Samstag, 7. November 2026

OZGDrittes DigiLab zum Förderwesen

[09.03.2022] Das Themenfeld Forschung & Förderung hat im Jahr 2021 einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Digitalisierung des Förderwesens erreicht: Im November endete mit dem dritten Labor zur Generalisierung und Fördermittelabwicklung die Konzeptionsphase.

Im OZG-Themenfeld Forschung & Förderung haben sich drei Digitalisierungslabore mit der Frage befasst, wie der Prozess der Fördermittelabwicklung nutzungsfreundlich digitalisiert werden kann. Im ersten Labor erarbeiteten die Teilnehmer die Vision einer zentralen und umfassenden Fördermittelsuche, im zweiten Labor anhand bayerischer Programme zur Innovationsförderung einen medienbruchfreien und OZG-konformen Förderantrag. Das dritte Labor sollte schließlich den Prozess der Fördermittelabwicklung nutzerfreundlich und volldigital konzipieren. Nun berichtet das Bundesinnenministerium über die Erfahrungen. Das dritte Digitalisierungslabor fand von Mai bis November 2021 statt und durchlief in insgesamt sechs Sprints den gesamten Förderprozess aus fachlicher und nutzerzentrierter Perspektive. Unterstützt wurde das Team von Experten für Bundes- wie Landesförderprogramme und von Vertretern von Projektträgern, Förderbanken und Kommunen aus sechs Bundesländern.

Standardisierung im Förderwesen

Um trotz der Vielzahl und hohen Diversität der zu digitalisierenden Förderprogramme ein möglichst hohes Nachnutzungspotenzial zu erreichen, nahm das dritte Labor nicht ein einzelnes konkretes Förderprogramm in den Fokus, sondern entwickelte anhand von mehreren idealtypischen Leistungen unterschiedlichster Art – etwa der Innovations- und Investitionsförderung und aus dem Bereich Arbeit und Weiterbildung – einen generalisierten Antrags- und Abwicklungsprozess. Dieser allgemeine Ansatz soll nun den Weg zur Standardisierung im Förderwesen ebnen und damit eine Richtung weisen, wie Förderleistungen effizient und nutzerfreundlich digitalisiert werden können. Insgesamt wurden 13 Förderleistungen ausgewählt, geclustert, verglichen und zu Prozessbausteinen abstrahiert, die zusammengenommen einen idealtypischen Weg durch die Fördermittelrecherche, -beantragung und -abwicklung bilden.

Die Nutzer im Blick

Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit den Laborteilnehmern erarbeitet und gleichzeitig mit deren Prozessschritten abgeglichen, um auch angesichts einer vielgestaltigen Förderlandschaft ein möglichst allgemeingültiges Modell zu erhalten. Dies sei auch gelungen, sagte Daniela Heine, die für das Sächsische Staatsministerium der Finanzen am Projekt „Förderportal Sachsen“ arbeitet. Im dritten DigiLab habe man die Vielfalt der einzelnen Prozessbausteine abgebildet. Nun könne man daraus für Bewilligungsstellen aus ganz Deutschland den digitalen Antrags- und Abwicklungsprozess für die jeweiligen Förderleistungen anhand des Baukastenprinzips zusammenstellen, erklärte Heine.
Um die Sicht der Nutzer umfassend in die Betrachtungen einfließen lassen zu können, wurden Personas erarbeitet, welche die zurzeit bestehenden Hürden in der Fördermittelrecherche, -beantragung und -abwicklung sichtbar sowie die Anforderungen an einen intuitiven Antragsprozess greifbar machen sollten. Zum Abschluss wurde der idealtypische Ablauf einer Fördermittelbeantragung und -abwicklung in einer generalisierten User Journey abgebildet. Die so entstandenen Ergebnisse zeigen auf verschiedenen Ebenen einen volldigitalen Förderprozess. Ergänzt werden diese Ergebnisse durch Grobanforderungen an ein Antrags- und Abwicklungssystem.

Präsentation der Ergebnisse

Für die Leistungsverantwortlichen und die interessierte Fachwelt seien die Liefergegenstände auf der OZG-Informationsplattform zur Verfügung gestellt worden, berichtet das Bundesinnenministerium. Die Ergebnisse sollen als Blaupausen dienen und dazu beitragen, die Prozessmodellierung und Konzeption von Förderleistungen zu vereinfachen. Um Fördermittelleistungsverantwortlichen und interessierten Akteuren im Förderwesen einen tieferen Einblick in die Ergebnisse des dritten Digitalisierungslabors zu gewähren, veranstaltet das Labor-Team am 6. April 2022 von 12 bis 14 Uhr eine digitale Präsentation. Eine Anmeldung sollte unter veranstaltungen-tf-ff@ozg-umsetzung.de erfolgen.





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