Dienstag, 17. Februar 2026

Nordrhein-WestfalenDigitaler Einbürgerungsantrag

[16.08.2021] Kommunen in Nordrhein-Westfalen pilotieren den digitalen Einbürgerungsantrag. Die OZG-Leistung soll sukzessive ausgeweitet werden und perspektivisch allen Kommunen in Deutschland zur Verfügung stehen.
Der digitale Einbürgerungsantrag soll die Verwaltungsleistung vereinfachen und beschleunigen.

Der digitale Einbürgerungsantrag soll die Verwaltungsleistung vereinfachen und beschleunigen.

(Bildquelle: absolutimages /123rf.com)

In ersten Pilotkommunen Nordrhein-Westfalens können jetzt Anträge auf Einbürgerung online gestellt werden. Wie das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) auf seiner Website zum Onlinezugangsgesetz (OZG) berichtet, soll das Angebot sukzessive ausgebaut werden. Das BMI und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) haben dazu am 14. Juni 2021 eine Einzelvereinbarung zum Dachabkommen für die Digitalisierung einzelner Leistungen im Themenfeld Ein- und Auswanderung geschlossen. Damit stehen laut BMI 9,7 Millionen Euro aus den OZG-Konjunkturmitteln für die Digitalisierung der OZG-Leistung Einbürgerung bereit. Fachliche Unterstützung leiste das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI), welches die fachliche Begleitung im Rahmen der Umsetzungsverantwortung übernommen habe. Zur Verfügung stehe die Verwaltungsleistung den Ausländern und Ausländerinnen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben.

Nutzerfreundlich umgesetzt

Mit rund 130.000 Einbürgerungsanträgen pro Jahr hat diese Verwaltungsleistung eine hohe gesellschaftliche Relevanz, berichtet das BMI. Über 400 Behörden in Deutschland nehmen die Anträge auf Einbürgerung an. Oft erhalten interessierte Personen aber erst nach der persönlichen Vorsprache im Amt ein Antragsformular und eine Liste erforderlicher Nachweise, was zu einer Vielzahl an weiteren Terminen mit teilweise langen Wartezeiten führt. Auch weise die Antragstellung eine hohe Komplexität und Nachweislast auf. Detaillierte Prüfungen durch die zuständigen Stellen haben lange Bearbeitungszeiten zur Folge. Bei der Digitalisierung der OZG-Leistung Einbürgerung sei daher die Nutzerfreundlichkeit ein zentraler Aspekt gewesen. Im entsprechenden OZG-Digitalisierungslabor sei in einem iterativen mehrstufigen Design-Thinking-Prozess eine Zielvision entwickelt worden. Entlang von Nutzerfreundlichkeitskriterien habe man diese überprüft und durch Nutzertests validiert. Die Leistung werde im Tandem von Nordrhein-Westfalen und Bayern umgesetzt. Bayern habe einen landesweiten Piloten entwickelt. Nordrhein-Westfalen baue darauf auf und erarbeite eine Einer-für-Alle (EfA)-Lösung.

Einfacher für beide Seiten

Nach Abschluss der Pilotphase sollen weitere Kommunen aus Nordrhein-Westfalen und perspektivisch aus ganz Deutschland an das Online-Verfahren angeschlossen werden, kündigt das BMI an. Ziel sei eine weitestgehend digitale Antragstellung. Das vereinfache nicht nur den Prozess für Ausländerinnen und Ausländer, die künftig bequem von zu Hause Anträge stellen können – es vermittle auch einen positiven Eindruck einer digitalisierten, modernen deutschen Verwaltung und entlaste diese.
Im Themenfeld Ein- und Auswanderung werden Verwaltungsleistungen unter anderem entlang der Nutzerreise Fachkräfteeinwanderung digitalisiert mit dem Ziel, möglichst nutzerfreundliche, innovative Online-Verfahren zur Verfügung zu stellen. Eine entsprechende Vereinbarung hat das BMI mit Brandenburg unterzeichnet (wir berichteten).





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren

Kiel: Digitales Verfahren zur Geburtsanzeige

[12.02.2026] Die in Kiel realisierte elektronische Geburtsanzeige zeigt, was Digitalisierung ermöglicht: Kliniken und Hebammen sparen Zeit und vermeiden doppelte Eingaben, die Eltern bekommen Urkunden automatisch zugeschickt und Mitarbeitende des Standesamts können Anzeigen schneller prüfen und bearbeiten. mehr...

eingerüstetes Gebäude Bauwesen Baugenehmigung

Rostock: Pilot für digitalen Bauantrag

[11.02.2026] Schluss mit Papierakten und Postwegen: Rostock startet als Pilotkommune den Digitalen Bauantrag in Mecklenburg-Vorpommern – ein organisatorisch und technisch anspruchsvolles Großprojekt. mehr...

Angler hält eine Forelle in der Hand

Nordrhein-Westfalen: Fischereischein auf dem Smartphone

[10.02.2026] In Nordrhein-Westfalen können Fischereischeine ab Juli dieses Jahres auch online beantragt werden – und werden außerdem im neuen Scheckkartenformat und als elektronische Zertifikate auf dem Smartphone ausgegeben. mehr...

Beine mehrerer Personen, die auf einer Reihe von Stühlen in einem Flur sitzen

Praxis-Webinar: Digitale Entlastung für Jobcenter

[09.02.2026] Typische Herausforderungen im Jobcenter-Alltag und wie diese mit der Einführung einer digitalen Lösung zur Besuchersteuerung gemeistert werden können, stehen im Fokus eines Online-Webinars von SMART CJM gemeinsam mit dem Jobcenter des Landkreises Esslingen. mehr...

Kita-Lösungen: Neue Anwender für Little Bird

[05.02.2026] Das Unternehmen Little Bird hat zum Jahresauftakt zehn neue Kunden gewonnen: von Bautzen in Sachsen bis Lindau am Bodensee in Bayern ist der digitale Neustart in der Kinderbetreuung in vollem Gange. mehr...

Person mit Laptop auf dem Schoß; Aufsicht auf Torso, Arme, Hände und Oberschenkel

Nordrhein-Westfalen: BAföG-Fachverfahren fürs ganze Land

[02.02.2026] In Nordrhein-Westfalen wird das Gros der Anträge auf BAföG und Aufstiegs-BAföG per Post oder E-Mail eingereicht. Nun soll ein neues Fachverfahren eingeführt werden – landesweit. Den Auftrag erhielt die Firma Datagroup. mehr...

Blick auf ein Gebäude mit der Aufschrift Bürger- und Ordnungsamt.

Darmstadt: Fahrerlaubnisbehörde nimmt Fahrt auf

[02.02.2026] Mit neuen Strukturen und digitalen Angeboten konnte die Fahrerlaubnisbehörde in Darmstadt ihre Servicequalität erhöhen. Mehrere Onlineanträge, die vorherige Terminvereinbarung für den Behördenbesuch und eine digitale Schnittstelle zum TÜV-Hessen straffen dort nun die Abläufe. mehr...

Ein kleiner Junge hält ein Smartphone in der Hand, sein Gesicht ist bedeckt mit biometrischen Linien.

VG Polling: Biometric Go ergänzt PointID

[26.01.2026] In Polling können biometrische Passbilder direkt auf dem Amt erstellt werden. Die Verwaltungsgemeinschaft bietet dafür die PointID-Geräte der Bundesdruckerei an. Um Babys und Kleinkinder ablichten zu können, greift sie auf die mobile Fotolösung Biometric Go zurück. Beide Aufnahmegeräte überstellen die Bilder direkt ins Fachverfahren des Einwohnermeldeamts. mehr...

Kleinkinder spielen mit Bauklötzen.

AKDB: adebisKITA als Cloud-Version

[26.01.2026] Als Cloud-Version soll die Software adebisKITA noch besser bei der Verwaltung von Kindertagesstätten unterstützen. Eine intuitive Bedienbarkeit und zeitgemäße Visualisierung sollen dazu ebenso beitragen wie die grundlegend neu gedachten Prozesse in der webbasierten Version. mehr...

Eine Frau sitzt in einem Großraumbüro und arbeitet an einem Computer.
bericht

Düsseldorf: Terminagent erfüllt Wünsche

[23.01.2026] In Düsseldorf stand das Amt für Einwohnerwesen lange vor der Herausforderung, den Bürgerservice effizient und gleichzeitig bürgerfreundlich zu gestalten. Gelungen ist das der Stadt mithilfe eines Terminagenten. mehr...

Mehrere Personen stehen nebeneinander, zwei von ihnen bedienen einen Buzzer.

Kreis Steinfurt: Bauantrag ohne Papier

[14.01.2026] Das Bauportal Nordrhein-Westfalen ist um eine Kommunikationsplattform ergänzt worden, sodass auch der Austausch rund um einen Bauantrag digital abgewickelt werden kann. Als erster Landkreis startet Steinfurt mit dem voll digitalisierten Verfahren. mehr...

Tisch mit Konstruktionszeichnung, Tablet und gelbem Bauhelm, im Hintergrund ist eine Baustelle zu sehen.

Hamm: Schub für digitale Genehmigungen

[12.01.2026] Die Stadt Hamm bearbeitet Bau- und Immissionsschutzanträge künftig Ende-zu-Ende digital. Digitale Einreichungen werden vollständig elektronisch geprüft und beschieden. Mit gezielten Anreizen und Informationsangeboten will die Stadt den Wechsel von Papier- zu Digitalanträgen beschleunigen. mehr...

Eine Person mit Bauhelm hält ein Smartphone in der Hand auf dem die 3D_Darstellung eines Innenraums zu sehen ist.
bericht

Bremerhaven: Schulgebäude smart gebaut

[16.12.2025] Die Stadt Bremerhaven setzt beim Hochbauprojekt „Allianz 3 Schulen“ auf smarte Methoden wie Building Information Modeling, um Prozesse effizienter und präziser zu gestalten. Zudem kommt das innovative Verfahren der integrierten Projektallianz (IPA) zum Einsatz. mehr...

Karussell bei Nacht

Lösungen: Medienbruchfreie Marktorganisation

[16.12.2025] Die Anbieter cit, S-Public Services und LTE Consulting bündeln ihre Kompetenzen, um Kommunen eine vollständig digitale Lösung für die Organisation und Verwaltung von Märkten bereitzustellen. mehr...

Drei nebeneinander stehende Bilder zeigen einen Handwerker, der an ein Betriebsfahrzeug gelehnt steht, eine Landkarte, auf der die Gültigkeitsbereiche des HWPA zu sehen sind und ein Musterbeispiel der ausgedruckten Ausnahmegenehmigung.

Metropolregion Rhein-Neckar (MRN): Online zum Handwerkerparkausweis

[16.12.2025] In der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) können Handwerkerparkausweise nun medienbruchfrei über eine zentrale Onlineplattform beantragt werden. Ist der Ausweis genehmigt, können die Betriebe ihn selbst ausdrucken. mehr...