MarburgDrei Erfolgskomponenten

Stadtportal Marburg: Aufmacher-Bilder mit Slider-Technik.
(Bildquelle: www.marburg.de)
Hohe Ansprüche an sich und das spätere Ergebnis hat die Projektgruppe „CMS-Umstellung und Relaunch“ der Universitätsstadt Marburg gestellt. Dies äußerte sich in einem engagiert und zeitaufwendig realisierten Projekt, für dessen Ergebnis der moderne städtische Internet-Auftritt steht. Basis für die aktuelle Inhaltspflege ist das Content-Management-System (CMS) NOLIS | Kommune.
Anders als bei vielen anderen aktuellen Internet-Auftritten galt es, die grafische Darstellung am hohen Informationsgehalt auszurichten. Bewusst entschied man sich frühzeitig gegen eine vollflächige Bildsprache und für eine große Anzahl an Leseeinheiten bereits auf der Startseite. Weitere gestalterische Vorgaben waren eine betont klare Nutzerführung und eine sehr übersichtliche, geradlinige Anordnung der Elemente. Nicht einem grafischen Zeittrend wollte man folgen, sondern eher eine zeitlose, aber für den Nutzer einfach nachzuvollziehende Darstellung anbieten.
RIS-Inhalte mussten integriert werden
Auch in technischer Hinsicht gab es klare Vorgaben für das Projekt, die auch bei der Auswahl des späteren Umsetzungpartners entscheidenden Einfluss hatten. Zahlreiche vorhandene Datenbanken waren in das Portal zu überführen oder zu integrieren, zudem sollten diverse Schnittstellen realisiert werden. Unabdingbar war unter anderem die technische und optische Integration des Ratsinformationssystems ALLRIS. Durch dynamische Templates wird die Ausgabe der RIS-Inhalte innerhalb des Stadtportals gewährleistet, hinzu kommt eine automatisierte Übertragung der Sitzungstermine in den Veranstaltungskalender. Ebenso berücksichtigt die Suche im Stadtportal die Inhalte des RIS und gibt diese gemeinsam mit den Portal-Inhalten aus.
Ein wichtiges Kriterium war auch eine bidirektionale Schnittstelle zum Hessenfinder, dem landesweiten Zuständigkeitsfinder. Als wesentlichen Vorteil schätzt die Stadt Marburg nunmehr die Tatsache, dass nach einmaliger Verknüpfung die Pflege der Dienstleistungen sowohl für das Stadtportal als auch für den Hessenfinder nur noch im CMS erfolgt. Dies bietet neben hoher Effizienz vor allem den Vorteil, dass die einzelnen Dienstleistungen vollständig als Ressource im CMS verfügbar sind – und somit beliebig in unterschiedliche Inhalte eingebunden werden können.
Prägnante Aufmacher-Bilder
Den virtuellen Besucher der Universitätsstadt Marburg erwarten im Stadtportal prägnante Aufmacher-Bilder mit Slider-Technik. Dadurch können sowohl aktuelle Nachrichten als auch allgemeine Bürgertipps oder Informationen zum Stadtmarketing beliebig eingesetzt werden. Das CMS ermöglicht die eigenständige Pflege dieser Wort-Bild-Kombination ohne Agentur-Dienstleistung, eine unabdingbare Voraussetzung, um schnell und effizient agieren zu können. Mit einer permanent während des virtuellen Besuchs sichtbaren Icon-Leiste (Sticky-Navigation) können die Nutzer von jeder beliebigen Seite aus direkt auf besonders relevante Informationen und Funktionen zugreifen, beispielsweise auf Informationen in leichter Sprache, auf den Stadtplan, die Öffnungszeiten der Verwaltung oder eine Merkliste. Ganz bewusst hat man sich in Marburg entschieden, auf eine übliche Navigation, beispielsweise als so genanntes Mega-Menü (Aufklapp-Technik) zu verzichten. Stattdessen wird die zweite und dritte Navigationsebene als Verteiler- oder Brückenseite (Doorway Page) angeboten. Steigen Besucher tiefer in die Website ein, so erscheint eine klassische Menüführung im linken Bereich des Portals.
Servicegedanke spielt zentrale Rolle
Eine starke Orientierung am Servicegedanken zieht sich durch den gesamten Inhalt des Stadtportals. Eine zentrale Rolle spielt dabei naturgemäß der Bereich Dienstleistungen/Bürgeranliegen. Durch die Nutzung der bidirektionalen Schnittstelle stehen die Inhalte des Hessenfinders als Text-Basis für alle Dienstleistungen zur Verfügung. Aber das flexible CMS lässt es zu, die Informationen anzupassen oder zu ergänzen, sofern durch die landesweite Ausrichtung nicht alle Marburg-spezifischen Informationen vorhanden sein können. Diese Notwendigkeit besteht beispielsweise bei vielen Dienstleistungen rund um die Abfallentsorgung. Die Möglichkeit, den Dienstleistungen beliebige Ressourcen aus dem CMS hinzuzufügen, ermöglicht das stringente Einhalten der Prämisse, dass jeder Datensatz nur einmal gepflegt, aber vielfach verwendet und dargestellt werden soll. So werden die Dienstleistungen nicht nur mit Kontaktdaten von Ansprechpartnern angereichert, sondern auch mit Daten zum Download (beispielsweise Gebührensatzungen) oder wichtigen Standort-Informationen (beispielsweise von Wertstoffhöfen). Da diese Standorte in der CMS-eigenen POI-Datenbank (Point of Interest) mit Geo-Informationen vorgehalten werden, kann direkt aus der Dienstleistung heraus jede beliebige Standortinformation in der integrierten Kartografie aufgerufen werden.
Ein weiteres zentrales Element der neuen Website ist die prominent platzierte Suche. Suchende werden bei der Eingabe durch Suchvorschläge und automatische Vervollständigung unterstützt. Die Ausgabe der Suchergebnisse erfolgt auf Basis eines individuellen Ranking-Systems, das die Relevanz auch im Hinblick auf den Bürgernutzen ermittelt. Das Surf-Erlebnis wird durch zahlreiche weitere technische Funktionen positiv beeinflusst. So können Inhaltsseiten gegliedert und mit einem Ziehharmonika-Effekt optisch ansprechend dargestellt werden. Besonders beliebt ist bei den Besuchern des Stadtportals die Merklisten-Funktion, die es ermöglicht, Inhalte sehr schnell wiederzufinden.
Weitere Themenportale folgen
Dem gleichen Zweck dienen Features wie die automatisch im CMS generierten QR-Codes und die beliebig einsetzbaren Webcodes. Beides ist optimal auf die Nutzung in anderen Medien abgestimmt, beispielsweise auf Flyern oder in Pressemitteilungen. Auch auf die Nutzung mit mobilen Endgeräten hat man in Marburg besonderen Wert gelegt. Das heute unumgängliche responsive Design äußert sich im Portal der Universitätsstadt aber nicht nur durch angepasste Größen und Proportionen, sondern auch durch eine veränderte Nutzerführung, was beispielsweise bei der Menügestaltung deutlich wird. Ausgesprochen großen Wert legt man auf die Barrierearmut des Internet-Auftritts. Produktionsbegleitend wurde ein Test gemäß Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) durchgeführt, um der hohen Bedeutung gerecht zu werden. Durch die strikte Beachtung der Vorgaben der BITV 2 sowie WCAG 2.0 unter Einsatz moderne Techniken wurde der gewünschte hohe Punktwert erreicht.
Mit der Freischaltung des neuen Stadtportals ist das Relaunch-Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen. Weitere Themenportale sollen folgen, ein erstes weiteres Projekt ist das in einem gänzlich anderen Design entstandene Sportportal, für das aber zahlreiche Inhalte ohne zusätzliche Datenpflege genutzt werden können. Die Modularität und Mehr-Portal-Fähigkeit des ausgewählten CMS NOLIS | Kommune hat sich in dieser Hinsicht schon positiv bewährt.
Dieser Beitrag ist in der Februar-Ausgabe von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
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