WiesbadenPilot für Deutschland-App

Die Stadt Wiesbaden ist eine der Pilotkommunen für die Deutschland-App.
(Bildquelle: reinerconrad/123rf.com)
Wiesbaden wird eine von sechs Pilotkommunen für die neue Deutschland-App des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Neben der hessischen Landeshauptstadt nehmen Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg und Nürnberg an dem Pilotprojekt teil. Ziel des Projekts ist es, digitale Verwaltungsleistungen künftig einfacher, verständlicher und nutzungsfreundlicher zu machen, heißt es in der Pressemeldung der Stadt Wiesbaden.
Mit der Deutschland-App soll getestet werden, wie Bürgerinnen und Bürger künftig direkt aus einer App heraus Verwaltungsleistungen nutzen und Anträge stellen können. Erstmals soll dabei auch Künstliche Intelligenz unterstützen. Getestet werden mehrere Anwendungsfälle, unter anderem die Kindergeld-Weiterbewilligung und das Wohngeld. Die Erfahrungen aus der Testphase sollen direkt in die Weiterentwicklung des Prototyps einfließen.
Starkes Signal
„Dass Wiesbaden als Pilotkommune für die Deutschland-App ausgewählt wurde, ist ein starkes Signal. Wir konnten in der Vergangenheit zeigen, dass digitale Verwaltung dann funktioniert, wenn sie aus Sicht der Menschen gedacht wird. Es geht nicht darum, bestehende Formulare einfach auf ein Smartphone zu übertragen. Verwaltung soll so gestaltet werden, dass sie verständlich, erreichbar und im Alltag wirklich hilfreich ist. Genau deshalb ist diese Pilotphase für Wiesbaden so wichtig: Wir bringen unsere praktische Erfahrung ein und helfen mit, digitale Services des Staates von Anfang an nutzenorientiert zu entwickeln“, sagt Maral Koohestanian, Dezernentin für Smart City, Europa und Ordnung.
Wiesbaden bringt in die Pilotphase eigenen Angaben zufolge umfangreiche Erfahrungen aus eigenen Digitalisierungsprojekten ein. Die Stadt war bundesweit die erste Behörde, die eine Online-Anmeldung der Eheschließung ermöglicht hat (wir berichteten). Auch die Online-Meldung am Wohnsitz mit Videoident wurde in Wiesbaden früh umgesetzt (wir berichteten) und mit dem Digital-Award 2024 ausgezeichnet. Mit dem Zukunftswerk (wir berichteten) verfüge die Stadt zudem über einen Ort, an dem digitale Angebote gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern getestet, erklärt und weitergedacht werden. Der Passierschein A38 (wir berichteten) zeige, wie digitale Verwaltung niedrigschwellig, alltagstauglich und mit einem Augenzwinkern erlebbar gemacht werden könne.
Praxistest steht kurz bevor
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger erklärt: „Unser Ziel ist eine Verwaltung, die für die Menschen so einfach funktioniert wie ein moderner Online-Dienst: intuitiv, schnell und jederzeit erreichbar. Mit einer KI-gestützten, modularen Plattform und der zugehörigen Deutschland-App schaffen wir dafür die Grundlage – offen, anschlussfähig und integriert in den Deutschland-Stack.“
Der erste Prototyp der Deutschland-App steht laut der Pressemeldung der Stadt Wiesbaden kurz vor der Fertigstellung. In einem nächsten Schritt soll die Anwendung gemeinsam mit den Pilotkommunen in der Praxis getestet werden. Dabei handle es sich ausdrücklich noch nicht um ein fertiges Produkt. Im ersten Schritt werde die App nur einem kleinen Kreis von Personen zur Verfügung gestellt. Die Deutschland-App ist derzeit nicht in den App-Stores verfügbar, teilt die Stadt Wiesbaden des Weiteren mit. Der Zugang zur Testphase sei temporär, auf die Pilotkommunen beschränkt und nur für eine begrenzte Anzahl an Nutzerinnen und Nutzern vorgesehen. Ein konkretes Startdatum werde zu einem späteren Zeitpunkt in Abstimmung zwischen dem BMDS und den Pilotkommunen kommuniziert.
Digitale Verwaltung ist kein Selbstzweck
„Für uns ist digitale Verwaltung kein Selbstzweck. Ein guter Service spart Zeit, nimmt Hürden und schafft Vertrauen. Bürgerinnen und Bürger sollen nicht wissen müssen, welches Amt, welche Ebene oder welche Zuständigkeit hinter einem Anliegen steht. Sie sollen einfach und sicher zu ihrem Ziel kommen. Die besten digitalen Lösungen entstehen nicht am Reißbrett, sondern im echten Leben. Deshalb ist es richtig, Kommunen früh einzubinden. Genau diese Perspektive bringen wir als Wiesbaden ein“, sagt Koohestanian.
Das Dezernat für Smart City, Europa und Ordnung werde den Prozess eng begleiten und die Erfahrungen aus der kommunalen Praxis in die Weiterentwicklung einbringen.
Schwerin: Gewerbesteuerbescheid wird digital
[09.06.2026] In Mecklenburg-Vorpommern wird schrittweise der digitale Gewerbesteuerbescheid eingeführt. Damit können Unternehmen ihren Bescheid vollständig medienbruchfrei über das ELSTER-Portal empfangen. Nun hat sich die Landeshauptstadt dem Verfahren angeschlossen. mehr...
Dresden: Zwei Bürgerterminals eröffnet
[05.06.2026] Das Sozialamt Dresden eröffnet an zwei Standorten digitale Bürgerterminals, an denen Bürger Verwaltungsleistungen von Bund, Freistaat und Stadt ohne Wartezeit selbst erledigen können. Die Geräte richten sich besonders an Menschen ohne eigenen Internetzugang und erweitern damit Dresdens laufende Digitaloffensive im Sozialbereich. mehr...
Bürgerservice: Karlsruhe feiert die 115
[03.06.2026] Die Stadt Karlsruhe hat den 15. Geburtstag der Behördennummer 115 gefeiert. Rund fünf Millionen Anrufe hat die Servicestelle des Stadt- und Landkreises in dieser Zeit beauskunftet. Nun wurde die Nummer der Rathauszentrale auf die 115 umgestellt. mehr...
Frankfurt am Main: Kleine Prozesse, große Wirkung
[02.06.2026] Manchmal sind es kleine Verwaltungsservices, die im Alltag der Bürgerinnen und Bürger und bei den Verwaltungen selbst spürbare Entlastungen bringen. So auch in Frankfurt. Dort ist ab sofort etwa die Verlustmeldung von Ausweisdokumenten oder die Abmeldung ins Ausland vollständig digital. mehr...
Osnabrück: Toni hilft weiter
[27.05.2026] Die Stadt Osnabrück erweitert ihr Online-Angebot: Der KI-basierte Chat- und Voicebot Toni beantwortet Fragen zu städtischen Dienstleistungen und kommuniziert in mehreren Sprachen. mehr...
Berlin: Schneller zum Termin
[22.05.2026] In der Bundeshauptstadt konnte – nicht zuletzt dank Digitalisierung – das 14-Tage-Ziel bei den Bürgerämtern erreicht werden: Demnach hat rechnerisch jede Person, die binnen zwei Wochen einen Termin buchen wollte, auch einen bekommen. mehr...
Dortmund: Online mehr Service
[21.05.2026] In den kommenden zwölf Monaten werden in Dortmund zahlreiche neue Online-Dienstleistungen freigeschaltet. Zudem hat der Verwaltungsvorstand weitere Digitalisierungsprojekte beschlossen, die den Service spürbar verbessern sollen. mehr...
Kreis Karlsruhe: Fünf Jahre Integreat
[21.05.2026] Eine positive Zwischenbilanz zum Einsatz der App Integreat zieht der Kreis Karlsruhe. Die vor fünf Jahren eingeführte Anwendung ist inzwischen fest etabliert und unterstützt die Integrationsarbeit vor Ort. mehr...
Stuttgart: Stadtweite Suche bei Online-Terminen
[19.05.2026] Eine neue Online-Terminvergabe mit stadtweiter Suche hat die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart eingeführt. mehr...
Hofheim am Taunus: Mängel wie ein Profi melden
[15.05.2026] Die Stadt Hofheim am Taunus hat Ende April den digitalen Mängelmelder Pro eingeführt. Bürgerinnen und Bürger können Schäden und Verschmutzungen nun direkt online melden und den Bearbeitungsstand ihrer Hinweise verfolgen. mehr...
Syncpilot: Besuch vom Digitalminister
[12.05.2026] Das Unternehmen Syncpilot hat Bayerns Digitalminister Fabian Mehring besucht und dabei beispielhaft eine Gewerbeanmeldung über eine digitale Sprechstunde beantragt. Der Minister will den „Virtuellen Bürgerservice“ in die Fläche bringen. mehr...
eWA: Bundesweit ausgerollt
[11.05.2026] Der von Hamburg gemeinsam mit dem Bund entwickelte EfA-Dienst elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) ist der erste Service aus der OZG-Umsetzung, der in allen Bundesländern ausgerollt ist: 62,76 Millionen Bürgerinnen und Bürger können ihn aktuell nutzen. mehr...
Serie Digitalstädte: Stadt der Pioniere
[05.05.2026] Bei der Verwaltungsdigitalisierung hatte Nürnberg schon immer die Nase vorn und bietet mittlerweile fast 1.800 Services digital an. Vom Onlinezugangsgesetz, dessen Lösungen nicht immer der gewohnten Qualität entsprechen, ist man jedoch wenig überzeugt. mehr...
Interview: Der Preis fürs Vorangehen
[05.05.2026] Nürnberg ist bei der Digitalisierung weiter als das Onlinezugangsgesetz, sagt Olaf Kuch, Leiter des Direktoriums Bürgerservice, Digitales und Recht. mehr...


















