Freitag, 6. November 2026

Interkommunaler HochwasserschutzKI-gestütztes Frühwarnsystem

[30.01.2026] Die Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz will entlang des Flusses Paar ein Echtzeit-Frühwarnsystem aufbauen, das auf Sensortechnik, Satellitendaten und Künstlicher Intelligenz basiert. Ziel ist eine frühzeitige Warnung der Bürger und Einsatzkräfte über mehrere Plattformen.
Mehrere Personen stehen zum Gruppenfoto versammelt auf einer Treppe, halten den Fördermittelbescheid und ein Banner mit der Aufschrift Echtzeit-Frühwarnsystem in den Händen.

Die ARGE Solidarischer Hochwasserschutz hat von Bayerns Digitalminister Fabian Mehring einen Fördermittelbescheid für das interkommunale Frühwarnsystem erhalten.

(Bildquelle: Bayerisches Staatsministerium für Digitales & Thomas Assenbrunner)

Entlang des Flusses Paar will die Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz ein KI-gestütztes Echtzeit-Frühwarnsystem aufbauen. Dafür hat Bayerns Digitalminister Fabian Mehring nun einen Förderbescheid in Höhe von knapp 505.750 Euro überreicht. Wie das Bayerische Staatsministerium für Digitales (STMD) mitteilt, handelt es sich dabei um Mittel, die im Rahmen einer Fraktionsinitiative zur Verfügung gestellt wurden.

Die ARGE Solidarischer Hochwasserschutz ist ein kommunaler Zusammenschluss von derzeit 27 Städten und Gemeinden entlang der Paar aus den vier Landkreisen Pfaffenhofen a.d. Ilm, Neuburg-Schrobenhausen, Aichach-Friedberg und Landsberg am Lech. Das Bündnis ist laut eigenen Angaben als Reaktion auf das Extremhochwasser 2024 entstanden mit dem Ziel, Hochwasser-, Starkregen- und Trockenheitsrisiken zu reduzieren.

Der Aufbau des Echtzeit-Frühwarnsystems sei ein zentraler Baustein der ARGE-Gesamtstrategie, erklärt das bayerische Digitalministerium. Für dieses werden im Einzugsgebiet der Paar Sensoren für Wetter, Flusspegel und Bodenfeuchte installiert. Deren Messergebnisse werden mit Satellitendaten zusammengeführt und mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet. Ziel sei es, Hochwasserlagen früher zu erkennen, Einsatzkräfte rechtzeitig zu alarmieren und die Bevölkerung präziser zu warnen – über einen Mehrkanalansatz mit App, SMS, E-Mail sowie Anbindung an das Modulare Warnsystem (MoWaS).

„Das Extremhochwasser im Frühjahr 2024 mit Millionenschäden und tragischen Todesfällen war ein unmissverständlicher Weckruf“, sagt Albert Gürtner, Vorsitzender der ARGE Solidarischer Hochwasserschutz und Landrat des Landkreises Pfaffenhofen a.d. Ilm. „Mit unserer Arbeitsgemeinschaft haben wir den Hochwasserschutz entlang der gesamten Paar neu aufgestellt – solidarisch, flussgebietsweit und über alle kommunalen Grenzen hinweg, von der Quelle bei Kaltenberg bis zur Mündung in die Donau. Mit moderner Sensorik und Künstlicher Intelligenz schaffen wir die Grundlage für frühere Warnungen, schnellere Reaktionen und einen wirksameren Schutz von Menschen und Sachwerten. Dass der Freistaat Bayern diesen Weg unterstützt, ist ein starkes Signal.“





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