Mittwoch, 18. Februar 2026

E-PaymentEine für alles

[24.05.2018] Wie Verwaltung und Bürger von elektronischen Bezahlmöglichkeiten profitieren, zeigt das Beispiel der Stadt Oldenburg. Die dort für unterschiedliche Services eingesetzte Plattform erlaubt mehrere Bezahlarten und wird von der Öffentlichkeit gut angenommen.
Die Stadt Oldenburg verbessert ihren Bürgerservice mit E-Payment.

Die Stadt Oldenburg verbessert ihren Bürgerservice mit E-Payment.

(Bildquelle: Stadt Oldenburg)

Die Stadt Oldenburg setzt die Online-Anhörung mit Anbindung von pmOWI der Firma GovConnect in Verbindung mit der Bezahlplattform pmPayment ein. Dadurch kann der Bürger eine Anhörung zu einer Verkehrsordnungswidrigkeit bequem von zu Hause aus online beantworten. Er spart sich das Porto und den Weg in die Bußgeldstelle. Um diesen Service nutzen zu können, erhält der Bürger mit der Anhörung, der Verwarnung oder dem Zeugenfragebogen einen QR-Code und einen Link zur Internet-Seite. Nachdem er sich mit seinen Zugangsdaten angemeldet hat, kann er unter anderem den Tatvorwurf und Fotos online einsehen und zu dem Vorgang Stellung nehmen oder die Gebühr direkt über die Bezahlplattform entrichten.

Mehrere Dienstleister eingebunden

Da es sich bei pmPayment um eine übergreifende Lösung handelt, in die mehrere Dienstleister eingebunden sind, stehen die Bezahlarten PayPal, giropay, paydirekt oder Kreditkarte zur Verfügung. Die Quote der Sofortzahler hat sich durch den Einsatz der Plattform erhöht, weshalb die Bußgeldstelle der Stadt Oldenburg deutlich weniger Bußgeldbescheide erstellen muss. Für die Bußgeldstelle bietet die Online-Anhörung den Vorteil, dass der Vorgang direkt in das Fachverfahren pmOWI übertragen wird und somit der Aufwand für die Datenerfassung und den Posteingang entfällt. Im Fachamt kann der Vorgang medienbruchfrei weiterbearbeitet werden. „Die Anbindung der Online-Anhörung an pmPayment war ein großer Erfolg. Bereits im August 2017, dem ersten Monat nach Produktivsetzung, konnten über 200 Einzahlungen verzeichnet werden. In den darauffolgenden Monaten ist diese Zahl auf inzwischen über 500 Einzahlungen pro Monat angewachsen“, berichtet Torsten Brüggemann vom Fachdienst Stadtkasse bei der Stadt Oldenburg. „Zukünftig erwarten wir einen weiteren deutlichen Anstieg der Fallzahlen, da 2018 ein sofortiges Bezahlen per Handy durch den Aufdruck eines QR-Codes auf die Verwarnungen ermöglicht werden soll. Besonders hervorzuheben ist die realisierte Schnittstelle zu SAP, die zu einer vollständig automatisierten Verbuchung aller Einzahlungen führt.“

Service, der ankommt

Die Stadt Oldenburg setzt die Lösung pmPayment zudem in Kombination mit den Formularen der Firma Form-Solutions ein. Dadurch können Urkunden aus dem Ehe-, Geburten-, Lebenspartnerschafts- und Sterberegister elektronisch beim Standesamt beantragt werden. Dabei trägt der Bürger seine Daten online in die intelligenten Antragsformulare ein. Durch Plausibilitätsprüfungen wird er bereits während der Antragstellung auf mögliche Fehler hingewiesen. Sobald der Bürger seinen Antrag vollständig ausgefüllt hat, kann er ihn online einreichen und auch gleich die Gebühren entrichten. Durch den Einsatz von pmPayment kann die Stadt ihren Bürgern je Verfahren unterschiedliche Bezahlarten anbieten. Das ist insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Kostenstrukturen der Bezahldienstleister von Vorteil.
Der neue Service wird von der Öffentlichkeit gut angenommen: Durchschnittlich 100 Urkundenanforderungen werden pro Monat über pmPayment bezahlt. Torsten Brüggemann ist begeistert: „Die Bürger können unsere Leistungen über pmPayment bequem online bezahlen und sparen sich den Weg zum Standesamt. Unser Aufwand reduziert sich, da die Zahlungen automatisiert verbucht werden, und wir die Bezahlung der Leistungen nicht mehr nachhalten müssen. Die Einführung dieses Prozesses ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“

Zahlungseingang gewährleistet

Auch einfache Melderegisterauskünfte erhalten Bürger bei der Stadt Oldenburg über das Internet. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz des Moduls OLMERA des Informationsregisters des Unternehmens HSH in Kombination mit der Lösung pmPayment von GovConnect. Der Bürger fragt die Auskunft elektronisch an, bezahlt sie online und erhält sie direkt. Der komplette Prozess wird vollautomatisiert und medienbruchfrei abgewickelt. Bei der Stadtverwaltung entfällt der Aufwand für die Bearbeitung der schriftlichen Anfrage. Der Zahlungseingang ist durch das elektronische Bezahlen gewährleistet und die Zufriedenheit des Bürgers gesichert, da er seine Anfrage von zu Hause aus stellen kann und direkt eine Rückmeldung erhält.
Pünktlich zu den Sommerferien bietet die Stadt Oldenburg außerdem an, einen Ferienpass über die Software FEONA der Firma H&P IT-Solutions online zu buchen. Auch diesen Pass kann der Bürger durch die Anbindung von pmPayment direkt online bezahlen.
Künftig setzt die Stadt Oldenburg die Bezahllösung zudem in Kombination mit der pmOWI-App ein. Damit erfassen Vollzugsbeamte Ordnungswidrigkeiten via Smartphone oder Tablet, drucken die Verwarnung inklusive QR-Code vor Ort aus und hinterlassen diesen Beleg am Fahrzeug. Die Bürger können den QR-Code mit ihrem Smartphone scannen und das Verwarngeld direkt online über pmPayment bezahlen.

Sebastian Plog ist Produkt-Manager bei der GovConnect GmbH.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter am Rednerpult, im Vordergrund Publikum.

Bayern: Digitale Bauleitplanung flächendeckend

[17.02.2026] Die digitale Bauleitplanungs- und Beteiligungsplattform DiPlanung ist in Bayern landesweit verfügbar. Informations- und Schulungsangebote erleichtern Kommunen den Einstieg. Ein Förderprogramm unterstützt sie zudem dabei, Planungen im Standard XPlanung umzusetzen. mehr...

Kiel: Digitales Verfahren zur Geburtsanzeige

[12.02.2026] Die in Kiel realisierte elektronische Geburtsanzeige zeigt, was Digitalisierung ermöglicht: Kliniken und Hebammen sparen Zeit und vermeiden doppelte Eingaben, die Eltern bekommen Urkunden automatisch zugeschickt und Mitarbeitende des Standesamts können Anzeigen schneller prüfen und bearbeiten. mehr...

eingerüstetes Gebäude Bauwesen Baugenehmigung

Rostock: Pilot für digitalen Bauantrag

[11.02.2026] Schluss mit Papierakten und Postwegen: Rostock startet als Pilotkommune den Digitalen Bauantrag in Mecklenburg-Vorpommern – ein organisatorisch und technisch anspruchsvolles Großprojekt. mehr...

Angler hält eine Forelle in der Hand

Nordrhein-Westfalen: Fischereischein auf dem Smartphone

[10.02.2026] In Nordrhein-Westfalen können Fischereischeine ab Juli dieses Jahres auch online beantragt werden – und werden außerdem im neuen Scheckkartenformat und als elektronische Zertifikate auf dem Smartphone ausgegeben. mehr...

Beine mehrerer Personen, die auf einer Reihe von Stühlen in einem Flur sitzen

Praxis-Webinar: Digitale Entlastung für Jobcenter

[09.02.2026] Typische Herausforderungen im Jobcenter-Alltag und wie diese mit der Einführung einer digitalen Lösung zur Besuchersteuerung gemeistert werden können, stehen im Fokus eines Online-Webinars von SMART CJM gemeinsam mit dem Jobcenter des Landkreises Esslingen. mehr...

Kita-Lösungen: Neue Anwender für Little Bird

[05.02.2026] Das Unternehmen Little Bird hat zum Jahresauftakt zehn neue Kunden gewonnen: von Bautzen in Sachsen bis Lindau am Bodensee in Bayern ist der digitale Neustart in der Kinderbetreuung in vollem Gange. mehr...

Person mit Laptop auf dem Schoß; Aufsicht auf Torso, Arme, Hände und Oberschenkel

Nordrhein-Westfalen: BAföG-Fachverfahren fürs ganze Land

[02.02.2026] In Nordrhein-Westfalen wird das Gros der Anträge auf BAföG und Aufstiegs-BAföG per Post oder E-Mail eingereicht. Nun soll ein neues Fachverfahren eingeführt werden – landesweit. Den Auftrag erhielt die Firma Datagroup. mehr...

Blick auf ein Gebäude mit der Aufschrift Bürger- und Ordnungsamt.

Darmstadt: Fahrerlaubnisbehörde nimmt Fahrt auf

[02.02.2026] Mit neuen Strukturen und digitalen Angeboten konnte die Fahrerlaubnisbehörde in Darmstadt ihre Servicequalität erhöhen. Mehrere Onlineanträge, die vorherige Terminvereinbarung für den Behördenbesuch und eine digitale Schnittstelle zum TÜV-Hessen straffen dort nun die Abläufe. mehr...

Ein kleiner Junge hält ein Smartphone in der Hand, sein Gesicht ist bedeckt mit biometrischen Linien.

VG Polling: Biometric Go ergänzt PointID

[26.01.2026] In Polling können biometrische Passbilder direkt auf dem Amt erstellt werden. Die Verwaltungsgemeinschaft bietet dafür die PointID-Geräte der Bundesdruckerei an. Um Babys und Kleinkinder ablichten zu können, greift sie auf die mobile Fotolösung Biometric Go zurück. Beide Aufnahmegeräte überstellen die Bilder direkt ins Fachverfahren des Einwohnermeldeamts. mehr...

Kleinkinder spielen mit Bauklötzen.

AKDB: adebisKITA als Cloud-Version

[26.01.2026] Als Cloud-Version soll die Software adebisKITA noch besser bei der Verwaltung von Kindertagesstätten unterstützen. Eine intuitive Bedienbarkeit und zeitgemäße Visualisierung sollen dazu ebenso beitragen wie die grundlegend neu gedachten Prozesse in der webbasierten Version. mehr...

Eine Frau sitzt in einem Großraumbüro und arbeitet an einem Computer.
bericht

Düsseldorf: Terminagent erfüllt Wünsche

[23.01.2026] In Düsseldorf stand das Amt für Einwohnerwesen lange vor der Herausforderung, den Bürgerservice effizient und gleichzeitig bürgerfreundlich zu gestalten. Gelungen ist das der Stadt mithilfe eines Terminagenten. mehr...

Mehrere Personen stehen nebeneinander, zwei von ihnen bedienen einen Buzzer.

Kreis Steinfurt: Bauantrag ohne Papier

[14.01.2026] Das Bauportal Nordrhein-Westfalen ist um eine Kommunikationsplattform ergänzt worden, sodass auch der Austausch rund um einen Bauantrag digital abgewickelt werden kann. Als erster Landkreis startet Steinfurt mit dem voll digitalisierten Verfahren. mehr...

Tisch mit Konstruktionszeichnung, Tablet und gelbem Bauhelm, im Hintergrund ist eine Baustelle zu sehen.

Hamm: Schub für digitale Genehmigungen

[12.01.2026] Die Stadt Hamm bearbeitet Bau- und Immissionsschutzanträge künftig Ende-zu-Ende digital. Digitale Einreichungen werden vollständig elektronisch geprüft und beschieden. Mit gezielten Anreizen und Informationsangeboten will die Stadt den Wechsel von Papier- zu Digitalanträgen beschleunigen. mehr...

Eine Person mit Bauhelm hält ein Smartphone in der Hand auf dem die 3D_Darstellung eines Innenraums zu sehen ist.
bericht

Bremerhaven: Schulgebäude smart gebaut

[16.12.2025] Die Stadt Bremerhaven setzt beim Hochbauprojekt „Allianz 3 Schulen“ auf smarte Methoden wie Building Information Modeling, um Prozesse effizienter und präziser zu gestalten. Zudem kommt das innovative Verfahren der integrierten Projektallianz (IPA) zum Einsatz. mehr...

Karussell bei Nacht

Lösungen: Medienbruchfreie Marktorganisation

[16.12.2025] Die Anbieter cit, S-Public Services und LTE Consulting bündeln ihre Kompetenzen, um Kommunen eine vollständig digitale Lösung für die Organisation und Verwaltung von Märkten bereitzustellen. mehr...