Breitband NordhessenDatenautobahn ausgebaut

Der Ausbau der Datenautobahn in Nordhessen ist in vollem Gange. Nun ist der fünfte und letzte Kreis angeschlossen worden.
(Bildquelle: Kreis Hersfeld-Rotenburg)
Mit der Inbetriebnahme des Kabelverzweigers in Waldeck-Netze im Kreis Waldeck-Frankenberg ist das fünfte und letzte Teilstück der regionalen Datenautobahn für schnelles Internet in Nordhessen ans Netz gegangen. Damit sind nun alle Kreise in der Region, nämlich Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner an das schnelle Breitband-Netz angeschossen, berichtet der Kreis Hersfeld-Rotenburg. Die Kommunen hatten im Jahr 2014 das Unternehmen Breitband Nordhessen gegründet, um die Abwicklung und den Ausbau der Glasfaservernetzung in den nordhessischen Landkreisen zu koordinieren.
Der erste Spatenstich für die nordhessische Datenautobahn sei vor gut einem Jahr erfolgt, berichtet der Kreis Hersfeld-Rotenburg. Seitdem seien schon mehr als 600 Kilometer Trasse gebaut und über 360 Multifunktionsgehäuse gesetzt worden. In 78 Ortsteilen wurde bereits Glasfaser verlegt und der Ausbau in weiteren 95 Ortsteilen habe bereits begonnen. „Durch den Anschluss an das Hochgeschwindigkeitsnetz werden unsere Dörfer zukunftsfähig und können sich im Wettbewerb behaupten“, sagt der Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg Reinhard Kubat.
Ziel der Firma Breitband Nordhessen ist es, das Breitband-Netz möglichst bis in alle der zuvor schlecht versorgten rund 570 meist sehr kleinen Ortsteile für eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) auszubauen. Bis 2019 soll die Netzinfrastruktur mit rund 2.200 Kilometern Glasfaserkabel geschaffen sein, die das Signal zu den einzelnen Ortsteilen leitet. „Nach Wegfall der Hürden durch die EU-Kommission sind nun Zugangsbandbreiten von bis zu 100 Mbit/s möglich“, berichtet Landrat Kubat. „Die gute Zusammenarbeit über alle politischen Ebenen und Gremien hinweg und die Bereitschaft unserer Städte und Gemeinden, bei diesem wichtigen Thema an einem Strang zu ziehen, hat uns in die Lage versetzt, dass wir nun bei einem der wichtigsten Standortfaktoren handeln können“, fügt der Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Michael Koch hinzu.
Zur Errichtung des Breitband-Netzes werden zunächst Leerrohre verlegt, in die später Glasfaserkabel eingeblasen werden. So genannte Multifunktionsgehäuse in den einzelnen Orts- und Stadtteilen dienen als Koppelstationen, in denen die aktive Technik des Netzbetreibers installiert wird. Von dort aus werden die Datensignale des neuen Glasfasernetzes mit hoher Bandbreite über bereits vorhandene Kupferkabel zu den Haushalten transportiert. Während der Ausbauarbeiten werden die Glasfaserleitungen in einer Ringstruktur gebaut, um zu gewährleisten, dass es später keine Ausfälle bei einem möglichen Leitungsschaden gibt. Denn das Signal kann dank des Rings von zwei Seiten herangeführt werden, berichtet der Kreis. Nach Fertigstellung der passiven Infrastruktur wird Netcom Kassel die aktive Technik installieren und betreiben. Über den jeweils aktuellen Stand des Ausbaus in den Ortsteilen informiert die Breitband-Gesellschaft auf ihrer Website.
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