EichenzellFundament für digitale Daseinsvorsorge

Das Team von Smart City Eichenzell und seine Partner (hier auf der Smart Country Convention 2025 in Berlin) haben für die Gemeinde eine sichere IT-Infrastruktur für zahlreiche Anwendungsfälle entwickelt.
Vorne mittig im weißen Poloshirt: Smart-City-Projektleiter Christopher Müller
(Bildquelle: Gemeinde Eichenzell)
Das Team von Smart City Eichenzell und seine Partner (hier auf der Smart Country Convention 2025 in Berlin) haben für die Gemeinde eine sichere IT-Infrastruktur für zahlreiche Anwendungsfälle entwickelt.
Vorne mittig im weißen Poloshirt: Smart-City-Projektleiter Christopher Müller
(Bildquelle: Gemeinde Eichenzell)
Gemeinsam mit Partnern hat die hessische Gemeinde Eichenzell im Rahmen ihres Smart-City-Projekts die technischen Grundlagen geschaffen, um digitale Dienstleistungen und smarte Lösungen künftig in alle kommunalen Leistungsbereiche einbinden zu können.
Dazu gehört nach Angaben der Gemeinde eine leistungsfähige moderne IT‑Architektur, die im Rechenzentrum des regionalen Dienstleisters rhöncloud betrieben wird. Eine Kombination aus kommunalem Rechenzentrum, dem bereits bestehenden Eichenzeller Glasfasernetz, einem flächendeckenden LoRaWAN, einer intelligenten Straßeninfrastruktur mit sogenannten Smart Poles sowie zahlreichen vernetzten Sensoren ermögliche es, sämtliche Daten im geschützten technischen Kreislauf der Gemeinde zu sammeln und zu verarbeiten. „So gewährleistet Eichenzell höchste Informationssicherheit und schafft eine Infrastruktur, die unabhängig vom öffentlichen Internet arbeitet“, betont Bürgermeister Johannes Rothmund.
Die sichere, erweiterbare und datenschutzkonforme Infrastruktur werde nach Angaben der Gemeinde in den kommenden Monaten getestet und soll künftig nicht nur die kommunalen Kernaufgaben effizienter machen, sondern auch den Bürgerservice spürbar verbessern. So würden etwa neue Anwendungen in den Bereichen Katastrophenschutz, Verkehrserfassung oder Gebäudemanagement möglich. Die Rechenleistung lasse sich dabei je nach Bedarf anpassen. Zudem könne die Gemeinde künftig auf fortschrittliche KI-Anwendungen zugreifen, für die im neuen Rechenzentrum der rhöncloud entsprechende Kapazitäten geschaffen würden.
Smarte Daten verbessern Abläufe
Eine kommunale Datenplattform fungiert als zentrales Bindeglied. Sie führt Daten aus unterschiedlichsten Quellen intelligent zusammen, wertet sie aus und macht sie für verschiedenste Anwendungsfälle nutzbar. Sensoren im gesamten Gemeindegebiet erfassen dabei zweckgebundene Daten zur Erfüllung verschiedener kommunaler Aufgaben – von der Verkehrserfassung über Füllstandsmelder für Glascontainer und Mülleimer bis hin zur Überwachung von Einlaufbauwerken.
„Besonders in den Bereichen Sicherheit und Prävention setzt die Infrastruktur neue Maßstäbe“, so Christopher Müller, Projektleiter von Smart City Eichenzell. Zu den Anwendungsfällen, die derzeit für die Gemeinde geprüft würden, gehörten beispielsweise Systeme zur Erfassung des Straßenzustands oder zur Brandfrüherkennung in öffentlichen Gebäuden. Letztere sollen automatisierte Prozesse wie die Einsatzsteuerung der Feuerwehr oder die Benachrichtigung von Verantwortlichen auslösen können. Getestet wird derzeit außerdem eine bedarfsgerecht gesteuerte Straßenbeleuchtung, etwa im Bereich von Querungshilfen. Daneben kann die Sensorik den Winterdienst unterstützen sowie gemeindliche Gebäude durch installierte Sensoren überwachen und steuern. „Ziel ist es dabei immer, anhand von Daten Entscheidungen zu treffen, automatisierte Prozesse zu etablieren und bestehende Abläufe zu optimieren“, sagt Müller. „So spart die Gemeinde Zeit und Kosten und kann ihr Personal bestmöglich einsetzen.“
Auf andere Kommunen übertragbar
Die Entwicklung der IT-Infrastruktur und der Datenplattform sowie der Einsatz von Sensoren sollen in den kommenden Monaten die kommunale Entwicklung Eichenzells nachhaltig voranbringen: „Wir sind stolz darauf, dass die Pionierarbeit von Smart City Eichenzell zum Ausgangspunkt einer fortschrittlichen digitalen Daseinsvorsorge in der Gemeinde wird“, betont Christopher Müller.
Die neue Infrastruktur versetze die Kommune in die Lage, auf lange Sicht eine Vielzahl ihrer Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. Zeitgleich entwickle man Geschäftsmodelle, mit denen Eichenzell die laufenden Kosten gegenfinanzieren könne: „Eichenzell rüstet sich für die Herausforderungen und Aufgaben, die in der Zukunft auf die Gemeinde zukommen werden. Auch die Bürger werden durch digitale Beteiligungsformate und interaktive Informationsdienste profitieren, da Abläufe schneller und transparenter werden und sich die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung verbessert.“ Die Gemeinde untersuche zudem, wie sie ihre digitale Infrastruktur und die Datenplattform auch anderen Kommunen in der Region zur Mitnutzung anbieten könne.
Serie Smart Cities: Sensoren sinnvoll nutzen
[20.05.2026] Sensorik und Internet of Things sind das Nervensystem der smarten Stadt – sie liefern Daten, welche Prozesse optimieren und die Entscheidungsfindung erleichtern können. Beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur können Kommunen auch klein starten. mehr...
Lübeck: Weitere Kreuzungen digitalisiert
[11.05.2026] In Lübeck werden derzeit vier Kreuzungen mit einem innovativen System zur Verkehrserfassung ausgestattet. Die Hansestadt setzt damit ein weiteres Teilprojekt im Rahmen ihres Vorhabens VIAA um. mehr...
Plattformen: Von smart zu intelligent
[30.04.2026] Digitale Lösungen können Prozesse beschleunigen, Mitarbeitende entlasten und den Bürgerservice verbessern. Drei Bausteine bringen Kommunen auf diesem Weg entscheidend voran: urbane Datenplattformen, Automatisierungs- und KI-Plattformen. mehr...
Mannheim: Mit digitaler Hilfe sauberer werden
[29.04.2026] Optische Sensoren sollen der Stadt Mannheim künftig dabei helfen, Verschmutzungen im öffentlichen Raum zu erfassen und so dazu beitragen, das Stadtbild zu verbessern. Die Technik wird zunächst in einer mehrmonatigen Pilotphase getestet. mehr...
Kassel: App stärkt das Vereinsleben
[28.04.2026] Eine App soll in Kassel künftig helfen, die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen besser und einfacher zu organisieren. Jetzt startet der im Rahmen des Modellprojekts Smart Kassel entwickelte digitale Assistent für Vereine in den Praxistest. mehr...
Lübeck: Hansestadt digital erleben
[27.04.2026] Die Hansestadt Lübeck erweitert ihr digitales Angebot um ein dreidimensionales Stadtmodell. Es macht Gebäude, Straßen und Plätze virtuell erlebbar und soll zugleich neue Anwendungen für Stadtentwicklung und Kulturvermittlung ermöglichen. mehr...
Serie Smart Cities: Daten im Griff
[23.04.2026] Kommunale Daten sind die Grundlage jeder smarten Stadt. Wie gelingt es Städten und Regionen, Daten strategisch zu nutzen und so ihre digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten? Start einer neuen Expertenreihe des Fraunhofer-Instituts IESE. mehr...
Markt Weisendorf: Zukunftsfähig mit Digitalen Zwillingen
[23.04.2026] Die Gemeinde Markt Weisendorf nutzt einen Digital Twin für Planung, Steuerung und Beteiligung. Aufbauend auf dem Förderprogramm TwinBy hat die Kommune mehrere Anwendungen entwickelt, die Daten bündeln und visualisieren und so kommunale Entscheidungen unterstützen. mehr...
Kassel: Digitale Hilfe für barrierefreie Wege
[17.04.2026] In Kassel werden Daten zur Barrierefreiheit von Gebäuden in der Innenstadt erhoben und anschließend online gebündelt präsentiert. Das Projekt „Digitaler Wegweiser“ soll Menschen mit Hilfebedarf die Orientierung erleichtern. Bürgerinnen und Bürger können sich an der Datenerhebung beteiligen. mehr...
Etteln: Klein, aber oho
[16.04.2026] Etteln beweist, dass auch kleinste Gemeinden international Maßstäbe setzen können. Als Reallabor für übertragbare kommunale Digitalisierung zeigt das Dorf, was möglich ist, wenn Technik, Politik und Zivilgesellschaft konsequent zusammenspielen. mehr...
Wolfsburg: Smarte Pionierarbeit
[13.04.2026] Im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities hat die Stadt Wolfsburg sieben Jahre lang Pionierarbeit als bundesweites Testfeld für eine smarte Stadt geleistet. Das Förderprogramm ist Ende März nun zwar ausgelaufen, der Weg zur digitalen Modellstadt geht aber weiter. mehr...
Gera: Mit City-App auf Entdeckungstour
[10.04.2026] Eine City-App hat die Stadt Gera entwickelt. Der digitale Begleiter soll Gera für Einwohner, Besucher und Touristen gleichermaßen noch zugänglicher, informativer und komfortabler machen. mehr...
Gütersloh: Urban Stack ausgezeichnet
[02.04.2026] Für ihr Innovationsprojekt Urban Stack ist die Stadt Gütersloh mit dem DIGITAL-Award ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Kommunen und Gemeinden über 100.000 Einwohnende“ gewann das Projekt den von der Öffentlichkeit gewählten Preis. mehr...
Gütersloh: Vernetzt mit Urban Stack
[01.04.2026] Von Kommunen für Kommunen: Nach diesem Prinzip hat die Stadt Gütersloh das digitale Ökosystem Urban Stack entwickelt. Durch gemeinschaftliche Weiterentwicklung können Synergien gehoben und Kosten gespart werden. Erste Interessenten gibt es bereits. mehr...




















