Samstag, 21. März 2026

BayernEnergiewende im Fokus der Digitalisierung

[16.01.2023] Bayerns Digitalministerin Gerlach kündigte an, im Jahr 2023 ihren Handlungsschwerpunkt vorrangig auf die Weiterentwicklung von Smart Cities und klimaneutrale Rechenzentren legen zu wollen. Auch andere nachhaltige Digitalisierungsprojekte sind geplant oder werden fortgeführt.

Zum Jahresauftakt 2023 hat Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach ihre Pläne vorgestellt, das Bundesland zum modernen Digitalstaat auszubauen. Im Fokus stehen dabei insbesondere technologische Lösungen für die Energiewende zum Nutzen von Wirtschaft und Kommunen im Freistaat, heißt es in einer Meldung des Staatsministeriums für Digitales. Durch den Ausbau der „digitalen Heimat“ solle Bayern zu einem modernen Digitalstaat werden, sagte die Digitalministerin. Entscheidend dabei sei, dass innovative Technologien vom Staat so selbstverständlich genutzt würden, wie das in der Privatwirtschaft bereits üblich sei, etwa im Fall von Cloud Computing und künstlicher Intelligenz (KI).

Smarte Kommunen

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählt dabei die Weiterentwicklung der Kommunen zu Smart Cities. Ein zentrales Werkzeug dafür ist die Einführung digitaler Zwillinge, also virtueller Modelle einer Gemeinde oder Stadt, an denen verschiedene Vorgänge simuliert werden können. Mit deren Hilfe sei es möglich, Abläufe zu optimieren – etwa bei der Straßenverkehrsplanung oder der Steigerung der Energieeffizienz in den Städten.
Aktuell werden im Projekt TwinBy bis zu 20 Vorhaben bayerischer Kommunen gesucht, mit denen solche digitalen Zwillinge entwickelt werden (wir berichteten). Das Digitalministerium investiert hier nach eigenen Angaben rund eine Million Euro in Beratungs- und Unterstützungsleistungen für die teilnehmenden Kommunen und bietet zudem eine Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Grüne Rechenzentren

Vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise will die Ministerin außerdem den Aufbau klimaneutraler Rechenzentren vorantreiben. Derzeit entwickelt das Digitalministerium gemeinsam mit der Universität Passau im Rahmen eines Modellprojekts das Bavarian Green Data Center. Hier wird ein Modell gebaut, das verschiedene Technologien zusammenführt: von Photovoltaik über energieeffiziente Server-Kühlung, einer KI-gestützten Optimierung der Server-Auslastung bis hin zur Nutzung der Server-Abwärme. Das Projekt soll dann als Vorbild für andere Rechenzentren dienen.
Nachhaltigkeit vor Ort unterstützt das Digitalministerium zudem mit lokalen Modellprojekten, die im Jahr 2023 schrittweise umgesetzt werden sollen. So entwickelt die Stadt Bamberg derzeit ein Modell, bei dem Drohnen den städtischen Baumbestand im Blick behalten (wir berichteten). Im Markt Luhe-Wildenau entsteht der Bauhof 2.0: Dabei sollen selten gebrauchte, teure Spezialmaschinen digital koordiniert an Gemeinden ausgeliehen werden.

Service-Package für Kommunen

Seit seiner Gründung vor vier Jahren (wir berichteten) habe sich das Digitalministerium zum Treiber der Digitalisierung in Bayern entwickelt, betonte Gerlach. So werde der Ausbau des schnellen Internets mit dem Pakt Digitale Infrastruktur beschleunigt (wir berichteten), zudem seien rund 98 Prozent der zu digitalisierenden Serviceangebote des Freistaats inzwischen abgeschlossen.
Auch die Modernisierung der Verwaltung in der Fläche werde weiter vorangetrieben. Rund 200 Kommunen haben nach Angaben der Staatskanzlei schon die Auszeichnung Digitales Amt erhalten (wir berichteten). Bis zum Herbst 2023 sollen alle bayerischen Kommunen eine relevante Anzahl digitaler Services anbieten. Künftig sollen sie dabei mit einem vom Ministerium bereitgestellten Bündel von über 200 digitalen Serviceleistungen, dem so genannten BayernPackage, unterstützt werden (wir berichteten). Diese Leistungen müssen die Kommunen dann nur noch in ihre Strukturen einbinden.





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