Digitale Landkreise@bwArbeitsteilige Digitalisierung

Die fünf Landkreise Karlsruhe, Biberach, Böblingen, Konstanz und Tuttlingen haben einen Konsortialvertrag unterzeichnet.
(Bildquelle: Landkreistag Baden-Württemberg)
Die fünf Landkreise Karlsruhe, Biberach, Böblingen, Konstanz und Tuttlingen haben jetzt einen Konsortialvertrag unterzeichnet. Ziel ist es, die Digitalisierung in ländlich geprägten Räumen gemeinschaftlich und arbeitsteilig voranzutreiben. Mit dem Vertrag regeln die Kommunen laut einer Pressemeldung des Landkreistags Baden-Württemberg unter anderem die konkrete Aufgabenverteilung im Konsortium unter dem Namen „Digitale Landkreise@bw“, die Einbindung weiterer Partner, das Fördermittel-Management und die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit.
Die fünf Landkreise sind im vergangenen Jahr als Sieger aus dem landesweiten Wettbewerb „Digitale Zukunftskommune@bw“ hervorgegangen (wir berichteten). Das Konsortium will nach Angaben des Landkreistags in den Bereichen Bildung, Mobilität, Gesundheit und Soziales digitale Lösungen entwickeln, durch die Bewohner ländlicher Gebiete schneller und einfacher Zugang zu Leistungen der Daseinsvorsorge erhalten. Dabei realisiere jeder Landkreis eine Projektidee in einem der Themenbereiche. Das Innenministerium fördere die fünf Projekte mit insgesamt 880.000 Euro.
„Die Teilprojekte sind allesamt so aufgebaut, dass sie nach erfolgreicher Umsetzung in ihrem Pilotlandkreis in weiteren Landratsämtern im ganzen Land ausgerollt werden können“, erklärte Landkreistagspräsident Joachim Walter. Der Landkreistag unterstütze das Modellvorhaben, indem er beispielsweise eine digitale Plattform zur Vernetzung bereitstellt. Diese Plattform soll zur Wissensdatenbank ausgebaut werden, um sich über Best Practices auszutauschen. Christoph Schnaudigel, Landrat des Kreises Karlsruhe und Konsortialführer, ergänzt: „Mithilfe des Förderprogramms Digitale Zukunftskommune@bw entwickelt jeder Kreis ein Anwendungsmuster auf einem ganz unterschiedlichen digitalen Feld. Die Ergebnisse werden ausgetauscht und somit können alle Landkreise profitieren.“
Landkreis Karlsruhe: Digitalisierung im Schulalltag
Der Landkreis Karlsruhe will die Digitalisierung im Schulalltag vorantreiben. Laut der Pressemeldung des Landkreistags werden neue Werkzeuge und Kommunikationsmittel in der Praxis erprobt, um Schritt für Schritt digitale Angebote bereitzustellen, die Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam nutzen können.
„Unsere Kinder wachsen in einer digitalen Gesellschaft auf. Die Unternehmen erwarten von uns, dass im Schulunterricht auch Medienkompetenz vermittelt wird, um diese im Betrieb anwenden zu können. Der Landkreis Karlsruhe stellt als Schulträger die erforderliche Infrastruktur wie zum Beispiel eine datenschutzkonforme App, digitale schwarze Bretter oder Active Tables zur Verfügung“, erklärt Landrat Christoph Schnaudigel.
Landkreis Biberach: Online-Sozialhilfeantrag
Bei dem Biberacher Projekt geht es um die Bereitstellung eines Online-Sozialhilfeantrags über das Landesportal service-bw. Wie es in der Pressemeldung des Landkreistags heißt, kann der Bürger dort einen kurzgefassten, verständlichen Online-Antrag ausfüllen. Die Daten würden über Schnittstellen direkt in das Sozialhilfe-Fachverfahren des Landratsamts und in die E-Akte übertragen. Der Bescheid werde den Antragstellern in das Bürgerkonto bei service-bw rückübertragen.
„Der Landkreis Biberach führt damit die Digitalisierung der Verwaltungsabläufe im Landratsamt konsequent fort. Nachdem bereits weite Teile der Landkreisverwaltung ausschließlich digital mit E-Akten arbeiten, wollen wir nun den Bürgerinnen und Bürgern weitere Online-Dienste zur Verfügung stellen. Verwaltungsverfahren sollen künftig über Internet-Portale einfacher und schneller abgewickelt werden können“, erläutert Landrat Heiko Schmid.
Landkreis Böblingen: intelligente Mobilität
Der Landkreis Böblingen konzentriert sich laut der Pressemitteilung des Landkreistags auf das Thema Mobilität und wird gemeinsam mit dem Herman-Hollerith-Zentrum der Hochschule Reutlingen, Kommunen und mit Unterstützung lokaler Unternehmen umgesetzt. Kern des Projekts ist die Entwicklung rechtlich zulässiger Konzepte für die Erfassung, Integration und Nutzung von Mobilitätsdaten für einen sicheren Datenzugriff sowie für die Datenverwertung in Form innovativer Mobilitätsservices für die Bürger.
„Der Landkreis Böblingen ist stark durch die Automobil- und IT-Branche geprägt. Zwei Industrien, die bei der Weiterentwicklung von Mobilitätskonzepten auf Basis von Daten und künstlicher Intelligenz eine wesentliche Rolle spielen“, erläutert Landrat Roland Bernhard.
Landkreis Konstanz: digitale Kfz-Zulassung
Die digitale Kfz-Zulassung soll ein ganzheitlicher, medienbruchfreier und wirkungsorientierter Prozess werden, sodass natürliche sowie juristische Personen auf einfachstem Wege Kfz-Anmeldungen elektronisch durchführen können. Laut der Presseinformation des Landkreistags wird der Kreis Konstanz dabei den vom Bund erarbeiteten Zulassungsprozess aufgreifen und um innovative und effiziente Elemente ergänzen. Hierfür würden die Erfahrungen von Praxisexperten sowie die Ergebnisse zu den Best-Practice-Beispielen aus dem Forschungsauftrag der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl aufgegriffen und in den Soll-Prozess eingearbeitet. Sofern die rechtlichen Hürden genommen und eine entsprechende Software-Lösung programmiert werden kann, werde die digitale Kfz-Zulassung in eine erste Testphase übergeleitet.
Wichtig sei, dass analoge Prozesse nicht nur digital umgesetzt würden, sondern dass der Nutzen für die Zielgruppe durch intelligente Kombinationen von Geschäftsprozessoptimierungen und technischer Unterstützung erhöht wird.
„Solche Projekte, wie das von uns angedachte, zeigen, ob wir es in Deutschland ernst meinen mit der Digitalisierung. Die Bürgerinnen und Bürger werden uns daran messen, wie sie Service heute bei Online-Dienstleistern im privaten Bereich erleben: einfach, schnell und von jedem beliebigen Ort aus“, sagt Landrat Zeno Danner.
Landkreis Tuttlingen: Telemedizin
Der Landkreis Tuttlingen möchte die Digitalisierung im Gesundheitsbereich voranbringen, ist der Pressemeldung des Landkreistags weiter zu entnehmen. Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort würden telemedizinische Anwendungen für pflegebedürftige und chronisch kranke Bürger ausgewählt und erprobt.
„Im Landkreis Tuttlingen sind die Weichen in Richtung Telemedizin zukunftsorientiert gestellt. Ich freue mich, dass wir in einem ersten Schritt die Videosprechstunde in einer stationären Pflegeeinrichtung einführen können. Das neue Versorgungskonzept ermöglicht es uns, einen Beitrag zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung von Pflegebedürftigen im ländlichen Raum zu leisten sowie Ärztinnen und Ärzte wie auch das Pflegepersonal zu entlasten“, erklärt Landrat Stefan Bär.
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