Montag, 22. Juni 2026

NürnbergDigitaler Verkehrszwilling im Test

[23.03.2026] Mit einem Digitalen Zwilling will Nürnberg die Auswirkungen von Straßenbaumaßnahmen auf den Verkehr künftig im Vorfeld simulieren und somit Engpässe besser einschätzen und Baustellen noch gezielter aufeinander abstimmen können. Mit diesem Ziel hat die Stadt nun ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt gestartet.
Drei Männer sitzen nebeneinander an einem Tisch. Vor ihnen liegen Vertragsunterlagen.

v.l.: Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Christian Vogel, Oberbürgermeister Marcus König und Sasan Amini, Co-Founder des Softwareherstellers Transcality, haben den Vertrag über das Pilotprojekt unterzeichnet.

(Bildquelle: Tim Koß / Stadt Nürnberg)

Eine neue Software zur Unterstützung bei Straßenbauvorhaben testet jetzt der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör). Wie einer Meldung der Stadt Nürnberg zu entnehmen ist, kommt in dem dreijährigen Pilotprojekt der Digitale Verkehrszwilling des Herstellers Transcality zum Einsatz. Die Software soll das Baustellenmanagement optimieren und die Auswirkungen der Baustellen auf den Verkehr im öffentlichen Raum frühzeitig transparenter machen.

Die Lösung unterstützt dabei, komplexe Zusammenhänge im Verkehrsnetz digital abzubilden und unterschiedliche Szenarien im Vorfeld zu simulieren, erklärt die Stadt in Bayern. Das System analysiere dafür unter anderem Verkehrsströme, geplante Maßnahmen und zeitliche Abläufe. Auf dieser Grundlage lassen sich verschiedene Bauphasen durchspielen und ihre Auswirkungen auf den Verkehr prognostizieren. Zudem können Abhängigkeiten zwischen einzelnen Projekten besser erkannt und zeitlich aufeinander abgestimmt werden. So entstehe eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weitere Planung.

„Sör verfügt bereits heute über ein gut organisiertes Baustellenmanagement“, fasst Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter Christian Vogel die Erwartungen an das Pilotprojekt zusammen. „Die große Herausforderung ist jedoch die hohe Zahl von bis zu 12.000 Einzelmaßnahmen pro Jahr, von denen sich rund 3.000 auf den Hauptverkehrsachsen wiederfinden. Mit Simulationen anhand eines Digitalen Zwillings der Stadt können wir Szenarien frühzeitig durchspielen, Engpässe besser einschätzen und Baustellen noch gezielter aufeinander abstimmen. So halten wir die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmende möglichst gering.“

Sasan Amini, Co-Founder von Transcality, ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg. Mit unserem Digitalen Verkehrszwilling können die Mitarbeiter der Stadt die Auswirkungen geplanter Baustellen und Netzänderungen realistisch simulieren, Engpässe frühzeitig erkennen und Maßnahmen effizient koordinieren. So helfen wir, den Verkehr in Nürnberg flüssig zu halten und negative Auswirkungen auf Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt zu minimieren.“

Transcality entwickelt webbasierte digitale Städteduplikate für eine intelligente, vorausschauende Verkehrsplanung und modernes Verkehrsmanagement, heißt es in der Meldung aus Nürnberg des Weiteren. Mit fundiertem Know-how in der Verkehrsflussmodellierung erstelle das Unternehmen Digitale Zwillinge ganzer Straßennetze, auf deren Grundlage Städte und Verkehrsbehörden die Auswirkungen geplanter Baustellen oder Netzänderungen einfach und schnell simulieren können.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Bodensensor in einer Straße in Gütersloh

Gütersloh: Sensoren erfassen Parkplatzauslastung

[12.06.2026] Mit Bodensensoren erfasst die Stadt Gütersloh zurzeit die Auslastung von vier Fahrzeugstellplätzen an der Königstraße. Die Daten sollen in die Planungen zur Umgestaltung des Kreuzungsbereichs zur Hohenzollernstraße einfließen, der ein Unfallschwerpunkt ist. mehr...

Screenshot BBSR-Studie zu digitalen Zwillingen

Studie: Digitale Zwillinge in der Praxis

[10.06.2026] Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat eine neue Veröffentlichung zum Thema urbane Digitale Zwillinge herausgegeben, die im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities entstanden ist. mehr...

Stadt, Bäume und Internet of Things Sensorien Symbolisch
bericht

Serie Smart Cities: Sensoren sinnvoll nutzen

[20.05.2026] Sensorik und Internet of Things sind das Nervensystem der smarten Stadt – sie liefern Daten, welche Prozesse optimieren und die Entscheidungsfindung erleichtern können. Beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur können Kommunen auch klein starten. mehr...

Elisabeth Fröhlich, Projektleitung VIAA, Stabsstelle Verkehrsfluss und Geo-Services, zeigt eine Kamera, die den Verkehrsfluss erfasst.

Lübeck: Weitere Kreuzungen digitalisiert

[11.05.2026] In Lübeck werden derzeit vier Kreuzungen mit einem innovativen System zur Verkehrserfassung ausgestattet. Die Hansestadt setzt damit ein weiteres Teilprojekt im Rahmen ihres Vorhabens VIAA um. mehr...

Grafik zeigt die drei Plattform-Bestandteile
bericht

Plattformen: Von smart zu intelligent

[30.04.2026] Digitale Lösungen können Prozesse beschleunigen, Mitarbeitende entlasten und den Bürgerservice verbessern. Drei Bausteine bringen Kommunen auf diesem Weg entscheidend voran: urbane Datenplattformen, Automatisierungs- und KI-Plattformen. mehr...

Kamera auf einem Mannheimer Abfallsammelfahrzeug

Mannheim: Mit digitaler Hilfe sauberer werden

[29.04.2026] Optische Sensoren sollen der Stadt Mannheim künftig dabei helfen, Verschmutzungen im öffentlichen Raum zu erfassen und so dazu beitragen, das Stadtbild zu verbessern. Die Technik wird zunächst in einer mehrmonatigen Pilotphase getestet. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem Stadtteiltreff in Kassel Wolfsanger

Kassel: App stärkt das Vereinsleben

[28.04.2026] 
Eine App soll in Kassel künftig helfen, die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen besser und einfacher zu organisieren. Jetzt startet der im Rahmen des Modellprojekts Smart Kassel entwickelte digitale Assistent für Vereine in den Praxistest. mehr...

Lübeck: Kommunaler Gesamtabschluss bringt Mehrwert.

Lübeck: Hansestadt digital erleben

[27.04.2026] Die Hansestadt Lübeck erweitert ihr digitales Angebot um ein dreidimensionales Stadtmodell. Es macht Gebäude, Straßen und Plätze virtuell erlebbar und soll zugleich neue Anwendungen für Stadtentwicklung und Kulturvermittlung ermöglichen. mehr...

Eine Hand vor einem stilisierten Haus
bericht

Serie Smart Cities: Daten im Griff

[23.04.2026] Kommunale Daten sind die Grundlage jeder smarten Stadt. Wie gelingt es Städten und Regionen, Daten strategisch zu nutzen und so ihre digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten? Start einer neuen Expertenreihe des Fraunhofer-Instituts IESE. mehr...

Mehring sitzend, drei Personen stehen hinter ihm, festlich-förmlicher Rahmen

Markt Weisendorf: Zukunftsfähig mit Digitalen Zwillingen

[23.04.2026] Die Gemeinde Markt Weisendorf nutzt einen Digital Twin für Planung, Steuerung und Beteiligung. Aufbauend auf dem Förderprogramm TwinBy hat die Kommune mehrere Anwendungen entwickelt, die Daten bündeln und visualisieren und so kommunale Entscheidungen unterstützen. mehr...

Gelbes Maßband auf gelbem Hintergrund.

Kassel: Digitale Hilfe für barrierefreie Wege

[17.04.2026] In Kassel werden Daten zur Barrierefreiheit von Gebäuden in der Innenstadt erhoben und anschließend online gebündelt präsentiert. Das Projekt „Digitaler Wegweiser“ soll Menschen mit Hilfebedarf die Orientierung erleichtern. Bürgerinnen und Bürger können sich an der Datenerhebung beteiligen. mehr...

Politik zu Besuch im smarten Dorf Etteln
bericht

Etteln: Klein, aber oho

[16.04.2026] Etteln beweist, dass auch kleinste Gemeinden international Maßstäbe setzen können. Als Reallabor für übertragbare kommunale Digitalisierung zeigt das Dorf, was möglich ist, wenn Technik, Politik und Zivilgesellschaft konsequent zusammenspielen. mehr...

Cover der Präsentation zur Smart City Strategie der Stadt Wolfsburg

Wolfsburg: Smarte Pionierarbeit


[13.04.2026] Im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities hat die Stadt Wolfsburg sieben Jahre lang Pionierarbeit als bundesweites Testfeld für eine smarte Stadt geleistet. Das Förderprogramm ist Ende März nun zwar ausgelaufen, der Weg zur digitalen Modellstadt geht aber weiter. mehr...

Gera: Mit City-App auf Entdeckungstour

[10.04.2026] Eine City-App hat die Stadt Gera entwickelt. Der digitale Begleiter soll Gera für Einwohner, Besucher und Touristen gleichermaßen noch zugänglicher, informativer und komfortabler machen. mehr...

Team von Smart City Eichenzell und seine Partner auf der SCCON 2025

Eichenzell: Fundament für digitale Daseinsvorsorge

[08.04.2026] Mit einer neuen IT-Infrastruktur, einer Datenplattform und Sensoren hat die hessische Gemeinde Eichenzell das Fundament geschaffen, um eine Vielzahl an Prozessen digitalisieren und automatisieren zu können. mehr...