Haselhorst Smart City RankingRanking ohne Rangliste

Beim Haselhorst Smart-City-Ranking werden die Platzierungen der untersuchten Städte in diesem Jahr nicht aktiv kommuniziert.
(Bildquelle: megaflopp/123rf.com)
Beim Haselhorst Smart-City-Ranking steht in diesem Jahr nicht mehr der Wettbewerb um die vorderen Plätze im Mittelpunkt. Wie die Beratung H&Z mitteilt, werden erstmals seit Einführung des Rankings im Jahr 2018 keine Platzierungen der untersuchten Städte aktiv kommuniziert. Stattdessen sollen Entwicklungsstände, Fortschritte und der Vergleich zwischen Kommunen ähnlicher Größenordnung stärker in den Fokus rücken.
München verrät die Top 3
Ganz unbekannt bleiben die Spitzenplätze allerdings nicht. Die Stadt München hat bereits bekannt gegeben, dass sie 2026 zum vierten Mal in Folge (wir berichteten) den ersten Platz erreicht hat. Nach Angaben der bayerischen Landeshauptstadt kommt München auf einen Smart-City-Entwicklungsgrad von 55,2 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen demnach Hamburg mit 54,0 Prozent und Berlin mit 52,0 Prozent.
„Zum vierten Mal in Folge belegt München den ersten Platz im Haselhorst Smart-City-Ranking und ist damit erneut die smarteste Stadt Deutschlands“, teilt die Stadt auf ihrem Digitalportal mit. Münchens IT-Referentin und CDO Laura Dornheim verweist zudem darauf, dass die Stadt zudem beim Smart City Index des Branchenverbands Bitkom Platz zwei erreicht habe (wir berichteten). Besonders positiv bewertet sie die Entwicklung Münchens über nahezu alle untersuchten Bereiche hinweg.
Entwicklung statt Platzierung im Mittelpunkt
H&Z begründet den Verzicht auf die aktive Veröffentlichung einer Top Ten mit einer veränderten Zielsetzung des Rankings. Der Fokus auf einzelne Platzierungen könne dazu führen, dass der Kerngedanke einer Smart City missverstanden werde, erklärt Lucía Wright, Associate Partner bei H&Z und Herausgeberin des Smart-City-Rankings. Städte unterschieden sich erheblich hinsichtlich Größe, Ausgangslage, finanzieller Spielräume und strategischer Ziele. Ein unmittelbarer Vergleich einzelner Platzierungen werde dieser Vielfalt nur eingeschränkt gerecht. „Angesichts dessen haben wir uns dazu entschieden, keine Top 10 der smartesten Städte Deutschlands aktiv zu teilen. Mit zunehmender Reife kommunaler Digitalisierungsstrategien wird deutlich, dass Smart-City-Entwicklung kein Wettbewerb um Spitzenplätze ist“, so Wright.
Stattdessen stellt H&Z unter anderem die Entwicklung der Kommunen gegenüber dem Vorjahr und den Vergleich mit Städten ähnlicher Größe heraus. Eine interaktive Karte zeigt außerdem den durchschnittlichen Smart-City-Entwicklungsgrad sowie die Abweichung einzelner Städte davon.
Unterschiede und Fortschritte
Insgesamt wurden für das Ranking 2026 nach Angaben von H&Z 418 deutsche Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern untersucht. Der durchschnittliche Smart-City-Entwicklungsgrad liegt demnach bundesweit bei 33,2 Prozent. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Größenklassen: Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern erreichen durchschnittlich 44,6 Prozent, kleine Großstädte 39,5 Prozent, große Mittelstädte 34,4 Prozent und kleine Mittelstädte 30,2 Prozent.
„Die Ergebnisse zeigen, dass größere Städte häufig von etablierten Strukturen, größeren Investitionsspielräumen und einer höheren organisatorischen Schlagkraft profitieren. Gleichzeitig beobachten wir jedoch, dass auch viele kleinere Kommunen ihre Smart-City-Aktivitäten konsequent ausbauen und deutliche Fortschritte erzielen“, erklärt Lucía Wright.
Die größten Fortschritte gegenüber dem Vorjahr registriert H&Z in den Bereichen Energie und Umwelt mit einem Plus von 3,6 Prozentpunkten, Gebäude und Quartiere mit 2,2 Prozentpunkten sowie Mobilität mit zwei Prozentpunkten. Auch in Verwaltung, Bildung und Gesundheit sei der Entwicklungsgrad gestiegen.
Das Ranking basiert auf rund 60 Indikatoren und einer qualitativen Analyse von Strategien und Projekten. Nach Angaben von H&Z fließen jährlich mehr als 33.000 Datenpunkte aus öffentlich zugänglichen Quellen ein. Untersucht werden zehn Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge, darunter digitale Infrastruktur, Mobilität, Energie und Umwelt, Verwaltung, Bildung sowie Wirtschaft und Handel.
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