Montag, 7. September 2026

eGovernment Monitor 2025Bereit für die volldigitale Verwaltung

[03.07.2025] Die Initiative D21 hat erste Ergebnisse ihres diesjährigen eGovernment Monitor veröffentlicht. Demnach stößt eine rein digitale Verwaltung mit Unterstützungsangeboten, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, bei den Bürgerinnen und Bürgern auf breite Zustimmung. Als Rahmenbedingungen sind einfache Sprache und menschliche Unterstützung besonders gefragt. 


Die Mehrheit der Deutschen kann sich vorstellen, Behördenangelegenheiten bis 2030 rein digital zu erledigen.

(Bildquelle: yurayaryna/123rf.com)

Papierformulare ausfüllen, anstehen, warten – 2030 könnte damit Schluss sein. Denn zwei von drei Deutschen können sich gut vorstellen, bis dahin sämtliche Behördenanliegen nur noch digital zu erledigen. Das zeigt eine Vorab-Auswertung des eGovernment Monitor 2025, welcher jährlich von der Initiative D21 und der Technischen Universität München herausgegeben wird (wir berichteten). Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage von über 8.000 Internetnutzenden, durchgeführt im April 2025.  

Die Kernfrage der diesjährigen Studie lautete dabei: Wie reagieren die Bürgerinnen und Bürger auf die Vorstellung, dass alle Verwaltungsleistungen bis zum Jahr 2030 ausschließlich digital verfügbar sind – ohne Papierformulare? Das Ergebnis: 34 Prozent begrüßen dies ausdrücklich, weitere 34 Prozent können sich das prinzipiell gut vorstellen, haben aber noch Fragen oder Bedenken. 20 Prozent sind zwar kritisch eingestellt, können es sich aber unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen. Nur neun Prozent lehnen dies klar ab und bestehen auf analoge Angebote.  

Wie die Initiative D21 weiter mitteilt, zeigen sich – wenig überraschend – insbesondere junge Menschen offen für digitale Verwaltungsangebote: 40 Prozent der Befragten aus der Generation Z halten „Digital Only“ für selbstverständlich. Auf Ebene der Bundesländer zeigen sich vor allem die Einwohner der Stadtstaaten Berlin (41 Prozent), Bremen (40 Prozent) und Hamburg (38 Prozent) überdurchschnittlich offen für eine rein digitale Verwaltung.  

Digital Only heißt nicht Online Only 

„Wer noch skeptisch gegenüber Digital Only ist, möchte spürbare Vorteile und Unterstützungsleistungen, wenn die Verwaltung rein digital wird“, sagt Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21. „Und das ist auch möglich, denn Digital Only heißt nicht Online Only.“ So wünschen sich 47 Prozent der eher skeptischen Befragten, dass digitale Anträge den Vorteil einer schnelleren Bearbeitung mit sich bringen. Ebenso wichtig ist Unterstützung bei der digitalen Abwicklung: Telefonische Hilfe (42 Prozent), persönliche Anlaufstellen (40 Prozent) und einfache Sprache (39 Prozent) rangieren hier ganz oben. 

Auch ältere Menschen lehnen „Digital Only“ nicht grundsätzlich ab: Ihnen geht es vor allem um die Verständlichkeit der Angebote. So wünschen sich laut dem aktuellen eGovernment Monitor 44 Prozent der Generation bis 1945 (80 Jahre und älter) vereinfachte Texte, fast 40 Prozent würden telefonische Unterstützung nutzen.

„Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen in Deutschland sind bereit für eine volldigitale Verwaltung – und das oft mehr, als manche glauben. Wenn wir die Vorteile der Digitalisierung wirklich nutzen wollen, muss die deutsche Verwaltung konsequent Digital Only werden. Das heißt: Verwaltungsprozesse werden intern wie extern vollständig digital, Papierformulare und analoge Doppelstrukturen gehören der Vergangenheit an“, kommentiert Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. „Das bringt schnellere Verfahren, weniger Bürokratie, mehr Transparenz und spart Zeit und Kosten für alle. Für diejenigen, die darüber hinaus Unterstützung brauchen, schaffen wir gezielte Hilfsangebote – damit niemand abgehängt wird.“

„Digital Only hat auch den Vorteil, dass die Verwaltung dadurch den Druck hat, die digitalen Angebote so zu gestalten, dass auch weniger Affine sich dort zurechtfinden“, ergänzt Marc Reinhardt, Präsident der Initiative D21. „Digital Only“ dürfe jedoch nicht heißen: Kein Kontakt mehr. Vielmehr bedeute es bessere Services, mit digitalem Rückgrat und menschlicher Unterstützung.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bürgerservice
Mann und Frau halten der Kamera ein Laptop entgegen, darauf Formular

Gütersloh: Bauanträge nur noch online

[04.09.2026] Gütersloh macht das Bauportal.NRW ab September zum alleinigen Einreichungsweg für Bauanträge. Auch die weitere Kommunikation im Genehmigungsverfahren erfolgt digital. Daneben erweitert die Stadt ihr Bürgerportal um Online-Anträge und Terminvereinbarungen des Jugendamts. mehr...

Ein Mann und eine Frau stehen für ein gemeinsames Foto vor einer blauen Wand und schauen in die Kamera.

Niedersachsen: Wie können Kommunen digitaler werden?

[03.09.2026] Dataport und das Land Niedersachsen haben rund 250 Kommunen bei der digitalen Transformation begleitet. Ihr Abschlussbericht stellt vor allem organisatorischen Handlungsbedarf fest und empfiehlt gemeinsame Standards, zentrale Dienste sowie mehr Qualifizierung. mehr...

Drei Menschen mit Monitoren in einem Büro

NOLIS/public.consulting: Kommunale Datenpflege

[01.09.2026] NOLIS und public.consulting bieten Kommunen einen gemeinsamen Service für die Datenpflege kommunaler Online-Portale an. Das Angebot verbindet die NOLIS-Software mit externer Datenpflege und soll Verwaltungen bei der laufenden Aktualisierung ihrer Inhalte entlasten. mehr...

Junger Mann sitzt mit Laptop, Taschenrechner und einigen Papieren in sorgenvoller Haltung am Schreibtisch.

Stadtwerke Lübeck Solutions/ITV.SH: Hohe Erwartungen an digitale Verwaltung

[27.08.2026] Viele Menschen in Schleswig-Holstein erwarten nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen. Für Kommunen ist deren Umsetzung aber mitunter aufwendig. Stadtwerke Lübeck Solutions und ITV.SH wollen deshalb die Nachnutzung bewährter Lösungen erleichtern. mehr...

Landkreis Augsburg: Integreat-App erweitert

[26.08.2026] Neuzugewanderte im Landkreis Augsburg können Informationen in der Integreat-App künftig über einen Chat-Assistenten suchen. „Frag Integreat“ beantwortet frei formulierte Fragen auf Basis der vom Landkreis bereitgestellten Inhalte. mehr...

Dinslaken: Digitales Serviceangebot erweitert

[21.08.2026] Die Stadt Dinslaken erweitert ihr digitales Serviceangebot um neue Online-Dienste im Bürgerbüro und in der Ausländerbehörde. Erstmals prüft dabei auch eine KI hochgeladene Unterlagen, während eine Dokumentenbox die Abholung von Aufenthaltstiteln vereinfacht. mehr...

Gemeinde Jork: App für Verwaltungsinformationen und digitale Dienste eingeführt

[19.08.2026] Die Gemeinde Jork bündelt Verwaltungsinformationen und digitale Dienste in einer eigenen Smartphone-App. Grundlage ist die NOLIS | CityApp, die Inhalte direkt aus dem bestehenden Content Management System übernimmt und so den Bürgerservice auf einem weiteren Kanal verfügbar macht. mehr...

Rathaus Schöneberg, Außenansicht im Sommer

Berlin: New Work im Bürgeramt

[11.08.2026] Berlin erprobt, wie Frontoffice, Backoffice und Ausbildung in einem Großraumbüro organisiert werden können. Das Pilotprojekt soll zugleich moderne Arbeitsformen testen und einen Gestaltungs- und Organisationsrahmen für weitere Bürgerämter entwickeln. mehr...

Rheinufer Düsseldorf mit Rheinturm

Studie: Diese Bürgerämter sind digital spitze

[06.08.2026] Auch in diesem Jahr hat die Gisma University of Applied Sciences untersucht, wie weit die Bürgerämter in den 20 größten deutschen Städten digitalisiert sind. Den Spitzenplatz konnte Düsseldorf erobern, gefolgt von München, Frankfurt, Berlin und Essen. mehr...

Stuttgart: Bürgerbüros setzen auf digitale Services

[04.08.2026] Die Bürgerbüros in Stuttgart wollen künftig Online-Services und die Online-Terminvergabe noch stärker in den Mittelpunkt rücken. mehr...

In Nordrhein-Westfalen soll der digitale Gang aufs Rathaus künftig zur Regel werden.

Leverkusen: Neue digitale Dienste

[03.08.2026] Leverkusen baut seinen digitalen Bürgerservice aus. Den neuen Online-Antrag auf Grundsicherung begleitet die Stadt mit gezielten Informationen für Betroffene und rechtliche Betreuende. Auch Feinstaubplakette und Fischereiabgabe lassen sich nun digital erledigen. mehr...

eine Reihe von Personen steht in einem Büro

Bad Berleburg: Entspannter Start für digitalen Bürgerservice

[30.07.2026] Die Einführung der neuen digitalen Lösungen für die Terminvereinbarung und die Besuchersteuerung wurde in der Stadt Bad Berleburg detailliert vorbereitet. Das machte sich bezahlt: Beim Go-Live im April dieses Jahres lief das neue System von Beginn an stabil. mehr...

Mann im Rollstuhl bedient ein Self-Service-System in einem Rathaus

Richtlinie: Interaktive Systeme barrierefrei gestalten

[29.07.2026] Eine aktuelle Richtlinie des Unternehmens Werkstation unterstützt unter anderem öffentliche Auftraggeber, Kommunen und Verkehrsbetriebe dabei, Kioskterminals, Informationsstelen und Self-Service-Systemen barrierefrei zu gestalten. mehr...

Eine Hand hält ein Smartphone aus dem rote Rechtsparagraphen fliegen

Lohmen: Einführung von digitaler Satzungsverwaltung

[29.07.2026] Die Gemeinde Lohmen digitalisiert als erste Kommune in Sachsen ihre Satzungsverwaltung mit einem zentralen System für kommunales Recht. Das Projekt soll Verwaltungsabläufe vereinfachen, Ortsrecht transparenter machen und neue Möglichkeiten für die digitale Bereitstellung kommunaler Vorschriften schaffen. mehr...

Die digitale Wohnsitzanmeldung erspart Bürgerinnen und Bürgern nach einem Umzug den Amtsbesuch – und entlastet die Bürgerämter. In Hessen startet jetzt der Roll-out.

Braunschweig: Wohnsitzanmeldung ab sofort digital

[23.07.2026] Braunschweig hat die elektronische Wohnsitzanmeldung freigeschaltet. Umzüge innerhalb der Stadt und Zuzüge lassen sich damit ohne Termin beim Amt erledigen. Die Authentifizierung erfolgt mit einem geeigneten Ausweis und der AusweisApp. mehr...