BitkomFehlende Digitalisierung macht Städte unattraktiv
Die Digitalisierung von Städten und Gemeinden könnte sich in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Standortfaktor entwickeln und „analoge“ Orte benachteiligen. So lässt sich das Ergebnis einer repräsentativen telefonischen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zusammenfassen. Befragt wurden 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland. Ein Viertel der 16- bis 29-Jährigen hat demnach angegeben, dass eine zu langsame Digitalisierung am Heimatort ein möglicher Umzugsgrund sei. Unter den 30- bis 64-Jährigen betrage der Anteil 22 Prozent. Eine deutliche Mehrheit der Befragten habe angegeben, dass die eigene Stadt bislang die Digitalisierung verschlafen habe, nur rund ein Drittel habe angegeben, im Alltag bereits von der Digitalisierung des Heimatortes zu profitieren. Digitale Infrastruktur und der digitale Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen sei kein nettes Extra, sondern werde zunehmend eingefordert, fasst Bitkom-Präsident Achim Berg die Umfrageergebnisse zusammen. Wer junge Menschen vor Ort halten wolle, müsse in die Digitalisierung investieren, um die Lebensqualität zu erhöhen, so Berg.
Am Widerstand der Bevölkerung dürften nach Einschätzung des Bitkom die wenigsten Digitalisierungsprojekte nicht scheitern: Nur ein Fünftel möchte der Befragung zufolge nicht, dass in der eigenen Stadt oder Gemeinde mehr digitale Technologien zum Einsatz kommen. Unter den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren sei die Digitalisierungsskepsis am höchsten, jedoch mit 27 Prozent „eine Minderheitenposition“.
Die vom Bitkom in Berlin veranstaltete Kongressmesse Smart Country Convention will dazu beitragen, die Digitalisierung im Public Sector zu beschleunigen. Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter von Bund, Ländern, Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie nachgeordneten Behörden und kommunalen Unternehmen. Sie soll vom 26. bis 28. Oktober 2021 auf dem Berliner Messegelände stattfinden.
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