Online-ServicesSchnittstellen nutzen

Landkreis Verden: Kreisweite Online-Services.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der zurückliegenden Monate in vielen Kommunalverwaltungen lautet: Es gibt nicht die eine Software, mittels derer die komplette Digitalisierung der Verwaltung realisiert werden kann – auch wenn viele das gehofft hatten oder es ihnen so suggeriert wurde. Je klarer den Verwaltungen die Aufgabe wird, umso strukturierter gehen sie die neuen Herausforderungen an – und zwar Schritt für Schritt, mit dem Blick auf das Machbare und natürlich auch auf die Kosten. Andere hingegen stellen fest, dass manche übereilt eingesetzte Lösung sogar weitere Probleme und Maßnahmen nach sich zieht. „Immer mehr Kommunalverwaltungen erkennen, dass sie mit einem modernen Kommunalportal und einer Schnittstelle zum Landes-Zuständigkeitsfinder, zum Beispiel BUS Niedersachsen oder Hessenfinder, bereits einige wesentliche Punkte erfüllt haben“, berichtet Uwe Warnecke, Geschäftsführer des E-Government-Spezialisten Nolis. „Ein mobilfähiges Stadtportal, also eine im Responsive Design erstellte kommunale Website, ist die beste Plattform, um den Zugriff auf die Online-Services ganz leicht und einfach zu ermöglichen. Wer über eine Suchmaschine die Informationen zu kommunalen Serviceleistungen gefunden hat, will auch direkt einen Online-Antrag stellen. Und nicht erst in ein gesondertes Portal verlinkt werden.“ Nolis hat aus diesem Grund das in das Content-Management-System (CMS) NOLIS | Kommune integrierte Bürgerservice-Modul um die Funktion Rathausdirekt erweitert. Keine doppelte Datenpflege Anstatt zusätzliche Schnittstellen oder Software-Produkte installieren zu müssen, können vorhandene Daten und Schnittstellen genutzt werden, was auch eine doppelte Datenpflege verhindert. In Niedersachsen beispielsweise nutzen mehr als 130 Kommunen seit vielen Jahren die bidirektionale Schnittstelle zum Bürger- und Unternehmensservice des Landes Niedersachsen (BUS). Wenn eine Verwaltung einen Online-Service für die eigene Website oder ein ergänzendes Serviceportal bereitstellt, wird dieser automatisch und ohne weiteren Aufwand an das Landessystem übertragen, sodass das Online-Angebot auch vom Serviceportal Niedersachsen aus erreichbar ist. Damit ist gleichzeitig die Übertragung an den bundesweiten Portalverbund gesichert. #bild2 Einige niedersächsische Kommunen haben sich mittlerweile für eine Vollintegration in das Stadtportal entschieden, unter anderem die Städte Syke, Verden und Nienburg. In den Stadtportalen werden die Online-Services prominent dargestellt. Zudem sind sie für alle Bürger sowie für Unternehmen ganz einfach über die Portalsuche oder über Suchmaschinen zu finden. Andere Kommunen gehen beim Thema Bürgerservice noch einen Schritt weiter. So hat die Stadt Burgdorf im Herbst 2020 – ergänzend zum bestehenden Stadtportal – ein eigenständiges Serviceportal freigeschaltet. Des Weiteren betreibt die Stadt Langenhagen seit mehr als einem Jahr ein Serviceportal. Im Jahr 2021 sollen dessen Inhalte dann in ein modernes Stadtportal integriert werden. Verden bietet kreisweite Plattform Der Landkreis Verden bietet eine kreisweite Plattform für alle online verfügbaren Services. Dort sind sowohl sämtliche Informationen über kommunale Dienstleistungen der angehörigen Kommunalverwaltungen als auch die bereits nutzbaren Online-Services aufgeführt. Die beteiligten Kommunen bestimmen eigenständig das Tempo und die Taktrate der Bereitstellung der Services. Sobald entsprechende Dienste vorhanden sind und diese im CMS beziehungsweise in NOLIS | Rathausdirekt einmalig administriert werden, stehen sie gleich auf vier verschiedenen Portalen zur Verfügung. Der Zugriff ist über das jeweilige Stadt- oder Gemeindeportal, über die Website des Landkreises, über das kreisweite Serviceportal sowie über den Landes-Zuständigkeitsfinder möglich. Effizienter geht es nicht. Wesentlicher Vorteil der OZG-Lösung Rathausdirekt ist die Möglichkeit, technisch unterschiedliche Online-Services einheitlich darzustellen. „Gerade diese einheitliche Nutzerführung und die Berücksichtigung der kommunalen Corporate Identity wissen viele Kommunen zu schätzen“, erklärt David Jauch, Leiter Projektmanagement bei Nolis. Er betreut aktuell einige Relaunch-Projekte. „Anspruchsvolle Internet-Verantwortliche setzen darauf, den Besuchern der Websites eine intuitive und auf einheitliche Darstellung aufbauende Nutzerführung anzubieten. Da sind einfache Link-Listen oder auch grafisch völlig verschiedene Oberflächen wenig gefragt.“ Anbindung an Servicekonto Niedersachsen Die Anbindung der so genannten Basisdienste ist mittlerweile Standard. Dazu gehören neben dem Zuständigkeitsfinder auch E-Payment sowie – in manchen Bundesländern eher noch perspektivisch – die Länder-Servicekonten. Aktuell hat Nolis die Anbindung des Servicekontos Niedersachsen zur Authentifizierung technisch eingerichtet und erfolgreich getestet. „Wir warten jetzt auf den Echtbetrieb und die Möglichkeit, Daten und Dokumente zu übertragen“, berichtet Mark Scholtes, Leiter der Software-Entwicklung bei Nolis. Weitere Komponenten von Rathausdirekt sind neben einer gesicherten und verschlüsselten Datenübertragung auch ein integriertes Servicekonto, das mit den Landeskonten verknüpft werden kann, sowie eine geschützte Dialog-Komponente, die es den Verwaltungen ermöglicht, bei Online-Anträgen Nachrichten zu versenden, Rückfragen zu stellen oder fehlende Nachweise sicher zu empfangen. Integrierter digitaler Workflow Für zahlreiche häufig in Anspruch genommene Services stellt Nolis ein Paket von mehr als 40 administrierbaren HTML-Formularen zur Verfügung, die kurzfristig eingesetzt werden können. Dabei ist der reine Empfang ebenso möglich wie die Anbindung an einzelne Fachverfahren oder an ein Dokumenten-Management-System via Schnittstelle. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der integrierte digitale Workflow für alle Vorgänge, die nicht über Schnittstellen in ein bestimmtes Fachverfahren übertragen werden. Damit ist die Grundlage für die medienbruchfreie Abwicklung auch solcher Anträge geschaffen, für die es bisher kein Fachverfahren gibt oder für die sich gerade bei kleineren Verwaltungen aufgrund der geringen Fallzahlen eine weitergehende technische Lösung wirtschaftlich nicht lohnt. Digitalisierung möglichst vieler Prozesse Neben zahlreichen Kommunen haben sich unter anderem die beiden kommunalen Rechenzentren KDG und HannIT für Rathausdirekt entschieden. Gemeinsam wurden bereits erste Projekte realisiert. Die Verantwortlichen möchten aber über die reine Erfüllung der OZG-Anforderungen hinausgehen. Im Fokus steht in diesen Kooperationen die Digitalisierung möglichst vieler Prozesse in den Verwaltungen. Dabei soll eine größtmögliche Flexibilität und Individualität der einzelnen Verwaltungen gewahrt bleiben. Ob Einer-für-Alle-Lösungen, Nutzung der Nolis-Formulare, Einsatz von Formular-Servern oder Bereitstellung von Web Front Ends einzelner Fachverfahren – alles wird unter einen Hut gebracht. Denn mittlerweile ist bei vielen Fachleuten die Erkenntnis gereift, dass die Digitalisierung je Prozess beziehungsweise Fachverfahren individuell nach Komplexität, verfügbaren Personalressourcen und technischen Gegebenheiten beurteilt und umgesetzt werden sollte.
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe Januar 2021 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Augsburg: Alles in der App
[30.04.2026] Die Stadt Augsburg hat einen Kommunikationskanal gestartet, bei dem digitale Souveränität ein wichtiger Faktor ist: Die App macht unabhängig von Algorithmen, bietet mehr Kontrolle über die Inhalte und stellt einen direkten Draht zur Bevölkerung her. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt
[28.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Auch Kommunen können die App nutzten, um eigene Angebote zum Hochwasserschutz breit zu kommunizieren. mehr...
Kreis Steinfurt: Digitale Antragstellung im Immissionsschutz
[14.04.2026] Der Kreis Steinfurt hat die digitale Antragstellung im Immissionsschutz gestartet und damit ein umfangreiches Genehmigungsverfahren effizienter und transparenter gemacht. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Digital zum Mittelabruf
[10.04.2026] Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein umfangreiches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht. Der Antragsweg für die Kommunen sollte dabei möglichst glatt verlaufen: Über ein Portal können sie über ein rein digitales Verfahren auf die Mittel zugreifen. mehr...
S-Public Services: PublicFlow für Prozesse
[01.04.2026] Die Plattform PublicFlow hat jetzt S-Public Services vorgestellt. Sie ermöglicht Kommunen die einfache digitale Bearbeitung von Verwaltungsanträgen Schritt für Schritt – sicher, effizient und mit automatisierter Unterstützung. mehr...
Leinefelde-Worbis: Informationen direkt aufs Smartphone
[23.03.2026] Mit der Leinefelde-Worbis-App erhalten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur städtische Informationen und Dienstleistungen auf ihr Smartphone. Mittels Schadensmelder können sie auch Mängel im öffentlichen Raum mitteilen oder per Umfragemodul an Befragungen teilnehmen. Die modular konzipierte Lösung wird auf Servern in Deutschland gehostet. mehr...
Leipzig: Vieles ist schon online möglich
[20.03.2026] Wohnsitz, Wohngeld und ganz neu die Hundesteuer – in Leipzig stehen viele Verwaltungsservices online zu Verfügung. Sie können ganz ohne Amtsbesuch beansprucht werden. Die Stadt strebt zudem für viele Leistungen eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung an. mehr...
Hessen: Quick-Check Bauantrag gestartet
[18.03.2026] Das Land Hessen hat ein einfaches digitales Angebot geschaffen, mit dem Bürgerinnen und Bürger schnell prüfen können, ob für ihr Bauvorhaben ein Bauantrag erforderlich ist. Das spart Zeit, schafft Klarheit und entlastet auch die Behörden. mehr...
Maerker Brandenburg: Neues Design, verbesserte Funktionen
[17.03.2026] Umfassend modernisiert ist jetzt das Bürgerportal Maerker Brandenburg online. Die Plattform wartet mit einer übersichtlichen Struktur, barrierefreier Nutzung und einer intuitiven Navigation auf. Zudem können Missstände noch einfacher über eine zentrale Suche und eine interaktive Karte gefunden, gesucht oder gemeldet werden. mehr...
Mainz: Neues Zeitalter der Online-Präsenz
[16.03.2026] Einen umfassenden Relaunch hat der Internetauftritt von Mainz erfahren. Er wartet mit einer neuen technischen Basis, neuen Funktionalitäten und inhaltlich mit starkem Fokus auf Services der Stadtverwaltung auf. Weiterentwicklungen sind bereits in Planung. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Digitale Eingangstür zur Verwaltung
[12.03.2026] Eine verwirrende Vielzahl von Verwaltungsportalen erschwert den Zugang zur benötigten Verwaltungsleistung. Nordrhein-Westfalen betreibt nun eine Portalkonsolidierung: Statt sich durch verschiedene Portale zu navigieren, genügt ein Einstiegspunkt, der – per KI – den Weg zum passenden Angebot weist. mehr...
Barrierefreiheit: Studie sieht Stuttgart auf Rang vier
[11.03.2026] Das Internetportal der Landeshauptstadt Stuttgart gehört laut einer Studie zu den barriereärmsten kommunalen Webseiten in Deutschland. Unter 83 untersuchten Städten belegt stuttgart.de den vierten Platz. Die Untersuchung zeigt zugleich: Vollständig barrierefrei ist bisher kein Stadtportal. mehr...
Kreis Neuwied: Website erneuert
[04.03.2026] Seine Internetpräsenz hat der Kreis Neuwied neu gestaltet. Nach dem Relaunch präsentiert sich die Website nun nutzerfreundlich, barrierefrei und konsequent auf Service ausgerichtet. mehr...
Rosengarten: App schafft digitale Nähe
[17.02.2026] Um Servicethemen und Meldungen noch direkter und unkomplizierter zu vermitteln, bietet die Gemeinde Rosengarten ab sofort eine City-App an. Die Kommune kann somit relevante Informationen in Echtzeit und gezielt verteilen. mehr...
Bernau bei Berlin: Barrierearmes Online-Rathaus
[11.02.2026] In Bernau bei Berlin können die Bürgerinnen und Bürger über das Serviceportal Rathaus online bestimmte Verwaltungsdienste zeit- und ortsunabhängig digital in Anspruch nehmen. Der integrierte Eye-Able-Assistent erleichtert Menschen mit Einschränkungen den Zugang zur Plattform. mehr...























