NiedersachsenEntsiegelungskataster mit KI

Die WebGIS-Oberfläche des neuen niedersächsischen Entsiegelungskatasters.
(Bildquelle: LGLN)
Niedersachsen hat ein neues digitales Entsiegelungskataster. Die vom Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) betriebene, innovative WebGIS-Anwendung bietet eine zentrale Anlaufstelle für die Erfassung und Bewertung versiegelter Flächen. Das Entsiegelungskataster wurde im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz als Werkzeug umgesetzt und leistet einen Beitrag zur Erfüllung des § 19 NKlimaG. Da versiegelte Flächen maßgeblich zur Überhitzung von Städten und zur Beeinträchtigung des natürlichen Wasserhaushalts beitragen, kann gezielte Entsiegelung den Klimaschutz aktiv unterstützen. Dies ist wichtig, um die Folgen der Erderwärmung durch gezielte Maßnahmen zu mildern und die Lebensqualität in Städten und Gemeinden zu erhalten. Das neue Angebot richtet sich laut LGLN an Kommunen, aber auch an Umweltverbände und Bürgerinitiativen sowie an interessierte Privatpersonen.
KI bewertet Entsieglungspotenzial
Das Entsiegelungskataster basiert auf moderner KI-Technologie, die versiegelte Flächen niedersachsenweit aus digitalen Orthophotos und Höheninformationen detektiert. Entwickelt wurde die Plattform in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten, unter anderem vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Die Anwendung stellt eine interaktive Kartenansicht bereit, in der Nutzerinnen und Nutzer flurstücksbezogene Geodaten direkt in der Web-App einsehen können. Eine KI-gestützte Flächenerfassung ermöglicht zudem landesweit die Detektion versiegelter Flächen. Vorkonfigurierte Filter unterstützen dabei, besonders geeignete Flurstücke für Entsiegelungsmaßnahmen zu identifizieren, etwa anhand der Größe der entsiegelbaren Fläche oder des Entsiegelungspotenzials.
Onboarding für Kommunen
Kommunen können eigene Entsiegelungsvorhaben direkt einzeichnen und mit Planungsinformationen hinterlegen, wodurch sich lokale Anpassungen vornehmen lassen. Für eigene Auswertungen können Nutzerinnen und Nutzer Geodaten in lokale Systeme herunterladen. Die Anwendung ist in zwei Versionen verfügbar: eine kostenlose öffentliche Version für alle Interessierten sowie eine zugangsbeschränkte Version für kommunale Nutzerinnen und Nutzer mit personalisierter Benutzerverwaltung und erweiterten Funktionen. Derzeit begleitet das geoLab-Team Umwelt-Geoservices die Kommunen beim Einstieg in das System und sammelt Anregungen für zukünftige Updates. Das LGLN hat eine eigene Kontaktadresse für Rückfragen und Anregungen eingerichtet: entsiegelungskataster@lgln.niedersachsen.de.
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