Freitag, 14. August 2026

StudieE-Government kaum vorangekommen

[12.03.2019] Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT hat erneut Stand und Entwicklung der Digitalisierung in Deutschland auf regionaler Ebene untersucht. Ein Ergebnis: Die Steigerung des Angebots an Online-Verwaltungsdienstleistungen ist gering.
ÖFIT hat Stand und Entwicklung der Digitalisierung in Deutschland auf regionaler Ebene untersucht.

ÖFIT hat Stand und Entwicklung der Digitalisierung in Deutschland auf regionaler Ebene untersucht.

Bei der Digitalisierung der Kommunalverwaltungen hat es in den vergangenen Jahren beachtliche Fortschritte gegeben. Doch nicht alle Bundesländer profitieren davon in gleicher Weise. Das zeigt der Deutschland-Index der Digitalisierung 2019, den das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS erstellt hat. Der Index liefert nach Angaben von Fraunhofer FOKUS zum zweiten Mal (wir berichteten) ein Gesamtbild der Digitalisierung in Deutschland. Dabei lägen erneut die Stadtstaaten – allen voran Berlin – sowie die großen Flächenländer vorn. Berlin und Sachsen hätten ihren Indexwert in den zwei Jahren seit der letzten Erhebung deutlich steigern können. Hinsichtlich der untersuchten Bereiche verzeichnen Wirtschaft und Forschung sowie die Kommunen die höchsten Zuwächse. Bei der Infrastruktur und der Nutzung von E-Government-Angeboten fielen die Steigerungen hingegen eher bescheiden aus.

Glasfaser noch kein Trend

Wie Fraunhofer FOKUS weiter mitteilt, hat sich die digitale Infrastruktur vor allem in den Bundesländern verbessert, deren Infrastrukturausbau bisher deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt lag. Dadurch schließe sich im Vergleich zu 2017 die Schere zwischen Spitzenreitern und Nachzüglern ein wenig. Dennoch hätten selbst die Stadtstaaten das Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit 50 Mbit/s noch nicht erreicht. Beim derzeitigen Tempo (6,6 Prozent Steigerung in eineinhalb Jahren) bräuchte es noch weitere sechs Jahre, bis das Ziel eines flächendeckenden Ausbaus in ganz Deutschland erreicht wäre. Selbst anhand neuester verfügbarer Zahlen würde das Ziel einer flächendeckenden Versorgung frühestens im Jahr 2021 erreicht. Glasfaser spiele dabei bislang kaum eine Rolle. Außerhalb von Hamburg (71 Prozent) und Schleswig-Holstein (21 Prozent) trügen Glasfaseranschlüsse im Schnitt weniger als fünf Prozent zur Breitband-Versorgung der Haushalte bei – dieser Anteil sei zudem in den vergangenen Jahren kaum gestiegen. In der Gesamtbetrachtung verfügen neben den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg vor allem Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein über eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur.

Online-Verwaltungsleistungen kommen nicht voran

Die Kommunalverwaltungen hätten in den vergangenen zwei Jahren insbesondere mit der starken Ausbreitung von HTTPS-Unterstützung, der Nutzung von Basiskomponenten wie Servicekonten und E-Payment, einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen und der Einführung des Online-Anliegen-Managements (Mängelmelder) punkten können. Die Steigerung des Angebots an Online-Diensten ist laut Fraunhofer FOKUS jedoch mehr als dürftig. Für die Studie wurden fünf der am häufigsten nachgefragten Verwaltungsleistungen betrachtet. Mehr als 40 Prozent der gut 300 untersuchten Kommunen böten keine der fünf Leistungen online an. Der Durchschnitt liege bei 0,9 von fünf vollständig online umgesetzten Dienstleistungen und damit nur 0,1 Punkte über dem Wert von 2017.
Mit rund 37 Prozent sei die Gewerbeanmeldung erneut am häufigsten online möglich, gefolgt von der Melderegisterauskunft mit 31 Prozent. Kfz-Anmeldung (15 Prozent), Bauantrag (10 Prozent) und Wohngeldantrag (unter 5 Prozent) seien hingegen weit abgeschlagen. Im Ländervergleich lägen die Stadtstaaten Hamburg und Berlin deutlich vorn, es folgen Nordrhein-Westfalen, Bremen und Brandenburg. In den Flächenstaaten trügen – wie schon vor zwei Jahren – auch kleine und mittelgroße Kommunen zum Erfolg bei.
Für den Deutschland-Index wurde die Digitalisierung auf Länderebene anhand von rund 90 Kennzahlen aus den Bereichen Infrastruktur, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft dargestellt. Neben frei zugänglichen Statistiken wurden hierfür erneut über 300 kommunale Web-Portale untersucht. Dadurch wurden erstmalig auch zeitliche Vergleiche möglich, so Fraunhofer FOKUS abschließend.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama

Kommune21 im Gespräch: Künzell berichtet über Erfahrungen

[12.08.2026] Wie läuft die Einführung neuer Software im Verwaltungsalltag tatsächlich ab? Im nächsten Webinar „Kommune21 im Gespräch“ berichten die Gemeinde Künzell und JCC Software über Erfahrungen, Schwierigkeiten und Erkenntnisse aus mehreren Digitalisierungsprojekten. mehr...

Screenshot aus einem der gebärdensprachvideos

Augsburg: Digitale Teilhabe ausgebaut

[07.08.2026] Im EU-geförderten Projekt DIWA 4.0 erweitert Augsburg schrittweise den barrierearmen Zugang zu städtischen Informationen. Nach Angeboten in Fremdsprachen und Leichter Sprache stehen auf der Website nun auch Videos in Deutscher Gebärdensprache bereit. mehr...

Databund/BMDS: Besserer Informationsfluss

[06.08.2026] Das BMDS und der Databund haben eine Initiative gestartet, die es ermöglichen soll, dass IT-Unternehmen früher über zentrale Digitalvorhaben des Bundes informiert werden. Gleichzeitig sollen sie ihre Erfahrungen künftig einfacher in die Planungen einbringen. mehr...

Hochwassergebiet, knapp über der Wasserfläche sieht man ein Verkehrsschild, im Hintergrund Bäume und eine Stadtsilhouette

Schleswig-Holstein: Einheitliche Technik für große Schadenslagen

[04.08.2026] Schleswig-Holstein beschafft eine neue Software für die Bevölkerungsschutzbehörden von Land und Kommunen. Sie soll den Austausch von Lageinformationen nahezu in Echtzeit ermöglichen und vor allem bei großflächigen Schadenslagen eine bessere Koordination unterstützen. mehr...

QR-Tafel im Bunten Garten in Mönchengladbach

Mönchengladbach: Smarte Parktour

[04.08.2026] Mit einer Web-App lässt sich eine beliebte Parkanlage in Mönchengladbach nun individuell entdecken. Die digitale Führung verbindet Natur, Geschichte und Wissenswertes mit den Möglichkeiten moderner Technologie. mehr...

Absperrband Feuerwehr dahinter verschwommen Feuerwehrfahrzeuge und Feuerwehreinsatzkräfte
bericht

Katastrophenmanagement: Im Ernstfall den Überblick behalten

[29.07.2026] Kommunen müssen sich heutzutage auf zahlreiche potenzielle Krisen vorbereiten. Doch wann ist eine Lage überhaupt eine Krise? Der KGSt-Lagecheck hilft Kommunen, die Situation einzuschätzen und die richtigen Schritte einzuleiten. Digital und notfalls auch ohne Strom. mehr...

William Schmitt leitet den kommunalen IT-Dienstleister Komm.ONE und folgt nun an der Spitze des Kontrollgremiums der govdigital auf Dieter Rehfeld.

Vitako: Neue Vorstandsspitze

[20.07.2026] Digitale Souveränität, KI, Registermodernisierung und knappe Kassen: Die kommunalen IT-Dienstleister stehen vor anspruchsvollen Jahren. Mit William Schmitt rückt nun der bisherige Stellvertreter an die Spitze ihres Bundesverbands Vitako. mehr...

Farbige Sprechblasen, die mit Linien verbunden sind

TSA: Satzungen und Ortsrecht digital verwalten

[20.07.2026] Viele Kommunen stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Pflege, Veröffentlichung und Bereitstellung von Satzungen und Rechtsvorschriften. Ein von TSA Public Services initiierter Erfahrungsaustausch soll dabei helfen, bewährte Ansätze kennenzulernen. mehr...

Mehrere Personen auf einem Gehweg, schauen auf ein Smartphone

Hamm: App ins Abenteuer Stadtgeschichte

[17.07.2026] App ins Abenteuer Stadtgeschichte: In der App „Heimat Hamm“ verschmelzen auf einem digitalen Stadtrundgang dank Augmented Reality (AR) Geschichte und Gegenwart. mehr...

Kampagnenmotiv von „125 Jahre Stuttgarter Amtsblatt“ in goldenem Design. Auf der rechten Seite sieht man Leseproben auf verschiedenen digitalen Endgeräten und der Printausgabe.

Stuttgart: Amtsblatt auch als E-Paper

[17.07.2026] Das Stuttgarter Amtsblatt informiert seit 125 Jahren über Kommunalpolitik, Verwaltung und Stadtleben. Nun erscheint das offizielle Bekanntmachungsorgan der Stadt auch als E-Paper mit Vorlesefunktion und Archiv. Die Printausgabe bleibt bestehen. mehr...

DLR-Drohne findet Menschen, die in Not geraten sind – hier im Übungsszenario


DLR: Neue Technik für den Katastrophenschutz

[16.07.2026] In einer groß angelegten Übung im Ahrtal haben 16 Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gezeigt, wie neue Technologien – etwa Drohnen oder robotische Systeme – die Prozesse im Katastrophenschutz stärken und verbessern können. mehr...

Eine Person arbeitet an einem Laptop. Über der Tastatur sind grafisch dargestellte digitale Benutzerprofile und Checklisten eingeblendet. Die Illustration symbolisiert die digitale Verwaltung von Nutzerdaten, Identitäten oder Registrierungsprozessen.

Kommune21 im Gespräch: Digitaler Wandel in Baden-Württemberg

[15.07.2026] Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Baden-Württemberg steht vor wichtigen Entscheidungen. Im Webinar „Kommune21 im Gespräch“ werden Roland Bernhard und William Schmitt am 21. Juli 2026 über die künftige Ausrichtung der Verwaltungsdigitalisierung, die Rolle von Komm.ONE und die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen diskutieren. mehr...

Weißer Kopfhörer auf grauer Schreibtischplatte, mit Laptop

Podcast: Verwaltungsdigitalisierung zum Zuhören

[15.07.2026] Ein neuer Podcast des KDO-Tochterunternehmens Public Experts will Verwaltungsdigitalisierung verständlich erklären. In der ersten Folge geht es um die Registermodernisierung – ein Thema mit weitreichenden Auswirkungen auf Verwaltung, Staat und Gesellschaft. mehr...

zwei Männer mit Preis_govdigital mit Top 100 ausgezeichnet

govdigital: Mit TOP 100-Award ausgezeichnet

[10.07.2026] Den TOP 100-Award hat jetzt govdigital erhalten. Die Genossenschaft überzeugte in der Größenklasse bis 50 Mitarbeitende insbesondere in der Kategorie Innovationserfolg sowie durch ihr Wachstum. mehr...

Drohne der Feuerwehr über Wiesbaden

Wiesbaden: Drohne unterstützt Feuerwehr

[09.07.2026] Die Feuerwehr Wiesbaden testet in einem Pilotprojekt eine automatisiert alarmierbare Drohne, die Luftbilder von Einsatzorten liefert. Die Rettungskräfte sollen damit frühzeitig wichtige Informationen erhalten, um Einsätze effizienter planen zu können. mehr...