Dienstag, 31. März 2026

BrandenburgDigitalisierung ist überall

[12.02.2024] Benjamin Grimm, der Beauftragte für Medien und Digitalisierung in Brandenburg, spricht im Interview über die Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung des Digitalprogramms im Land.
Dr. Benjamin Grimm

Dr. Benjamin Grimm, Beauftragter für Medien und Digitalisierung in Brandenburg

(Bildquelle: Volker Tanner/StK Brandenburg)

Herr Dr. Grimm, eines der Ziele in Brandenburgs Digitalprogramm #dp25 ist es, digitale Technologien in die Fläche zu bringen. Welche digitalpolitischen Maßnahmen und Strukturen flankieren die Umsetzung, damit das gelingt?

Wir wollen in der Breitbandversorgung besser werden, genauso wie in der digitalen Ausstattung der Schulen oder der Anzahl an digitalen Verwaltungsangeboten. Um das auch in der Fläche zu erreichen, sollten wir weniger in klassischen Zuständigkeiten der Verwaltung denken und müssen uns stärker an den Bedarfen der Nutzergruppen orientieren. Die Lösung heißt also mehr Zusammenarbeit auf allen Ebenen und tatsächliche digitale Teilhabe. Mit dem jährlichen Digitalkabinett, dem IT-Rat Brandenburg und der Interministeriellen Arbeitsgruppe Digitalpolitik verfügen wir über etablierte Formate, die einen engen Austausch im Land und mit der kommunalen Ebene ermöglichen.

Ein Jahr nach Verabschiedung des Digitalprogramms ist schon viel geschafft: 94 Prozent der Maßnahmen aus dem Programm waren mit Stand Juli 2023 in Umsetzung oder sind vollständig umgesetzt. Welche Vorhaben schließen sich jetzt an?

Die beste Werbung für die Digitalisierung sind konkrete Projekte, die einen spürbaren positiven Effekt für die Bürgerinnen und Bürger oder die Unternehmen im Land haben: Wenn ich mein Auto digital zulassen kann, entlastet das den Alltag der Menschen und der Beschäftigten in der Verwaltung. Klar ist aber auch: Digitalisierung ist und bleibt eine Daueraufgabe. Gleichzeitig haben wir immer die Zukunft im Blick. Für dieses Jahr ist beispielsweise eine neue brandenburgische KI-Strategie geplant. Außerdem verleihen wir der Digitalisierung auch länderübergreifend eine größere Wirkung. Unter dem Vorsitz von Berlin und Brandenburg haben wir das eher informelle Digitalministertreffen D16 zu einer offiziellen Digitalministerkonferenz ausgebaut.

Die OZG-Umsetzung kommt in Brandenburg ebenfalls gut voran. Die Online-Dienste verändern die Arbeit der Verwaltungen. Wie werden die Mitarbeitenden dort unterstützt?

Im Umgang mit Geflüchteten aus der Ukraine hat die von Brandenburg entwickelte Online-Lösung geholfen, deren Daten bundesweit zu erfassen – eine massive Entlastung für alle Beteiligten. Voraussetzung für digitale Verfahren in der Verwaltung sind allerdings digitale Kompetenzen. Das haben wir erkannt und überlegt, wie wir die Beschäftigten motivieren können, ihre Fähigkeiten auszubauen. Herausgekommen ist eine Vielfalt an Maßnahmen, etwa Kursangebote zu KI und Daten, spielerische Schulungen zur Informationssicherheit und die Integration von digitalen Modulen in Ausbildungslehrgänge und Studiengänge. Digitalisierung ist inzwischen überall. Wir tun gut daran, sie von Beginn an mitzudenken.

Interview: Sibylle Mühlke




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