Nordrhein-WestfalenPilotprojekt für digitales Schultagebuch
Die schulpflichtigen Kinder beruflich Reisender führten unterwegs bislang ein analoges Schultagebuch, um Schulbesuche, Lernstand und Lernfortschritte zu dokumentieren. Damit lässt sich bei häufigen Wechseln der Unterrichtsorte auf dem Wissensstand der Kinder aufbauen. Im Rahmen eines Pilotprojekts wird das analoge Schultagebuch seit dem Schuljahr 2021/22 durch das digitale Schultagebuch DigLu (kurz für: Digitales Lernen unterwegs) ersetzt. Das teilt jetzt das Ministerium für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen mit. Das Land hat die Federführung bei dem länderübergreifenden Projekt, an dem noch sechs weitere Länder teilnehmen. DigLu ist ein onlinebasiertes Lernmanagementsystem für Kinder beruflich Reisender, ihre Erziehungsberechtigten, ihre Lehrkräfte der Stamm- und Stützpunktschulen sowie ihre Bereichslehrkräfte. An dem bundesweiten Pilotprojekt nehmen insgesamt sieben Bundesländer teil, die Federführung hat Nordrhein-Westfalen. Mit DigLu entstehe ein neuer Weg für eine noch reibungslosere Anknüpfung an Lerninhalte und damit zielgenaueren Unterricht. Es werde eine länderübergreifende Infrastruktur geschaffen, um bestmögliche Bildungsverläufe zu ermöglichen, erklärt die nordrhein-westfälische Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer.
Projektausbau ist geplant
Die Kinder, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, weisen sich bei der Vorstellung an einer neuen Schule mit einer DigLu Card aus. Damit kann die neue Schule online auf alle wichtigen Angaben zum reisenden Kind zugreifen, sich einen Überblick über den Lernstand verschaffen und den Unterricht entsprechend ausrichten. Die betreuende Lehrkraft kann dann aktualisierte Einträge im digitalen Schultagebuch vornehmen. Rund 250 Kinder nehmen in den nächsten drei Jahren an dem Pilotprojekt teil, der Einstieg weiterer Kinder ist möglich und erwünscht. Sollte das Projekt erfolgreich sein, soll es weiter ausgebaut werden. Die Pilotländer sind Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Hessen, Niedersachen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen, finanziert wird das Projekt aus Mitteln des DigitalPakts Schule. 666.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Alle übrigen Länder sollen bis Ende 2022 ebenfalls in das Projekt einsteigen. Von Beginn an wurde das Projekt durch die Schaustellerverbände DSB (Deutscher Schaustellerbund) und BSM (Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute) unterstützt.
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