Dienstag, 24. März 2026

Kreis BergstraßeStraßenzustand KI-gestützt erfassen

[30.01.2025] Der Kreis Bergstraße erfasst im Zuge eines Smart-Region-Vorhabens den Straßenzustand besonders effizient: Müllfahrzeuge filmen per Smartphone die Straßen, eine KI wertet die erfassten Daten aus. Diese werden dann den kreisangehörigen Kommunen zur Verfügung gestellt.

Müllfahrzeuge sind im Kreis Bergstraße Teil des Smart-Region-Konzepts.

(Bildquelle: Bro Vector/stock.adobe.com)

Seit zwei Jahren läuft im Kreis Bergstraße ein innovatives Projekt, bei dem Müllfahrzeuge dazu beitragen, den Zustand der Straßen im Kreisgebiet zu erfassen. Die Entsorger befahren ohnehin regelmäßig alle Straßen, daher war die Idee naheliegend, die Fahrzeuge mit einem Smartphone hinter der Windschutzscheibe auszustatten, das per Video den Straßenzustand erfasst. Die Auswertung der aufgenommenen Bilder erfolgt dann mittels Künstlicher Intelligenz.

Derzeit werten die Kommunen die gesammelten Daten aus. Im ersten Quartal 2025 soll eine Evaluierung des Monitorings vorgenommen und ein Gutachten erstellt werden, um auszuwerten, wie gut die KI den Straßenzustand – im Vergleich zu bisherigen Zustandserfassungen – erkennt. Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation fördert das Gesamtprojekt „Smarter Kreis Bergstraße“ mit rund 895.000 Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“. „Künstliche Intelligenz trägt hier nicht nur dazu bei, dass schnell und effizient der Straßenzustand ermittelt wird. Sondern durch das frühzeitige Erkennen von Schäden können auch Kosten und Ressourcen für den Straßenbau reduziert werden. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel, wo KI im Alltag sichtbar Erleichterungen bringen kann“, sagte Digitalministerin Kristina Sinemus.

Zuverlässigere Planung für Kommunen

Die Erfassung des Straßenzustands samt Erschütterungen erfolgt mittels einer speziell entwickelten App. Beim anschließenden Hochladen auf den Server werden Personen und Kennzeichen entsprechend der Datenschutz-Grundverordnung anonymisiert. Eine KI wertet das Videomaterial aus und stellt den Straßenzustand grafisch auf einer geschützten Webseite zur Einsicht und Bearbeitung dar. Mitarbeitende der kreisangehörigen Kommunen wurden für das Tool geschult und werten die Daten aus. „Mittlerweile können die Kommunen die Plattform nutzen, um sich ein eigenes Bild vom Zustand ihrer Straßen zu machen. Ihnen wird die Schwere der Beschädigung objektiv dargestellt und die Kommunen können entscheiden, an welcher Stelle Ausbesserungen oder Sanierungen umgesetzt werden müssen. Und sie können zielgerichtet Prioritäten setzen“, erklärte Landrat Christian Engelhardt. „Somit ist es nun möglich, hier viel genauer zu planen und auch eine zuverlässigere Finanzplanung in Hinblick auf die Kosten im Bereich Straßensanierung zu erstellen.“

Wertvolle Daten für die Zukunftsplanung

Die Erfassung des Straßenzustands ist nur ein Teil des Vorhabens „Smarter Kreis Bergstraße“. Auch das Monitoring verschiedener Daten rund um Bildung, Mobilität, Klima und Energie mit einem themenübergreifenden Dashboard gehört dazu. Noch geplant ist ein regionaler Energiewende-Monitor, durch den Wetterdaten mit den Daten erneuerbarer Energien der fünf Energieversorger im Kreisgebiet akkumuliert und visualisiert werden, um den momentanen Solar- oder Windertrag hochzurechnen. Auch die Visualisierung aller Informationen zu den Schulstandorten und deren Energieverbräuche ist angedacht. Ergänzend wird an einem Datenkatalog gearbeitet. Hier werden bestehende Datenkataloge genutzt und mit zusätzlichen Konnektoren gekoppelt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Drei Männer sitzen nebeneinander an einem Tisch. Vor ihnen liegen Vertragsunterlagen.

Nürnberg: Digitaler Verkehrszwilling im Test

[23.03.2026] Mit einem Digitalen Zwilling will Nürnberg die Auswirkungen von Straßenbaumaßnahmen auf den Verkehr künftig im Vorfeld simulieren und somit Engpässe besser einschätzen und Baustellen noch gezielter aufeinander abstimmen können. Mit diesem Ziel hat die Stadt nun ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt gestartet. mehr...

Vier Personen stehen um einen Monitor versammelt, auf dem das Smart City Dashboard für Schlangen zu sehen ist.

Schlangen: Wetter- und Pegeldaten im Blick

[23.03.2026] Ein Smart City Dashboard zeigt für die Gemeinde Schlangen Wetter- und Pegeldaten in Echtzeit an. Messstationen und Sensoren liefern über ein offenes LoRaWAN die nötigen Werte. Neben den öffentlich zugänglichen Daten erhält die Verwaltung selbst zusätzliche Auswertungen, um beispielsweise auf kritische Wetterlagen passgenauer reagieren zu können. mehr...

Eine Person scannt mit dem Smartphone den QR-Code eines Stadtwürfels in Bremerhaven.

Bremerhaven: Stadtwürfel statt Baustellenschild

[20.03.2026] Mit QR-Code versehene Stadtwürfel sollen in Bremerhaven künftig direkt am Ort des Geschehens über Bauprojekte informieren. Der QR-Code führt zu einer ausführlichen Projektbeschreibung auf der kommunalen Website. Im Gegensatz zu Bauschildern können die Würfel flexibel platziert und verlinkt werden. mehr...

Mönchengladbach: Echtzeit-Sensoren überwachen Verkehrsflüsse

[18.03.2026] Ob ausverkaufte Heimspiele der Borussia, Konzerte populärer Bands oder internationale Sportereignisse – im Mönchengladbacher Nordpark finden zahlreiche Großveranstaltungen statt. Mithilfe smarter Daten will die Stadt die dort anfallenden Verkehrsströme besser verstehen und lenken. mehr...

Abstrakte Darstellung eines Baums, der Daten sendet.

KI: Wenn Bäume ihren Wasserbedarf selbst melden

[17.03.2026] Um Stadtbäume gesund zu erhalten, müssen sie vor Trockenstress geschützt werden. Nicht zuletzt aus Kostengründen ist aber auch eine Überwässerung zu vermeiden. Ein urbanes, mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitendes Bewässerungssystem erfüllt beide Kriterien und unterstützt obendrein bei der Routenplanung. mehr...

Screenshot vom Deckblatt des Studienberichts zum Smart City Index 2025, den der Digitalverband Bitkom vorgelegt hat.

Smart City Index 2025: Studienbericht liefert Detailergebnisse

[17.03.2026] Den Smart City Index 2025 ergänzend hat der Digitalverband Bitkom nun einen Studienbericht mit bislang unveröffentlichten Teilergebnissen herausgegeben. Er macht beispielsweise ersichtlich, dass fast alle Städte bei der Energie- und Wärmeplanung auf digitale Technologien setzen. mehr...

Screenshot aus dem Simulationstool

Hamburg: Mit dem Digitalen Zwilling Verkehrslärm simulieren

[11.03.2026] Hamburg hat ein neues Tool zur Lärmsimulation entwickelt, mit dem bereits in frühen Phasen die Verkehrslärmverhältnisse für Bauvorhaben bewertet werden können. Die quelloffene Lösung steht über OpenCoDE auch anderen Städten zur Verfügung. mehr...

Mehrere Personen stehen in einem Raum zum Gruppenfoto versammelt. Zwei von ihnen betätigen einen symbolischen Startknopf, eine dritte hält einen aufgeklappten Laptop in den Händen auf dem die Startseite der neuen Website zu sehen ist.

Kreis Warendorf: Smart Region mit eigener Website

[11.03.2026] Als Smart Region Kreis Warendorf bringen der Landkreis und 13 kreisangehörige Kommunen ihre Digitalisierung gemeinsam voran. Auf einer neuen Website präsentiert das Zukunftsprojekt nun seine Digitalisierungsstrategie und erklärt die einzelnen Handlungsfelder. mehr...

Der Digitale Zwilling der Stadt Dresden ist auf einem Tablet zu sehen, das eine Person in den Händen hält.

Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetter

[09.03.2026] Wie sich Unwetterereignisse auf Dresden auswirken können, simuliert jetzt ein Digitaler Zwilling der Stadt. Welche Eindrücke und Erfahrungen die Nutzerinnen und Nutzer mit dem öffentlich zugänglichen Prototyp der 3D-Anwendung machen, soll eine Online-Umfrage zeigen. mehr...

Mehrere Personen stehen in einem Raum zum Gruppenfoto versammelt.

Oberhausen: Smarte Ideen aus der Stadtgesellschaft

[09.03.2026] Über ihren Co-Creation Fund unterstützt die Stadt Oberhausen zum zweiten Mal innovative Smart-City-Vorhaben aus der Stadtgesellschaft. Der Fund wird durch Fördermittel des Bundes ermöglicht mit dem Ziel, Ideen aus der Bürgerschaft sowie von Initiativen, Organisationen und weiteren Beteiligten gemeinsam mit der Stadtverwaltung umzusetzen. mehr...

Screenshot des DigiTal Zwilling Wuppertal mit den eingeblendeten Bodenfeuchtedaten.

DigiTal Zwilling Wuppertal: Erste Echtzeitsensordaten

[06.03.2026] Der Digitale Zwilling Wuppertals zeigt jetzt Echtzeitdaten zur Bodenfeuchte an unterschiedlichen Standorten an. Es handelt sich um die ersten live verfügbaren Sensordaten auf der Plattform. mehr...

Blick von Außen durch die Glasfront eines Ladengeschäfts ins Stadtlabor Soest

Studie: Ankerorte für den digitalen Wandel

[04.03.2026] Stadtlabore, Makerspaces und Digitalwerkstätten machen Smart-City-Themen für den Alltag greifbar. Im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities (MPSC) wurde nun untersucht, wie solche Ankerorte des digitalen Wandels wirken – und was sie für Kommunen leisten können. mehr...

Eine bei der Polizeibehörde Freiburg um Breisgau angestellte Person nimmt mit der Smartphonekamera ein geparktes Fahrzeug auf.

Scan-Fahrzeuge: Abschluss der Versuchsreihe in Freiburg

[02.03.2026] Baden-Württemberg hat in mehreren Pilotkommunen den Einsatz von Scan-Fahrzeugen zur digitalen Parkraumkontrolle getestet. Den Abschluss der Versuchsreihe bildet nun Freiburg. Die Ergebnisse aller Pilotversuche sollen in einem Handlungsleitfaden für Kommunen zusammengefasst werden. mehr...

Nahaufnahme der Reifen und des Unterbodens eines PKW auf verschneiter Straße.

Bad Pyrmont: Smarte Glätte-Detektion

[26.02.2026] Wie glatt es auf den Straßen wird, ist eine Frage, die nicht nur Verkehrsteilnehmende, sondern auch die Winterdienste stark beschäftigt. In Bad Pyrmont werden dazu spätestens im nächsten Winter exakte Daten zur Verfügung stehen. Möglich macht’s ein über LoRaWAN verbundenes Sensorennetzwerk. mehr...

Ein öffentlicher Mülleimer mit Transponder in Arnsberg.

Arnsberg: Smarte Abfallbehälter

[20.02.2026] Die Technischen Dienste Arnsberg behalten öffentliche Abfallbehälter nun mittels Künstlicher Intelligenz (KI) im Blick. Transponder messen den Füllstand der Behältnisse, die KI wertet die gesammelten Daten aus und berechnet optimale Abfuhrtouren.  mehr...