Donnerstag, 28. Mai 2026

NiedersachsenIm Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung

[28.05.2026] Seit April unterstützt eine Taskforce niedersächsische Kommunen dabei, wichtige Verwaltungsleistungen online anzubinden. Die Beteiligten arbeiten eng zusammen, um technische, organisatorische und finanzielle Hürden für den Einsatz der Online-Dienste aus dem Weg zu räumen – mit Erfolg.

Ministerin Behrens (ganz rechts) mit Fachleuten der Taskforce Digitalisierung Niedersachsen.

(Bildquelle: IT.Niedersachsen)

Der Bund erprobt gemeinsam mit einigen Ländern einen neuen Weg, um digitale Verwaltungsdienste schneller in allen Kommunen anbieten zu können: Dabei finanziert der Bund sogenannte Roll-in-Teams für die Kommunen; gleichzeitig verpflichten sich die Länder, bis Ende 2026 fünf Online-Dienste landesweit einzuführen. Zunächst hatten Hessen und Bayern eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesdigitalministerium unterzeichnet, seit April gehört auch Niedersachsen zu den Pilotländern (wir berichteten). Um die Kommunen beim Roll-out von (EfA-)Onlinediensten und damit der OZG-Umsetzung zu unterstützen, wurde die „Taskforce Digitalisierung Niedersachsen“ formiert: Expertinnen und Experten aus dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung, von den IT-Dienstleistern IT.Niedersachsen und GovConnect sowie weiteren Partnern arbeiten in der neuen operativen Einheit eng zusammen.

Wirksame Unterstützung für Kommunen

Nun besuchten Innenministerin Daniela Behrens und Digitalisierungsstaatssekretärin Anke Pörksen die Taskforce in den Räumen von IT.Niedersachsen. Durch die Arbeit des Teams konnte die Verwaltungsdigitalisierung in den vergangenen Wochen und Monaten bereits ein gutes Stück vorangebracht werden, sagte Ministerin Behrens. Mehr als 1.330 Leistungen sind nach Zahlen des Dashboard Digitale Verwaltung bereits flächendeckend digital verfügbar. Damit gehört das Land im bundesweiten Vergleich zur Spitzengruppe. „Dabei kommt vor allem zum Tragen, dass wir landesseitig nicht noch zusätzliche Anforderungen an die Kommunen stellen, sondern sie im Gegenteil ganz direkt und aktiv unterstützen. Mit diesem interdisziplinären und niedrigschwelligen Ansatz bringen wir die Digitalisierung voran und näher an die Menschen.“ Anke Pörksen sieht in der Taskforce ein Modell für die Zukunft: „Die enge Kooperation von Land, Kommunen und IT-Dienstleistern sowie die konsequente Ausrichtung auf die Umsetzung dient als Blaupause für weitere Schritte der Verwaltungsmodernisierung.“

Verzahnte Umsetzung statt isolierter Einzelprojekte

Wo immer es möglich ist, werden die Onlineangebote medienbruchfrei an die kommunalen Fachverfahren angebunden. Dabei werden häufig nachgefragte Leistungen priorisiert – so werden Antragstellende, aber auch die Verwaltungen selbst entlastet. Der Fokus des Landes liegt auf einer personellen und finanziellen Unterstützung der Kommunen. Durch die Taskforce werden sie konkret begleitet – von gemeinsamen Kick-off-Terminen über technische Anbindungen bis zu finanzieller Unterstützung bei Schnittstellen und der zentralen Finanzierung und Beschaffung von Online-Diensten. Gerade kleinere Kommunen profitieren vom gebündelten Know-how der Taskforce und können eigene Aufwände deutlich reduzieren.

Über das bisher Erreichte hinaus richtet sich der Blick im Land jetzt bereits auf die nächste Stufe der Verwaltungsdigitalisierung: Ziel ist die konsequente Ende-zu-Ende-Digitalisierung. Das heißt, Prozesse sollen vollständig digital und ohne doppelte Dateneingaben ablaufen. „Damit wird deutlich, dass es sich nicht nur um ein technisches Projekt handelt, sondern um eine umfassende Transformation der Verwaltung“, so das Innenministerium.



Stichwörter: Politik, EfA, Niedersachsen, OZG


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
bericht

re:publica26: Vom Ankündigen zum Liefern

[21.05.2026] Auf der Digitalkonferenz re:publica26 zieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger eine Jahresbilanz und spricht sich resolut für mehr digitale Souveränität und Open Source aus. mehr...

Komm.ONE: Landesregierung strebt engere Zusammenarbeit an

[18.05.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will Landes-IT und kommunale IT künftig enger zusammenführen und ein gemeinsames Rechenzentrum aufbauen. Komm.ONE unterstützt die Pläne und sieht darin eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Verwaltung. mehr...

Offizielles Porträt von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger

Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit

[07.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...

Mitglieder des Digitalausschusses des DStGB

DStGB: Umsteuern zur rein digitalen Verwaltung

[30.04.2026] Wie digitale Lösungen, Automatisierung und Künstliche Intelligenz zur Modernisierung des Staates beitragen und so für die dringend nötige Entlastung der Kommunen sorgen können, diskutierte der Ausschuss für Digitalisierung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds auf seiner Frühjahrstagung.
 mehr...

Vitako: Impulse für die Digitalisierung

[29.04.2026] Auf der Vitako-Mitgliederversammlung haben Deutschlands kommunale IT-Dienstleister zentrale Weichen für die Verwaltungsdigitalisierung gestellt. Im Fokus standen der Deutschland-Stack, die interföderale Marktentwicklung, das Zukunftsbild der kommunalen IT sowie Fragen der digitalen Souveränität.  mehr...

Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel

[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...

Porträt von Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung

[21.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...

Deutschland hat früh digitale Ambitionen entwickelt.

IT-Planungsrat: Kommunen scheuen EfA-Kosten

[17.04.2026] Eine neue Studie des IT-Planungsrats zeigt, warum Online-Dienste von Bürgern zu wenig genutzt und von Kommunen kaum nachgenutzt werden. Sie schlägt eine föderale Antragsplattform mit kommunalen Marken, Ende-zu-Ende-Digitalisierung und einer Cloud-Infrastruktur vor. mehr...

Niedersachsen beschließt IT-Strategie  „Digitale Verwaltung 2025“.

BMDS/Niedersachsen: Fokusleistungen in alle Kommunen

[16.04.2026] Mit einem neuen Ansatz will das BMDS digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen. Kernstück ist die Beauftragung eines Generalunternehmers, der die Ende-zu-Ende-Verantwortung für den Roll-out in den Kommunen übernimmt. Nach Bayern und Hessen hat nun Niedersachsen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. mehr...

Porträt Jasmin Grünschläger
interview

Interview: Wir sitzen im gleichen Boot

[02.04.2026] Im Märkischen Kreis haben sich mehrere Kommunen zum Netzwerk Digitalisierung und E-Government zusammengeschlossen. Welchen Mehrwert der interkommunale Austausch bringt, beschreibt Jasmin Grünschläger, Digitalisierungsbeauftragte der Stadt Menden. mehr...

Digitalstrategie SH 2026

Schleswig-Holstein: Digitalstrategie 2026 vorgestellt

[19.03.2026] Schleswig-Holstein hat seine neue Digitalstrategie beschlossen. Erstmalig waren zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden, um einen breiten gesellschaftlichen Ansatz zu ermöglichen. mehr...

Vier lächelnde Männer in Anzügen sitzen nebeneinander an einem Holztisch, vor sich Dokumente, hinter sich drei drapierte Flaggen (EU; BRD, Baden-Württemberg)

Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital

[18.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...

Porträtaufnahme von Milen Starke.

Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv

[17.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...

Spielwürfel mit aufgedruckten Pfeilen weisen den Weg hin zu einem Würfel mit grünem Häkchen.
bericht

Verwaltungsdigitalisierung: Lehren für die Zukunft ziehen

[12.03.2026] In 25 Jahren Verwaltungsdigitalisierung mangelte es nicht an ehrgeizigen Zielen. Diese wurden aber trotz der nötigen finanziellen Ressourcen häufig verfehlt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit können Lehren für aktuelle Projekte gezogen werden. mehr...