Mittwoch, 25. März 2026

Mülheim an der RuhrPortal schult Wahlhelfer

[26.06.2018] Elf Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam Schulungsclips sowie eine interaktive Lernplattform für Wahlhelfer entwickelt. Die Realisierung der Plattform erfolgte für fast alle Beteiligten durch die Stadt Mülheim an der Ruhr.
Kommunale Mitarbeiter drehen Schulungsclips für Wahlhelfer.

Kommunale Mitarbeiter drehen Schulungsclips für Wahlhelfer.

(Bildquelle: Stadt Mülheim an der Ruhr)

Die Digitalisierung sollte auch im Rahmen der Gewinnung und Schulung von Wahlhelfern Berücksichtigung finden. In diesem Punkt waren sich elf Kommunen in Nordrhein-Westfalen einig, als sie sich im März 2016 zu einer interkommunalen Projektgruppe zusammenschlossen. Ziel war es, das Thema Wahlen mithilfe digitaler Medien moderner und praxisorientierter zu kommunizieren.
Hintergrund des Projekts war die Erkenntnis, dass es seit Jahren zusehends schwieriger wird, die Funktionsträger in den Wahlvorständen qualitativ und quantitativ zu besetzen. Insbesondere die Bereitschaft, dabei eine Schlüsselfunktion zu übernehmen, wird aufgrund der damit verbundenen Verantwortung für einen ordnungsgemäßen und unparteiischen Ablauf einer Wahl immer geringer.

Wahlhelfer auf neuen Wegen ansprechen

Um die Bereitschaft der Bürger, sich bei Wahlen als Helfer zu beteiligen, zu erhöhen und mögliche Bedenken und Ängste zu entkräften, suchten die elf Kommunen in Nordrhein-Westfalen nach einer neuen Möglichkeit, Wahlhelfer anzusprechen und auszubilden. Die elf Kommunen standen dabei unter anderem vor der Frage, wie unter Berücksichtigung der zunehmenden Digitalisierung technische Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden können, die dem steigenden Öffentlichkeits- und Leistungsanspruch gerecht werden und gleichzeitig die Qualifikation und Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer optimieren. Schnell waren sich die Beteiligten einig, dass die Mitglieder in den Brief- und Wahlvorständen künftig tiefer in die Komplexität einer Wahl eingewiesen werden sollen, um Zusammenhänge und mögliche negative Auswirkungen bei Fehlern oder Unachtsamkeiten besser zu erkennen. Für diese Aufgabe kam nur eine webbasierte Lösung in Form von einzelnen Schulungsclips und einer interaktiven Lernplattform infrage.

Schulungsclips zum Wahlsonntag

Der organisatorische Ablauf am Wahlsonntag wird den Wahlvorständen in der Theorie in unterschiedlichsten Leitfäden, Broschüren und Schaubildern vermittelt. Oftmals hilft es jedoch, die schriftlich und bildlich dargestellten Situationen auch visuell auf sich wirken zu lassen. Vor diesem Hintergrund wurden anhand der gesetzlichen Vorgaben insgesamt 43 Schulungsclips gedreht, die den Ablauf am Wahlsonntag – getrennt nach Urnen- und Briefwahlvorständen – detailliert darstellen. Als Darsteller fungierten die Mitarbeiter der beteiligten Kommunen, die zusammen mit der Firma WSW-Media Filmproduktion an nur zwei Werktagen die vorgesehenen Situationen nachstellten. Gedreht wurden kurze und prägnante Schulungsclips, die den jeweiligen Sachverhalt und dessen rechtliche Folgen nachvollziehbar darstellen.
Abrufbar sind die einzelnen Themenclips über die Plattform YouTube und die jeweilige Lernplattform der beteiligten Kommunen. Damit ist zugleich eine Kopplung der beiden Teilprojekte Lernplattform und Schulungsfilm gegeben. Darüber hinaus wurden die Schulungsclips in die Schulungsveranstaltungen der einzelnen Wahlämter eingebracht. Viele, teils auch schwierige Sachverhalte, die bisher ausschließlich verbal erläutert wurden, konnten nun anhand der Clips verständlicher vermittelt werden.

Interaktive Wissensdatenbank

Mit der Lernplattform sollte zum einen eine gemeinsame Wissensdatenbank für die Wahlvorstände aufgebaut, zum anderen die Möglichkeit zur Durchführung interaktiver Lernzielkontrollen für die Wahlhelfer geschaffen werden. Die Plattform beinhaltet dazu die Wissensrubriken FAQs und Wahl ABC (Wahllexikon) sowie die interaktiven Rubriken Stimmenauszählung, Quiz (Multiple Choice) und Wahlraum (Einrichtung des Wahlraums). Die Programmierung und Realisierung der Lernplattform erfolgte für fast alle teilnehmenden Kommunen durch das Amt für Zentrale Dienste der Stadt Mülheim an der Ruhr, das somit einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Lösung geleistet hat. Wichtig war es, möglichst viele Tätigkeitsbereiche des Wahltags in den einzelnen Rubriken zu hinterlegen. Um den Zugang zu dem Portal einfach zu halten, wurde bewusst auf eine Registrierung oder Benutzeranmeldung verzichtet. Das Angebot dient ausschließlich der individuellen Überprüfung der interaktiven Lernbereiche (Eigenkontrolle). Eine Speicherung der Daten für eine etwaige Lernzielkontrolle erfolgt nicht.

Weniger Nachfragen

Seit dem Start der Plattform haben in Nordrhein-Westfalen unter anderem die Landtags- und Bundestagswahl stattgefunden. Dabei wurden im Vorfeld und an den Wahltagen selbst vermehrte Aufrufe des Portals registriert. Dazu beigetragen haben dürfte insbesondere der Aspekt, dass die einzelnen Rubriken – abgesehen von der interaktiven Stimmenauszählung und der Einrichtung des Wahlraums – auch via Smartphone und Tablet abrufbar sind. Seitens der Wahlhelfer wurde durchweg positiv auf das Angebot reagiert – die Zahl der Seitenaufrufe verdeutlicht dies. Schulungsclips und Lernplattform bieten zudem die Möglichkeit, das Thema Wahlen praxisnah auch jüngeren Generationen zu vermitteln.
Darüber hinaus wurde festgestellt, dass es am Wahltag weniger telefonische Nachfragen der Wahlhelfer bei den Kommunen gab. Vielfach wurde im Nachhinein seitens einzelner Wahlhelfer mitgeteilt, dass sie sich in zunächst schwierigen Situationen noch einmal den entsprechenden Schulungsclip auf der Lernplattform angesehen hätten und so das Problem eigenverantwortlich lösen konnten. Ihre eigeninitiierte, interkommunale Zusammenarbeit wollen die beteiligten Kommunen daher auch bei künftigen Wahlen in nunmehr freundschaftlichem Umgang fortführen.

Lea Baumgarten ist Mitarbeiterin im Rats- und Rechtsamt der Stadt Mülheim an der Ruhr.




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