Montag, 13. April 2026

Kreis RegensburgIn Bayern vorne

[25.06.2025] Bei der Digitalisierung nimmt der Kreis Regensburg in Bayern eine Vorreiterrolle ein. Neben Chatbot und Voicebot hat die Kommune auch bereits Erfahrungen mit KI und Robotic Process Automation gesammelt. Jüngst ist die Entwicklung eines eigenen LLMs gestartet.
Mehrere Personen stehen in einem Raum und halten ein Banner in den Händen.

Mitarbeitende des Landratsamts Regensburg und Landrätin Tanja Schweiger (2.v.l.).

(Bildquelle: Petula Hermansky)

Der Landkreis Regensburg zählt zu den führenden Kommunen Bayerns im Bereich digitale Verwaltung. Schnelles und verlässliches Internet ist die Grundlage für Homeoffice, Studium, Wirtschaft, Telemedizin und Freizeitvergnügen, aber auch für digitale Verwaltungsleistungen. Die Laber-Naab Infrastruktur GmbH (LNI) vergab Anfang Januar 2025 Aufträge für das größte interkommunale Glasfaserprojekt Bayerns an drei Firmen, die eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur in den Landkreisen Regensburg und Teilen Neumarkts schaffen werden. Im Frühjahr sind die Arbeiten für insgesamt 33.000 förderfähige Hausanschlüsse in drei Clustern gestartet. Bund und Freistaat steuern Fördermittel zur Finanzierung bei, die Kommunen stellen zusätzlich jeweils einen Eigenanteil in Höhe von circa zehn Prozent zur Verfügung. Insgesamt wird somit im Projektgebiet der LNI mit 47 Kommunen für Planung Tiefbau, Verteiler und Glasfaserkabel bis ins Haus eine knappe halbe Milliarde Euro investiert. Dieses kommunale Netz ist laut Telekom ihr größtes Betreibermodell in Deutschland.

Der Landkreis Regensburg ist gut darauf vorbereitet, eine smarte Region zu werden. Während digitale öffentliche Dienstleistungen bereits breit genutzt werden und die Kommune zu einem bayerischen Vorreiter machen, schreitet auch die Automatisierung interner Prozesse voran. Der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz schafft dabei wertvolle Ressourcen, die den Service für Bürgerinnen und Bürger weiter verbessern. Der Kreis wird auch in Zukunft alles daransetzen, diese Vorreiterrolle zu behaupten und auszubauen.

Smarte Unterstützung im Verwaltungsalltag

Das Landratsamt befasst sich seit 2022 mit Robotic Process Automation (RPA). Nach intensiver Vorbereitungsarbeit im Rahmen eines Talentprogramms wurden seit 2024 bereits 38 Prozesse identifiziert, die sich für diese Technologie eignen. 14 dieser Prozesse sind schon im Live-Betrieb und sorgen für eine Zeitersparnis von rund 5.800 Stunden pro Jahr. Die Technologie trägt dazu bei, repetitive Aufgaben zu reduzieren und den Mitarbeitenden mehr Raum für kreative und wertschöpfende Tätigkeiten zu geben. Der Return on Investment (ROI) liegt aktuell bei circa sieben Monaten, und erste Prozesse werden nun zusätzlich durch den Einsatz von KI-Technologie unterstützt. So werden zum Beispiel handschriftliche Formulare mittels neuronaler Bilderkennung – ohne Bruchstellen im Workflow – direkt in digitale Texte umgewandelt. Deutschlandweit gehört der Landkreis Regensburg zu den führenden Kommunen beim Einsatz von RPA-Technologie.

In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Deggendorf und dem Bayerischen KI-Institut wurde 2023 das Projekt „KI in der Verwaltung“ ins Leben gerufen. Die Künstliche Intelligenz unterstützt unter anderem das Kreisjugendamt bei Transkriptionen, Übersetzungen, Formulierungshilfen und der Suche nach Rechtsgutachten. In Kooperation mit dem Unternehmen roosi und der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) ist das Landratsamt aktuell an der Entwicklung des Kommunalassistenten „KAI – Kommunale Artificial Intelligence“ beteiligt. Dieser soll Kommunen künftig etwa bei der Protokollierung von Gesprächen, Echtzeitübersetzungen und der Rechtsrecherche unterstützen. Im April hat das Landratsamt die Entwicklung eines eigenen Large Language Models (LLM) gestartet, das auf dem ChatBot ReLaX (RegensburgerLandleXikon) basiert. Das LLM soll DSGVO-konform sein und intern unter Berücksichtigung aller notwendigen Handlungsfelder eingesetzt werden.

Jederzeit Antwort erhalten

Im Jahr 2023 hielt das Landrats­amt etwas mehr als 200 Onlinedienste für seine Bürgerinnen und Bürger vor. Aktuell (Stand: Ende März 2025) sind es mehr als 311 digitale Dienste, die den Gang aufs Amt oft überflüssig machen. Im Ranking aller 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern liegt das Landratsamt unter den Top fünf. Und es kommen laufend weitere digitale Angebote hinzu.

Nachdem das Landratsamt Regensburg für den ChatBot ReLaX in der digitalen Bürgerkommunikation 2023 beim Digital Award der Fachmesse Kommunale ausgezeichnet wurde, fand im vergangenen Jahr eine technische wie inhaltliche Weiterentwicklung statt: ReLaX beantwortet Bürgeranfragen nun anhand von über 1.500 Datensätzen. An die KI-Technologie ChatGPT 4.0 angebunden, kann ReLaX auch komplexere Fragen beantworten und trägt maßgeblich zur Entlastung der Telefonhotline bei. 2024 nutzten über 28.000 Bürgerinnen und Bürger den ChatBot und stellten ihm mehr als 62.000 Fragen. Davon wurden etwa 9.600 Fragen über WhatsApp an ReLaX adressiert, das sind etwa 15,5 Prozent. Dies zeigt, dass es unerlässlich ist, den Nutzern alle Informationen leicht zugänglich anzubieten.

Seit Oktober 2024 ergänzt ein VoiceBot, auf Basis des ChatBots, die digitale Bürgerkommunikation des Landkreises. Bürgerinnen und Bürger können außerhalb der Öffnungszeiten Anfragen direkt per Anruf stellen. Der VoiceBot wird ständig weiterentwickelt: So wurde im Januar 2025 das Active-Directory, die Telefonliste aller Verwaltungsmitarbeitenden, angebunden. Dadurch können sich Bürgerinnen und Bürger durch den VoiceBot nun auch direkt mit ihrem Ansprechpartner verbinden lassen.

Der Landkreis Regensburg ist selbstverständlich auch auf Social Media vertreten. Profile auf Facebook, Instagram, LinkedIn, TikTok, YouTube und WhatsApp informieren über aktuelle Ereignisse.

Claudine Tauscher ist Leiterin des Sachgebiets Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Landratsamt Regensburg.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Hände tippen auf Computer-Keyboard (leicht unscharf), davor gerenderter Kopfumriss aus helltürkisen Punkten und Linien

Niederrhein: Interkommunal zu KI

[09.04.2026] Fünf Niederrhein-Kommunen haben gemeinsam einen datenschutzkonformen KI-Assistenten zur internen Nutzung beschafft. Die Nachnutzung durch weitere Kommunen ist möglich. mehr...

Futuristisch leuchtendes Technologienetzwerk das sich unter anderem zu einer Gehirnform verbindet.

Kreis Dithmarschen: Pionier für LLMoin

[09.04.2026] Den von Hamburg und Dataport entwickelten KI-Textassistenten LLMoin nutzt nun auch der Kreis Dithmarschen - und ist damit ein Pionier in Schleswig-Holstein. mehr...

Porträtaufnahme von Marc Isop.
interview

Voiceagent: Lotse durch den Prozessdschungel

[30.03.2026] Das Unternehmen Onlim hat einen dialogfähigen Voiceagent entwickelt. Im Interview erklärt Marc Isop, Chief Revenue Officer bei Onlim, welche Vorteile die Lösung kommunalen Servicecentern bringt und für welche Anwendungsfälle sie besonders geeignet ist. mehr...

Stade: 24/7 auch telefonisch

[27.03.2026] Die Stader Stadtverwaltung ist jetzt 24 Stunden täglich telefonisch erreichbar. Möglich macht das ein Voicebot, eine Weiterentwicklung des Chatbots Käpt’n Knut. mehr...

Der lebensgroße Avatar CAIA wird auf einem Monitor dargestellt. Der Avatar hat das Aussehen einer Frau.
bericht

Gersthofen: Gersti und CAIA helfen

[26.03.2026] Die Stadt Gersthofen nutzt KI unter anderem für Gersti, einen 24/7-Assistenten für Bürgerservice und Verwaltungsanliegen, und für CAIA, einen lebensgroßen Avatar im Hallenbad. Diese beiden Werkzeuge ebnen den Weg für weitere KI‑unterstützte Prozesse. mehr...

4 Personen vor einem Bildschirm: SpeechMind wird Teil des ITEBO-Netzwerks

Sitzungen: KI unterstützt Protokollierung

[25.03.2026] Einen neuen Partner für sein Netzwerk hat ITEBO gewonnen: Das Start-up SpeechMind, welches auch am Agentic AI Hub des Bundes teilnimmt, bringt seine KI-basierten Lösungen zur automatisierten Protokollierung von Sitzungen ein. mehr...

Screenshot des Barnimer Chatbots.

Kreis Barnim: Chatbot hilft durch Verwaltungsdschungel

[24.03.2026] Um seinen Bürgerservice moderner, zugänglicher und effizienter zu gestalten, bietet der Kreis Barnim nun einen KI-gestützten Chatbot auf seiner Website an. Das System beantwortet in 100 Sprachen ebenso wie in Leichter Sprache rund um die Uhr Fragen zur Verwaltung, wofür es die entsprechenden Inhalte der Website zusammenfasst. mehr...

Fünf Mitarbeitende der Stadt Gütersloh an einem Arbeitsplatz in der Ausländerbehörde

Gütersloh: Ausländerbehörde erhält virtuellen Mitarbeiter

[12.03.2026] Ein Software-Roboter unterstützt die Ausländerbehörde der Stadt Gütersloh ab sofort bei Meldevorgängen. Geplant ist, den virtuellen Mitarbeiter in Zukunft auch in anderen städtischen Fachbereichen einzusetzen. mehr...

Männer in Anzügen (darunter Bundesminister Wildberger) und junge Menschen in Smart Casual-Kleidung stehen in einem Konferenzraum herum und reden miteinander.

BMDS: Wenn die KI selbstständig arbeitet

[11.03.2026] Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, Verwaltungsmitarbeitende von Routineaufgaben zu entlasten und Verwaltungsprozesse fehlerärmer und effektiver zu machen. Dies trifft vor allem auf autonom agierende, agentische KI zu. In einem Projekt des BMDS werden solche Anwendungen in 17 Kommunen pilotiert. mehr...

Stilisierte Darstellung eines Chatbots mit Headset, verschwommen im Hintergrund ist eine Frau zu sehen, die den Bot antippt.

Nürnberg: Test für KI-gestützten Voicebot

[10.03.2026] Einen Test für einen KI-gestützten Voicebot im Behördenwegweiser startet die Stadt Nürnberg. Die Bevölkerung ist zur Teilnahme und zum Feedback aufgerufen. mehr...

Luftaufnahme: Autobahnabschnitt mit Abfahrten und mehrspurigen Brücken

Fraunhofer FOKUS: Gebrauchsanleitung für den KI-Einstieg

[09.03.2026] Der Potenzial-Check „Startklar für KI“ bietet Kommunen eine systematische Herangehensweise für die Bewertung und Planung von KI-Projekten. Das Werkzeug führt KI-Einsteiger und erfahrene Anwender strukturiert durch relevante Fragen – von strategischen Zielen über technische Anforderungen bis hin zur Ressourcenplanung. mehr...

Wohngeld kann bald online beantragt werden.

Frankfurt am Main: Mit Wohni zum Wohngeld

[09.03.2026] Auf KI-Unterstützung bei der Bearbeitung von Wohngeldanträgen setzt jetzt die Stadt Frankfurt am Main. Zum Einsatz kommt die Assistenz Wohni des Münchner Unternehmens forml. mehr...

Eine Person arbeitet an einem Laptop über dessen Tastatur Dokumente schweben.

Kreis Dahme-Spreewald: Intelligenter Verwaltungsassistent im Test

[05.03.2026] Der Kreis Dahme-Spreewald testet in der Ausländerbehörde den intelligente Verwaltungsassistenten iva.AT, der digitale Anträge auf Aufenthaltstitel bereits beim Ausfüllen prüft und unmittelbar auf fehlende oder unpassende Unterlagen hinweist. Es handelt sich um ein Pilotprojekt im Rahmen des Programms Aufenthalt Digital. mehr...

Paar sitzt im Bett, sie hält einen Strauß weißer Rosen in den Händen, er tippt etwas in einen Laptop.

Wiesbaden: KI hilft bei Onlineanmeldung der Eheschließung

[03.03.2026] Bei der Onlineanmeldung zur Eheschließung setzt Wiesbaden nun auch Künstliche Intelligenz (KI) ein. Diese generiert direkt nach der Anmeldung eine individuelle Übersicht der benötigten Dokumente für das Traupaar und strukturiert die online eingereichten Unterlagen automatisch für die Sachbearbeitung. mehr...

mit punkten durchzogenes Gehirn vor Laptop-Bildschirm

Online-Anträge: Leipzig setzt auf KI

[03.03.2026] Die Antragstellung im Bereich Aufenthaltstitel wird in Leipzig durch Künstliche Intelligenz unterstützt. Damit sollen Unterlagen möglichst vollständig und korrekt bei der Ausländerbehörde eingereicht werden. Die Nutzung der KI ist freiwillig. mehr...