FachverfahrenFälle effizient bearbeiten
Seit vielen Jahren nutzt die Bußgeldstelle der Stadt Bremerhaven das Fachverfahren pmOWI der Firma GovConnect. Die Software wird zur Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten des fließenden und ruhenden Verkehrs, aber auch bei allgemeinen Ordnungswidrigkeiten eingesetzt. Dazu steht ein Katalog mit über 800 bundesrechtlichen Tatbeständen und einer Vielzahl von landesrechtlichen Vorschriften zur Verfügung, die an örtliche Vorschriften und Satzungen angepasst und entsprechend erweitert wurden. Tatbestände sind beispielsweise Lärmbelästigungen, Verstöße gegen das Halten von Hunden, Verstöße gegen die unterschiedlichsten Corona-Bestimmungen oder die unzulässige Ablagerung von Abfall.
Voraussetzung für schnelle Abläufe ist eine effiziente und vor allen Dingen rechtssichere Fallbearbeitung. Die Software pmOWI zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad aus und unterstützt die ganzheitliche Sachbearbeitung. Sukzessive hat GovConnect das Gesamtsystem um Funktionen wie die Online-Anhörung, pmPayment oder die pmOWI-App erweitert. Durch die Online-Anhörung wird beispielsweise eine medienbruchfreie Kommunikation gewährleistet. Zeugenfragebögen und Anhörungen können die Betroffenen mithilfe eines persönlichen Zugangscodes online beantworten. Viele nutzen diese Rückmeldeoption im Online-Portal bereits – Tendenz steigend.
Für die Sachbearbeitung hat das gleich mehrere Vorteile: Sie wird automatisch über eine Wiedervorlage informiert und kann die Daten direkt in den Vorgang übernehmen. Dadurch entfallen der Posteingang in der Bußgeldstelle sowie die vollumfängliche Datenerfassung in pmOWI. Fehler bei der manuellen Eingabe werden vermieden.
Erfassung von 700 bis 800 Ordnungswidrigkeiten pro Monat
Ebenfalls seit mehreren Jahren kommt bei der Stadt Bremerhaven auf derzeit 25 Erfassungsgeräten die pmOWI-App für die mobile Erfassung von Ordnungswidrigkeiten zum Einsatz. Im November 2019 hat sich schließlich auch die Ortspolizeibehörde Bremerhaven zu diesem Schritt entschlossen. Bei ihr sind aktuell zehn Geräte mit der pmOWI-App ausgestattet. Durchschnittlich werden damit circa 700 bis 800 Ordnungswidrigkeiten pro Monat erfasst. „Die Rückmeldungen seitens der Kollegen der Ortspolizeibehörde Bremerhaven sind durchweg positiv, sie wollen die pmOWI-App in ihrem Dienstalltag nicht mehr missen“, sagt Team-Leiter und Polizeihauptkommissar Michael Zein von der Ortspolizeibehörde Bremerhaven.
Zu den in Bremerhaven bearbeiteten Zuwiderhandlungen gehören neben dem Parken im Halteverbot beispielsweise HU-Mängelanzeigen, Rotlichtverstöße, die Handynutzung am Steuer oder das Fahren ohne Sicherheitsgurt. Auch Barzahlungen werden von der Polizei entgegengenommen und am Ende des Tages bei der hauseigenen Zahlstelle eingezahlt. „Vor der Einführung der pmOWI-App wurden alle Verstöße händisch mittels Datenerfassungsbeleg erfasst“, berichtet Polizeihauptkommissar Zein. „Beweismittel wie Fotos und Wiegekarten mussten separat gefertigt und im Nachhinein dem Vorgang zugeordnet werden. Mit der pmOWI-App können nun alle notwendigen Daten und Beweismittel sofort zum Vorgang hinzugefügt werden. Die technischen Möglichkeiten sowie die damit einhergehende Effizienzsteigerung der Prozesse haben die polizeiliche Arbeit in diesem Bereich optimiert.“
Fehler werden vermieden, Kosten reduziert
Der Wegfall der Papieranzeigen hat auch Vorteile für die Bußgeldstelle: Die erfassten Daten werden zusammen mit den Beweisbildern übertragen. Fehler, etwa durch eine unleserliche Schrift, werden vermieden, die Kosten reduziert und der Bearbeitungsprozess beschleunigt. Die Weiterverarbeitung in der Bußgeldstelle des Magistrats der Stadt Bremerhaven kann somit zeitnah erfolgen.
In die pmOWI-App integriert ist die Bezahllösung pmPayment. Auf Verwarnungen wird deshalb ein QR-Code aufgedruckt, der alle relevanten Informationen wie den Betrag und das Kassenzeichen beinhaltet. Scannt der Betroffene den QR-Code mithilfe seines Smartphones ein, kann er das Verwarngeld direkt entrichten. „Als wir uns 1999 für den Einsatz von pmOWI entschieden und bei der Entwicklung maßgeblich beteiligt waren, konnte noch niemand ahnen, dass wir 20 Jahre später für mehrere dutzend Kolleginnen und Kollegen eine App im Außendienst im Einsatz haben würden, die die Anzeigenaufnahme und die anschließende Verarbeitung weiter vereinfacht. Und jetzt sogar in Kooperation mit unserer Ortspolizeibehörde“, sagt Thomas Herbrig, Leiter des Bürger- und Ordnungsamts beim Magistrat der Stadt Bremerhaven. „pmPayment rundet die Prozesse ab und sorgt nicht nur bei uns, sondern auch beim Bürger für einen Service, der sehr gut angenommen wird.“
Für die Zukunft zieht das Bürger- und Ordnungsamt unter anderem den Einsatz des Auftrags- und Meldungsmanagements in Erwägung. Durch die Erfassung und Bearbeitung von Aufträgen und Meldungen ließe sich der Innen- und Außendienst besser vernetzen. Zudem will die Stadtverwaltung mit weiteren Anbindungen an pmPayment das digitale Portfolio ausbauen – auch vor dem Hintergrund des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Es stehen mehr als 40 Integrationen zur Verfügung, mit denen sich pmPayment in Kombination mit kommunalen Fachverfahren, Formularen und Content-Management-Systemen im Einsatz befindet.
https://www.polizei.bremerhaven.de
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe August 2021 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
EDV Ermtraud: Gaststätte online anmelden
[15.04.2026] Das Land Baden-Württemberg hat den Anzeigeweg im Gaststättengewerbe vereinfacht. Das Unternehmen EDV Ermtraud hat jetzt einen Online-Dienst vorgestellt, über den Bürgerinnen und Bürger ihre Anzeige künftig digital einreichen können. mehr...
Mainz: Umstellung auf den digitalen Bauantrag
[14.04.2026] Die Stadt Mainz treibt die Digitalisierung ihrer Verwaltungsleistungen voran: Künftig wird auch das zentrale Fachverfahren Bauantrag digital unterstützt. Die Umstellung auf das neue Verfahren erfolgt schrittweise. mehr...
nextgov iT: Digitale Hundeverwaltung
[09.04.2026] Gemeinsam mit kommunalen Fachämtern hat der Anbieter nextgov iT einen Dienst für die digitale Hundeverwaltung entwickelt. Der medienbruchfreie Prozess soll den Bürgerservice erhöhen und die Kommunen entlasten. mehr...
RIWA: Lösungen für die digitale Baumpflege
[08.04.2026] Mit seinem Produktportfolio für ein modernes, digitales Baum- und Grünflächenmanagement gibt GIS-Anbieter RIWA Kommunen ein praxisnahes Werkzeug an die Hand, um ihr Baummanagement effizient zu gestalten. mehr...
Erkrath: KRZN migriert VOIS-Plattform
[02.04.2026] Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) hat erstmals eine bereits produktiv genutzte VOIS-Plattform in sein Betriebsumfeld migriert. Es handelt sich um die VOIS-Fachverfahren der Stadt Erkrath für das Einwohnerwesen, das Gewerbewesen sowie die Gebührenkasse. mehr...
AKDB: Digitale Einbürgerung wird flexibler
[31.03.2026] Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern hat den Online-Dienst Digitale Einbürgerung um eine Zwischenspeicherungsfunkion erweitert. Laufende Anträge können nun für bis zu 30 Tage gesichert und zu einem späteren Zeitpunkt beispielsweise über ein anderes Endgerät weiterbearbeitet werden. mehr...
Coppenbrügge: Kitaportal gestartet
[26.03.2026] Über ein digitales Kitaportal verfügt jetzt der Flecken Coppenbrügge. Die Kommune im Kreis Hameln-Pyrmont setzt dabei auf Software vom E-Government-Spezialisten NOLIS. mehr...
Kreis Kassel: Medienbruchfrei zur Baugenehmigung
[17.03.2026] Seit März nimmt der Kreis Kassel Bauanträge nur noch online entgegen. Somit läuft das gesamte Baugenehmigungsverfahren vollständig digital ab, was die Abläufe für alle Beteiligten vereinfachen und beschleunigen soll. mehr...
Advertorial: Digitale Transformation braucht Struktur – und konkrete Lösungen
[05.03.2026] Auf dem GovTech-Gipfel Berlin 2026 wurde deutlich: Digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung braucht mehr als Strategiepapiere – sie braucht sofort umsetzbare Lösungen. In der Masterclass von Christopher Bock zeigte sich, wie skalierbare Fachverfahren wie raum]für[raum bereits heute Effizienz, Transparenz und Struktur in hybride Arbeitsmodelle bringen. Der klare Tenor des Gipfels: Jetzt handeln – nicht später. mehr...
Wolfsburg: SAP für Finanz- und Personalprozesse
[05.03.2026] In Wolfsburg wird die bisherige Software zur Steuerung von Finanz- und Personalprozessen durch ein neues ERP-System (Enterprise Resource Planning) abgelöst. Zum Einsatz kommen die Lösungen SAP S/4HANA für das Finanzwesen sowie das Personalmanagement- und Abrechnungssystem SAP SuccessFactors. mehr...
München: Open Source für die Schöffenwahl
[04.03.2026] Einen weiteren Schritt hin zu einer modernen Justizverwaltung macht die Stadt München. Die Einführung der Open-Source-Anwendung Ehrenamtjustiz soll für effizientere Abläufe bei der Auswahl von Schöffen und ehrenamtlichen Richtern sorgen. mehr...
Advertorial: Low Code vereinfacht interkommunale Zusammenarbeit
[19.02.2026] Digitale Fachverfahren müssen heute schneller, flexibler und wirtschaftlicher entstehen – doch klassische Entwicklungsprozesse bremsen viele Verwaltungen aus. Die Low-Code-Anwendung OutSystems verschafft Abhilfe. mehr...
Bayern: Digitale Bauleitplanung flächendeckend
[17.02.2026] Die digitale Bauleitplanungs- und Beteiligungsplattform DiPlanung ist in Bayern landesweit verfügbar. Informations- und Schulungsangebote erleichtern Kommunen den Einstieg. Ein Förderprogramm unterstützt sie zudem dabei, Planungen im Standard XPlanung umzusetzen. mehr...
Kiel: Digitales Verfahren zur Geburtsanzeige
[12.02.2026] Die in Kiel realisierte elektronische Geburtsanzeige zeigt, was Digitalisierung ermöglicht: Kliniken und Hebammen sparen Zeit und vermeiden doppelte Eingaben, die Eltern bekommen Urkunden automatisch zugeschickt und Mitarbeitende des Standesamts können Anzeigen schneller prüfen und bearbeiten. mehr...
Rostock: Pilot für digitalen Bauantrag
[11.02.2026] Schluss mit Papierakten und Postwegen: Rostock startet als Pilotkommune den Digitalen Bauantrag in Mecklenburg-Vorpommern – ein organisatorisch und technisch anspruchsvolles Großprojekt. mehr...

























