E-Mail-KommunikationGuter Schutz im Hintergrund

Peter Sedlmayr (l.) und Stefan Cink
(Bildquelle: Philipp Gülland (l.) und Net at Work)
Herr Cink, Herr Sedlmayr, warum ist E-Mail-Sicherheit und -Vertraulichkeit für Kommunen aktueller als je zuvor?
Peter Sedlmayr: Immer mehr Behördengänge werden digital erledigt, und eine sichere E-Mail-Kommunikation gehört dazu. Man muss als Bürger darauf vertrauen können, dass die digitale Kommunikation mit einer Behörde sicher ist und die persönlichen Daten auch nur von den berechtigen Personen verarbeitet werden. Eine sichere Kommunikation schafft Vertrauen und gehört zu einer modernen Verwaltung.
Stefan Cink: Das Bundeskriminalamt hat in seinem Lagebild Cybercrime im Mai eindringlich geschildert, dass die kommunalen Verwaltungen in Deutschland zunehmend Ziel von Cyber-Attacken sind. Ungesicherte E-Mail-Kommunikation ist dabei nach wie vor eines der Haupteinfallstore für gefährliche Schad-Software. Ausgeklügelte Phishing-Attacken und Social-Engineering-Kampagnen versuchen mit gefälschten E-Mails Zugangsdaten zu stehlen oder ungewollte Vorgänge auszulösen. Kommunen müssen hier als Teil der Kritischen Infrastruktur mit gutem Beispiel vorangehen. Die Verantwortlichen haben zudem größtes Interesse daran, den mit einem Hacking einhergehenden Schaden, Reputationsverlust und Ärger zu vermeiden.
Woran können Kommunen gute E-Mail-Security-Lösungen erkennen?
Cink: Im Kern geht es um zwei Aspekte: die Leistungsfähigkeit des Produkts und die Einfachheit der Nutzung. Für die Bewertung der Leistungsfähigkeit gibt es zahlreiche unabhängige Tests und Rankings wie beispielsweise den VBSpam+ Award des Virus Bulletin oder das TechConsult Professional User Ranking E-Mail Security. Gute Lösungen sorgen mit selbstlernenden Verfahren, dem Verzicht auf umständliche Quarantäne-Ordner und automatisierter Zertifikatsverwaltung für geringe Aufwände bei der Einführung und Administration. Die intensive Nutzung von Reputationsverfahren sowie eine cloudbasierte, übergreifende Erkennung von neuen Angriffen sorgen für höchstmöglichen Schutz.
Sedlmayr: Bei der Einfachheit der Nutzung überzeugen gatewaybasierte Lösungen. Dabei werden der Schutz vor Angriffen und auch die Verschlüsselung von E-Mails an einer zentralen Stelle organisiert und umgesetzt. Durch die selbstlernenden Fähigkeiten guter Lösungen, passen sie sich ständig an wechselnde Kommunikationspartner und Gegebenheiten an. Als Managed Service kann eine solche Lösung für E-Mail-Sicherheit in wenigen Tagen umgesetzt werden.
„Ungesicherte E-Mail-Kommunikation ist eines der Haupteinfallstore für gefährliche Schad-Software.“
Welche Rolle spielt die E-Mail-Verschlüsselung dabei?
Cink: Die vollständige Verschlüsselung von E-Mail-Kommunikation sollte für jede Verwaltung selbstverständlich sein, ist sie doch Bestandteil des vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfohlenen Grundschutzes. Jede unverschlüsselt gesendete E-Mail ist ebenso vertraulich wie eine Postkarte. So kann man als Verwaltung mit den persönlichen Daten von Bürgerinnen und Bürgern nicht umgehen.
Sedlmayr: Als Empfänger einer verschlüsselten Mail kann man zudem mit der digitalen Signatur prüfen, ob eine Nachricht auch wirklich von dem Mitarbeiter der Verwaltung kommt. Somit müssen in der digitalen Kommunikation zwischen Bürger und Behörde oder der Behörden untereinander keine Kompromisse eingegangen werden.
Was empfehlen Sie den Kommunen?
Cink: Für den Wettlauf mit den immer professioneller agierenden Angreifern braucht es tiefes Security-Know-how, das in der Verwaltung meist nicht vorhanden ist. Statt das Thema aus Ressourcenmangel auf die lange Bank zu schieben, sollten Kommunen es kurzfristig auslagern und in die Hände externer Experten legen.
Sedlmayr: Wir haben zusammen mit der AKDB unter dem Produktnamen NextGO ein modulares Managed-Services-Angebot geschaffen, das es erlaubt, den IT-Betrieb von Kommunen schnell zu modernisieren und flexibel zu gestalten. Sogar ein vollständiges Outsourcing der gesamten IT in die AKDB-Cloud ist möglich. E-Mail-Sicherheit gehört dabei zu den besonders oft ausgelagerten Bereichen; und wir nutzen dafür NoSpamProxy von Net at Work. Neben dem Managed Service bieten wir auch die Einrichtung und Integration des Mail Security Gateways in die bestehenden Infrastrukturen an.
Das klingt fast zu einfach, um wahr zu sein. Wo ist der Haken?
Cink: Die technischen Verfahren im Hintergrund sind natürlich immer noch sehr komplex und erfordern tiefes Know-how aufseiten der Hersteller, aber für die Kommunalverwaltung ist es mit modernen Lösungen und Managed Services wirklich einfach. Früher hatte E-Mail-Verschlüsselung zu Recht den Ruf, kompliziert und wenig nutzerfreundlich zu sein. Das hat sich mit den neuen Lösungen komplett gewandelt. Heute werden guter Schutz und höchste Vertraulichkeit bei der E-Mail-Kommunikation einfach im Hintergrund organisiert – ohne dass die Nutzenden es überhaupt merken müssen. E-Mail-Sicherheit ist einfach, man muss es nur machen.
https://www.netatwork.de
Dieses Interview ist in der Ausgabe Oktober 2022 von Kommune21 im Schwerpunkt IT-Sicherheit erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Berlin: 12. Kommunaler IT-Sicherheitskongress
[04.02.2026] Die kommunalen Spitzenverbände laden am 27. und 28. April zum 12. Kommunalen IT-Sicherheitskongress (KITS) in einem hybriden Format ein. Die Themen reichen vom Grundschutz++ über Erfolgsmodelle für die kommunale Zusammenarbeit bis hin zu Open Source und Künstlicher Intelligenz (KI). Die Veranstaltung ist kostenfrei. mehr...
BSI/SIT: Zertifizierte Sicherheit
[27.01.2026] Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) hat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein ISO-27001-Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz erhalten. Zertifiziert wurden unter anderem Rechenzentrumsbetrieb und Verwaltungs-PKI. mehr...
Heidelberg: Hacker-Angriffe abgewehrt
[23.01.2026] Heidelberg verzeichnet seit Wochen wiederholte DDOS-Attacken auf die Website der Stadt. Dank kontinuierlich angepasster Sicherheitsmaßnahmen konnten die Angriffe allesamt abgewehrt werden. Durch die Maßnahmen war lediglich die Website hin und wieder für wenige Minuten nicht erreichbar. mehr...
Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Managed Security für sensible Daten
[22.01.2026] Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verwaltet sensible Bürger- und Sozialdaten – IT-Sicherheit hat hohe Priorität. Die Behörde nutzt eine Managed-Extended-Detection-and-Response-Lösung des Bochumer Sicherheitsspezialisten G Data. Ein Praxisbericht zeigt, welche Anforderungen es gab und wie Zusammenarbeit und Roll-out verliefen. mehr...
Kommunale IT-Sicherheit Bayern: 1.000. Siegel geht an Bodenwöhr
[19.01.2026] Bayern hat zum mittlerweile 1.000. Mal das Siegel Kommunale IT-Sicherheit verliehen. Erhalten hat es die Gemeinde Bodenwöhr. Die Kommune wird das Thema IT-Sicherheit weiterhin im Blick behalten und laufend nachbessern. mehr...
Dataport: BSI bestätigt Sicherheit
[13.01.2026] Alle drei Jahre muss IT-Dienstleister Dataport sein BSI-Grundschutz-Zertifikat einem aufwendigen Rezertifizierungsaudit unterziehen. In diesem Rahmen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheit der Rechenzentrumsinfrastruktur nun zum vierten Mal in Folge bestätigt. mehr...
Rheinland-Pfalz: Kommunen für Cybersicherheit sensibilisieren
[18.11.2025] Rund 200 Beschäftigte aus rheinland-pfälzischen Kommunen nahmen an der virtuellen „Roadshow Kommunen“ teil. Fachleute von BSI, CERT-kommunal-rlp und dem Digitalisierungsministerium informierten über praktische Sicherheitsmaßnahmen, um besser auf IT-Sicherheitskrisen vorbereitet zu sein. mehr...
Bayern: Bericht zur Cybersicherheit 2025
[18.11.2025] Für Bayern liegt jetzt der diesjährige Bericht zur Cybersicherheit im Freistaat vor. Die Bedrohungslage ist demnach weiterhin hoch, mutmaßlich politische motivierte Cyberangriffe nehmen zu. Bayern hat seine Schutzmaßnahmen angepasst und die Präventionsangebote für den Bereich Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt. mehr...
Cybersicherheit: Hoher Handlungsdruck
[12.11.2025] Die aktuelle Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense zeigt: Veraltete IT, Fachkräftemangel und zu geringe Budgets bremsen die Sicherheitsvorkehrungen aus. Kommunen müssen jetzt handeln und ihr Schutzniveau erhöhen. mehr...
Cybersecurity: Schatten-KI als offene Flanke
[11.11.2025] Eine aktuelle Umfrage zum Thema Cybersicherheit, die im Auftrag von Microsoft in Ämtern und Behörden durchgeführt wurde, zeigt, dass die Nutzung nicht-autorisierter KI-Tools weit verbreitet ist. Die Zahlen offenbaren außerdem eine erstaunliche Diskrepanz: Während rund 80 Prozent der Befragten auf Landes- und Bundesebene die Bedrohungslage als sehr hoch einstuften, sind es in Kommunen nur 58 Prozent. mehr...
IT-Sicherheit: Angriff und Abwehr mit KI
[23.10.2025] Künstliche Intelligenz unterstützt Kriminelle bei Cyberangriffen, gleichzeitig wird sie zur Gefahrenabwehr eingesetzt. In Kommunen beginnen die Probleme allerdings an ganz anderer Stelle: Sie fallen aus dem IT-Grundschutz. mehr...
Kirkel: Krise kontrolliert bewältigt
[17.10.2025] Die saarländische Gemeinde Kirkel konnte einem Cyberangriff technisch erfolgreich begegnen – auch dank der Unterstützung umliegender Kommunen. Die offene Kommunikation mit der Öffentlichkeit trug ebenfalls zum kontrollierten Umgang mit dem Angriff bei. mehr...
Berlin: Hürden beim Open-Source-Umstieg
[13.10.2025] In der Berliner Verwaltung läuft bislang nur ein gutes Fünftel der eingesetzten Fachverfahren auf Open Source. Fehlende Zentralisierung und eine Windows-Bindung der einzelnen Lösungen bremsen auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität. Der Umsteig erfolgt schrittweise. mehr...
Cybersicherheit: Mit ELITE 2.0 Angriffe realistisch erleben
[26.09.2025] Die Fraunhofer-Institute FOKUS und IAO stellen jetzt Online-Demonstratoren zur Verfügung, mit denen sich die Folgen eines Cyberangriffs realistisch erleben lasen. Das soll Mitarbeitende praxisnah für aktuelle Cybergefahren sensibilisieren. mehr...
ITEBO: Cloudbasierter Notfallarbeitsplatz
[01.09.2025] Kommunen können nun einen Notfallarbeitsplatz bei IT-Dienstleister ITEBO einrichten. Sollte die Verwaltung einmal von einem Cyberangriff betroffen sein, kann sie über die cloudbasierte Lösung innerhalb kurzer Zeit ihre Erreichbarkeit wiederherstellen. mehr...























