaloffensive abgeschlossen. Die Initiative soll den Roll-out bestehender Online-Dienste beschleunigen.
Flagge mit blau-weißen Rauten

Die AKDB, die bayerische Kommunen bei der Einführung von fünf digitalen Verwaltungsleistungen unterstützt, meldet die landesweite Verfügbarkeit von „Aufenthalt Digital“.

(Bildquelle: Juliane Liebermann/Unsplash)

Der in Brandenburg entwickelte Online-Dienst „Aufenthalt Digital“ ist inzwischen an alle bayerischen Ausländerbehörden angebunden. Wie die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) mitteilt, wurde der landesweite Roll-out mehr als zwei Monate vor der vereinbarten Frist abgeschlossen. Die AKDB verantwortet als Generalunternehmerin für Bayern die technische Integration, koordiniert den Roll-out und unterstützt die Kommunen bei der Einführung der digitalen Verwaltungsleistungen. Das Angebot umfasst zehn mehrsprachig verfügbare Online-Dienste für unterschiedliche aufenthaltsrechtliche Anliegen, etwa zu Ausbildung, Erwerbstätigkeit oder Familiennachzug. Die Antragsdaten können maschinenlesbar an die Fachsoftware der zuständigen Ausländerbehörden übermittelt werden.

Gemeinsamer Roll-out für fünf Bereiche

Die Nationale Digitaloffensive wurde im Januar 2026 vom Bund und den Ländern Bayern und Hessen gestartet. Sie soll bereits bestehende Online-Dienste durch standardisierte Einführungsprozesse flächendeckend verfügbar machen und als Modell für eine bundesweite Umsetzung dienen. Bayern und der Bund haben dafür eine Pilotkooperation vereinbart (wir berichteten). Im Freistaat stehen fünf Leistungsbereiche im Mittelpunkt: die elektronische Wohnsitzanmeldung, aufenthaltsrechtliche Verfahren, das Führerscheinwesen, waffenrechtliche Leistungen sowie digitale Bauantragsverfahren.

Die AKDB setzt das Vorhaben gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales, der BayKommun, der Bundes-Generalunternehmerin govdigital und dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung um. „Dass die Dienste des ‚Aufenthalt Digital‘ in so kurzer Zeit flächendeckend in ganz Bayern ausgerollt werden konnten, ist ein großer gemeinsamer Erfolg. Er zeigt, dass wir mit gebündelten Kräften und standardisierten Prozessen auch komplexe Digitalisierungsprojekte schnell in die kommunale Praxis bringen können“, erklärt Rudolf Schleyer, Vorstandsvorsitzender der AKDB.

Weitere Dienste werden angeschlossen

Über alle fünf Leistungsbereiche hinweg sind nach Angaben der AKDB inzwischen 1.393 von 1.808 vorgesehenen Behördenanbindungen umgesetzt. Bis Ende 2026 sollen die zentralen Verwaltungsleistungen flächendeckend digital bereitstehen. Neben dem Roll-out entwickelt die AKDB die digitalen Angebote weiter. Bei „Aufenthalt Digital“ unterstützt der KI-gestützte Intelligente Verwaltungsassistent iva.AT die Antragstellenden bei der Eingabe und Überprüfung ihrer Angaben. Er soll dazu beitragen, dass Anträge möglichst korrekt und vollständig eingereicht werden. Nach Angaben Schleyers kommt der Assistent inzwischen bei 160 Ausländerbehörden deutschlandweit zum Einsatz.



Stichwörter: Allgemein, AKDB,


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