Samstag, 16. Mai 2026

FachverfahrenSystemrelevante IT

[31.03.2021] Zur Grundversorgung gehören auch die Systeme der sozialen Sicherung. Sie gewährleisten, dass Hilfeempfänger ihre Leistungen bekommen und Renten- und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Dafür sind funktionierende IT-Systeme unerlässlich.
Sozialverwaltung: Papierloses Büro als Basis für zukunftsfähige Arbeitsprozesse.

Sozialverwaltung: Papierloses Büro als Basis für zukunftsfähige Arbeitsprozesse.

(Bildquelle: 123rf.com/NATTHAYA PHIBAN)

Die Corona-Pandemie zeigt, wie fragil unsere Lebensweise ist. Dass die soziale Infrastruktur trotzdem aufrechterhalten werden kann, ist zum großen Teil den Kommunen zu verdanken. Es sind die Anlaufstellen vor Ort, die sozial Bedürftigen auch in diesen Zeiten die Existenzgrundlage sichern und Hilfe leisten: Jobcenter, Jugend- und Sozialämter.
Vor dem Hintergrund der Diskussion darum, welche Branchen systemrelevant sind und auch bei einem Lockdown weiter arbeiten müssen, geraten öffentliche Leistungen, die uns längst als selbstverständlich gelten, schnell aus dem Blick. Dass eine funktionierende Gesundheitsversorgung unerlässlich ist, wurde in den vergangenen Monaten deutlich. Zur Grundversorgung gehören aber auch die Systeme der sozialen Sicherung, deren Prozesse genauso entscheidend sind. Sie gewährleisten, dass Hilfeempfänger ihre Leistungen bekommen, Renten- und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt und Hilfemaßnahmen nicht unterbrochen werden.

Verlässliche Technik und fachkundige Systembetreuung

In vielerlei Hinsicht bildet die IT das Rückgrat dieses Funktionierens. Von der Kontakterfassung über die Bedarfsberechnung bis hin zur Auszahlung werden die zentralen Arbeitsschritte über die Fachverfahren abgewickelt. Auch wenn diese Systeme nicht immer im Mittelpunkt der gegenwärtigen Digitalisierungsoffensiven stehen, sind die Vitalfunktionen der Verwaltung über die Fachverfahren automatisiert.
Um die Krisenfestigkeit der sozialen Infrastruktur zu beurteilen, lohnt ein Blick auf die zentralen Abläufe in diesem Bereich. Dabei wird deutlich, in welchem Maße technische Unterstützung bereits jetzt unverzichtbar ist. Neben verlässlicher Technik ist für den Betrieb die fachkundige Systembetreuung entscheidend. Es sind meist spezialisierte Fachkräfte vor Ort, die diese Aufgaben wahrnehmen. Sie pflegen zum Beispiel zentrale Daten, steuern Druck und Versand von Hilfebescheiden, erstellen Statistiken oder sorgen für wichtige System-Updates.

Amt oft immer noch Dreh- und Angelpunkt

Dabei ist Ausfallsicherheit höchstes Gebot. Aber auch die Mitarbeiter in diesem Bereich können von Krankheit oder Quarantäne betroffen sein. Damit wichtige Tätigkeiten nicht unterbrochen werden und die Systembetreuung nicht zur Achillesferse der Verwaltung wird, hat Prosoz als Fachverfahrensanbieter den Betriebsservice ins Leben gerufen. Dieser stellt sicher, dass betriebswichtige Funktionen bei Bedarf per Fernzugriff und unter voller Berücksichtigung des Datenschutzes durch Prosoz-Mitarbeiter weitergeführt werden können. Auf diese Weise bleiben Kommunen trotz personeller Ausfälle handlungsfähig.
Die kommunalen Sozialverwaltungen mussten sich in den vergangenen Monaten auf eine weitgehend kontaktlose Arbeitsweise einstellen. Das kann nicht ohne Folgen bleiben, zumal das physische Amt immer noch der Dreh- und Angelpunkt vieler Abläufe ist. Die jüngst erschienene Studie „Verwaltung in Krisenzeiten“ von Next:Public zeigt, dass insbesondere in den Kommunen der Tätigkeitsschwerpunkt weiterhin am Arbeitsplatz vor Ort liegt. Mobiles Arbeiten und Homeoffice sind dagegen weiterhin die Ausnahme. Die Ursachen sind vielschichtig. Es fehlt nicht nur an der technischen Ausstattung, auch unzureichende Online-Angebote und verwaltungsinterne Strukturen erschweren die Umsetzung flexibler Arbeitsweisen.

Digitale Prozesse lösen mühsame Handarbeit ab

Die digitale Aktenführung, wie sie bereits in einigen Kommunen konsequent zum Einsatz kommt, ist bei der Umsetzung unumgänglich. Sie schont nicht nur Ressourcen und verringert den Platzbedarf, sondern macht zusätzlich die Fallbearbeitung ortsunabhängig. Sind Mitarbeiter nicht mehr auf einen Aktenschrank angewiesen, kann notfalls die Arbeit auch im Lockdown weitergehen. Voraussetzung dafür ist natürlich eine digitale Prozessintegration, das heißt, die Einbindung von Fachverfahren in das digitale Dokumenten-Management-System.
Ähnliches gilt für elektronische Abrechnungen ohne Schriftverkehr. Fachverfahrenslösungen wie OPEN/PROSOZ arbeiten beispielsweise mit einem Abrechnungsassistenten. Darüber können soziale Einrichtungen elektronische Abrechnungsdaten übermitteln, die automatisch in die Sachbearbeitung einfließen. Auch an dieser Stelle lösen digitale Prozesse mühsame Handarbeit ab. Es entfallen ganze Arbeitsschritte von der Postbearbeitung bis zum Eintippen der entsprechenden Abrechnungsbeträge. Mit solchen Verfahrensverbesserungen wird die kommunale Verwaltung nicht nur schrittweise effizienter, sondern auch krisenfester.

Verwaltungsinterne Prozessoptimierungen

Darüber darf nicht vergessen werden, dass die soziale Sicherung nach wie vor auf den persönlichen Kontakt angelegt und angewiesen ist. Bei allen digitalen Innovationen sollte darauf geachtet werden, dass Automation und der persönliche Kundenkontakt im Einklang stehen. Auch abseits von Corona-Maßnahmen müssen digitale Prozesse Mitarbeiter gezielt entlasten, um bei knappen Personalressourcen auch in Zukunft die persönliche Betreuung zu ermöglichen. Insofern zeigt der gegenwärtige Ausnahmezustand, dass ein kontaktloses Büro nicht unbedingt erstrebenswert ist, ein papierloses Büro hingegen schon.
Im Zuge der aktuellen Einschränkungen wurde immer wieder der Nutzen der Digitalisierung beschworen. Meist liegt der Schwerpunkt solcher Erörterungen auf dem Nachholbedarf beziehungsweise einem Digitalisierungsschub, der nun ausgelöst werden soll. Gemeint ist häufig die Bereitstellung von Online-Services im Sinne des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Verwaltungsinterne Prozessoptimierungen, gewissermaßen hinter den Kulissen, werden dabei manchmal übersehen. So ist die nahtlose Übernahme von Daten aus Online-Formularen in die dahinterliegenden Systeme entscheidend, wie sie etwa der OZG-Connector für Prosoz-Fachverfahren bietet. Auch in Bereichen, in denen die Digitalisierungsdynamik weniger spürbar ist, wird so das Fundament für zukunftsfähige Arbeitsprozesse gelegt.

Soziale Sicherung weitgehend krisenfest

Die Entwicklung der vergangenen Monate hat viele Möglichkeiten und Defizite der öffentlichen Verwaltung aufgedeckt, gerade was den Einsatz beziehungsweise das Fehlen digitaler Prozesse betrifft. Bei allem Verbesserungspotenzial, das derzeit angemahnt wird, hat sich die soziale Sicherung in den Kommunen jedoch schon jetzt als weitgehend krisenfest erwiesen und entscheidend zur Stabilität der sozialen Infrastruktur beigetragen. Ohne ausreichende Technik wäre die Umstellung auf einen Lockdown nicht zu bewältigen gewesen. Das soll ein Ansporn sein, dieses Niveau zu sichern und weiter auszubauen.

Jens Flasche ist bei der PROSOZ Herten GmbH im Bereich Marketing und Unternehmenskommunikation tätig.


Stichwörter: Personalwesen,


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Personalwesen
Taschenrechner und Gehaltsabrechung

Komm.ONE/VWA Baden: Kompetenzoffensive für die Entgeltabrechnung

[12.05.2026] Eine Kompetenzoffensive für die kommunale Entgeltabrechnung starten der IT-Dienstleister Komm.ONE und die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Baden (VWA Baden). Ein neuer gemeinsamer Lehrgang vermittelt aktuelle Rechtsgrundlagen und Praxiswissen. mehr...

eine Hand stellt einen Baustein, auf dem AI steht, hinter eine Reihe von Bausteinen, auf denen stilisiert weibliche und männliche Personen zu sehen sind

Personalwesen: KI als strategischer Hebel

[07.05.2026] Künstliche Intelligenz kann im Personalwesen als strategischer Hebel zur Neugestaltung von Prozessen, Entscheidungen und Interaktionen genutzt werden. Noch haben Organisationen aber nur begrenzten Einblick in die volle Bandbreite der möglichen Potenziale. mehr...

zwei weibliche Mitarbeitende mit Kaffeebechern in der Hand unterhalten sich während sie den Büroflur entlanglaufen
bericht

Mitarbeitendengespräch: Zukunftsdialog statt Pflichtübung

[24.04.2026] Das Instrument des Mitarbeitendengesprächs muss neu gedacht werden, um die Potenziale für Personalbindung oder Produktivität besser zu nutzen. Es gilt, den Fokus auf Zusammenarbeit und Entwicklung statt die reine Leistungsbewertung zu legen. mehr...

Landratsamt Kelheim Luftbild

Kelheim: Personalverwaltung neu gedacht

[20.04.2026] Als Pilotverwaltung hat sich der Kreis Kelheim aktiv in die Entwicklung der neuen HR-Komplettlösung OK.PERS+ der AKDB eingebracht. Und legt damit das langfristige Fundament für digitale, effiziente und zukunftsfähige Personalprozesse. mehr...

Moodlekurse Symbolfoto.
bericht

Bremerhaven: Erfolgsmodell E-Learning

[25.03.2026] Schulungen in Form von E-Learning-Kursen anzubieten, hat sich in Bremerhaven mittlerweile zu einem echten Erfolgsprojekt entwickelt. Die Stadt nutzt dafür die Plattform Moodle, die während der Coronapandemie zunächst als Testumgebung eingeführt worden war. Inzwischen ist darüber ein umfangreiches Angebot von mehr als 70 verschiedenen Kursen verfügbar. mehr...

Auf einem Tisch liegen ein Smartphone und ein papierbasierter Antrag zwischen einem Laptop und anderen Utensilien auf einem Tisch.

Lauf a.d. Pegnitz: Reisekosten werden digital abgerechnet

[26.02.2026] In Lauf a.d. Pegnitz werden Reisekosten von der Antragstellung über die Genehmigung bis hin zur Abrechnung komplett digital abgewickelt. Möglich macht das eine Software der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur, über der Symbole für Dokumente und digitale Ordner schweben.

Moormerland: Digitale Personalakte

[17.02.2026] Mit der digitalen Personalakte in P&I LOGA arbeitet die Gemeinde Moormerland seit fast zwei Jahren und zieht eine positive Zwischenbilanz. mehr...

Abstrakt dargestelltes leuchtendes Personalnetzwerk, im Hintergrund scrollt eine Person auf einem Tablet.

Komm.ONE: Neuen eXtra-Standard eingeführt

[12.01.2026] Mit Februar wird Version 1.5 des Kommunikationsstandards eXTra in der Software SAP HCM zur Pflicht. In einem Pilotprojekt hat IT-Dienstleister Komm.ONE als erstes kommunales Dienstleistungsunternehmen den Standard bundesweit bei seinen Kunden eingeführt.  mehr...

Porträtaufnahme eines jungen bärtigen Mannes mit VR-Brille vor blau-weißem Hintergrund

Bayern: Verwaltungstraining mit VR und KI

[29.10.2025] Das Bayerische Digitalministerium fördert die Entwicklung und den Betrieb einer digitalen Lernumgebung für Verwaltungsbeschäftigte. Praxisnahes Wissen wird auf innovative Weise vermittelt. Damit soll insbesondere die Zukunftsfähigkeit von Städten, Gemeinden und Landkreisen gestärkt werden. mehr...

Ein Mann tippt mit dem Finger auf ein Personensymbol, das mit zahlreichen anderen Personensymbolen vernetzt ist.
bericht

Personalwesen: Lücken schließen

[29.09.2025] SAP stellt im Personalwesen auf eine cloudbasierte Software um. Allerdings fehlen dieser noch bestimmte Funktionen, weshalb sie von den Kommunen nicht flächendeckend eingesetzt werden kann. Als Übergangslösung bieten sich hybride Systeme an. mehr...

Vektorgrafik symbolisch Zeiterfassungssystem

München: Abschluss von neoHR

[04.08.2025] Nach fünf Jahren schließt die Stadt München ihr umfassendes Modernisierungsprogramm neoHR Ende dieses Jahres planmäßig ab. Die erzielten Ergebnisse sollen zur langfristigen Digitalisierung des Personalmanagements beitragen. 
 mehr...

Mitglieder des alten und neuen Vorstand des KommunalCampus

KommunalCampus/EGovC: Kräfte gebündelt für digitale Weiterbildung

[18.07.2025] Die Weiterbildungsplattform KommunalCampus und das Unternehmen EGovC haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Kommunen sollen so künftig noch besser dabei unterstützt werden, ihre Mitarbeitenden fit für den digitalen Wandel zu machen. mehr...

Das Kasaia-Logo zeigt eine stilisiert dargestellte Eule, die ein Buch mit Paragrafsymbol festhält.

Picture / Wolters Kluwer: KI erleichtert Stellenbewertung

[14.07.2025] Picture und Wolters Kluwer wollen mit generativer Künstlicher Intelligenz (KI) die Stellenbewertung im öffentlichen Dienst erleichtern. Die im gemeinsamen Rechtsinformationen-Modul eingesetzte KI-Komponente analysiert tausende Urteile, fasst sie zusammen und bereitet sie für die Bewertungspraxis auf. mehr...

KGSt: Schlüssel zur hybriden Arbeitswelt

[08.07.2025] Eine KGSt-Publikation zur neuen hybriden Arbeitswelt zählt sechs Schlüsselfaktoren auf, wie sich kommunale Verwaltungen als zukunftsfähige Organisationen aufstellen können. mehr...

Gruppe glücklicher Grundläufer läuft zum Bus

AIDA Orga: Ferienüberhang clever managen

[22.05.2025] Die Lösung AIDA Virtuelles Personalbüro von Anbieter AIDA Orga bietet Kommunen Entlastung bei der Arbeitszeitverwaltung – insbesondere in der Kinder- und Jugendbetreuung. Hier hilft die Anwendung, den Ferienüberhang clever zu managen. 
 mehr...