Freitag, 13. Februar 2026

UlmFachbeirat begleitet Smart City

[19.02.2020] Ein 15-köpfiger Fachbeirat wird die weitere Entwicklung der Stadt Ulm zur Smart City begleiten. Oberbürgermeister Gunter Czisch hat das Gremium nun offiziell vorgestellt.
Die 15 Mitglieder des Fachbeirats bei ihrem ersten Treffen im Rathaus Ulm (rechts außen: Oberbürgermeister Gunter Czisch).

Die 15 Mitglieder des Fachbeirats bei ihrem ersten Treffen im Rathaus Ulm (rechts außen: Oberbürgermeister Gunter Czisch).

(Bildquelle: Stadt Ulm)

Vor rund sechs Monaten ist Ulm als eine von drei Großstädten als Modellprojekt Smart Cities ausgewählt worden (wir berichteten). Begleitet wird das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) geförderte Projekt von einem Fachbeirat, dessen 15 Mitglieder sich Mitte Februar 2020 zum ersten Mal in Ulm getroffen haben. Wie die baden-württembergische Kommune informiert, übernimmt das Gremium eine wichtige Rolle im Rahmen der Projektorganisation und im Wissenstransfer, diskutiert Zwischenergebnisse und Herausforderungen. Zudem sollen die Experten Lösungsvorschläge einbringen und als bundesweite Multiplikatoren des Projekts fungieren.
Ziel des Bundesprojekts ist es, sektorübergreifende Strategien für das Stadtleben der Zukunft zu entwickeln und zu erproben. Dabei konnte die Stadt Ulm mit ihrer Bewerbung durch die Geschäftsstelle Digitale Agenda neben den Städten Solingen und Wolfsburg in der Kategorie der Großstädte überzeugen und erhält eine Förderung in Höhe von acht Millionen Euro.

Blick über den Tellerrand

Vier Millionen Euro steuere die Stadt bei, die seit vielen Jahren eine konsequente strategische Ausrichtung ihrer Aktivitäten rund um Digitalisierung und Smart City vorantreibe. Schon jetzt ist Ulm „Zukunftsstadt 2030“ (wir berichteten) und „Digitale Zukunftskommune“ des Landes Baden-Württemberg (wir berichteten). „Ich freue mich, dass wir mit dem Fachbeirat viele spannende Leute von auswärts mit ganz unterschiedlichen Expertisen zu uns holen können, die ihren Blick über den Tellerrand beisteuern und gegebenenfalls auch mal etwas hinterfragen“, sagte Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch. „Die Mitglieder des Beirats sind für uns so wertvoll, weil sie eine Außenperspektive aus einem ganz bestimmten Fachbereich mitbringen. Damit wollen wir den weiteren Prozess auf dem Weg zur zukunftsfähigen Stadt strukturiert angehen, sodass es unseren Bürgern nutzt.“

Querschnittsorientierte Stadtentwicklung

Der Begriff der Smart Cities steht für die Entwicklung und Nutzung digitaler Technologien in fast allen Bereichen auf kommunaler Ebene. Im Rahmen des Modellprojekts „Ulm4CleverCity“ soll beispielhaft erprobt werden, wie Digitalisierung nachhaltig und intelligent gestaltet werden kann. Als Kern des Vorhabens wird derzeit – aufbauend auf den bisherigen Ulmer Initiativen – eine Smart-City-Strategie erarbeitet, teilt die Stadt mit. Diese soll ab 2022 in einem querschnittorientierten Stadtentwicklungsprozess in den Quartieren rund um den Citybahnhof umgesetzt werden. Wenn die Region zwischen Ulm und Stuttgart durch die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke enger an die Landeshauptstadt und Metropolregion heranrückt, plane Ulm so seine Position ausbauen.

Neue Räume für digitale Arbeitsformen

Schwerpunkte im Kontext der Stadtentwicklungen sind laut Angaben aus Ulm die Bereiche „Wachsende Stadt“, „Stadt im Wandel“ sowie „Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft“. Für eine prosperierende Wirtschaft seien zudem neue digitale Lösungen sowie eine funktionale Verbindung von Innenstadt und Wissenschaftsstadt wichtig, um Räume für digitale Arbeitsformen der Zukunft zu ermöglichen. Dies alles soll im Bereich Citybahnhof exemplarisch realisiert werden.
Konkrete Lösungen stünden noch nicht fest, sondern sollen jetzt aus den vorhandenen und bereits laufenden Verfahren und Projekten und weiteren Formaten gewonnen werden. Als Grundlage dafür diene der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur mit Investitionen in die Urbane Datenplattform.

Offene Schnittstellen und Standards

Der Austausch mit den umliegenden Kommunen soll unter anderem durch die Innovationsregion Ulm erfolgen. Die entstehenden Lösungen seien mit offenen Schnittstellen und Standards so gestaltet, dass sie gut auf andere Städte übertragen werden können. Hierzu diene auch das Netzwerk der Digitalakademie@bw.
Offene Daten und Freies Wissen als Grundlage für Teilhabe stünden im Fokus aller Maßnahmen und seien Grundlage des urbanen Planungslabors. Der enge Kontakt in Ulm zur Open Knowledge Foundation sorge für eine bundesweite Übertragbarkeit – eine zentrale Anforderung des Bundesinnenministeriums. Zudem steht das bundesweite Netzwerk der Zukunftsstädte wie auch die Einbindung in das Netzwerk der Partnerschaft der „Urban Agenda zur Dissemination“ auf EU-Ebene zur Verfügung, so Ulm.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Vier Personen stehen unter einer LED-Tafel, die Parkmöglichkeiten in Wolfsburg anzeigt.

Wolfsburg: City-Infosystem ersetzt Parkleitschilder

[12.02.2026] In Wolfsburg informieren jetzt smarte, frei programmierbare LED-Tafeln flexibel über freie Parkmöglichkeiten und den Verkehr in der Stadt und können auch darüber hinausgehende Hinweise ausstrahlen. Aus dem einstigen Parkleitsystem ist somit ein multifunktionales City-Informationssystem geworden. mehr...

Gruppenfoto vor weißem Lieferwagen

Marpingen: Pilotprojekt für KI-gestütztes Straßenmanagement

[02.02.2026] In Marpingen werden Schäden an Straßen und Verkehrsschildern von kommunalen Fahrzeugen bei Alltagsfahrten per Smartphone erfasst. Eine KI-gestützte Open-Source-Lösung übernimmt die Aufbereitung der Daten. Bald soll die Lösung in 25 weiteren saarländischen Kommunen ausgerollt werden. mehr...

Richard Himes und Landrat Bär halten einen Taupunktsensor, der in einem Raum steht.
bericht

Kreis Hof: Werkzeug für Winterdienst

[29.01.2026] Taupunktsensoren unterstützen im Hofer Land den Winterdienst. Dabei agieren Kreis und angehörige Kommunen gemeinsam. Die Entscheidung über das Ausrücken, Streuen oder Räumen treffen trotz der umfassenden Daten weiterhin die Beschäftigten. mehr...

Drei Personen stehen nebeneinander in einem Raum und halten eine Urkunde und den Milesight Impact Award 2025 in den Händen.

Smart Waste Hürth: Weltweites Leuchtturmprojekt

[27.01.2026] In Hürth messen Ultraschallsensoren den Füllstand öffentlicher Abfallbehältnisse und senden diese Daten an eine Künstliche Intelligenz. Die ermittelt, wann die Müllwagen welche Route nehmen sollten, um die Behälter zu leeren. Jetzt ist Smart Waste Hürth als weltweit sichtbares Leuchtturmprojekt ausgezeichnet worden. mehr...

Zwei Screenshots aus er App Park Stark: links die Umkreissuche, rechts Anzeige aller freien bzw. belegten Parkplätze im Stadtgebiet von Mannheim.

Mannheim: Orientierung für barrierefreies Parken

[20.01.2026] In Mannheim steht eine neue, barrierefreie App für die Suche nach freien Schwerbehindertenparkplätzen zur Verfügung. Park-Stark nutzt Echtzeitdaten von über 250 Stellplätzen und zeigt Verfügbarkeit, Navigation und Alternativen direkt auf dem Smartphone an. mehr...

Blick auf eine Veranstaltungshalle. Im Hintergrund ist ein Messestand zu sehen, davor stehen zahlreiche kleinere Tische, an denen Personen zusammen sitzen.

Mönchengladbach: Fünfter Smart City Summit Niederrhein

[20.01.2026] Mönchengladbach lädt am 26. Februar zur fünften Auflage des Smart City Summit Niederrhein ein. Mit Vorträgen, Workshops und einem großen Ausstellungsbereich richtet er sich an ein Fachpublikum, das sich mit der digitalen Transformation von Kommunen beschäftigt. Dabei werden strategische Perspektiven mit anschaulichen Praxisbeispielen verknüpft. mehr...

Bürgermeister Michael Gerdhenrich hält die neue Broschüre in der Hand, im Hintergrund ist auf einem Bildschirm das Video zu BE smart zu sehen.

Beckum: BE smart

[09.01.2026] Konsequent treibt Beckum die Entwicklung zur Smart City voran. Beispielsweise bietet die Stadt mittlerweile ein digitales Bürgerbüro, eine Mängelmelder-App oder einen Kita-Navigator an. Einige ihrer Digitalisierungsprojekte stellt die Kommune nun in einer digitalen Broschüre und einem Kurzfilm vor. mehr...

Porträtaufnahme von Karola Voss.
interview

Serie Digitalstädte: KI wird uns weiterhelfen

[08.01.2026] Die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß will im Bereich Wissensmanagement noch stärker auf Künstliche Intelligenz setzen und dadurch Ressourcen schonen. mehr...

Blick auf das Hauser Rathaus, ein großzügiger Backsteinbau.
bericht

Serie Digitalstädte: Mit Super-App unterwegs

[07.01.2026] In einer losen Serie stellt Kommune21 Digitalstädte mit Vorbildcharakter vor. Den Anfang macht Ahaus: Die nordrhein-westfälische Stadt ist ein Reallabor für digitale Anwendungen – mit einer Super-App als Schlüssel. mehr...

Screenshot der Startseite von herzlich-digital.de.

Kaiserslautern: Geordnete Liquidation von KL.digital

[06.01.2026] Die Stadt Kaiserslautern bereitet die geordnete Liquidation der KL.digital GmbH zum 30. Juni 2026 vor. An diesem Tag endet der Förderzeitraum der Modellprojekte Smart Cities, auf der die finanzielle Grundlage von KL.digital vollständig beruht. Die Projekte und Ideen sollen aber nahtlos in die Stadtverwaltung übergehen und dort weiterentwickelt werden. mehr...

Ein Netzwerk bestehend aus leuchtenden Linien.

Göttingen: Ausbau des städtischen Messnetzes

[22.12.2025] Ein Sensoriknetzwerk liefert der Stadt Göttingen wichtige Informationen über Wasserstände, die Baumgesundheit und die lokale Klimaentwicklung. Das Netz soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Die Daten sollen unter anderem in Forschung, Analysen und Planungsprozesse einfließen. mehr...

Skyline der Stadt Frankfurt am Main

Frankfurt am Main: Digital Ressourcen schonen

[15.12.2025] Die Stadt Frankfurt am Main hat drei weitere Digitalisierungsprojekte umgesetzt: den Aufbau eines digitalen Wassermanagements, die Einführung der automatisierten Straßenzustandserfassung sowie die Open Library. Alle drei Projekte tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen und Kosten zu sparen. mehr...

Screenshot der digitalen Karte auf Mainziel.de, welche die Parkhäuser der Stadt anzeigt.

Frankfurt am Main: Informiert zum Parkhaus

[12.12.2025] Viele Parkhausbelegungen in Frankfurt am Main sind jetzt in Echtzeit online einsehbar. Die erfassten Daten können von Verkehrstelematikanbietern oder Radiosendern für eigene Angebote abgerufen werden. Auch an die Mobilithek des Bundes werden sie übertragen. mehr...

Blick über den beleuchteten Frankfurter Weihnachtsmarkt am Römer.

Frankfurt am Main: Echtzeitdaten zum Weihnachtsmarkt

[05.12.2025] Ein Pilotprojekt mit LiDAR (Light Detection and Ranging)-Sensoren führt die Stadt Frankfurt am Main während des Weihnachtsmarkts am Römer durch. Die Sensoren messen dort das aktuelle Besucheraufkommen mit Laserstrahlen, die erfassten Daten stehen auf der urbanen Datenplattform in Echtzeit zur Verfügung. mehr...

Ein Parkplatzschild steht am Eingang eines Freiluftparkplatzes.

Troisdorf: Smarter parken

[03.12.2025] Mit einer smarten Lösung bereitet Troisdorf der ineffizienten Parkraumbewirtschaftung ein Ende. Parksensoren erfassen jetzt die Belegung einzelner Stellplätze, die Bürgerinnen und Bürger werden darüber in Echtzeit per App informiert. mehr...