Freitag, 9. Oktober 2026

Merseburger DigitaltageAustausch über Smart City und digitale Verwaltung

[07.09.2026] Rund 700 Fachleute trafen sich Ende August bei den Merseburger Digitaltagen 2026 zum Austausch über Smart City und digitale Verwaltung. Im Mittelpunkt standen konkrete Anwendungen wie die digitale Baugenehmigung, Digitale Zwillinge und neue Funktionen für Verwaltungsprozesse.

Die Merseburger Digitaltage fanden wie gewohnt in der Hochschule Merseburg statt.

(Bildquelle: Vincent Grätsch)

Die Merseburger Digitaltage 2026 haben Ende August rund 700 Fachleute aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammengebracht. Wie die Veranstalter mitteilen, standen am 26. und 27. August auf dem Campus der Hochschule Merseburg vor allem digitale Teilhabe, kommunale Anwendungen und der Praxistransfer digitaler Lösungen im Mittelpunkt.

Unter dem Motto „Smart City und Digitale Verwaltung – Wir bringen Lösungen in die Praxis!“ bot die Veranstaltung Vorträge, Workshops, Best-Practice-Beispiele und Fachforen. Zum Auftakt sprachen unter anderem Sachsen-Anhalts Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Lydia Hüskens, der Präsident der Föderalen IT-Kooperation (FITKO), André Göbel, der Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Alexander Handschuh, sowie Vertreter aus Bundes- und Landesverwaltung, Datenschutz und IT-Wirtschaft.

Schwerpunkt kommunale Praxis

Einen Schwerpunkt bildete die kommunale Praxis. Die Stadt Halle (Saale) stellte ihr datengestütztes Innenstadtmanagement vor. Dabei kommt ein Digitaler Zwilling zum Einsatz. Die Stadt beteiligt sich als Smart-City-Modellkommune an der Entwicklung und Erprobung digitaler Anwendungen für die Stadtentwicklung.

Auch die EfA-Lösung „Digitale Baugenehmigung“ stand im Fokus. Am 26. August fand dazu erstmals ein eigener Anwendertag statt. Untere Bauaufsichtsbehörden aus mitnutzenden Ländern berichteten über ihre Erfahrungen mit der Lösung. Die Teilnehmenden diskutierten zudem den aktuellen Stand des Roll-outs und geplante Weiterentwicklungen.

Dabei ging es auch um neue Online-Dienste. Vorgestellt wurden unter anderem Anwendungen für fliegende Bauten, den Denkmalschutz, die Akteneinsicht und die Eintragung in das Baulastverzeichnis. Die Dienstleister brain-SCC und BearingPoint präsentierten zudem neue Funktionen. Dazu gehören BIM-Anwendungen, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, eine Lagefacette mit Geodaten sowie die Anbindung von NOOTS an di.BAStAI.

Schopkauer Runde

Der zweite Veranstaltungstag setzte auf parallele Anwendersessions. Die Themen reichten von konkreten Verwaltungsanwendungen bis zu neuen Technologien. brain-SCC stellte bei seinem 18. Anwendertag unter anderem Neuerungen im Vorgangsraum vor, einer Plattform für digitale Verwaltungsprozesse.

Ein weiteres etabliertes Format war die Schkopauer Runde. Dort tauschen sich Kommunen, Landkreise und die Landesregierung von Sachsen-Anhalt über Anforderungen an die Verwaltungsdigitalisierung aus. Im Mittelpunkt stehen praktische Lösungen, die Verwaltungen mit begrenzten Ressourcen umsetzen können.

Auch die Nutzung der Online-Ausweisfunktion war Thema. Der Verein buergerservice.org sammelte während der Veranstaltung Unterschriften für die Merseburger eID-Erklärung. Sie fordert, das Online-Ausweisen einfacher und verlässlicher zu machen und stärker im Verwaltungsalltag zu verankern. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich zahlreiche Teilnehmer aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an der Erklärung.

Fragen der Gründung

Die Veranstaltung griff zudem Fragen der Gründung und sozialen Innovation auf. Partner aus dem Netzwerk SIGUSA, dem Gründungscampus HoMe sowie weitere Organisationen boten Gründungsinteressierten eine Plattform, um eigene Ideen und Projekte vorzustellen.

Für IT-Anbieter und Verwaltungsvertreter standen vier Ausstellerforen zur Verfügung. In jeweils 30-minütigen Fachvorträgen präsentierten die Aussteller Software, technische Entwicklungen und Anwendungsbeispiele aus der öffentlichen Verwaltung. Anschließend blieb Raum für Fragen und Diskussionen.

Die Merseburger Digitaltage werden von den Unternehmen brain-SCC und MITZ sowie der Hochschule Merseburg, der Stadt Merseburg, der Stadt Halle (Saale), dem Landkreis Saalekreis und dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt getragen. Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem vom Databund, dem Cluster IT Mitteldeutschland und weiteren Netzwerken und Organisationen.

Die fünften Merseburger Digitaltage sollen am 25. und 26. August 2027 stattfinden.





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