Mittwoch, 3. Juni 2026

KlimaanpassungRouting für schattige Wege

[03.06.2026] Auf schattigem Weg ans Ziel: Das Heidelberg Institute for Geoinformation Technology stellt eine Anwendung für hitzemeidendes Fußgänger-Routing in vielen deutschen Städten vor. Nun sucht das Institut Partnerstädte, die das Projekt mit eigenen Daten weiterentwickeln.
Blick unter einer Baumkrone hervor auf einen sonnigen, gepflastertetn Platz, darauf sind einige Fußgänger unterwegs.

Viele Städte arbeiten bereits an Anpassungsstrategien für immer heißere Sommer – doch Hitze beeinflusst Mobilität auf eine Weise, die Planenden oft verborgen bleibt.

(Bildquelle: allasimacheva/123rf.com)

Wenn die Sonne brennt, werden offene Plätze zu Hitzeinseln. Fußgänger wechseln dann oft auf die schattige Straßenseite oder nehmen einen Weg durch Grünflächen. Das gemeinnützige Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT) – ein An-Institut der Universität Heidelberg – hat eine Routing-Anwendung entwickelt, die genau solche Strecken berechnet: Sie schlägt auf Grundlage hochaufgelöster Schattendaten möglichst schattige Wegführungen vor, inklusive Angaben zu Weglänge und Gehzeit. Die Anwendung steht laut HeiGIT ab sofort für 80 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern bereit.

„Was als Forschungsfrage in Heidelberg begann, ist heute eine einsatzfähige, deutschlandweite Anwendung für hitzemeidendes Routing. Wir freuen uns darauf, sie gemeinsam mit Städten weiterzuentwickeln und eine klimaangepasste Mobilität aufzubauen, die auf den Daten und Bedürfnissen der jeweiligen Stadt basiert“, sagt Julian Psotta, Projektmanager für technische Innovationen am HeiGIT.

HeiGIT sucht kooperierende Kommunen

Hitze beeinflusst die Mobilität auf eine Weise, die Planenden oft verborgen bleibt: Welche Wege werden gemieden, weil sie durchgehend der Sonne ausgesetzt sind? Hitzemeidendes Routing macht das sichtbar und gibt Stadtverwaltungen ein Instrument an die Hand, um zu erkennen, wo Hitzestress am stärksten ist und ob alternative Wege zur Verfügung stehen. Das Institut sucht daher gezielt den Austausch mit Städten und Kommunen, die ihre Daten ergänzen oder die Plattform gemeinsam weiterentwickeln möchten.

Städte, die bereits über Sensor- oder Temperaturdaten verfügen, können diese in die Plattform integrieren lassen. So entsteht ein Routing, das nicht nur Schattenverhältnisse, sondern auch die lokale Klimastruktur abbildet. Städte ohne eigene Daten können einen gleichwertigen Beitrag leisten, indem sie definieren, was sie benötigen, und so die Weiterentwicklung der Anwendung mitbestimmen. Es gibt keinen festgelegten Einstiegspunkt und die Zusammenarbeit beginnt dort, wo eine Stadt gerade steht. Der Ansprechpartner für hitzemeidendes Routing beim HeiGIT, Julian Psotta, ist erreichbar unter folgender Mailadresse: Julian.Psotta@heigit.org.





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