StudieWie digital ist Deutschland?
Wo gibt es das beste Mobilfunknetz? Wo sind digitale Wirtschaft und Forschung am stärksten? Welche kleine Kommune kann digital mit den Großstädten mithalten? Diese und andere Fragen beantwortet der Deutschland-Index der Digitalisierung 2017. Erstellt wurde die Studie vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut FOKUS. Um die Digitalisierung auf Länderebene darstellen zu können, wurden nach Angaben des ÖFIT rund 90 Indikatoren in fünf Kategorien betrachtet: digitale Infrastruktur und Versorgung, Nutzung digitaler Angebote und Technologien im Alltag, Wirtschaft und Forschung, digitale Verwaltung und digitale Bildung. Neben der Verwendung frei zugänglicher Statistiken seien auch über 300 kommunale Web-Portale untersucht worden. Die Auswahl erfolgte in Stichproben, wobei die Verteilung auf die Bundesländer nach Bevölkerung und Kommunenanzahl gewichtet wurde, um ein repräsentatives Bild zu erreichen. Wie das ÖFIT mitteilt, schneiden im Gesamtranking vor allem die Stadtstaaten sowie die großen Bundesländer stark ab, die ostdeutschen Flächenländer hingegen schwächer.
Für die Studie wurden unter anderem fünf der nachgefragtesten Verwaltungsleistungen untersucht. Mehr als die Hälfte aller Kommunen bietet demnach keine der fünf Leistungen online an. Am häufigsten könne mit 30 Prozent die Gewerbeanmeldung elektronisch vorgenommen werden, gefolgt von der Melderegisterauskunft mit rund 25 Prozent. Kleine Städte wie etwa Kalkar oder Hamm in Nordrhein-Westfalen können es dabei der Studie zufolge sehr wohl mit den Großstädten aufnehmen. Im Ländervergleich der kommunalen Angebote belegen die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen dennoch die vorderen Plätze. Unter den Flächenländern schneidet Nordrhein-Westfalen dank der Angebote kleinerer Kommunen am besten ab.
Anlass zur Hoffnung gibt laut dem ÖFIT die Sonderauswertung zur digitalen Bildung. Demnach wird inzwischen in allen Bundesländern mit Angeboten wie Massive Open Online Courses, also frei zugänglichen digitalen Vorlesungsvideos, experimentiert. Schleswig-Holstein, das Saarland, Hessen und Baden-Württemberg führen das Feld an, die Stadtstaaten landen hingegen nur im Mittelfeld. Der Deutschland-Index der Digitalisierung 2017 wird am Gemeinschaftsstand des Bundesinnenministeriums (Halle 7 Stand A58) auf der CeBIT (20.-24. März 2017, Hannover) präsentiert und ist online einsehbar.
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