Mittwoch, 22. Juli 2026

EsriGeodaten für kommunale Klimaanpassung

[29.06.2026] Die zunehmende Häufigkeit von Hitzewellen erfordert belastbare Datengrundlagen und abgestimmte Prozesse innerhalb der Verwaltung. Räumliche Analysen unterstützen dabei, komplexe Zusammenhänge nachvollziehbar aufzubereiten und Entscheidungsprozesse zu strukturieren.

Beispiel für die Kartendarstellung öffentlich zugänglicher kühler Orte – hier in Bergisch Gladbach.

(Bildquelle: Stadt Bergisch Gladbach / Esri)

Die aktuelle Hitzewelle zeigt erneut, vor welchen Aufgaben Städte und Gemeinden im Umgang mit klimabedingten Extremereignissen stehen. Hohe Temperaturen belasten nicht nur Straßen, Gebäude und technische Infrastrukturen. Sie können auch erhebliche gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung mit sich bringen. Umso wichtiger wird die Frage, wie Kommunen ihre Planungs- und Entscheidungsprozesse datenbasiert und ressortübergreifend ausrichten können.

Geo-Informationssysteme helfen dabei, unterschiedliche Datenquellen zusammenzuführen und räumlich auszuwerten. Dazu zählen Temperaturmessungen, Satellitendaten, Informationen zur Flächennutzung und demografische Daten. Aus diesen Informationen entsteht ein differenziertes Lagebild, mit dem Verwaltungen Belastungsschwerpunkte erkennen und Maßnahmen gezielter priorisieren können. Lösungen wie ArcGIS des GIS-Anbieters Esri Deutschland werden dafür in vielen Kommunen eingesetzt.

Kühle Orte sichtbar machen

Geo-Informationssysteme werden bereits praktisch eingesetzt, um Hitzeaktionspläne zu entwickeln und fortzuschreiben. Interaktive Stadtpläne, etwa in Karlsruhe oder Bergisch Gladbach, zeigen öffentlich zugängliche kühle Orte und geben damit der Verwaltung wie auch der Bevölkerung die Orientierung. Zugleich können digitale Karten aktuelle Informationen zu Trinkwasserangeboten, klimatisierten Einrichtungen oder weiteren relevanten Infrastrukturen bereitstellen. Gemeinsame Datenplattformen erleichtern außerdem die Abstimmung zwischen Stadtplanung, Umwelt, Gesundheit und Katastrophenschutz. Informationen werden so zentral bereitgestellt und lassen sich zudem fortlaufend aktualisieren – ein wichtiger Vorteil, wenn sich Lagen schnell verändern.

Vom Akutfall zur Daueraufgabe

Auch für strategische Ziele, etwa im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel oder kommunaler Klimaanpassungskonzepte, gewinnen solche Werkzeuge an Bedeutung. Sie helfen, Maßnahmen evidenzbasiert zu priorisieren, Fortschritte zu dokumentieren und Planungsprozesse transparenter zu machen. Neben der kurzfristigen Reaktion auf akute Hitzeereignisse unterstützen Geo-Informationssysteme auch die langfristige Stadtentwicklung. Szenarioanalysen und digitale Modelle ermöglichen es, die Wirkung geplanter Maßnahmen im Voraus abzuschätzen. Damit wird Klimaanpassung zunehmend als dauerhafte Querschnittsaufgabe sichtbar, die koordinierte, datenbasierte und räumlich fundierte Entscheidungen erfordert.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geodaten-Management
Digitaler Basiszwilling

Braunschweig: Update für den Digitalen Basiszwilling

[16.07.2026] Ein umfangreiches Update hat jetzt der Digitale Basiszwilling der Stadt Braunschweig erfahren. Ergänzt wurden vor allem Daten aus den Bereichen Umwelt und Klima. Zudem können Nutzende jetzt die Alte Waage in Braunschweig in einem hochauflösenden 3D-Modell erkunden. mehr...

Fahrzeug von iNovitas in Braunschweig

Braunschweig: Panoramabilder vom Stadtgebiet

[10.07.2026] 360-Grad-Panoramabilder des Straßenraums dienen der Stadtverwaltung Braunschweig bereits seit einigen Jahren als wichtiger Baustein zur Unterstützung effektiver digitaler Arbeitsprozesse. Der bisherige Datensatz wurde nun vollständig aktualisiert. mehr...

Karte des Landes Thüringen, größtenteils in Blau- und Cyantönen

Thüringen: Mehr Daten für die kommunale Klimaanpassung

[03.07.2026] Thüringen hat seinen Informationsportal zum Klimaschutz überarbeitet. Interaktive Karten und fachliche Hinweise sollen Kommunen helfen, Wärmebelastung, Starkregen und Trockenstress besser einzuschätzen und passende Anpassungsmaßnahmen zu planen. mehr...

Luftbild-Viewer im Geoportal der Stadt Trier

Trier: Neue Dienste im Geoportal

[01.07.2026] Die Stadt Trier hat die Luftbilder und das fotorealistische 3D-Mesh-Stadtmodell in ihrem Geoportal aktualisiert und dieses darüber hinaus um neue Möglichkeiten der Geodatensuche erweitert. mehr...

Handschüttel-Foto

RIWA / GSG: Kooperation für GIS

[29.06.2026] Um Städten, Gemeinden und Zweckverbänden in den Landkreisen Regensburg und Neumarkt in der Oberpfalz künftig eine durchgängige GIS-Lösung bereitzustellen, haben die Unternehmen RIWA und die GIS Service GmbH ihre Kompetenzen gebündelt. mehr...

GeoIT Days: Potenzial von KI für Geodaten

[15.06.2026] Künstliche Intelligenz erweitert die Möglichkeiten von Geo-Informationssystemen und Digitalen Zwillingen für Infrastruktur, Verwaltung und Energiewende. Auf den GeoIT Days in Münster diskutieren Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, welche Folgen diese Entwicklung für Planung und Entscheidungsprozesse hat. mehr...

Cyclomedia-Auto-vor Häusern-Cyclomedia-Befahrung_köln

Köln: Kamera-Autos unterwegs

[05.06.2026] Im Stadtgebiet Köln sind bis Anfang August Kamera-Autos unterwegs, um hochauflösende und georeferenzierte 3D-Panoramabilder aufzunehmen. Diese helfen der Verwaltung unter anderem in Planungsfragen. mehr...

Blick unter einer Baumkrone hervor auf einen sonnigen, gepflastertetn Platz, darauf sind einige Fußgänger unterwegs.

Klimaanpassung: Routing für schattige Wege

[03.06.2026] Auf schattigem Weg ans Ziel: Das Heidelberg Institute for Geoinformation Technology stellt eine Anwendung für hitzemeidendes Fußgänger-Routing in vielen deutschen Städten vor. Nun sucht das Institut Partnerstädte, die das Projekt mit eigenen Daten weiterentwickeln. mehr...

Blick von unten in eine Baumkrone

Aachen: Baumdaten im Geoportal

[01.06.2026] Über die Bäume in Aachen können sich die Bürgerinnen und Bürger jetzt im Geoportal der Stadt umfänglich informieren. Dafür wurden Daten aus dem städtischen Baumkataster aufbereitet. mehr...

Thermometer vor dem Karlsruher Schloss zeigt hohe Temperaturen

Karlsruhe: Kühle Orte für heiße Tage

[29.05.2026] Die Stadt Karlsruhe hat ihren digitalen Stadtplan für heiße Tage ausgebaut: Dort sind nun auch aktuelle Daten von mehr als 100 lokalen Wettersensoren zu finden. mehr...

Screen geologischer Lehrpfad Bonn

Bonn: Lehrpfad als digitales Erlebnis

[22.05.2026] 
Die Stadt Bonn will den geologischen Lehr- und Wanderpfad in den Stadtbezirken Bad Godesberg und Bonn künftig als erweitertes digitales Informationsangebot fortführen.
 mehr...

Schwerin: Geoportal erneuert

[20.05.2026] Ihr Geoportal hat die Stadt Schwerin technisch komplett erneuert und auf das Open-Source-System Masterportal 3.0 umgestellt. Die Plattform bündelt Geodaten von Bebauungsplänen bis zu Luftbildern und soll Verwaltung, Wirtschaft und Bürgern schnelleren mobilen Zugriff auf raumbezogene Informationen bieten. mehr...

Screenshot von RIWANEXIS

GIS: RIWA integriert KI-gestützte Suche

[20.05.2026] Kommunale Geodaten per natürlicher Sprache durchsuchen – ohne komplexe GIS-Abfragen oder spezielles Fachwissen: Mit RIWANEXIS stellt RIWA eine neue KI-Lösung vor, die den Zugang zu kommunalen Geo-Informationssystemen grundlegend vereinfacht. mehr...

Hand mit einem Smartphone auf dem die interaktive Denkmalkarte zu sehen ist vor Lübecks Altstadt

Lübeck: Denkmäler interaktiv erleben

[15.05.2026] Eine neue interaktive Denkmalkarte eröffnet neue Perspektiven auf Lübecks Baukultur. Dabei rücken neben weltbekannten Wahrzeichen auch Zeugnisse des 20. und 21. Jahrhunderts in den Fokus. mehr...