Montag, 24. August 2026

GISRIWA integriert KI-gestützte Suche

[20.05.2026] Kommunale Geodaten per natürlicher Sprache durchsuchen – ohne komplexe GIS-Abfragen oder spezielles Fachwissen: Mit RIWANEXIS stellt RIWA eine neue KI-Lösung vor, die den Zugang zu kommunalen Geo-Informationssystemen grundlegend vereinfacht.
Screenshot von RIWANEXIS

RIWANEXIS ermöglicht es Anwendern, Suchanfragen per freier Texteingabe in natürlicher Sprache zu stellen.

(Bildquelle: RIWA GmbH)

Der GIS-Anbieter RIWA stellt mit RIWANEXIS ab sofort eine KI-Lösung für sein Geo-Informationssystem (GIS) zur Verfügung. Die neue Funktion ermöglicht es Anwendern erstmals, Suchanfragen per freier Texteingabe in natürlicher Sprache zu stellen. RIWA ist eigenen Angaben zufolge einer der ersten Anbieter in Deutschland, der eine KI-gestützte Suchfunktion direkt in einem kommunalen GIS bereitstellt.

Der Name RIWANEXIS steht laut Hersteller für Verbindung, Weiterentwicklung und neue Wege – und beschreibt die zentrale Idee der Anwendung: Informationen aus unterschiedlichen GIS-Bereichen werden mithilfe eines KI-Abfrageassistenten zusammengeführt, strukturiert und unmittelbar für Städte und Gemeinden nutzbar gemacht. Kommunale Geo-Informations­systeme bündeln heute eine Vielzahl an Daten aus unterschiedlichen Fachbereichen. Klassische Abfragen sind daher oft komplex und erfordern detaillierte Kenntnisse der Systemstruktur. RIWANEXIS adressiert genau diese Herausforderung und übersetzt natürlich formulierte Suchanfragen wie „Zeige mir alle Bebauungspläne, für die bereits XPlan-konforme Daten vorliegen“ oder „Zeige mir alle Bäume, die dieses Jahr kontrolliert wurden und im Abstand von fünf Meter um eine Wasserleitung stehen“ in strukturierte Abfragepläne. Anhand derer können relevante Daten automatisiert und modulübergreifend ermittelt und für den Anwender bereitgestellt werden. Damit markiere RIWANEXIS einen grundlegenden Wandel im Umgang mit kommunalen Geodaten: weg von spezialisierten Anfragen hin zu einem intuitiven, KI-gestützten Zugang für alle Anwendergruppen. Recherche und Datenauswertung werden so deutlich effizienter, unabhängig vom Vorkenntnisstand.

Datenschutz und Sicherheit im Fokus

Besonderes Augenmerk legt RIWA laut eigenen Angaben auf Datenschutz und Sicherheit. RIWANEXIS nutze ein vollständig in Deutschland gehostetes, von US-Hyperscalern unabhängiges und DSGVO-konformes Large Language Model (LLM). Datensparsamkeit sei zudem ein zentrales Kriterium bei der Entwicklung der Lösung gewesen: An die KI werden ausschließlich die jeweilige Nutzeranfrage sowie eine Beschreibung der Datenstruktur übermittelt, nicht jedoch die Inhalte der Datenbestände. Die KI erstelle daraus einen Abfrageplan, der anschließend von der RIWA-Software ausgeführt werde. Durch eine transparente Darstellung der Abfragen können Anwender dabei jederzeit nachvollziehen, wie ihre Frage interpretiert wurde. Protokollierungen erfolgen anonymisiert und gemäß geltender gesetzlicher Vorgaben.

RIWANEXIS richtet sich sowohl an Verwaltungsmitarbeitende als auch an GIS-Experten. Anwender ohne tiefes GIS-Fachwissen gelangen schneller zu den benötigten Informationen, ohne sich in komplexe Abfragesprachen einarbeiten zu müssen. Fachanwender wiederum profitieren insbesondere bei fachübergreifenden Analysen von deutlich höherer Geschwin­dig­keit und Effizienz.

„Mit RIWANEXIS markieren wir einen echten Wendepunkt in der GIS-Arbeit. Was bislang Zeit, spezialisiertes Fachwissen und komplexe Abfragen erforderte, wird nun durch KI zu einem intuitiven Prozess“, betont RIWA-Geschäftsführer Reinhard Kofler und ergänzt. „RIWANEXIS ist für uns der nächste Evolutionsschritt kommunaler GIS: Wir schaffen einen intelligenten Zugang zu kommunalen Datenbeständen und legen damit den Grundstein für eine neue Klasse kommunaler Fachsoftware, die komplexe Prozesse in Ver­waltungen künftig zunehmend automatisieren wird. Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen in den Verwaltungen wird dies Mitarbeitende im Alltag spürbar entlasten.“

Agentische KI

Bis Ende 2026 will RIWA eigenen Angaben zufolge seine KI-Funktionalitäten gezielt weiter ausbauen. Im Fokus steht dabei insbesondere eine agentische KI, die mehrstufige Aufgaben im GIS eigenständig planen und ausführen kann. Eine entsprechende Weiterentwicklung werde auf der Smart Country Convention (13. bis 15. Oktober 2026, Berlin) erstmals vorgestellt. Darüber hinaus soll RIWANEXIS komplexe Geodatenverarbeitungen automatisiert erstellen und dabei wiederkehrende Aufgaben vollständig übernehmen. In Planung sei zudem eine KI-gestützte Identifikation und Bewertung potenzieller Entwicklungs- und Bauflächen als Grundlage für die strategische Stadtentwicklung.





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