Samstag, 24. Oktober 2026

Dokumenten-ManagementDie richtige Lösung finden

[26.10.2020] Für die Digitalisierung der Verwaltung spielt die elektronische Aktenführung eine wichtige Rolle. Die passende Lösung muss jedoch spezielle Anforderungen erfüllen.
E-Akten sind jederzeit und überall einsehbar.

E-Akten sind jederzeit und überall einsehbar.

(Bildquelle: viperagp/stock.adobe.com)

Standortunabhängigkeit, Medienfreiheit und beschleunigte Prozesse sind wichtige Ziele der Verwaltungsdigitalisierung. Die Basis dafür liefert die elektronische Aktenführung, wenn sie speziellen Kriterien entspricht. Sie sollte eine zentrale Plattform bieten, auf der die Daten gespeichert werden, um die Zusammenarbeit aller Parteien zu erleichtern. Sachbearbeiter mit entsprechenden Rechten haben dann jederzeit schnell Zugriff. Mit der Möglichkeit zum standortunabhängigen Arbeiten wird die Verwaltung nicht nur flexibler, sondern auch attraktiver für potenzielle Bewerber. Dazu muss eine App-Nutzung ebenso möglich sein, wie der Zugriff über einen Web-Browser, einen Rich Client oder eine Explorer-Integration. Der Browser sollte auf die Basistechnologie der Informationsplattform aufbauen und die Prozesse der digitalen Aktenführung und Sachbearbeitung optimieren. Die Vorgangsbearbeitung kann damit einfacher, schneller und auch aus dem Homeoffice zugänglich gestaltet werden.

Vordefinierte Berechtigungsrollen

In der öffentlichen Verwaltung werden oft personenbezogene Daten verarbeitet. Entsprechend müssen Mitarbeiter bei der elektronischen Aktenführung die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einhalten. Dafür sorgen vordefinierte Berechtigungsrollen. Bei Änderungen der Daten ist darüber hinaus eine Nachverfolgung möglich. Neben der DSGVO ist das Format xdomea zum Datenaustausch ebenso wichtig, wie XJustiz und XRechnung. Um elektronische Signaturen bearbeiten zu können, muss die elDAS-Verordnung erfüllt werden. Zudem ist das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) zu beachten, laut dem die Barrierefreiheit eine zentrale Anforderung für die E-Akte-Lösung ist. Dazu gehören eine kontrastreiche Gestaltung oder eine Vorlesefunktion.

Moderne Schnittstellenarchitektur

Auch eine moderne Schnittstellenarchitektur ist bei der Auswahl einer E-Akte-Lösung von großer Bedeutung, da darüber externe Dienste angeschlossen, die E-Akte an die Fachverfahren angebunden und Medienbrüche vermieden werden können. Darüber hinaus sind Schnittstellen zu Scannern essenziell für die Digitalisierung der Papierakten. Um im Scan-Prozess die Beweiskraft der Daten und Rechtssicherheit zu gewährleisten, ist es unerlässlich, dass die E-Akte-Lösung sowohl das ersetzende Scannen nach TR-RESISCAN als auch eine TR-ESOR-konforme Langzeitspeicherung erlaubt.

An öffentlichen Sektor anpassen

Für ein effizientes Arbeiten ist es besonders wichtig, dass die E-Akte genau an den öffentlichen Sektor angepasst ist, und das Fachvokabular der entsprechenden Behörde verwendet wird. Dies erleichtert die Einarbeitung, trägt zu einer intuitiven Bedienbarkeit bei und ermöglicht es, die E-Akte in bewährte Prozesse zu integrieren. Gleichzeitig sollte die Lösung modular und skalierbar sein, um sie Schritt für Schritt einzuführen und mitwachsen zu lassen.
Die Regierung hat das Organisationskonzept elektronische Verwaltungsarbeit und die Referenzarchitektur Elektronische Verwaltungsarbeit entwickelt, um die Auswahl der richtigen E-Akte zu erleichtern. Eine Lösung, die diesen beiden Leitfäden folgt, erfüllt alle Anforderungen, die zur erfolgreichen Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung nötig sind.

Alexander Dörner ist Leiter E-Government bei der Ceyoniq Technology GmbH.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Dokumenten-Management
Zwei Männer halten eine Torte mit der Aufschrift "20 Jahre komxwork"

komXwork: Mehr als eine Dokumentenablage

[23.10.2026] Das Dokumentenmanagementsystem komXwork der AKDB-Tochter digitalfabriX verbindet zentrale Ablage und elektronische Aktenführung. Fachverfahrensanbindung, Volltextsuche und webbasierter Zugriff ergänzen die Software, deren Entwicklung vor 20 Jahren begann. mehr...

Christoph Schnaudigel, Landrat Kreis Karlsruhe sitzt vor einem Rechner, ihm schauen über Schulter ein Dezernat des LRA Karlsruhe und regisafe Geschäftsführer Frank Schellmann

Kreis Karlsruhe: Beschlüsse digital freigeben

[08.10.2026] Das Landratsamt Karlsruhe digitalisiert seine Zeichnungs- und Freigabeprozesse. Mit einer neuen Workflow-Lösung von regisafe sollen Beschlüsse künftig automatisiert die vorgesehenen Freigabestufen durchlaufen und anschließend digital unterzeichnet werden. mehr...

Rathaus Siegburg, Außenansicht
bericht

Siegburg: Papierlos glücklich

[30.09.2026] Die Kreisstadt Siegburg hat die Kernsanierung ihres Rathauses genutzt, um die Verwaltungsdigitalisierung weiter voranzutreiben. Diese umfasst nicht nur die Digitalisierung von Prozessen, sondern eine grundlegende Veränderung der Verwaltungskultur. mehr...

Illustration, um eine Papierakte sind viele kleine digitale Akten platziert
bericht

E-Akte: Schrittweise zur Umsetzung

[24.09.2026] Mit kleinen, pragmatischen Lösungen die Digitalisierung Schritt für Schritt voranzutreiben, funktioniert besser, als alles auf einmal umsetzen zu wollen. Das verschafft Kommunen schnelle Erfolgserlebnisse. Etwa bei der Einführung der E-Akte. mehr...

zwei Personen stehen vor Kartons voller Akten

Vlotho: Bauaktenarchiv vollständig digitalisiert

[11.09.2026] Die Stadt Vlotho hat die Digitalisierung ihres Bauaktenarchivs abgeschlossen. Rund 6.500 Bauakten stehen nun digital zur Verfügung. Unterstützt wurde die Kommune dabei vom kommunalen IT-Dienstleister OWL-IT. mehr...

Die E-Akte ist eine der drei strategischen Säulen der Verwaltungsdigitalisierung.

Kreis Minden-Lübbecke: E-Akte eingeführt

[30.07.2026] Das Jugendamt des Kreises Minden-Lübbecke hat die E-Akte eingeführt und wurde dabei vom Dienstleister OWL-IT unterstützt. mehr...

d.velop: Europäische Kontrolle als Argument

[27.05.2026] Die Firma d.velop gehört zu den 16 weltweit agierenden Anbietern im aktuellen „Gartner Magic Quadrant for Document Management“. Als einziger Anbieter steht d.velop vollständig unter europäischer Eigentümerschaft und ist damit frei von US-Jurisdiktionsrisiken wie beispielsweise dem Cloud Act. mehr...

Papenburg_Neues_Rathaus
bericht

Papenburg: Verwaltung neu gedacht

[22.05.2026] Die Stadt Papenburg hat ihre Verwaltung in den vergangenen Jahren räumlich und digital modernisiert und so die Basis für effiziente, medienbruchfreie Prozesse geschaffen. Durch die konsequente Digitalisierung wurde der Arbeitsalltag nachhaltig verbessert. mehr...

Regale mit und ohne Akten_E-Akte-Projekt_Stadt Kassel

Kassel: Akten werden digitalisiert

[02.04.2026] Im Amt Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz der Stadt Kassel werden Akten gescannt und digitale Prozesse eingeführt. Zur Halbzeit sind bereits 1,5 Kilometer Akten digitalisiert und zwei große Archivräume komplett geleert worden. mehr...

Abstrakte Abbildung einer Hand, die Zahnräder in Bewegung setzt.

PDV: Digital souverän mit neuer VIS-Suite

[19.02.2026] Die VIS-Suite, die Enterprise-Content-Management-Plattform (ECM) aus dem Hause PDV, steht in einer neuen Version zur Verfügung. Mit einem modernen Sicherheitskonzept, der Integration Künstlicher Intelligenz, der Prozessautomation und einem neuen Release-Modell soll VIS 7.1 insbesondere die digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung stärken. mehr...

Kreis Kassel: E-Akte für’s Sozialamt

[06.02.2026] Der Kreis Kassel führt im Fachbereich Soziales die elektronische Aktenführung ein. Während der Umstellung können Unterlagen unter anderem über digitale Briefkästen eingereicht werden. mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur, über der Symbole für Dokumente und digitale Ordner schweben.

Frankfurt am Main: Sovero scannt für ekom21

[06.02.2026] Als gesetzter Partner des kommunalen IT-Dienstleisters ekom21 übernimmt sovero die Leitung und Durchführung von Scanprojekten im Rahmen der Aktendigitalisierung – so geschehen in einem Projekt der Bauaufsichtsbehörde in Frankfurt am Main. mehr...

Vektorgrafik die ein Tablet zeigt, auf dessen Bildschirm die Benutzeroberfläche der Software enaio zu sehen ist.

Geseke / Lippetal: Allgemeine Schriftgutverwaltung in enaio

[09.12.2025] Mit der allgemeinen Schriftgutverwaltung im Dokumentenmanagementsystem (DMS) enaio sollen Geseke und Lippetal künftig digital, effizient und medienbruchfrei arbeiten können. Dienstleister Südwestfalen-IT berichtet von einem erfolgreichen Roll-out der Optimal-Systems-Lösung. mehr...

Rathaus Stadt Wiesbaden

Wiesbaden: Ordnungsamt führt E-Akte ein

[07.11.2025] Im Wiesbadener Ordnungsamt arbeiten künftig die Waffen-, Jagd- und Fischereibehörde mit elektronischen Akten. mehr...

Blick in ein spartanisch eingerichtetes, sehr ordentliches Büro, in dem kein Papier und kein Aktenordner zu sehen ist.

Märkischer Kreis: Die Hälfte der Verwaltung arbeitet papierlos

[23.09.2025] Der Märkische Kreis hat bei der Einführung seines Dokumentenmanagementsystems Doxis4 die Halbzeit erreicht: Fast 50 Prozent der Verwaltung arbeitet papierlos. Das bringt schnelleren Zugriff, rechtssichere Abläufe und deutlich weniger Papier. mehr...