Freitag, 2. Oktober 2026

TuttlingenStraßenzustand digital erfassen

[04.05.2023] 
Ob eine Straße in einem guten Zustand ist oder gar sanierungsbedürftig, hat die Stadt Tuttlingen im Schwarzwald dank einer digitalen Lösung stets im Blick.

Bei der Stadt Tuttlingen in der baden-württembergischen Region Schwarzwald-Baar-Heuberg verläuft die Erfassung und Bewertung von Straßen- und Wegeschäden seit dem Jahr 2016 digital. In regelmäßigen Abständen (rund alle fünf Jahre) erfasst die Firma Kosima bei Befahrungen mithilfe einer Kamera und speziellen Sensoren den Zustand des Straßenraums und kategorisiert diesen – abhängig vom Belag, der Art des Verkehrsraums und weiterer Faktoren.
Zusätzlich können die Mitarbeiter der Tuttlinger Verwaltung mittels der gleichnamigen App von Kosima jährlich selbst rund zehn Kilometer an Straßenraum befahren und erfassen. Die App wird über das Diensthandy gestartet, welches in einer Halterung im Auto per Kameraaufnahme die Straßen scannt. Im Anschluss werden die Aufnahmen vom Anbieter aufgearbeitet. 
Die Befahrung durch Kosima und die Verwaltungsmitarbeitenden ergibt schließlich ein Zustandsbild, welches Schäden protokolliert und gleichzeitig klassifiziert – von eins für den besten Zustand, bis acht für den denkbar schlechtesten. Abgerufen werden können die Daten über das verwaltungsinterne Geo-Informationssystem (GIS). Eine Befahrung oder Begehung von Straßen und Wegen durch die Mitarbeiter ist damit nach Angaben der Stadt Tuttlingen in den meisten Fällen gar nicht mehr notwendig. Lediglich dann, wenn Kosima einer Straße einen sehr schlechten Zustand attestiert, macht sich Jochen Janke, Leiter der Abteilung Tiefbau, vor der abschließenden Einordnung vor Ort selbst ein Bild.
„Das menschliche Auge und sein Fachwissen kann und soll nicht gänzlich durch die smarte Technik ersetzt werden. Sie ist aber eine enorme Unterstützung, Vereinfachung und Zeitersparnis“, erklärt Janke. „Mit dem Programm ist ein sehr genaues, technisches Arbeiten möglich. Ich bekomme nicht nur die Art des Schadens sofort mit, sondern erhalte zugleich einen Vorschlag für die Reparatur oder Sanierung und ob man lediglich an der Oberfläche oder auch in der Tiefe etwas tun muss. Wenn ich dann rausfahre und den Schaden selbst noch einmal anschaue, bin ich bestens vorbereitet.“ Als Planungshilfe und Hilfsmittel zur Nachverfolgung von Reparaturen und Sanierungen sei die smarte Technik in der Stadtverwaltung daher nicht mehr wegzudenken. „Auch wenn ein Bürger bei mir eine Info einfordert, warum das Schlagloch vor seiner Haustür noch nicht repariert wurde, kann ich durch einen Blick ins GIS informieren“, berichtet Jochen Janke. Könne er dann aufzählen, wo in der Stadt noch deutlich schlimmere Schäden vorlägen oder einem Bürger genau sagen, wann die Reparatur in seiner Straße anstehe, sorge das meist für großes Verständnis für die jeweilige Situation.
Wie die Stadt Tuttlingen weiter mitteilt, sorgt die Aufarbeitung des Straßenzustands über das GIS auch in anderen Abteilungen für Vorteile, so etwa bei der Planung von Rohrleitungsarbeiten.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geodaten-Management
Hochwassergebiet, knapp über der Wasserfläche sieht man ein Verkehrsschild, im Hintergrund Bäume und eine Stadtsilhouette

Dortmund: Digitale Karten zeigen Hochwassergefahren

[02.10.2026] Die Stadt Dortmund hat erste detaillierte Hochwassergefahrenkarten für kleinere städtische Gewässer veröffentlicht. Die digitalen Karten zeigen Wassertiefen, Fließrichtungen und Strömungsgeschwindigkeiten und sollen unter anderem den Katastrophenschutz, die Stadtplanung und die private Hochwasservorsorge unterstützen. mehr...

bericht

Geodatenmanagement: Systeme verbinden

[28.09.2026] Geodaten sind längst kein Spezialthema einzelner Fachabteilungen mehr. Sie sind Grundlage für zahlreiche kommunale Aufgabenbereiche. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Aktualität, Qualität, Verfügbarkeit und Sicherheit. mehr...

Esri Digital Atlas: Interaktive Karten für den Unterricht

[17.09.2026] Mit dem Esri Digital Atlas steht Schulen und Bildungseinrichtungen eine neue kostenfreie Kartenanwendung zur Verfügung. Sie soll Schülerinnen und Schülern ermöglichen, geografische Zusammenhänge anhand interaktiver Karten und Daten zu untersuchen. mehr...

Zwei Personen halten eine 5¼-Diskette zur Datensicherung in die kamera

Frankfurt am Main: Geodateninfrastruktur feierte Jubiläum

[08.09.2026] Die Stadt Frankfurt am Main hat das zehnjährige Bestehen ihrer Geodateninfrastruktur gefeiert – und dabei auch einen Ausblick auf künftige Entwicklungen gegeben. mehr...

Zwei Personen vor einem Monitor auf dem historische 3D-Modell Gütersloh um 1900 zu sehen ist

Gütersloh: Virtueller Spaziergang durch die Vergangenheit

[04.09.2026] Die historische Gütersloher Stadtmitte um das Jahr 1900 lässt sich nun dauerhaft virtuell erleben. Die Abteilung Geoinformation der Stadt hat dazu eine von Modellbauer Norbert Jebramcik detailgetreu errichtete Miniaturstadt in ein 3D-Modell umgewandelt. mehr...

Überwiegend orangefarbene Stadtkarte

Frankfurt a.M.: Stadtklima neu kartiert

[17.08.2026] Wo staut sich Hitze, auf welchen Wegen gelangt kühle Luft in die Stadt und wo fehlt Grün? Der aktualisierte Klimaplanatlas macht solche Zusammenhänge sichtbar. Neue Simulationen und hochaufgelöste Vegetationsdaten unterstützen eine klimaangepasste Stadtplanung. mehr...

VertiGIS: Whitepaper zur Cybersicherheit

[12.08.2026] Steigende Sicherheitsanforderungen stellen Vermessungs- und Katasterverwaltungen vor neue Herausforderungen. Ein Whitepaper von VertiGIS beschreibt regulatorische Vorgaben und mögliche Betriebsmodelle für den Schutz von Geobasisdaten. mehr...

Blick über die Schulter einer Frau, die auf ihrem Smartphone die Coole Karte der Stadt Münster geöffnet hat

Münster: Cooler Stadtplan mit neuen Funktionen

[31.07.2026] Der „Coole Stadtplan“ der Stadt Münster wurde jetzt um eine 3D-Karte und zusätzliche Informationen ergänzt. So kann in dem Online-Angebot nun auch nach Wetterstationen und Standorten öffentlicher Toiletten gesucht werden. mehr...

Screenshot aus dem Stadtbezirksatlas Hannover/Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide

Hannover: Kommunalpolitik sichtbar machen

[27.07.2026] Hannovers Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide macht Kommunalpolitik auf einer digitalen Karte für jedermann sichtbar. Der Atlas will zeigen, wo Entscheidungen des Stadtbezirksrats konkret wirken und so auch die Demokratie stärken. mehr...

Thermometer, das knapp 40 Grad anzeigt, im Gegenlicht gegen einen blauen Himmel und strahlende Sonne fotografiert

Augsburg: Erholung von hohen Temperaturen

[24.07.2026] Die Stadt Augsburg kontert brütende Sommerhitze mit einer interaktiven Karte, die kühlere Orte wie Parks, Schattenplätze oder Kirchen ausweist. Damit will die Stadt während Hitzeperioden die Gesundheit und das Wohlbefinden von Bürgerinnen und Bürgern unterstützen. mehr...

Trinkwasserbrunnen in einem Park vor verschwommenem Hintergrund

Kreis Wesel: Geoportal als Gesundheitskompass

[24.07.2026] Das Geoportal des Kreises Wesel wird zum Hitze- und Gesundheitskompass ausgebaut: Eine interaktive Karte führt Nutzende schnell zu gesundheits- und hitzerelevanten Angeboten und Infrastrukturen im gesamten Kreisgebiet. mehr...

Digitaler Basiszwilling

Braunschweig: Update für den Digitalen Basiszwilling

[16.07.2026] Ein umfangreiches Update hat jetzt der Digitale Basiszwilling der Stadt Braunschweig erfahren. Ergänzt wurden vor allem Daten aus den Bereichen Umwelt und Klima. Zudem können Nutzende jetzt die Alte Waage in Braunschweig in einem hochauflösenden 3D-Modell erkunden. mehr...

Fahrzeug von iNovitas in Braunschweig

Braunschweig: Panoramabilder vom Stadtgebiet

[10.07.2026] 360-Grad-Panoramabilder des Straßenraums dienen der Stadtverwaltung Braunschweig bereits seit einigen Jahren als wichtiger Baustein zur Unterstützung effektiver digitaler Arbeitsprozesse. Der bisherige Datensatz wurde nun vollständig aktualisiert. mehr...

Karte des Landes Thüringen, größtenteils in Blau- und Cyantönen

Thüringen: Mehr Daten für die kommunale Klimaanpassung

[03.07.2026] Thüringen hat seinen Informationsportal zum Klimaschutz überarbeitet. Interaktive Karten und fachliche Hinweise sollen Kommunen helfen, Wärmebelastung, Starkregen und Trockenstress besser einzuschätzen und passende Anpassungsmaßnahmen zu planen. mehr...

Luftbild-Viewer im Geoportal der Stadt Trier

Trier: Neue Dienste im Geoportal

[01.07.2026] Die Stadt Trier hat die Luftbilder und das fotorealistische 3D-Mesh-Stadtmodell in ihrem Geoportal aktualisiert und dieses darüber hinaus um neue Möglichkeiten der Geodatensuche erweitert. mehr...