Donnerstag, 25. Juni 2026

Bundes-CIOFazit zum Neun-Punkte-Plan

[25.08.2021] Im vergangenen Jahr trat Bundes-CIO Markus Richter mit einem Neun-Punkte-Plan an, um die Digitalisierung in Deutschland zu beschleunigen. Nun berichtet das BMI, was sich in den Themenbereichen digitale Kompetenzen, digitale Souveränität und Cybersicherheit getan hat.

Im Juli 2020 hat der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, Markus Richter, neun Schwerpunkte benannt, mit denen die Digitalisierung in Deutschland vorangebracht werden soll (wir berichteten). In regelmäßigen Abständen zieht das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) eine Bilanz des Vorhabens und berichtet darüber (wir berichteten). Im aktuellen – und abschließenden – Bericht des BMI geht es um die Förderung digitaler Kompetenzen in der Bundesverwaltung, der digitalen Souveränität und der Cybersicherheit, den Punkten sieben bis neun des Neun-Punkte-Plans.
Laut BMI sind ein Jahr nach der Verabschiedung insgesamt knapp zwei Drittel der Projektmeilensteine des Neun-Punkte-Plans erreicht worden. Der Fokus liege nun auf den Projekten, die noch offen sind und kurz vor Abschluss stehen, so das Fazit von Markus Richter.

Digitale Kompetenzen und digitale Souveränität

Seit Mai 2021 gebe es die Digitalakademie als Plattform für die Qualifizierung von Bundesbediensteten, berichtet das BMI. Dort würden alle Fortbildungsangebote zur Unterstützung der Digitalisierung der Bundesverwaltung gebündelt, neben technischen Themen gehe es auch um Methodenwissen und kulturelle Kompetenzen. Es sei geplant, dass die Digitalakademie ihre Aktivitäten sukzessive ausbaut und sich mit andern Fortbildungsinitiativen auf Bundes- und Landesebene vernetzt. Die Förderung von Open Source und der damit einhergehenden Unabhängigkeit der Verwaltung von großen Anbietern ist ein weiteres Ziel von Richters Neun-Punkte-Plan. Mit dem geplanten Zentrum für digitale Souveränität (ZenDis) solle diese Aufgabe strukturell verankert werden. Im April habe der IT-Rat einen Grundsatzbeschluss gefasst, eine Projektgruppe im BMI arbeite derzeit am Aufbau des neuen Zentrums. Durch ein systematisches Monitoring durch die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) solle zudem zukünftig das Potenzial neuer Technologien wie künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge besser erkannt und für die Nutzung durch Sicherheitsbehörden erschlossen werden.

Mehrere Projekte sorgen für mehr Cybersicherheit

Das BMI hebt in seinem Bericht insbesondere den Bereich der Cybersicherheit hervor. Dort gebe es besonders viele Projekte, die „Deutschland zu einem der sichersten digitalen Länder“ machen wollen. Auf juristischer Ebene nennt das Ministerium die neue europäische neue Anti-Terror-Verordnung, die unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft verhandelt wurde. Sie soll europaweit die Verbreitung terroristischer Inhalte im Internet erschweren, indem sie Internet-Unternehmen verpflichtet, terroristische Inhalte im Internet auf behördliche Anordnung innerhalb einer Stunde zu löschen. In Deutschland stärken vier neue Gesetze die Cybersicherheit und gäben Sicherheitsbehörden unter anderem die notwendigen Kompetenzen für die Strafverfolgung im Internet. Das derzeit wichtigste Projekt ist nach Einschätzung des BMI die Verabschiedung der Cybersicherheitsstrategie 2021, die einen ressortübergreifenden Rahmen bilden soll. Der Entwurf solle zeitnah im Bundeskabinett verabschiedet werden. In Arbeit seien auch die Etablierung einer digitalen VS-Kommunikation innerhalb der Bundesverwaltung und die Einrichtung eines eigenen Cybersicherheitsbeauftragten des Bundes (CISO). Ein entsprechendes Konzept sei dem IT-Rat bereits vorgestellt worden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Porträt Landrat Dr. Achim Brötel

Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume

[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...

Dr. Annika Busse - Hamburg CIO
interview

Hamburg: Gemeinsam mehr erreichen

[24.06.2026] Seit Ende vergangenen Jahres ist Annika Busse neue Hamburg-CIO. Im Interview spricht sie über Mitarbeitermotivation, Ziele für Hamburgerinnen und Hamburger sowie die Verwaltung und darüber, woran sie am Ende ihrer Amtszeit gemessen werden möchte. mehr...

von rechts: Mehring, Sinemus, Wildberger, daneben noch weitere (unbekannte) Personen

BMDS/Bayern: Kooperation zur flächendeckenden Digitalisierung

[23.06.2026] Im Rahmen einer Pilotkooperation wollen das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bayerische Staatsministerium für Digitales (StMD) bis Ende dieses Jahres in allen bayerischen Kommunen zentrale digitale Verwaltungsleistungen bereitstellen. Die Rolle des Generalunternehmers auf Ebene des Landes übernimmt die AKDB. mehr...

zwei Männer geben sich die Hand_Karsten Wildberger_mario Voigt

Thüringen: Wichtige Online-Dienste für alle Kommunen

[11.06.2026] Thüringen und der Bund wollen fünf Verwaltungsleistungen bis Ende März 2027 landesweit digital verfügbar machen. govdigital und KIV Thüringen sollen die Online-Dienste in den Thüringer Kommunen bis zur vollständigen Betriebsfähigkeit integrieren. mehr...

Niedersachsen: Im Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung

[28.05.2026] Seit April unterstützt eine Taskforce niedersächsische Kommunen dabei, wichtige Verwaltungsleistungen online anzubinden. Die Beteiligten arbeiten eng zusammen, um technische, organisatorische und finanzielle Hürden für den Einsatz der Online-Dienste aus dem Weg zu räumen – mit Erfolg. mehr...

bericht

re:publica26: Vom Ankündigen zum Liefern

[21.05.2026] Auf der Digitalkonferenz re:publica26 zieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger eine Jahresbilanz und spricht sich resolut für mehr digitale Souveränität und Open Source aus. mehr...

Komm.ONE: Landesregierung strebt engere Zusammenarbeit an

[18.05.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will Landes-IT und kommunale IT künftig enger zusammenführen und ein gemeinsames Rechenzentrum aufbauen. Komm.ONE unterstützt die Pläne und sieht darin eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Verwaltung. mehr...

Offizielles Porträt von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger

Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit

[07.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...

Mitglieder des Digitalausschusses des DStGB

DStGB: Umsteuern zur rein digitalen Verwaltung

[30.04.2026] Wie digitale Lösungen, Automatisierung und Künstliche Intelligenz zur Modernisierung des Staates beitragen und so für die dringend nötige Entlastung der Kommunen sorgen können, diskutierte der Ausschuss für Digitalisierung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds auf seiner Frühjahrstagung.
 mehr...

Vitako: Impulse für die Digitalisierung

[29.04.2026] Auf der Vitako-Mitgliederversammlung haben Deutschlands kommunale IT-Dienstleister zentrale Weichen für die Verwaltungsdigitalisierung gestellt. Im Fokus standen der Deutschland-Stack, die interföderale Marktentwicklung, das Zukunftsbild der kommunalen IT sowie Fragen der digitalen Souveränität.  mehr...

Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel

[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...

Porträt von Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung

[21.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...

Deutschland hat früh digitale Ambitionen entwickelt.

IT-Planungsrat: Kommunen scheuen EfA-Kosten

[17.04.2026] Eine neue Studie des IT-Planungsrats zeigt, warum Online-Dienste von Bürgern zu wenig genutzt und von Kommunen kaum nachgenutzt werden. Sie schlägt eine föderale Antragsplattform mit kommunalen Marken, Ende-zu-Ende-Digitalisierung und einer Cloud-Infrastruktur vor. mehr...

Niedersachsen beschließt IT-Strategie  „Digitale Verwaltung 2025“.

BMDS/Niedersachsen: Fokusleistungen in alle Kommunen

[16.04.2026] Mit einem neuen Ansatz will das BMDS digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen. Kernstück ist die Beauftragung eines Generalunternehmers, der die Ende-zu-Ende-Verantwortung für den Roll-out in den Kommunen übernimmt. Nach Bayern und Hessen hat nun Niedersachsen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. mehr...

Porträt Jasmin Grünschläger
interview

Interview: Wir sitzen im gleichen Boot

[02.04.2026] Im Märkischen Kreis haben sich mehrere Kommunen zum Netzwerk Digitalisierung und E-Government zusammengeschlossen. Welchen Mehrwert der interkommunale Austausch bringt, beschreibt Jasmin Grünschläger, Digitalisierungsbeauftragte der Stadt Menden. mehr...