NeukirchenBürger-KI für das Dorf

Martin Dellwing präsentiert Tobi vor dem Haus der Vereine.
KI-bearbeitete Illustration auf Basis eigener Fotos.
(Bildquelle: Martin Dellwing / kommunity360)
In der nordfriesischen Gemeinde Neukirchen wird derzeit die Plattform kommunity360 erprobt. Dahinter steht das Unternehmen Dellwing Online, dessen Geschäftsführer Martin Dellwing aus einem Ortsteil Neukirchens stammt. Das Angebot soll lokale Informationen zentral bündeln und Bürgerinnen und Bürgern über verschiedene digitale Zugänge bereitstellen. Neben einem Ortsportal gehören eine Bürger-App, eine Browser-Redaktion und der KI-Assistent Tobi zum Konzept.
Der KI-Assistent beantwortet nach Angaben von Dellwing Online Fragen per Sprache oder Texteingabe. Grundlage ist ein lokaler Datenbestand, der unter anderem Informationen zu Veranstaltungen, Müllabfuhr, Vereinen, Unternehmen, Sehenswürdigkeiten und wichtigen Anlaufstellen enthält. Verbindliche Auskünfte und amtliche Bekanntmachungen sollen weiterhin den zuständigen Stellen vorbehalten bleiben.
Die Informationen können zudem unabhängig vom KI-Assistenten direkt im Ortsportal abgerufen werden. Für die Pflege der Inhalte steht berechtigten Redakteuren eine Browser-Anwendung zur Verfügung. Dort lassen sich beispielsweise Kontaktdaten, Beschreibungen, Termine und Öffnungszeiten bearbeiten. Änderungen werden in einem zentralen lokalen Datenbestand hinterlegt, aus dem wiederum die verschiedenen digitalen Angebote versorgt werden.
Das Ortsportal und die Browser-Redaktion werden bereits im Pilotbetrieb eingesetzt. Eine separate Redaktions-App für die mobile Inhaltspflege wurde für iOS und Android zur Prüfung in den jeweiligen App Stores eingereicht. Sie ist von der Bürger-App unabhängig.

Dellwing Online entwickelt Lösungen im Bereich Künstliche Intelligenz und Automatisierung. Nach eigenen Angaben gehörte es 2025 mit einer KI-Lösung für Partnerkommunikation und Kunden-Onboarding zu den sechs Gewinnern des internationalen HighLevel AI Agent Contest.
Mit kommunity360 will Geschäftsführer Martin Dellwing diese Erfahrungen nun auf den kommunalen Bereich übertragen. Nach dem Pilotprojekt in Neukirchen ist zunächst ein schrittweiser Ausbau auf weitere Orte in Nordfriesland vorgesehen. Anschließend könnten Kommunen in anderen Teilen Schleswig-Holsteins und weiteren Regionen Deutschlands folgen. Aus dem lokalen Pilot soll so ein bundesweit übertragbares Modell werden.
Für diese Ausbauphase sucht das Unternehmen nach eigenen Angaben interessierte Städte und Gemeinden sowie Umsetzungspartner und Sponsoren. Die Erfahrungen aus Neukirchen sollen dabei zeigen, wie sich lokale Informationsangebote nach einem gemeinsamen Modell aufbauen, redaktionell pflegen und für verschiedene digitale Kanäle bereitstellen lassen.
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